Wir wollten noch etwas mehr von Guyana sehen und erleben und haben die 5-Inseln- und Stadt-Hopping-Tour gebucht. Wir mussten morgens um 06.00 Uhr am Treffpunkt in der Stadt sein und wurden per Bus an den Hafen am Essequibo River gefahren. Dort sind wir auf das Boot „Paprika“ umgestiegen, das mit uns auf dem Essequibo River zu den verschiedenen Inseln gefahren ist.

Am Hafen von Parika
… Müll überall
Unser Boot Paprika, mit dem wir die 5-Inseln- und Stadt-Hopping-Tour machen
Schwimmwesten obligatorisch und sonst hilft Gott „Relax God is in Charge“ (Entspann Dich, Gott hat nun die Verantwortung)
Alte stillgelegte Boote – die Natur hat sich schon einiges wieder zurückgeholt

Es werden Rohstoffe für die Bauindustrie gewonnen. Vieles wird selber verwendet, aber ganz viel wird auch in die anderen Karibik-Staaten exportiert

Sand- und Kiesabbau

Es ist spannend zu sehen, wieviele Menschen entlang diesem Fluss leben – es ist wirklich eine der wichtigen Lebensadern. Viele der Orte können nur über den Fluss erreicht werden, da es durch den Regenwald keine Strassenverbindung gibt.

Die erste Insel war Fort Island, das im18. Jahrhundert das administrative Zentrum und zeitweise die Hauptstadt der niederländischen Kolonie Essequibo (und Demerara) war. Ursprünglich hiess die Insel Flag Island (Vlaggen Eyland), da dort eine Flagge als Orientierungspunkt für Schiffe wehte; 1775 wurde die Insel in Fort Island umbenannt. Die Insel ist nur per Schiff erreichbar. Auf der Insel leben heute noch ca. 70 – 100 Personen.

Fort Zeelandia ist die wichtigste historische Sehenswürdigkeit. Das Backsteinfort wurde 1744 erbaut, um die die Interessen der Niederländischen Westindien-Kompanie zu schützen. Das zweite Gebäude ist das des ehemaligen Regierungsrats (Court of Policy). Es  wurde 1752 errichtet und gilt als das älteste erhaltene nicht-militärische Gebäude Guyanas. Das Gebäude war Regierungsgebäude, Kirche, Gefängnis und Hinrichtungsstädte zugleich.

Unser erster Inselstopp – Fort Island
Regierungsrats Gebäude(Court of Policy)

Lokales Gesundheits-Zentrum

Unterwegs in Fort Island

Pulverhaus vor Palmen von Fort Zeelandia
Das Fort Zeelandia
Strategisch super gelegen

Wespen sind auch schon hier

60 Jahre Unabhängigkeits-Jubiläum

Grabstein des Inselverwalters, dessen Sohn mit 1 Jahr gestorben ist

Die nächste Insel wäre Fort Kyk-Over-Al gewesen. Es ist eine historische Ruine eines niederländischen Kolonialforts aus dem Jahr 1616 am Zusammenfluss der Flüsse Essequibo, Mazaruni und Cuyuni. Heute steht nur noch der Torbogen. Da aber Ebbe war, konnten wir mit unserem Boot nicht nahe genug ranfahren.

Auf dem weiteren Weg kamen wir an der privaten Insel von Eddy Grant (Baby come back, Electric Avenue, Gimme Hope Jo’anna, etc.). Eddy Grant wurde in Guiana geboren und ist in London aufgewachsen. Auch das Mazaruini-Gefängnis haben wir vom Wasser aus gesehen. Es ist eigentlich keine Insel sondern eine stark isolierte Landzunge. Sie liegt an der Mündung des Mazaruni River in den Essequibo River. Durch die mächtigen Strömungen der beiden riesigen Flüsse und den dichten umliegenden Dschungel ist die Anlage komplett von der Aussenwelt abgeschnitten und nur per Boot erreichbar. Als Einleitung erzählte unser Guide, dass wir als nächstes ein Fünf-Sterne-Hotel, aber nur für Männer, sehen werden.

Die Insel mit dem Haus von Eddy Grant
… gemäss Aussage des Captains soll er anwesend sein
Mazaruini-Gefängnis

Nächster Stopp war Bartica, eine Bergbaustadt, wo heute noch rund 15‘000 Personen leben, Tendenz wieder steigend. Aufgrund dieser geografischen Lage gilt sie seit dem 19. Jahrhundert als das berühmte „Gateway to the Interior“ (das Tor zum Landesinneren) für Entdecker, Gold- und Diamantensucher. Der Name „Bartica“ stammt aus einer indigenen Sprache und bedeutet übersetzt „rote Erde“.

Die Bergbau-Insel Bartica

Hübsche Bar

Negative Berühmtheit hat Bartica durch ein Massaker erhalten. Das Bartica-Massaker war ein verheerender bewaffneter Überfall am 17. Februar 2008, bei dem eine schwer bewaffnete Bande die Stadt Bartica terrorisierte und 12 Menschen grausam ermordete. Es gilt als eines der dunkelsten und blutigsten Kapitel in der jüngeren Geschichte von Guyana. Die Bandenmitglieder waren bestausgebildete ehemalige Special Forces (Spezialeinheiten) der Guyanischen Armee. Um diese Bande niederzuschlagen, die auch die Bewohner von Georgetown immer in Angst und Schrecken versetzt hat, setzte das Militär von Guyana ebenfalls Spezialeinheiten ein. Es dauerte über ein Jahr, bis die Verantwortlichen nach dem Überfall im Februar 2008 zur Rechenschaft gezogen werden konnten (es wurden alle getötet).

Monument zum Gedenken an die Opfer des Bartica-Massaker am 17. Februar 2008

Der Mittagshalt war im Aruwai White H20 Resort, das auch auf einer eigenen Insel die Gäste empfängt. Für uns war es – na ja – OK, aber wir hätten es nicht gebracht. Nebst Mittagessen wurde die Möglichkeit zur Pool-Benutzung geboten.

Das Aruwai White H20 Resort

…. für ein Luxus-Resort etwas unordentlich

Anschliessend war noch die letzte Insel mit den Baracara Falls auf dem Programm. Da kurz zuvor ein starkes Tropengewitter runterprasselte, verzichteten wir auf die Fälle, da wir sowieso nicht baden wollten. Es war durch den Regen alles aufgeweicht und die Fälle sehr unspektakulär. Kurz nach 16.00 Uhr sind wir wieder per Boot und Bus zum Ausgangspunkt. Eine schöne und spannende Tagestour.

16.09 – 17.09.2026: 5-Inseln- und Stadt-Hopping-Tour