Am 2. November wurden wir um 02.30 an unserem Campingplatz abgeholt um uns rechtzeitig für den ersten Zug nach Ollantaytambo zu bringen. Von dort fahren die Züge nach Aguas Calientes, zum Machu Picchu Dorf. Wenn die Züge hier pünktlich fahren würden, wären wir um 05.05 Uhr losgefahren und um 06.37 in Aguas Calientes angekommen. Es herrschte ein unvorstellbares Chaos vor dem Bahnhof. Niemand wusste, wo er genau anstehen musste. Auf den Tickets standen Buchstaben der Wagons. Plötzlich wurden wir in den Abfahrtsbereich gescheucht und dann passierte wieder lange nichts. Plötzlich schrie ein Herr, dass man sich zum entsprechenden Wagon begeben muss – nur – wo waren die Buchstaben. Und einige Zeit später, erschienen dann mehrere Schaffner, welche die Buchstaben mehr oder weniger sichtbar auf sich trugen. Letztendlich fuhren wir um 06.15 los und waren um kurz nach 08.00 Uhr in Aguas Calientes. Dann hiess es, rasch zum Ministerio De Cultura marschieren, um eines der 1000 Ticketes für Machu Picchu für den Folgetag zu ergattern. Die Tickets über die Reisebüros, die per Internet erhältlich sind, waren schon mehrere Monate im Voraus ausverkauft. Da wir aber nie genau wissen, wo wir wann auf unseren Reisen sind, wollten wir uns nicht auf diese festen Buchungen einlassen. Wir hatten uns für einen Reiseanbieter entschieden, der für uns die Abholung von unserem Stellplatz, die Fahrt hin und zurück nach Ollantaytambo, die Zugfahrt nach und von Agua Calientes, das Hotel und den Guide zum Machu Picchu organisierte.



Eigentlich hätte uns der Guide direkt bei Ankunft am Bahnhof abholen sollen, doch aufgrund der Zugverspätung war sie zu spät. Letztendlich funktionierte es dann doch und sie übergab uns das Geld für die Tickets.
Es gibt täglich 1’000 Tickets für den Folgetag, die nur vor Ort in Aguas Calientes und nur durch persönliches Erscheinen ausgegeben werden. Wir hatten Glück und konnten noch die gewünschte Route (Circuito 2 Classico) und die bevorzugte Uhrzeit auswählen.
Danach gaben wir im Boutique-Hotel Hatun Inti (zu Deutsch «Grosse Sonne») unser Gepäck ab. Nach einem Frühstück schlenderten wir durch Aguas Calientes oder auch Machu Picchu Pueblo genannt. Wir waren auf jeden Fall nicht die einzigen.
In der kleinen Stadt, die nur aufgrund des Tourismus zum Machu Picchu existiert, stehen die lebensgrossen Statuen der Inka-Herrscher.


Uns wunderte es, dass wir ständig den Paddington-Bär auf Taschen, T-Shirts und letztendlich auch als Statue sahen. Das Internet gab uns die Antwort: In den ursprünglichen Büchern von Michael Bond, dem Autor der Paddington-Geschichte, stammt Paddington aus dem „tiefsten, dunkelsten Peru“. Seine Tante Lucy schickte ihn von dort aus per Schiff nach London, wo er schliesslich auf der Paddington Station adoptiert wurde. Die literarische Figur basiert auf dem in Peru heimischen Brillenbären (Andenbär), der einzigen Bärenart Südamerikas, die auch in den Nebelwäldern rund um Machu Picchu lebt. In Aguas Calientes steht seit Januar 2025 eine lebensgrosse, offizielle Paddington-Bär-Statue. Die Statue war ein offizielles Geschenk der britischen Regierung und der peruanisch-britischen Kulturvereinigung anlässlich des Kinostarts des dritten Spielfilms.

Auch wenn das Städtchen voll mit anderen Touristen war, hatten wir doch Spass, durch die vielen Gassen, entlang an unzähligen Souvenir-Shops und Restaurants zu schlendern. Wir haben den Ort zweimal ausgiebig besuchen können: Am Vortag unseres Machu Picchu-Ausfluges und am Nachmittag, als wir auf die Zugabfahrt zurück nach Ollantaytambo um 18.30 warten mussten.



















