Nach 5 Tagen am Dreyfuss-Turm beim Hotel Les Roches verlassen wir Kourou.

Auf dem Weg zurück in die Hauptstadt Cayenne haben wir noch den Zoo von Französisch Guayana besucht. Er ist sehr einfach und könnte mal wieder etwas Renovation vertragen. Doch dank diesem Zoo können viele Tiere, die in Französisch Guayana nur im tiefen, unberührten Urwald zu finden oder vom Aussterben bedroht sind sind, gesehen werden (wenn sie sich dann zeigen). Das Spezielle am Zoo ist aber, dass er im Urwald liegt und die Pfade durch das dichte Pflanzenwerk führen.
























Übernachtet haben wir in der Nähe von Cayenne am Strand auf dem öffentlichen Parkplatz, aber in der Nähe des Restaurants „Le Barrio“ mit einem sehr geschäftstüchtigen, aber netten Eigentümer.

Unser Besuch bei Mercedes war fast ein voller Erfolg. Unsere links „süffende“ Hinterachse konnte abgedichtet werden, hoffen wir, dass die Reparatur hält. Da es die passenden Ersatzteile (Dichtungsring) nicht vorrätig gibt, haben sie abgedichtet, soweit es ging. Der Service wurde ausgeführt und die verschiedenen Luftfilter gewechselt. Wir hätten gerne noch die Stossdämpfer und Stabilisatoren ersetzt, aber diese waren leider zwar laut Lagerbewirtschaftungssystem an Lager, die Realität war dann leider anders. Aber auch hier wurde soweit möglich ausgebessert.
Am Dienstag haben wir uns Cayenne angesehen – allerdings nicht ganz so ausführlich wie angedacht. Bei über 38 Grad und 90 % Luftfeuchtigkeit war die Tour nicht ganz so ausgedehnt. Im Altstadtviertel aus dem 17. Jahrhundert verbinden sich französische, karibische und brasilianische Elemente im Strassenbild.
Auf einer Anhöhe liegt die Ruine des Fort Cépérou, das aus der französischen Kolonialzeit stammt und Blick auf den Fluss Cayenne bietet. Die bunten Häuser im kreolischen Stil prägen das Stadtbild.
Der „Place des Palmistes“ (Palmenplatz) ist der zentrale Platz, innerhalb der Altstadtviertels.






















Seit zwei Tagen wussten wir sicher, dass die Fähre zwischen Französisch Guayana und Suriname wieder verkehrt, aber nicht am Wochenende. Es ist nicht Le Bac Malani, die schon seit fast vier Jahren fertig gebaut ist, aber aufgrund fehlender Infrastruktur nicht am Hafen von Albina in Suriname anlegen kann, sondern immer noch die kleine La Gabrielle, die aufgrund Sicherheitsbedenken und technischen Problemen immer wieder ausser Betrieb gesetzt wird. Doch – wir wussten nicht, ob wir mit 7 Tonnen auf die Fähre dürften.

Am Donnerstag sind wir nach Saint-Laurent-du-Maroni gefahren, dem Grenzhafen für die Fähre nach Suriname.













Nachdem wir uns beim Polizisten, der am Hafen war, versichert hatten, dass die Fähre in Betrieb sei, er aber nicht wüsste, ob wir nicht zu schwer seien, haben wir uns das „Camp de la Transportation“ angesehen. Ab 1858 war dies das zentrale Ankunfts- und Durchgangslager der berüchtigten französischen Strafkolonie. Hier kamen per Boot Zehntausende von Sträflingen aus Frankreich an und wurden auf verschiedene Arbeitslager oder die Îles du Salut verteilt wurden.





Am Yachthafen von Saint-Laurent-du-Maroni haben wir uns mit kaltem Cola erfrischt und liessen uns vom Bar-Betreiber einige Tipps geben betr. Übernachtung, die aber immer mit dem Satz endeten“ er würde es aber selber nicht, da zu viele Drogenabhängige und Dealer da vorbei kämen“.




