Heute sind wir in Figuig geblieben, um uns die Altstadt mitten in der Oase anzusehen. Am Vormittag nutzten wir noch die Gelegenheit zu waschen, bevor wir dann am Nachmittag in die Altstadt von Figuig marschiert sind.

Norbert’s Fuss macht diese Märsche (heute waren es gut 8 km) erstaunlich gut mit – Norbert ist halt nicht zimperlich.


Die Leute sind unwahrscheinlich herzlich und grosszügig. Wir sind durch die verschiedenen Gassen und Dattelhainen gelaufen, haben so in manche der Gärten reingeschaut und wurden immer wieder von fröhlichen Menschen begrüsst, die mit uns ein Schwätzchen hielten. Auch die Schulkinder übten sich gerne in Französisch und manchmal auch Englisch mit uns.
Wir haben einen älteren Herr mit Eselkarren angetroffen, der uns ganz begeistert über Datteln erzählt hat. Etwas weiter vorne traf er einen jungen Mann, der uns zuvor mit dem Moped mit Anhänger voller Datteln überholt hatte. Diesen hatte er kurzerhand gestoppt und wir mussten die Datteln des Mannes probieren. Nicht nur eine, nein – mind. je 4 oder 5.

Als wir weitergezogen sind, stand der Mann mit Eselkarren abermals vor uns – diesmal mit einem neuen Kollegen, der einen Schubkarren hatte. Dieser hat unser erzählt, dass seine Datteln 100 % natürlich und Bio seien und Stärke verleihen würden. Auch da durften wir mehrere Datteln probieren. Diese schmecken so frisch vom Baum hervorragend und wirklich fruchtig. Nicht so trocken, wie bei uns in der Schweiz. Und – die Datteln sind nicht braun, sondern goldgelb, wenn sie essreif geerntet werden. Es gibt einige Sorten, die noch etwas getrocknet werden müssen – aber die meisten können sofort gegessen werden.

Zum Schluss mussten wir mit dem Herren mit Eselkarren und dem Mann mit Schubkarre noch ein Foto machen – dies hat uns sehr gefreut.

Wir kamen dann durch die Stadtmauern in den ganz alten Teil – wir sind durch ein Gewirr von Gängen gelaufen, die immer wieder Abzweiger zu Hauseingängen hatten. Spannend, mystisch und urig zugleich. Ganz am Schluss kammen wir auf einem Platz mit einem Café, wo wir uns zwei Coca Cola gegönnt haben und das Leben an diesem Ort auf uns wirken liessen. Aber davor wurden wir von einem Mann angesprochen, der uns fragte, wie wir auf Figuig aufmerksam wurden. Wir haben es ihm erklärt und – er holte aus seinem Auto Datteln aus seinem Garten, die wir probieren durften.
Auf dem Rückweg sind wir zu einem Aussichtspunkt gelaufen, der einen Blick über die Stadt erlaubte. Dort haben wir in einem Dattelgarten zwei Männer bei der Ernte dieser Früchte zugesehen. Die Datteln hängen in ganzen Fruchtständen an den Dattelpalmen. Nachdem sie eine Folie zum Sammeln der herunterfallenden Früchte ausgelegt haben, kletterte einer der beiden nach oben und schlug mit seiner Machete die Fruchtstände ab. Jeden Fruchtstand wurde an ein Seil gebunden und sorgfältig nach unten gelassen. Und auch da durften wir wieder die Datteln probieren.
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Als besonderes Schmankerl hat uns der eine Bauer noch einen Skorpion gezeigt, den er kurz zuvor aufgespiesst hat. Wir haben entschieden, unsere Schuhe diese Nacht wieder ins Auto zu nehmen und nicht draussen stehen zu lassen 🙄.

Die letzte Besichtigung galt einer alten Kirche, die von den Franzosen in ihrer Kolonialzeit als christliche Kirche erbaut wurde. Als die französische Besatzung 1956 zu Ende ging, haben die Marokkaner kurzerhand das Kreuz entfernt und den islamischen Halbmohn draufgesetzt und das Gebäude in eine Moschee umgenutzt.

Zurück auf dem Camping-Platz haben wir festgestellt, dass auf dem Entsorgungsplatz, den wir morgen nutzen wollten zur Entsorgung von Toilette und Grauwasser (Dusch- und Abwaschwasser), ein Toyota Hilux mit Dachzelt steht, der fein säuberlich sein Tisch und Stühle direkt über dem Entsorgungsrost platziert hatte. Also – ich sage ja nix – aber das wäre jetzt in keiner Weise unser Wunschplatz. Ich habe dann irgendwann mal gefragt (sie kommen aus unserem östlichen Nachbarland), ob es für sie OK wäre, wenn wir morgen so gegen 10 Uhr entsorgen würden. Die junge Dame hat mich erst nicht verstanden, bis ich ihr nochmals erklärt hatte, dass wir resp. unsere Tänke „voll“ seien und wir entsorgen, d.h. die Tänke leeren müssten. Erst da bemerkte sie, wo sie stehen, was bei ihr gegenüber ihrem Begleiter einen kleinen Tobsuchtsanfall auslöste nach dem Motto „ein toller Platz hast Du Dir da ausgesucht – kein Wunder steht hier keiner“! Sie stehen nun nicht mehr da – aber ich bin unschuldig (oder nur teilweise schuldig zu sprechebn).
Heute haben wir zum Abendessen unsere neue Röstpfanne für unseren Grill ausprobiert. Es gab Rindfleischmöckli mit Kartoffeln und Gemüse. Alles liess sich fix zubereiten und gemäss unserer Beurteilung hat es auch sehr gut geschmeckt. Werden wir künftig öfters im Einsatz haben. Hier in Marokko gibt es eine riesen Auswahl an Gemüse, das fast nichts kostet. Auch das Fleisch (v.a. Rind und Trute) schmeckt sehr gut.


So – jetzt habe ich genug geschrieben und ich warte auf die Fotos von Norbert. Es sind heute nur 500 Stück 😉, die er noch sortieren muss.
Hier noch ein paar Bilder von Tag















































Einfach super wie ihr das macht danke danke ❤️❤️❤️❤️Norbert,tapferer Junge
Danke Mams – wir geniessen es. Und schön, dass Du virtuell mit uns reist. Kuss