Karte mit unserer aktuellen Route

Unsere Fähre von Santarém nach Macapá legte am Dienstag, 18.08. ab – wir wurden für 09.00 Uhr an den Hafen von Santarém bestellt, planmässiges Ablegen der Fähre war für 18.00 Uhr geplant. Wir entschieden uns, den Tag in der „Karibik vom Amazonas“, in Alter do Chão, zu verbringen. Am Platz der Touristeninformation (die im Moment umgebaut wird – so wurde uns gesagt), fanden wir einen guten Stellplatz inmitten von weiteren Reisenden aus Brasilien.

Platz an der Touristeninformation in Alter do Chão
Teil der Touristeninformation in Alter do Chão
… und Norbert ist auch auf dem Boot erwähnt

Nach einer kurzen Besichtigung des kleinen Ortes am Amazonas inkl. der Kirche mit Klimaanlage aber ohne Orgel, sind wir an den Strand und haben uns mit den Füssen im Amazonas badend ein kühles Bier gegönnt. Das Abendessen in einem Restaurant, nahe unserem Stellplatz war köstlich.

Abkühlung im Amazonas
Am Strand in der „Karibik vom Amazonas“, in Alter do Chão

Sternfrucht
Zwei Delphine, der Tümmler in grau und der Süsswasserdelphin des Amazonas in Rosa
Kleine Insel vor Alter do Chão
Auch der kleine Hund erhält eine Abkühlung

Ein grosser Leguan

Fast jeder Ort hat eine beeindruckende Ortsbeschriftung
Die Kirche mit
… Klimaanlage aber keine Orgel
Mit den Füssen im Amazonas und einem kühlen Bier war es sehr erfrischend
Auch so kann das Glacé verkauft werden
Das fanden wir besonders witzig: diese Verkäufer kommen mit kleinen Kohleöfchen an den Tisch und bieten frisch gegrillte Spiesse an
Schöner Sonnenuntergang
Endlich mal wieder ein Caipirinha
Einmalig schöne Wandbilder

Am nächsten Tag ging es ins Gewusel des Hafens von Santarem. Wir wurden informiert, dass um 09.00 Uhr eintreffen müssten und sich ein Herr bei uns melden würde, um uns mitzuteilen, wann wir auf die Fähre fahren könnten; dies würde aber sicher nicht vor 18.00 Uhr (!) sein – weshalb mussten wir schon um 09.00 Uhr da sein. Der besagte Herr kam um 09.00 Uhr, aber nur um zu sagen, wir sollen unser Auto irgendwo am Rande in der Bruthitze (38 Grad) parken und warten. Zum Glück kam kurze Zeit später ein anderer „Verantwortlicher“ (keiner stellte sich vor – wir gingen einfach davon aus, dass der eine wichtiger als der andere sei, denn überall Stand das selbe auf dem T-Shirt und sagte, wir sollen ihm folgen. Er hätte einen Parkplatz für uns im überdachten Verladebereich. Na – schon mal besser. Temperaturmässig ein Fortschritt, aber wir sind fast tausend Tode gestorben, weil die Lastwagen neben, hinter und vor uns eng auf eng durchgefahren sind. Aber es war trotzdem spannend, dem Treiben zuzusehen. Neben unserer Fähre standen oft vier weitere am Anleger und warteten be- oder entladen zu werden.

Am Hafen von Santarem
… auch diese Pferde werden per Fähre in einen Ort am Amazonas verladen
Unser Platz am Schatten – ehe wir Blut und Wasser schwitzten
Ein emsiges Treiben auf allen Fähren

Um 18.00 Uhr hiess es dann, wir wären bald dran – aber die Rechnung wurde ohne den 28 m langen Lastwagen mit Doppelanhänger gemacht. Er passte eigentlich nicht rein, aber mit einem Gabelstapler und viel Gewürge wurde er dann passend gemacht. Nachdem die beiden Hänger platziert wurden, ist das Zugfahrzeug losgefahren und – nicht zu glauben, kam mit einem weiteren 18 m Hänger zurück. Nach einigem Umstapeln passten auch Hänger und Zugfahrzeug rein. Aber jetzt kommen bestimmt wir – so dachten wir; falsch gedacht. Erst wurden noch 5 PWs draufgepackt und ein grosses Motorboot mit Zugfahrzeug – und dann wurden wir noch dazwischen gefriemelt. Aber mind. wurde sichergestellt, dass wir die Türe noch öffnen und aussteigen können, auch für unsere Stühle gab es noch Platz. Wir waren etwas angesäuert, aber mussten auch akzeptieren, dass wir einfach ein zusätzliches Stückgut sind, das auf dem Amazonas befördert werden muss. Um 22.00 Uhr legten wir ab. Die Nacht war etwas seegängig (um nicht zu sagen kurz vor kotzig), aufgrund der verschiedenen Dörfern, die angefahren wurden, auch nicht wirklich ruhig. Aber dafür interessant. Schlafkabinen gibt es nicht auf der Fähre aber jede Menge Haken, wo die eigene Hängematte (Hammock) aufgehängt werden kann.

