Heute stand eine längere Strecke bevor – wir planten dafür 7 Stunden, was aber nicht ausreichte, es wurden 8 Stunden. Aber es heisst ja bekanntlich, der Weg ist das Ziel. Am Morgen, als wir vom Campingplatz Benyakoub losfuhren, hatten wir leichten Nieselregen. Wir planten eine Piste zu fahren – wollten aber sicher gehen, dass diese auch für uns machbar ist und beabsichtigen, uns bei der Gendarmerie vergewissern. Die Gendarmerie war bestens ausgeschildert 😉 – also das Schild war da, nur die Gendarmerie nicht. Aber beim Wenden sahen wir dann ein Polizeiauto, das wir kurzerhand angehalten haben. Der Polizist war wiederum total freundlich – er hat uns dringend von dieser Piste abgeraten, da wohl in den letzten Tagen grössere Regenfälle waren, die Schuttlawinen ausgelöst und Häuser mitgerissen hatten. Das wollten wir uns und Askja (unserem WoMo) nicht antun.

Der Polizist hat uns eine andere Strecke empfohlen und wie immer sehr freundlich gute Reise und viel Glück gewünscht.

So sind wir dann erst nach Taourirt und weiter nach Debdou gefahren. Bis nach Debdou war ziemlich Regen, aber die Strassen ganz gut. Ab Debdou war mehr Regen und die Strassen nur noch Piste und Morast aufgrund einer Grossbaustelle – dementsprechend sieht auch unser Womo aus. Aber wie sagt Norbert immer: only a dirty truck is a happy truck. Also unsere Askja muss wohl sehr happy sein. Egal – wir werden ihr wohl in den nächsten Tagen ein Beauty-Programm bei einer der vielem Waschschops gönnen. (Minderheiten-Sicht Norbert: Es gilt das Naturgesetz von der Erhaltung des Schmutzes – wenn Du etwas sauber machst, musst Du immer etwas anderes schmutzig machen – also fange gar nicht mit dem Saubermachen an).

Die Leitplanken an diesen steilsten Stücken sind besonders liebevoll aufgebaut – unsere Verkehrs- und Sicherheitsexperten hätten wohl ihre wahre Freude daran.

Nachdem wir das Hochplateau „Plateau du Rekkam“ erreicht hatte, kam die Sonne raus und auch die Landschaft – UND die Verkehrszeichen änderten sich.

Auf dem Hochplateau auf 1’500 Meter  kamen wir in eine fast menschenleere Steppe mit vereinzelten Häusern – dafür mit vielen Eseln, Kamelen, Schafen und Ziegen. Besonders augenfällig sind die rosaroten Gebäude mit Marokkanischer Flagge, die im absoluten Nichts  stehen. Dies sind die Schulen, zu welchen die Kinder der Nomaden mit Schulbussen gebracht werden.

Die Landschaft und die Weite mit den Felsformationen erinnern stark an Utah – einfach eine fantastische Landschaft. Überall waren Hirten mit ihren Ziegen- und Schafherden unterwegs. Wir wären noch viel mehr ausgestiegen und hätten gerne Fotos gemacht, wären da nicht die 470 km gewesen, die wir bewältigen wollten.

Faszinierend waren auch die wunderbaren Torbogen – im Nichts, die auch ins Nichts führten. Aber sie wurden gebaut und hatten wohl früher einmal oder könnten irgendwann einmal ihren Zweck haben.

Unser Tagesziel war die Oase von Figuig, welche auf rund 900 m liegt. Sie ist rund 20 Quadratkilometer gross und es heisst, dass die rund 10’900 Einwohner von ca. 200’000 Dattelpalmen, aber auch von Textilerstellung und Töpferei leben.

Das wollen wir uns morgen mal ansehen und hoffen, dass wir einen Führer mit Auto finden, da Norbert seinen Fuss immer noch im Gips hat. Wir stehen auf dem Campingplatz vom Hotel Figuig der OK ist aber nicht wirklich mehr. Erst wollte der dort Verantwortliche uns in einer  abgelegenenEcke haben – so total ab vom Schuss (evtl. weil Askja so dreckig ist 🤓). Mit viel Aufwand konnten wir Askja in diese Ecke rangieren – aber es war wirklich kein schöner Platz und für unser Mobil einfach viel zu klein.  Das erkannte auch der Campingplatz Manager – zumindest musste er unserer Mimik bemerkt haben. Und siehe da – wir bekamen einen anderen sch viel schöneren Platz angeboten, wo wir nun zwei Nächte stehen wollen.

Figuig liegt an der Algerischen Grenze. Dies zeigte sich auch an den vielen Polizeiposten  und Wachstationen, da sich die beiden Länder ja gar nicht „grün“ sind. Wir mussten drei Mal die Pässe zeigen und zweimal eine Fiche abgeben – Burkart Koch von Pistenkuh.de sei dank – wir haben seine Fichen-Vorlage ausgefüllt und so geht alles viel schneller. Sonst würden die Polizisten unsere Wagenpapiere und unseren Pass von Hand abschreiben und das pro Passagier im Fahrzeug. Als wir bei der dritten Kontrolle am Eingang von Figuig wieder aufgehalten wurde und dass ganze Prozedere mit Fiche und Pass gefragt war, bemerkte ich, dass wir alles schon zweimal gemacht haben. Das hat den Polizisten nicht wirklich beeindruckt – er stellte nur fest. dass die anderen Gendarmerie wären – er aber die (Dorf-) Polizei vertrete. OK – keine weiteren Rückfragen oder Widerreden, wir wollten ja weiter.

Nun trinken wir noch einen Pfefferminztee und „trolen“ dann bald ins Bett, morgen werden wir ja wieder zeitig geweckt. Mal sehen, ob wir länger als bis 05.00 Uhr schlafen können oder der Weckruf vom Minaret her uns früher erreicht.

Noch einige Bilder vom Tag

 

 

Dienstag, 16.10.2018: Lange 470 km von Guercif nach Figuig

2 Gedanken zu „Dienstag, 16.10.2018: Lange 470 km von Guercif nach Figuig

  • Oktober 17, 2018 um 6:19 a.m. Uhr
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    Wieder tolle Fotos , teils sogar lustig und dank der guten Askja sicher durch das fremde Land wünsche euch von ♥️♥️Gute Witerreise. Mit den Fotos und auführlichen Berichten erleben wir die Reise hautnah,ist einfach toll wünsche euch einen wunderschönen Tag

    • Oktober 17, 2018 um 7:51 a.m. Uhr
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      Hallo Mams – bis jetzt macht Askja es super :-).

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