Karte mit unserer aktuellen Route
Unsere weitere Reise von Porto Velho in Brasilien nach Cusco in Peru führt uns über die legendäre Transoceánica, welche uns durch die tropische Hitze des Amazonasbeckens in die doch eher kühlen Höhenzügen der Anden führt. Die gut 1’530 Kilometer lange Route ist voller Kontraste, welche uns von 85 m ü.M. in Porto Velho, von den tiefgelegenen Dschungelflüssen hinauf in die dünne Luft der Bergwelt bis 4’700 m ü.M. führt.
Auf der brasilianischen Bundesstrasse BR-364 fahren wir nach Westen, vorbei durch das dichte Amazonasgebiet, an weitläufigen Rinderweiden und Regenwaldresten, bis nach Rio Branco. Ab dort geht es auf die BR-317 bis zur Grenzstadt Assis Brasil. War die BR-364 noch in einem mehr oder weniger guten Zustand (es reihte sich nicht Schlagloch an Schlagloch), war die BR-317 grottenschlecht. Auf diesem Teil der Strecke waren wir ziemlich fotofaul und hatten mit Brasilien als unser Reiseland in Südamerika abgeschlossen.
Der Grenzübergang von Brasilien nach Peru verlief sehr zügig und auf beiden Seiten sehr professionell. Nach dem Überqueren der peruanischen Grenze auf der internationalen Brücke über den Rio Acre blieb die Landschaft zunächst tropisch. Auf peruanischer Seite fuhren wir auf der gut ausgebauten Nationalstrasse PE-30C. Sie passiert den Grenzort Iñapari und verläuft zunächst flach durch das Tiefland bis nach Puerto Maldonado. Puerto Maldonado gilt als die Dschungelmetropole am Zusammenfluss von Madre de Dios und Tambopata, die auf rund 183 m ü.M. liegt. Hier werden viele Touren in den Amazonas angeboten.
Hinter Puerto Maldonado beginnt der landschaftlich spektakulärste Abschnitt. Leider setzte der Regen ein, so dass sich wenig Fotogelegenheiten boten. Nach Quincemil führt die PE-30C an die Anden-Kordilleren, und das Klima schlägt radikal um. Es war nicht mehr tropisch, sondern die Temperaturen wurden angenehm. Die Strasse windet sich in unzähligen engen Kehren und Serpentinen die Steilhänge hinauf. Binnen weniger Stunden verlassen wir den tropischen Regenwald, durchqueren die Nebelwälder und erreichen schliesslich die karge Hochebene Perus, die auch hier Puna genannt wird.






Wir haben kurz vor dem Pass Abra Pirhuayani auf 3’200 m ü.M. in Marcapata unseren Platz gesucht, um die Nacht zu verbringen, den Regen auszusitzen und uns anzuklimatisieren, denn am nächsten Tag geht es hoch hinaus.


Bei Sonnenschein starteten wir den nächsten Abschnitt. Unsere Askja fand die Höhe nicht so toll, sie brauchte einige Zeit, bis sie so weit warmgelaufen war, dass wir die Strecke in Angriff nehmen könnte (sie zickte und bockte und wollte sich nicht vorwärtsbewegen). Die Passhöhe des Abra Pirhuayani 4’725 Metern über dem Meeresspiegel, er ist auch der höchsten Punkt der gesamten Transoceánica. Die Luft hier oben ist dünn und kalt, und es liegt Schnee am Strassenrand. In der Ferne sahen wir die vergletscherten Gipfel des heiligen Berges Ausangate.








Nach dem Pass führte uns die PE-30C im stetigen Bergab durch alpine Täler hinunter nach Urcos. Noch zweimal führte sie uns und alle anderen Autos und Lastwagen auf über 4’000 m ü.M., bis wir die historische Inkahauptstadt Cusco auf 3’400 m ü.M. erreichten (die heutige Hauptstadt von Peru ist Lima).



















Hier stehen wir für die nächsten Tage auf der Quinta Camping Lala auf 3’600 m ü.M. , welche von Mili geführt wird. Hier können sowohl Langzeitparker ihre Autos abstellen, als auch wir auf dem zweckmässigen, sicheren Platz die Tage in und um Cusco verbringen.