Irgendwie muss der LKW auf die Fähre
Selbst der Notausstieg wird geöffnet, damit noch etwas mehr Platz entsteht
Die Türe können wir knapp öffnen

Mind. kann Askja nicht runterfallen

Die Leute übernachten in ihren mitgebrachten Hängematten

Der 2. Caiptain
Der 1. Captain

Am nächsten Morgen erreichten wir Almeirim, ein grösserer Ort. Hier fand ein grösserer Passagierwechsel statt, danach setzte die Fähre auf die andere Seite über, wo Güter entladen wurden. Wir wurden angewiesen, von Bord zu fahren. Hier wurde der Hauptteil der ganzen Laden von Bord gebracht. Getränke, Früchte, Baumaterial, Fahrzeugteile, Motoren, etc. Hier wurde uns so richtig bewusst, dass Orte am Amazonas nur über diesen Wasserweg erreichbar sind und versorgt werden können. Nach gut zwei Stunden durften wir wieder zurück auf die Fähre und plötzlich hatten wir wunderbar Platz und standen in Pole-Position. Um 03.00 Uhr in der Nacht kamen wir in Macapá an, drei Stunden früher als geplant. Da kam im Hause Hoffmann doch rasch etwas Hektik auf. Aber wir waren schnell von Bord, haben die Hafengebühren bezahlt und durften dann noch im Hafen weiterschlafen, bis es hell wurde.

Leben auf dem Amazonas
Almeirim – der erste grössere Ort
Passagiere kommen und gehen, geschäftstüchtige Händler bringen ihre Ware an die Passagiere

Verkauf von Frischkäse
Hier wird ein Ventilator von Bord gebracht
Schauen und Warten
jemand bekommt einen neuen Kühlschrank

Diese holen per Boot etwas von der fahrenden Fähre ab

Almeirim – Abladen der grossen Güter, hier mussten wir kurzzeitig von Bord

all das wird abgeladen für einen Kunden
Der Stapelfahrer war gefordert

Am anderen Dock wird fangfrischer Fisch ausgeladen und auf Eis gelegt für den Weitertransport. Es sind Doraden, so wurde uns erklärt

Und nach dem grossen Abladen haben wir Pole-Position und viel Platz

Sonnenuntergang – auch wenn es etwas wolking ist
Hafen in Macapà
Unsere Fähre, ehe sie wieder nach Santarem zurückfährt

Ein tolles Erlebnis auf dem Amazonas zu schippern. Der Amazonas ist gemessen an der Wassermenge der grösste Fluss der Welt, in Bezug auf die Länge von fast 7‘000 km ist er hinter dem Nil der zweitlängste Fluss. An der breitesten Stelle ist der Amazonas bis zu 50 km breit. Für uns sind die Dimensionen nicht fassbar.

Macapá liegt direkt am Äquator und der Mündung des Amazonas. Natürlich ist auch da ein Äquator-Monument zu finden – das dritte Mal, dass wir den Äquator überquert haben (vorher in Kenya und in Uganda). Hier standen wir am „Parque do Meio do Mundo“ (Park der Mitte der Welt), direkt bei ein paar Streetfood-Ständen, deren Angebot wir am Abend – nachdem der grosse Regenschutt vorbei war – genossen haben.

Am „Parque do Meio do Mundo“
Das Kulturzentrum
Das Wappen von Macapà
Parque do Meio do Mundo – ein Erlebnispark für Kinder mit schönen Figuren aus Beton, welche die Tierwelt des Amazonas zeigt

Eines von zwei Äquator-Monumenten

Die Street-Food-Stände
Das 2. Äquator-Monument
Wir genossen eine Auswahl an Speisen, die typisch für den Norden von Brasilien sind

