Karte mit unserer aktuellen Route
Auf unserem Weg von Georgetown nach Lethem sind wir in den letzten Tagen zum einen durch Urwald und Savanne gefahren aber auch durch 4 Administrative Regionen von Guyana. Seit Oktober 1980 ist Guyana in 10 Administrative Regionen unterteilt ähnlich unseren Kantonen.
Die Strecke ist 550 km lang – gut 200 km sind geteert, die restlichen sind von guter bis hin zu sehr sehr schlechter Laterit-Erdstrasse. Laterit bildet sich in feuchttropischen Gebieten durch chemische Verwitterung von Gesteinen. Das Ergebnis ist roter, staubiger Boden, der bei geringstem Regen zu einer dunkelroten Masse entwickelt, die sich in den Reifen und am Auto festklebt.




Auf dem Weg nach Lethem sind zum einen die Tankstellen mit Diesel, der für unsere Autos verträglich ist, sehr dünn gesäht, also galt es nochmals, vollzutanken. Zum anderen sind die Plätze zum Übernachten eher spärlich.
Wir haben uns entschieden, kurz vor Teerende an einer Tankstelle 58 GuyOil zu übernachten, die sowohl von den lokalen Reisenden als auch von Overlandern wie uns gerne genutzt wird. Sie ist nicht schön, aber sicher, was entlang der Linden-Lethem-Strecke wichtig ist. Dort trafen wir auch Kingsmill Overland, Kienny and Geoff, mit zwei weiteren Reisenden. Beide mit ihren LandCruisern, Kingsmill hatten wir bereits in Uruguay getroffen.




Kurz nach unserem Nachtplatz begann der Regenwald aber auch die Laterit-Erdstrasse, welche die ersten 100 km gut in Schuss war. Gegen Mitte Nachmittag sind wir in Kurupukari angekommen, wo wir mit einer Fähre den Essequibo River queren mussten. Zum Glück hatten wir das Ticket in Georgetown schon gekauft. Wir haben verschiedene Informationen erhalten: die einen sagten, dass der Laden an der Fähre offen sei und Tickets verkauft, die anderen behaupteten, dass Tickets in Georgetown zu kaufen wären. Um 15.00 Uhr war der Laden wegen zu geschlossen! Wir kamen kurz vor 15.00 Uhr in Kurupukari an, kurz danach legte die Fähre mit uns alleine an Bord ab. Die Auffahrt erfolgte rückwärts. Die Rampe wurde nur so halbherzig rangefahren, zwei wackelige Planken sollten es richten. Nachdem ich zweimal ziemlich geknurrt hatte, bewegten sich die beiden Herren und legten die Läden so ran, dass Norbert einigermassen sicher auf die Fähre fahren konnte. Nach 10 Minuten Überfahrt kamen wir auf der anderen Seite an, wo wir zur Iwokrama River Lodge gefahren sind. In dieser Lodge, die sich im Iwokrama Naturschutzgebiet befindet, wollen wir zwei Nächste verbringen und zwei Tourangebote nutzen.












Am nächsten Tag sind wir um 05.30 Uhr mit dem Boot aufgebrochen um den Fluss, den Regenwald und die Tierwelt zu erkunden. Tiermässig haben wir wenig gesehen, aber dafür die Flussfahrt und den Regenwald umso mehr genossen haben.












Am Abend ging es nochmals mit dem Boot auf „Kaiman-Tour“. In Guyana gibt es den Schwarzen Kaiman. Der Schwarze Kaiman, auch Mohrenkaiman genannt, ist das grösste Raubtier des Amazonasbeckens und der grösste Vertreter aus der Familie der Alligatoren. Er greift auch Menschen an. Er erreicht eine durchschnittliche Länge von 3 bis 5 Metern, ausgewachsene Männchen wiegen zwischen 200 und über 450 Kilogramm. Sein Essensplan reicht von Fischen (einschliesslich Piranhas) und Wasservögeln bis hin zu grossen Säugetieren wie Capybaras, Hirschen und Affen. Wir haben nur einen kleinen schwarzen Kaiman gesehen, doch auch dieser war schon beeindruckend und wir hätten mit ihm nicht spielen wollen.


Da wir unbedingt noch den Vogel Cock-of-the-Rock sehen wollten, buchten wir eine Tour mit einem Ranger. Die Tour startet beim Polizei-Checkpoint am Ausgang des Iwokrama-Naturschutz-Gebiet um 07.30 Uhr am Morgen. Wir durften am Polizei-Posten übernachten, was für uns sehr angenehm war.



Die Wanderung war sehr angenehm durch den kühlen Wald am Morgen. Im felsigen Gebiet, wo der Cock-of-the-Rock am häufigsten anzutreffen ist, warteten wir gut 30 Minuten. Und plötzlich sass er auf dem Ast: die Männchen besitzen ein extrem leuchtendes, scharlachrotes oder tief orangefarbenes Gefieder, die schwarzen Flügeln und grauen Rückenfedern bilden einen wunderbaren Kontrast. Ihr markantestes Merkmal ist ein grosser, fächerförmiger Federkamm, der fast den gesamten Schnabel verdeckt. Zu Deutsch heisst der Cock-of-the-Rock Andenfelsenhahn, Roter Felsenhahn oder Andenklippenvogel. Er ist das Nationalvogel von Peru.








Die Weibchen sind, wie es in der Vogelwelt meist so ist, deutlich unauffälliger braun gefärbt und auch kleiner. Wir hatten ganz kurz ein Weibchen auf einem Ast sitzend gesehen, für ein Foto reichte es aber nicht.
Nach der Wanderung fuhren wir weiter – ab da wurde die Strecke sehr schlecht. Nach gut 50 km verliessen wir den Regenwald endgültig und kamen in die Rupunini-Savanne. Der Belag wechselte von Laterite zu einen steinharten Lehmbelag, der noch schlechter zu fahren war. Wir planten ein paar Tage in der Wakini-Ranch zu verbringen. Es ist eine noch aktive Ranch, die zum einen Viehwirtschaft betreibt und zum anderen Tourismus.
















Super Blog, da ist ja noch Natur pur , ich glaube das war bestimmt ein Highlight dass ihr den COCK-OF-THE-ROCK gesehen habt und ihn so wunderschön fotografieren konnten . ich finde der Name trägt er zu Recht . Der Blog ist wieder sooooo spannend . wünsche euch weiterhin eine tolle Fahrt und mit Glück . bin in Gedanken bei euch . Kuss Mams
Danke Mams – ist ein spannendes Land. Wir hatte so gar keine Votstellung darüber und es gefällt uns sehr gut.
Und der orangefarbene Superstar ist wirklich besonders schön.
Liebe Grüsse und Kuss
Claudia
Ich schliesse mich dem Kommentar von Ruth an
Danke