Heute Morgen war erst mal wieder Wasserbunkern angesagt – nach fünf Tagen mit täglichem Duschen ist auch unser Wassertank nur noch zu 40 % gefüllt.

Nach dem Frühstück wurden wir mit dem Bus für die Stadtbesichtigung von Yazd abgeholt. Der erste Besichtigungspunkt waren die Dachmas. Der Begriff Dachma bedeutet auf persisch Grab(mal), bezeichnet aber vor allem Bauwerke, die auch Türme des Schweigens genannt werden und den Zoroastriern (in Indien die Parsen) als Stätten für Himmelsbestattungen dienen.

Bei den Zoroastriern ist, resp. war es üblich, Leichname in runde Türme zu legen, wo Fleisch und Weichteile von Vögeln, z. B. Geiern oder Raben, gefressen werden. Danach wurden die Knochen mit Säure aufgelöst. Die „Türme des Schweigens“ wurden in Yazd bis in die 1970er genutzt, dann wurde diese Bestattungsform vom Shah verboten und die Leichnahme mussten erdbestattet werden. Wir hatten Himmelsbestattungen in Indien (Mumbai) gesehen, resp. man sieht lediglich, die die Geier über den Türmen schweben und dann auf dem Turm hocken und sich gütlich tun.

Auf dem Gelände der „Türme des Schweigens“ hatte jedes Dorf im Bezirk von Yazd ein oder mehrere kleine Häuser, wo sich die Trauernden aufhalten und übernachten konnten, nachdem der Leichnam auf den Turm gebracht wurde. Die Türme durfte nur von extra dafür beauftragten Personen betreten werden.

Auf dem Gelände gibt es auch ein Zisterne mit zwei Lüftungs- oder eben Kühltürmen. Diese Lüftungstürme sorgen für eine stetige Belüftung der Zisterne. Dadurch bleibt das in der Zisterne gespeicherte Wasse auch über längere Zeiträume „frisch“. Die Zisternen sind an einem Kanat-System angehängt. Ein Kanat ist eine traditionelle Form der Frischwasserversorgung, meist in Wüstengebieten, um Trink- und Nutzwasser aus höher gelegenen Regionen zu beziehen. Ein Kanat besteht aus einem Mutterbrunnen, mehreren vertikalen Zugangsschächten und dem Kanat-Kanal. Der Kanat-Kanal ist ein Stollen, der mit geringem Gefälle vom Mutterbrunnen über die Zugangsschächte bis zum Qanat-Austritt führt.

Anschliessend gingen wir zum Wassermuseum, das uns die Funktions- und Nutzungsweise der Kanate näher führte.

Zum Schluss fuhren wir weiter in die Altstadt von Yazd, wo wir die Freitagsmoschee besucht haben und durch den Bazar spaziert sind. Natürlich sind schon einige Fotos vor dem Basar entstanden.

Der Bazar hat uns aber nicht sonderlich gefallen, da es nur Gold, Kleider und Stoffe sowie Haushaltartikel zu kaufen gab.

Morgen geht es weiter nach Kerman – eine Tagesetappe von 360 km.

30.9.2019: Ein Tag in Yazd

2 Gedanken zu „30.9.2019: Ein Tag in Yazd

  • Oktober 1, 2019 um 6:56 p.m. Uhr
    Permalink

    Hallo meine Lieben!
    So ein Polizeiverkehrsposten mit Töff ist cool, nur wo ist der Mann dazu?
    Ohhh alles rosarot! Schöööön!
    Und wieder mal ein tolles Foto für die SUVA Werbung!
    Die Leute sehen echt gut aus. Weniger sichtbare Armut als in anderen Ländern?

    • Oktober 2, 2019 um 4:44 a.m. Uhr
      Permalink

      Hallo liebe Nati, der steht am Rande und hat sich in den Kopf gesetzt, den Verkehr zu leiten. Nur – in Yazd unmöglich, die kurven einfach rechts und links, hinten und vorne, um ihn rum. Das selbe ist, wenn Du über den Fussgänger laufen willst. Die Streifen sind nicht mehr als irgend eine Struktur auf der Strasse – aber Du wirst da abgeschossen, genau so, wie wenn Du neben dran rübergehst. Ja – SUVA-Werbung ist da trumpf. Nein, sie sind nicht wirklich arm, resp. sie schaffen und es geht ihnen recht gut mit dem, was sie haben.

      Liebe Grüsse – und ja, das Kopftuch kennst Du. Ist bequem und luftig, wenn Frau schon ein solches Ding tragen muss.

      Liebe Grüsse

Die Kommentare sind geschlossen.