Wir haben uns den Ort Macapà angesehen und waren positiv überrascht, wir dachten, es wäre ein unscheinbarer, nicht besonders schöner Hafenort.Als erstes haben wir uns das „Fortaleza de São José de Macapá ist eine historische portugiesische Sternfestung“ mit markanten Ecken und Wachtürmen besichtigt. Der Bau erfolgte von 1764 bis 1782 unter der Leitung eines italienischen Ingenieurs mit Arbeitskräften von Sklaven aus Afrika und Indigenen. Es war als strategische Militärbasis genutzt, um die Mündung des Amazonas zu sichern. Nach 1823 diente die Anlage immer wieder als Gefängnis, ganz besonders während der brasilianischen Militärdiktatur im 20. Jahrhundert. Seit 2005 gilt das Fort als „historisches Erbe“ des Bundesstaates Amapà und wird nun sehr aufwändig restauriert. Aufgrund der Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit (40 Grad/85 %) sind wir dann aber wieder zu unserem Wohnmobil zurückgekehrt, das uns auch mit 43 Grad empfangen hat.

Fortaleza de São José de Macapá

Das Restaurant

Die ehemalige Kapelle – sehr geschmackvoll hergerichtet

… und wieder Wandbilder
Auffällig sind die speziellen Parkplätze für Autisten

Macapà ist übrigens die Hochburg der Frucht Açaí, welche auf der Kohlpalme (Açaí palm) wächst. Açaí ist eine kleine, dunkelviolette Steinfrucht. Die Frische Beeren verderben extrem schnell, daher wird sie als tiefgekühltes Püree, Eis, Pulver, Saft oder in Drinks verarbeitet. Die Beere schmeckt sehr intensiv, etwas nussig und leicht herb-schokoladig. Uns hat der Geschmack und die Konsistenz, wir hatten Glacé, nicht so gemundet.

Zu ehren der Açaí-Frucht und der Menschen, welche die Frucht von den Palmen ernten
Die Açaí-Palmen …
… mit der Açaí-Frucht

Die folgenden zwei Tage verbrachten wir mit der Fahrt von Macapà nach Französisch-Guayana, 775 km auf der BR-156. Gut 500 km sind gut zu fahren, 140 km sind auf ziemlich mühsamer Erdpiste, die wir nie und nimmer bei Regen fahren möchten. Die restlichen Kilometer sind zwar Teer, aber wieder mit Schlaglöchern, die es in sich haben und die Stossdämpfer schreien lassen. Gegen 15.00 Uhr sind wir in der Grenzstadt Oyapock auf der Seite Französisch-Guayana angekommen. Der Grenzübergang verlief recht schmerzlos.

Auf dem Weg an die Grenze zu Französisch Guayana
Amazonas-Regenwald
… leider sind auch Brände an der Tagesordnung (wir wissen nicht, ob mutwillig gelegt)
… duzende von Holzbrücken, die aber für 23 Tonnen ausgelegt sind, auch wenn sie nicht so aussehen
Es war furztrocken – deshalb der Staub
Nachtplatz irgendwo unterwegs an einem Restaurant, das von einer Familie betrieben wird
Wir haben da gegessen und konnten kostenlos und sicher stehen

Schöne Teiche
Motorradfahrer waren dem Staub noch mehr ausgesetzt
Amazonas-Puffing-Schlange, sie ist ungiftig, gehört in die Familie der Nattern und kann bis zu 3 m lang werden

In diesem Indigenen Dorf gab es mal eine Telefonzelle.
Der indigene Ort Ywawká
Wir sind in Französisch Guayana
Die Brücke in Oyapock
Der Grenzfluss
Wir sind wieder zurück in der EU

Und nun werden wir die nächsten Tage Französisch-Guayana erkunden und auch noch einen Start der Ariane62 als Trägerrakete für den MTG_I2 Wetter-Satelliten, der VA270-Mission, mitzuerleben.

17.08. – 22.08.2022: Am und auf dem Amazonas von Santarém nach Macapá nach Französisch Guayana

2 Gedanken zu „17.08. – 22.08.2022: Am und auf dem Amazonas von Santarém nach Macapá nach Französisch Guayana

  • August 29, 2026 um 6:01 p.m. Uhr
    Permalink

    Wow das ist ja wieder ein Wahnsinns Block , diese Hektik auf der Fähre , das war bestimmt manchmal fast lebensbedrohlich , zum glück ging dann doch noch alles gut aber die Erlebnisse die ihr wieder hattet waren einmalig . ich wünsche euch weiterhin alles Glück dieser Welt und ganz liebe Grüsse mit einer festen Umarmung .

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    • August 29, 2026 um 6:25 p.m. Uhr
      Permalink

      Hallo Mams,

      Danke. Auf der Fähre war alles OK, Hektik und Angstschweiss war beim Beladen der anderen Fähren .

      Kuss und liebe Grüsse
      Claudia und Norbert

      Antworten

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