Karte mit unserer aktuellen Route
Unsere Fähre von Santarém nach Macapá legte am Dienstag, 18.08. ab – wir wurden für 09.00 Uhr an den Hafen von Santarém bestellt, planmässiges Ablegen der Fähre war für 18.00 Uhr geplant. Wir entschieden uns, den Tag in der „Karibik vom Amazonas“, in Alter do Chão, zu verbringen. Am Platz der Touristeninformation (die im Moment umgebaut wird – so wurde uns gesagt), fanden wir einen guten Stellplatz inmitten von weiteren Reisenden aus Brasilien.



Nach einer kurzen Besichtigung des kleinen Ortes am Amazonas inkl. der Kirche mit Klimaanlage aber ohne Orgel, sind wir an den Strand und haben uns mit den Füssen im Amazonas badend ein kühles Bier gegönnt. Das Abendessen in einem Restaurant, nahe unserem Stellplatz war köstlich.




















Am nächsten Tag ging es ins Gewusel des Hafens von Santarem. Wir wurden informiert, dass um 09.00 Uhr eintreffen müssten und sich ein Herr bei uns melden würde, um uns mitzuteilen, wann wir auf die Fähre fahren könnten; dies würde aber sicher nicht vor 18.00 Uhr (!) sein – weshalb mussten wir schon um 09.00 Uhr da sein. Der besagte Herr kam um 09.00 Uhr, aber nur um zu sagen, wir sollen unser Auto irgendwo am Rande in der Bruthitze (38 Grad) parken und warten. Zum Glück kam kurze Zeit später ein anderer „Verantwortlicher“ (keiner stellte sich vor – wir gingen einfach davon aus, dass der eine wichtiger als der andere sei, denn überall Stand das selbe auf dem T-Shirt und sagte, wir sollen ihm folgen. Er hätte einen Parkplatz für uns im überdachten Verladebereich. Na – schon mal besser. Temperaturmässig ein Fortschritt, aber wir sind fast tausend Tode gestorben, weil die Lastwagen neben, hinter und vor uns eng auf eng durchgefahren sind. Aber es war trotzdem spannend, dem Treiben zuzusehen. Neben unserer Fähre standen oft vier weitere am Anleger und warteten be- oder entladen zu werden.





Um 18.00 Uhr hiess es dann, wir wären bald dran – aber die Rechnung wurde ohne den 28 m langen Lastwagen mit Doppelanhänger gemacht. Er passte eigentlich nicht rein, aber mit einem Gabelstapler und viel Gewürge wurde er dann passend gemacht. Nachdem die beiden Hänger platziert wurden, ist das Zugfahrzeug losgefahren und – nicht zu glauben, kam mit einem weiteren 18 m Hänger zurück. Nach einigem Umstapeln passten auch Hänger und Zugfahrzeug rein. Aber jetzt kommen bestimmt wir – so dachten wir; falsch gedacht. Erst wurden noch 5 PWs draufgepackt und ein grosses Motorboot mit Zugfahrzeug – und dann wurden wir noch dazwischen gefriemelt. Aber mind. wurde sichergestellt, dass wir die Türe noch öffnen und aussteigen können, auch für unsere Stühle gab es noch Platz. Wir waren etwas angesäuert, aber mussten auch akzeptieren, dass wir einfach ein zusätzliches Stückgut sind, das auf dem Amazonas befördert werden muss. Um 22.00 Uhr legten wir ab. Die Nacht war etwas seegängig (um nicht zu sagen kurz vor kotzig), aufgrund der verschiedenen Dörfern, die angefahren wurden, auch nicht wirklich ruhig. Aber dafür interessant. Schlafkabinen gibt es nicht auf der Fähre aber jede Menge Haken, wo die eigene Hängematte (Hammock) aufgehängt werden kann.










Am nächsten Morgen erreichten wir Almeirim, ein grösserer Ort. Hier fand ein grösserer Passagierwechsel statt, danach setzte die Fähre auf die andere Seite über, wo Güter entladen wurden. Wir wurden angewiesen, von Bord zu fahren. Hier wurde der Hauptteil der ganzen Laden von Bord gebracht. Getränke, Früchte, Baumaterial, Fahrzeugteile, Motoren, etc. Hier wurde uns so richtig bewusst, dass Orte am Amazonas nur über diesen Wasserweg erreichbar sind und versorgt werden können. Nach gut zwei Stunden durften wir wieder zurück auf die Fähre und plötzlich hatten wir wunderbar Platz und standen in Pole-Position. Um 03.00 Uhr in der Nacht kamen wir in Macapá an, drei Stunden früher als geplant. Da kam im Hause Hoffmann doch rasch etwas Hektik auf. Aber wir waren schnell von Bord, haben die Hafengebühren bezahlt und durften dann noch im Hafen weiterschlafen, bis es hell wurde.
