Am Ankunftstag hatten wir strahlenden Sonnenschein und der Río Urubamba, auch Namensgeber für das Tal in dem sich der Machu Picchu befindet, war ein eher harmloser Fluss. Am Tag nach unserem Besuches des Machu Picchu kamen enorme Wassermassen hinunter.

Wir haben am Abend noch unseren Guide für den Machu Picchu im Hotel getroffen, Isao Mayta Perez. Seine Art und sein Wissen haben uns schon von Anfang gefallen und beeindruckt..
Am Dienstag mussten wir um 07.00 Uhr an der Bushalte-Stelle für die Fahrt zum Machu Picchu anstehen. Grundsätzlich muss eine Stunde vor der offiziellen Einlasszeit zum Machu Picchu an der Bushaltestelle angestanden werden. Wir hatten Angst, ob dies reichen würde, denn am Tag vorher war die Schlange fast 500m lang und führte durch ganz Aguas Calientes. Wir haben dann aber erfahren, dass es am Vortag daran lag, dass a) der Zug, in dem wir ja auch sassen, um eine Stunde verspätet war und b) eine Geröll-Lawine aufgrund der starken Regenfälle der Vortage, die enge Strasse für die Busse zum Machu Picchu versperrte und erst geräumt werden musste.
Wir trafen Isao um 08.20 Uhr beim Eingang von Machu Picchu und konnten mit ihm gemütlich den Circuito 2 starten. Eigentlich dauert dieser ca. 2 Stunden – wir verbrachten aber mit vielen spannenden und wissenswerten Informationen von Isao gut 4 Stunden in den Ruinen. Just, als wir wieder für den Bus nach Aguas Calientes angestanden sind, begann es in Strömen zu regnen.



Und endlich standen wir in den Ruinen von Machu Picchu – eins der der sieben neuen Weltwunder: Machu Picchu ist eine mystische, gut erhaltene Ruinenstadt der Inka, die hoch oben in den peruanischen Anden liegt. Sie wurde im 15. Jahrhundert auf einem schmalen Bergrücken zwischen den Gipfeln Machu Picchu („alter Berg“) und Huayna Picchu („junger Berg“) erbaut und thront majestätisch etwa 2’430 Meter über dem Tal des Flusses Urubamba. Es wird davon ausgegangen, dass der 9. Inka-Herrscher Pachacútec den Bau als seine Altersrezidenz in Auftrag gegeben hat.
Die terrassierte Anlage fügt sich nahtlos in die imposante Berglandschaft ein. Sie besteht aus kunstvoll gefügten Steinbauten, Tempeln, Palästen und Wohnquartieren, die ohne Mörtel so präzise aneinandergepasst wurden, dass sie jahrhundertelang Erdbeben trotzten. Da die Spanier die Stadt während ihrer Eroberung nie entdeckten, blieb sie fast unberührt und wurde erst 1911 durch den US-Amerikaner Hiram Bingham weltweit bekannt.
Und jetzt ganz viele Bilder von unserem Erlebnis, das schon so lange auf unserer Wunschliste stand – Bilder einfach geniessen oder schnell durchscrollen – wir haben auf viele Bildbeschreibungen verzichtet.














Machu Picchu war stets von einer gewissen Mystik umgeben, beeindruckend ist nicht nur die bauliche Leistung der Inka, sondern auch das Panorama des Urubambatals. Heute gilt das UNESCO-Welterbe als eines der neuen sieben Weltwunder und symbolisiert die architektonische und astronomische Meisterleistung der Inka-Zivilisation.
Nachdem wir wieder in Aguas Calientes angekommen sind, haben wir mit einem Pisco Sour mit Isao auf unser einmaliges Erlebnis Machu Picchu angestossen und auch die Spezialität Cuy (Meerschwein) probiert. Es hat uns gut geschmeckt und erinnerte uns etwas an eine Mischung Huhn und Kaninchen, aber mit viel mehr Knochen. Die Basisspirituose ist Pisco, ein Traubenschnaps, benannt nach der Stadt Pisco in Peru.









Am Abend sind wir dann müde, aber zufrieden auf den 18.20 Zug marschiert, der natürlich – wie könnte es anders sein – erst um 19.30 Uhr losfuhr.