Karte mit unserer aktuellen Route
Nachdem an unserem Wohnmobil im Motorbereich schon bald alles getauscht und ersetzt wurde, aber das Abschalten noch immer passierte, folgerte unser Mechaniker, Guillermo, dass es auch aufgrund der verbleibenden Fehlermeldungen an der Kraftstoffzufuhr liegt und dass die Batterie am Morgen zu wenig geladen ist, was auf einen stillen Verbraucher zurückzuführen sei.
Letzte Woche wurden die beiden Dieseltanks gereinigt, der Haupttank wurde ausgebaut und die Diesel-Fördereinheit herausgenommen. Der Tank und das Sieb vor der Förderpumpe standen vor Drecke. Wir hatten Metall-Abrieb und sonstigen Schmutz drin. Da es die komplette Fördereinheit in ganz Südamerika nicht zu kaufen ist, hat Guillermo und sein Team die ganze Pumpe auseinandergebaut. Norbert und Hernan haben anschliessend 15 Ersatzteilläden abgeklappert, bis sie eine mit der Original-Bosch-Pumpe kompatible Pumpe fanden. Danach wurde alles wieder zusammengebaut, neue Schläuche angemacht, etc. Da diese Tankreinigungs-Arbeiten über zwei Tage in Anspruch genommen haben, verbrachten wir erneut zwei Nächte in der Garage von Guillermo, gut bewacht von der Garagen-Katze.











Die ersten Testfahren verliefen absolut bestens, die neue Pumpe schnurrt wieder wie zu guten alten Zeiten, was sie vorher nicht mehr tat – statt eines feinen summenden Geräuschs war es eher ein Keuchen und Stöhnen.
Den 1. August verbrachten wir in Neumanns Place, zusammen mit Claudia und Armin, bei einem köstlichen Asado, es war ein schöner weinseliger Abend.




Am 2.8. startete der Border Run, da unser Visum für Argentinien ablief. Zusammen mit Claudia und Armin und ihrem Pacco ging es Richtung Paraguay. In der Zwischenzeit hatten wir von unserem Freund Alwin in Filadelfia Bescheid erhalten, dass er uns den Kontakt zu einem guten Autoelektriker gemacht hat und dieser auch noch Zeit für unser Problem am Mittwoch findet. Also – nix wie los Richtung Bolivien (was so ganz und gar nicht auf unserer Planung stand, nachdem es in diesem Land in den letzten Wochen viele Unruhen und Strassenblockaden gab) und von da in den Chaco nach Paraguay, wo wir am Dienstagabend überglücklich in Filadelfia, im Hotel Florida, angekommen sind. Der Weg durch den Chaco und die Ankunft in Filadelfia war fast wie ein nach Hause kommen in einen sicheren Ort unter dem Schutz der Mennoniten-Kolonie Neuland.

















Am Mittwoch nahm sich Oliver, der Autoelektriker, unserem Problem an. Im Hangar von Alwin wurde unserem Stromfresser auf den Laib gerückt. Wir hatten ein sehr gutes Gefühl bei Oliver. Sein Vorgehen war sehr systematisch und analytisch – nur einmal hatte Claudia eine kurze Panikattacke, weil sie glaubte, das bekommt Oliver nie mehr richtig zusammengebaut. Da er aber, so Alwin, ganze Flugzeugmotoren und die Elektronik auseinandernimmt und alle Flugzeuge nach einer solchen Operation nicht vom Himmel fallen, muss unser Sprinter ein Klacks sein. Nach einigem Suchen wurde der Übeltäter gefunden! Es ist die Temperatur-Einstelleinheit, also das Teil im Armaturenbrett, um die Lüftung, Heizung und Klimaanlage zu steuern. Es gibt dieses Teil hier nicht zu kaufen, aber da es noch funktioniert und nur nicht in Ruhestellung geht und somit Strom von der Starterbatterie frisst, hatte Oliver kurzerhand die Sicherung überbrückt. Auch wurde noch eine neue Batterie eingebaut – so sind wir nun bereit, morgen unsere Reise fortzusetzen.


Der krönende Abschluss des gestrigen Tages war ein Flug mit Pilot Alwin, Silas und uns beiden über den Chaco. Die Grösse des Chacos, die vielen Höfe und die grossen Produktionsunternehmen für Milch, Fleisch, Getreide, etc. zeugen von der unermesslich grossen Arbeitsleistung der Mennoniten, diesen wilden, verbuschten, fast undruchdringbaren Chaco fruchtbar zu machen und zu bewirtschaften; uns blieb nur Staunen und grosse Bewunderung.









Am Abend haben wir mit Alwin und seiner Familie noch ein köstliches Abendessen im Hotel Filadelfia genossen. Wir sind absolut dankbar, dass wir im letzten Oktober Alwin kennen gelernt hatten.

Und morgen, nach über sechs Wochen in Salta, geht es weiter Richtung Asunción, der Hauptstadt von Paraguay, ehe wir dann über die Grenze nach Brasilien fahren, um unserem Ziel, dem Amazonas, näher zu kommen.
Puh – ich bin über dieses Happy End überglücklich. Ich habe mit euch gelitten.
Nun wünsche ich euch eine defektfreie Weiterfahrt.
Jetzt ist ja alles ersetzt und wie neu und ihr könnt wieder Dirty Roads fahren.
Liebe Grüsse
Dani
Hallo lieber Dani
Danke für das Mitleiden, war ein ziemlicher Rollercoaster, aber Ende gut, hoffentlich alles gut. Wir sind nun schon über 1‘200 km gefahren ohne Mucken und nun in Brasilien, wobei wir am Zoll stehen, um Askja noch offiziell ins Land zu nehmen, da gestern der Zoll schon um 17.00 geschlossen war und heute wegen Vatertag erst um 10.00 öffnet.
Liebe Grüsse
Claudia
Hallo Claudia, hallo Norbert! Toll das es nun für Euch weitergeht…. ich wünsche Euch gutes Gelingen und ein problemloses Fahren, obwohl der Bericht vom Flug war auch interessant…. viel Spass und liebe Grüsse Hildegard
Herzlichen Dank liebe Hildegard, wir sind sehr froh. Danke auch für deine Hilfe.
Liebe Grüsse
Claudia und Norbert