Ein tolles Erlebnis auf dem Amazonas zu schippern. Der Amazonas ist gemessen an der Wassermenge der grösste Fluss der Welt, in Bezug auf die Länge von fast 7‘000 km ist er hinter dem Nil der zweitlängste Fluss. An der breitesten Stelle ist der Amazonas bis zu 50 km breit. Für uns sind die Dimensionen nicht fassbar.
Macapá liegt direkt am Äquator und der Mündung des Amazonas. Natürlich ist auch da ein Äquator-Monument zu finden – das dritte Mal, dass wir den Äquator überquert haben (vorher in Kenya und in Uganda). Hier standen wir am „Parque do Meio do Mundo“ (Park der Mitte der Welt), direkt bei ein paar Streetfood-Ständen, deren Angebot wir am Abend – nachdem der grosse Regenschutt vorbei war – genossen haben.










Wir haben uns den Ort Macapà angesehen und waren positiv überrascht, wir dachten, es wäre ein unscheinbarer, nicht besonders schöner Hafenort.Als erstes haben wir uns das „Fortaleza de São José de Macapá ist eine historische portugiesische Sternfestung“ mit markanten Ecken und Wachtürmen besichtigt. Der Bau erfolgte von 1764 bis 1782 unter der Leitung eines italienischen Ingenieurs mit Arbeitskräften von Sklaven aus Afrika und Indigenen. Es war als strategische Militärbasis genutzt, um die Mündung des Amazonas zu sichern. Nach 1823 diente die Anlage immer wieder als Gefängnis, ganz besonders während der brasilianischen Militärdiktatur im 20. Jahrhundert. Seit 2005 gilt das Fort als „historisches Erbe“ des Bundesstaates Amapà und wird nun sehr aufwändig restauriert. Aufgrund der Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit (40 Grad/85 %) sind wir dann aber wieder zu unserem Wohnmobil zurückgekehrt, das uns auch mit 43 Grad empfangen hat.









Macapà ist übrigens die Hochburg der Frucht Açaí, welche auf der Kohlpalme (Açaí palm) wächst. Açaí ist eine kleine, dunkelviolette Steinfrucht. Die Frische Beeren verderben extrem schnell, daher wird sie als tiefgekühltes Püree, Eis, Pulver, Saft oder in Drinks verarbeitet. Die Beere schmeckt sehr intensiv, etwas nussig und leicht herb-schokoladig. Uns hat der Geschmack und die Konsistenz, wir hatten Glacé, nicht so gemundet.



Die folgenden zwei Tage verbrachten wir mit der Fahrt von Macapà nach Französisch-Guayana, 775 km auf der BR-156. Gut 500 km sind gut zu fahren, 140 km sind auf ziemlich mühsamer Erdpiste, die wir nie und nimmer bei Regen fahren möchten. Die restlichen Kilometer sind zwar Teer, aber wieder mit Schlaglöchern, die es in sich haben und die Stossdämpfer schreien lassen. Gegen 15.00 Uhr sind wir in der Grenzstadt Oyapock auf der Seite Französisch-Guayana angekommen. Der Grenzübergang verlief recht schmerzlos.


















Und nun werden wir die nächsten Tage Französisch-Guayana erkunden und auch noch einen Start der Ariane62 als Trägerrakete für den MTG_I2 Wetter-Satelliten, der VA270-Mission, mitzuerleben.
Wow das ist ja wieder ein Wahnsinns Block , diese Hektik auf der Fähre , das war bestimmt manchmal fast lebensbedrohlich , zum glück ging dann doch noch alles gut aber die Erlebnisse die ihr wieder hattet waren einmalig . ich wünsche euch weiterhin alles Glück dieser Welt und ganz liebe Grüsse mit einer festen Umarmung .
Hallo Mams,
Danke. Auf der Fähre war alles OK, Hektik und Angstschweiss war beim Beladen der anderen Fähren .
Kuss und liebe Grüsse
Claudia und Norbert