Nachdem wir uns schon vorher einen Eindruck beim Durchfahren von diesem Hafenort gemacht haben und er uns als viel zu unsicher erschien, dies uns das auch von der Gendarmerie bestätigt wurde, zwei Hotels uns abgewiesen haben (auch nachdem wir gesagt haben, wir würden gerne für den Parkplatz bezahlen und bei ihnen essen), sind wir ein paar Orte weiter gefahren, in ein Indigenen-Dorf. Dort haben wir uns beim Sportplatz hingestellt und die Besitzerin des Hauses nebenan gefragt, ob das in Ordnung sei. Für sie schon, ABER – wir müssten unbedingt die Erlaubnis bei „La Chef“ des Ortes einholen. Adresse konnte sie uns keine geben, nur die Richtung und der Hinweis, dass es nicht weit sei (am Ende waren es dann aber auch 2 km). Nachdem wir uns bei fünf Häusern, durchgefragt haben, fanden wir endlich das Haus mit der Drapeau Tricolore (französische Flagge) gefunden. Aber – weit und breit keine La Chef. Also nochmals fragen; zum Glück kam uns ein Herr entgegen, der wusste, dass die besagte Dame bei den Nachbarn ist. Er hat sich kurzerhand gerufen und gesagt, dass sie zurückkommen müsse, da wir ein Anliegen für „La Chef“ hätten. Nachdem wir uns dann bei ihr für die Störung entschuldigt und unser Anliegen vorgetragen haben, meinte sie, dass es gut sei, dass wir gefragt haben und nur deshalb dürften wir auch übernachten. Sie würde die Polizei auch anweisen, dass wir da sind. Auf dem Rückweg wurden wir von allen Häusern, in denen wir uns nach dem Weg erkundigt haben, gefragt, ob wir La Chef gefunden hätten. Hier herrscht wirklich noch Ordnung – gut so.
Nach einem gemütlichen Apéro am Grenzfluss Maroni und einer ruhigen Nacht sind wir am nächsten Morgen sehr früh zur Fährstation gefahren und hofften, dass wir mit unserem Fahrzeug auf die Fähre dürfen.


Wir waren 1.5 Stunden vor der offiziellen Abfahrt um 07.30 Uhr da. Um 07.50 Uhr marschierten dann auch die Mitarbeitenden auf, öffneten den Ticket-Schalter (ja keine Hektik verbreiten), der Captain warf den Motor des Bootes an und dann ging es ganz rasch – und kein Problem wegen unserer Grösse oder Gewicht.

Das Fahren auf und von der Fähre war ziemlich abenteuerlich. Nicht, weil die Rampe instabil ist, sondern weil der Winkel steil ist und beim Runterfahren in Surinam sogar sehr steil. Dies hängt aber von Flut und Ebbe ab, weshalb sich aktuell die Betriebszeiten sehr stark unterscheiden. Aber wir sind happy, dass es geklappt hat. Die Alternative wären gut 800 km zurückfahren und einige Tage Fährfahrt mit zwei unterschiedlichen Fähren auf dem Amazonas gewesen – also nicht klagen.









In Suriname verlief alles recht gemütlich – es kommen ja aktuell nur zwei Fähren an, resp. zwei verlassen Suriname. Erst unsere Pässe stempeln, dann ins Büro vom Zollbeamten, der uns das TIP ausstellte. Aber – erst aushändigte, nachdem wir die Versicherung gekauft hatten. Im Duty Free nebenan werden auch Versicherungen verkauft, wenn die Dame dann Lust hat (hatte sie aber nicht). Diese wäre zwar etwa drei Mal so teuer wie die bei der Bank im Ort, aber halt etwas einfacher. Jä nu – dann sind wir durch Albina marschiert, haben uns in der Bank ein Ticket gezogen und gewartet, gewartet, GEWARTET (Norbert wurde schon mehr als ungeduldig). Dann kamen wir endlich dran, die Dame hat alles ausgefüllt und dann mitgeteilt, dass die Versicherung nur bar bezahlt werden könnte und Geldwechsel sei in ihrer Bank sowieso nicht möglich, aber beim Supermarkt. Aber Pass und Fahrzeugschein müssten wir bei ihr lassen. Also – Norbert blieb als „Wachmann unserer Dokumente“ in der Bank und ich bin zum Supermarkt, der in einer Garage war und einer chinesischen Familie gehört (wie eigentlich alle Supermärkte hier) marschiert. Der Geldwechsel verlief super einfach. Nachdem dies erledigt waren, durften wir wieder ein Ticket ziehen und warten, bis wir die Versicherung bezahlen konnten. Endlich – alles eingetütet – und wir konnten zurück zum Hafen laufen und dort endlich unser TIP in Empfang nehmen (nachdem wir natürlich wieder etwa 15 Minuten gewartet haben). Kontrolle des Fahrzeuges machte niemand und dann waren wir in Suriname. Unser 52. Land, das wir mit unserem WoMo bereisen und Nummer 8 auf unserer Südamerika-Tour.
Oh nein. Was für ein Prozedere mit diesem Grenzübertritt. Da habt ihr aber bei der Rampe so richtig geschwitzt. Aber es hat ja geklappt und auch Askja ist fast wieder fit.
Ich freue mich auf den nächsten Blog über ein mir völlig unbekanntes Land.
Liebe Grüsse
Dani
Ja – das war eine grössere Aktion, va die Unlust, der Crew so hinzufahren, dass alle ohne Schaden rauf- und runterfahren können.
Wir sind auch gespannt – kommen eben zurück von einer Besichtigung der Hauptstadt.
Bis bald wieder im Blog
Claudia und Norbert