Heute Morgen wurden wir von der Frau des Platzwartes (eine Berberin) mit einem wunderbaren Omelett oder Crêpes überrascht. Plötzlich klopfte es an unsere Womo-Tür und die Dame stand mit dieser feinen Eierspeise davor. Hm – so ganz trauten wir der Sache nicht, aber da es ein geschlossenes Gelände war, gingen wir davon aus, dass dies nicht irgendjemand ist, der seine Sachen feil hielt. So kamen wir zu einem feinen Crêpes zum Frühstück, das hervorragend schmeckte.

Nachdem wir alles eingepackt hatten fuhren wir los zum Ksar Goulmima. Die Anfahrt war an gewissen Stellen etwas brenzlig, da die Hausreihen so eng sind, Vorbauten haben und dort, wo es eng war, stand dann auch noch ein Schulbus oder an Motorrad. Aber kein Problem hier geht alles – es wurden Leute gerufen, die alles zur Seite geräumt haben oder die Schulbusse verschwanden plötzlich in Hauseingängen, so dass wir gut durchkamen. Vor dem Ksar parkten wir Askja.

Und schon kamen sie – die Fremdenführer und boten lautstark ihre Dienste an. In diesem Fall wollten wir einen Führer, da die Ksars kleine Labyrinthe sind und es wohl besser war, jemanden zu haben, der einen rumführt, v.a. weil wir nur rund eine Stunden im Ksar verbringen wollten. So kam Rachid, ein Berber, der passabel englisch gut durchsetzt mit französisch sprach. Es ging hervorragend und wir haben von ihm viel erfahren. So der Unterschied Ksar und Kasbah: Kasbah ist in der ursprünglichen Bedeutung die arabische Bezeichnung für eine innerhalb oder außerhalb von Städten gelegene Festung. Das ländliche Gegenstück zur Kasbah ist der Ksar, ein befestigtes Dorf, wo auch die Hauseingänge meist labyrinthmässig angelegt sind. Die Führung war hochspannend – und auch hier: die Leute, v.a.a die Frauen wollten nicht fotografiert werden. Rachid meinte, dass sie wohl alle Angst hätten, weil man ihnen erzählt hätte, dass sie in Facebook und generell im Internet landen würden. Sei’s drum – wir haben es (meistens) respektiert.
Vor einigen Jahren wurde der Ksar (Französisch Ksour) teilweise renoviert und man plante, Wasserleitungen in die Häuser zu ziehen. Dagegen wehrten sich die Bewohner allerdings, da sie Angst hatten (zu recht), dass im Falle von Wasserrohrbrüchen die Lehmbehausungen beschädigt würden. Der zweite Grund war auch, dass die Leute befürchteten, dass das Wasser dann etwas kostet. Noch immer holen sie deshalb an zwei Punkten im Ksar ihr Wasser in Kanistern und tragen es ins Haus. Morgens von 08.00 – 12.00 Uhr können sie das Wasser kostenlos holen.




Nach der Ksar-Besichtigung sind wir auf kleinen Strassen, der R702 und P7101 gefahren, die uns durch eine traumhafte Schlucht immer höher in den Atlas, bis auf gut 2’800 m, führte. Die Strasse führte entlang schroffen, teilweise ziemlich überhängenden Felswänden, durch kleine Wasserfurten, da es in den letzten Tagen immer wieder Unwetter gab, die auch dazu führten, dass ganze Strassenstücke mit Geröll überschüttet oder ganz weggespült wurden. Es säumten sich zahllose Dörfer, gebaut aus Lehm der Strasse entlang. Wir hätten stundenlang fotografieren können, aber doch mussten wir ja weiterkommen.


In den Dörfern waren die Kinder teilweise lästig. Sie rannten sofort auf die Strasse und fragten erst nach Bonbon, dann nach einem Schreiber. Folgte man ihrem durchdringlichen Wunsch nicht, waren sie enttäuscht, aber dabei blieb es. Je weiter man aber in die Nähe der Strecke Richtung Todra-Schlucht (die Touristenschlucht per se, wo massenweise Touristenbusse durchgekarrt werden) kommt wurden die Kinder aufdringlicher, wenn nich sogar aggressiver. In einem Ort haben sich die Jungs mal einfach so auf die Strasse gelegt, quasi als menschliche Barriere. Doch unser Luftdruckhorn kurz gedrückt, sprangen sie auf.


