Karte mit unserer aktuellen Route
Suriname ist mit einer Fläche von 164‘000 km2 um ein Vierfaches grösser als die Schweiz. Hat aber lediglich 4 Einwohner je km2, im Vergleich zur Schweiz mit 220 Einwohner je km2! 93 % der Fläche ist immer noch unberührter, dichter amazonischer Regenwald. Insgesamt hat Suriname 645’000 Einwohner.
Da Surinam erst englische, dann niederländische Kolonie war und erst Ende 1975 unabhängig wurde, ist die offizielle Amtssprache Niederländisch. Die allgemeine Verkehrs- und Umgangssprache ist Kreolsprache Sranan Tongo, auch Taki-Taki genannt.
Das im Titel erwähnte kulturelle Mosaik, das wir bis anhin noch nie so ausgeprägt erlebt haben setzt sich aus den folgenden Ethnien zusammen: 37,4 % afrikanischer Herkunft (hierzu komme ich noch), 27,4 % indischer Herkunft (sogenannten Hindustanen), 13,7 % Javaner (Menschen aus Java), 13,4 % zählen sich zur gemischten Gruppe, gut 8 % Chinesen, Araber, Europäer und Indigenen. Die Menschen afrikanischer Abstammung teilen sich auf in Kreolen und Maroons. Die Kreolen sind die Nachkommen verschleppter Sklaven aus Afrika, die sich nach der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1863 und dem Ablauf der darauf folgenden zehnjährigen Arbeitspflicht auf den Plantagen vor allem in der Hauptstadt Paramaribo niedergelassen haben. Die Maroons sind die Nachkommen von Sklaven, die vor 1863 aus ihrer Sklavenschaft geflüchtet waren. Der surinamische Regenwald bot ihnen ein Versteck, und es entstanden Stammesverbände. Viele von ihnen sind heute auch in Paramaribo. Die Hindustanen und die Javaner wurden nach 1863, als die Sklaverei in Surinam abgeschafft wurden, als Arbeitskräfte nach Surinam geholt.
Nachdem wir die Grenze passiert hatten, sind wir direkt Richtung Hauptstadt Paramaribo gefahren, wo mit 250‘000 Einwohner fast die Hälfte aller Einwohner von Surinam wohnen.














In Paramaribo gibt es keine sicheren Plätze zum Übernachten, so sind wir zur Riverside Breeze Marina in Domburg gefahren, die einige Kilometer entfernt von Paramaribo liegt. Hier werden wir ein paar Tage verbringen um Blogs zu schreiben, Paramaribo zu besuchen und die weitere Reise in Suriname und weiter zu planen. Domburg ist ein kleiner Ort, wo sehr viele Holländer wohnen und hier ihren Lebensabend verbringen. Für sie ist die Riverside Breeze Marina ein gern besuchter Treffpunkt. Die Eigentümer Erich und Needa veranstalten immer wieder Musik- und Unterhaltungsabende (Karaoke) veranstalten.





Am Sonntag holte uns ein Fahrer ab, der uns durch Paramaribo gefahren hatte. Besonders auffallend sind die verschiedenen Glaubensgemeinschaften, die friedlich nebeneinander leben und aufeinander Rücksicht nehmen: Hindu-Tempel, Moscheen, katholische Kirchen, Synagogen.


Als erstes haben wir die Kathedrale St. Peter und Paul (Sint-Petrus-en-Pauluskathedraal), eines der grössten Holzgebäude, mind. auf der westlichen Hemisphäre. Sie wurde im 19. Jahrhundert erbaut und besteht komplett aus unbehandeltem Zedern- und Hartholz. Die beiden Türme sind rund 44 m hoch und das Kirchenschiff ist 60 m lang. Sie hat im 2016 von Pabst Franziskus den Ehrentitel Bascilica minor (kleine Basilika) erhalten. Der Hauptunterschied zwischen einer Basilica major und einer Basilica minor liegt im Rang und der Anzahl der Gebäude: Eine Basilica maior (große Basilika) bezeichnet die absolut ranghöchsten, direkt dem Papst unterstellten Kirchen in Rom (und zwei in Assisi). Eine Basilica minor (kleine Basilika) ist hingegen ein Ehrentitel, den der Papst weltweit an bedeutende Wallfahrts-, Kathedral- oder Pfarrkirchen verleiht. Der Titel drückt eine besondere Verbindung zum Papst aus und ehrt die historische oder seelsorgerische Bedeutung der Kirche. Eine Basilica minor darf das Papstwappen (die gekreuzten Schlüssel) am Gebäude oder auf Fahnen zeigen.






Danach besuchten wir verschiedene Märkte, welche das kulturelle Mosaik spür-und riechbar machten: wir waren im Chinesen Markt (Kong Ngie tong Sang), im Java-Markt (Saoenah), Kwattamarkt (Mix von allem) und den und im Pflanzen-Markt (De Tuin).
































In Paramaribo stehen noch viele teilweise sehr gut erhaltene Gebäude im holländischen Baustil.










Nachdem zwischendurch ein heftiges Tropengewitter niederging und die Strasse in kürzester Zeit zum Bach wurde, aber ebenso schnell wieder abgetrocknet ist, haben wir das Fort Zeelandia besucht. Eine ehemalige Festungsanlage direkt am Fluss, die ursprünglich von den Briten erbaut, später von den Niederländern übernommen wurde und heute ein historisches Museum beherbergt. Leider ist alles nur in Holländisch erklärt – eine Übersetzung in Englisch wäre doch ganz hilfreich, waren wir doch nicht die einzigen Besucher, die nicht holländisch sprechen. Im Fort Zeelandia fanden im Dezember 1982 die sogenannten Dezembermorde statt. Das damalige Militär-Regime unter Dési Bouterse liess in der Nacht vom 7. auf den 8. Dezember 15 prominente politische Gegner (Anwälte, Journalisten und Gewerkschafter) verschleppen, foltern und im Fort hinrichten.







Danach haben wir noch einen kurzen Spaziergang zum Präsidenten-Palast gemacht, ehe uns der nächste Regenschutt wieder in den „Schärmen“ trieb.



Morgen geht es in den Naturpark Brownsberg. Er umfasst rund 12‘000 Hektar tropischen Regenwald auf einem etwa 500 Meter hohen Plateau und bietet einen spektakulären Blick auf den riesigen Brokopondo-Stausee.
Vielen Dank für diesen vielseitigen informativen Bericht , was mich besonders erstaunt sind die verschiedenen Glaubensrichtungen und das ohne Probleme , basiert natürlich nur unter gegenseitiger Rücksichtnahme . Konntest Du dich mit den beiden Frauen gut unterhalten auf dem Markt , der ist ja riesig. Suriname muss wundeschön sein , wünsche euch weiterhin viele tolle Erlebnisse und danke , dass ich einen Teil von euch sein darf , herzliche Grüsse und eine feste Umarmung ❤️❤️
Danke Mams ♥️. Ja das ist sehr schön zu sehen, dass die verschiedenen Glaubensrichtungen nebeneinander bestens funktionieren. Respekt ist wichtig und Radikalinskis werden gleich gestoppt.
Viele sprechen Englisch oder die Verständigung Deutsch/Holländisch geht auch, wenn langsam. Aber die Tochter von Erna spricht perfekt englisch.
Suriname ist wirklich ein wunderbares Land. Danke dass du mitreist♥️♥️♥️