In einem anderen Dorf ähnliches Spiel, doch da schlug ein Junge so stark auf Askja ein, dass Norbert eine Vollbremsung machte und auch wieder das Horn drückte. Ich sprang sofort raus und rannte gegen die Kinderschar. Doch der Feigling verschwand – als ich etwas ungehalten fragte wer es war (es war natürlich niemand der anwesenden Kinder), ertönte aus einem vergitterten Fenster eine Männerstimme, die fragte, ob alles OK wäre. Ich erzählte dann, dass einer der Jungen sehr stark gegen unser Fahrzeug geschlagen hätte. Dann war die doch eher sanfte Männerstimme plötzlich sehr laut und hatte auf arabisch die Situation geklärt – es sind auf jeden Fall alle Kinder zurück in ihre Häuser gerannt.
Da kommt mir doch gerade nochmals Rachid von heute Morgen in den Sinn betr. der Kinder. Er sagte: „Ein Junge zwischen 2 und 5 verlangt ein Bonbon, ein Junge zwischen 5 und 9 verlangt ein Kugelschreiber, ein Junge von 8 – 15 verlangt 10 Dirham (einen Franken), ein Junge ab 15 verlangt eine Frau und Heirat, ein Mann ab 45 will seine Ruhe und ein Mann ab 55 will einfach ein Bett und Frieden 😉😉. Also unser kleiner Askja-Prügler ist noch weit davon entfernt.
Auf 2’800 m Höhe wurden wir von leichtem Schneefall überrascht, die Temperatur war noch knapp 4 Grad. Als wir weiter runtergefahren sind, erreichte uns auf 2’200 m der Herbst und umwerfend tolle Landwirtschaften. Es gab Mais, Äpfel, Möhren und gelb gefärbte Espenbäume.


Und immer wieder musste Askja durch Furten und Pistenpassagen durch – aber sie hat es perfekt gemeistert (Grund war natürlich auch die gute und sorgfältige, vorausschauende Fahrweise von Norbert. Das Rennen gegen eine Reiterin auf Esel hat sie gewonnen 😉 (Bild speziell für Michi Maurer).

Wir sind heute bis nach Imilchil gefahren (total etwa 200 km). Imilchil liegt auf 2120 Meter im Hohen Atlas-Gebirge. Die Bergoase wird ausschließlich von Berbern bewohnt ( 1’500 Einwohner). Wir stehen auf dem Parkplatz des Hotels Izlane und werden da um 20.30 Uhr eine Tajine essen. Dies ist ein rundes aus Lehm gebranntes Schmorgefässt, ähnlich einem Römertopf, aber mit spitzem Deckel. Dieser Topf wird auf Holzkohle gestellt und das Gericht so gegart – nach der Zubereitungsmethode wird auch das Gericht genannt. Wir sind gespannt und freuen uns schon drauf.
Und es war fein – Huhn mit ganz viel Gemüse. Und alles bei schöner Ambience (aber kalten Temperaturen – draussen ist es 6 Grad). Da wir im Hotel gegessen haben, dürfen wir die Nacht auf dem Hotel-Parkplatz stehen bleiben.



Hier noch ein paar Bilder vom Tag































































Was hast du denn der frau mit dem esel erklärt??? Hihiji
Die kinder sind ja viel schlimmer als in asien?! Krass!!!
Ach ja, das frühstück sieht echt lecker aus!
Ich habe sie angesprochen, da sie unter dem Gewicht gestöhnt hatte. Dabei hat sie erzählt, dass die Männer – und zeigte auf unseren Guide und Norbert – nur reden und nicht arbeiten. Ich habe sie in der Meinung bestärkt .
Ja – heute waren die Kinder im Atlas-Gebirge etwas nervend. Aber sie kriegen wohl von den Touris immer wieder Süssigkeiten und was sie sonst verlangen. Aber sonst sind sie lieb und halt Kinder.
Achso! Ja da wart ihr zwei euch bestimmt einig! Hahahaha
Vielen Dank ihr Lieben.Das sind sehr eindrückliche Bilder,ihr lernt ganz spezielle Sitten kennen und die Askja macht das alles mit Freuden mit , der Fahrer passt ihr auch ihr seid ein unschlagbares Team wünsche euch eine gute Nacht
Danke Mams – gute Nacht. Gohsch jetzt aber go schlofe, gäll❤️❤️❤️