Karte mit unserer aktuellen Route

Mit unserem Mietwagen haben wir uns den Nebelwald, die Salzwüste, die Region um Purmamarca und Humahuaca mit den bunten Berge Serranía de Hornocal (Berg der 14 Farben), besucht. In der Region von Purmamarca bewegen wir uns auch wieder in der Puna.

Der Regenwald in der argentinischen Provinz Salta ist Teil der Yungas (auch Nebelwald genannt), einer sehr artenreichen Bergregenwaldregion an den östlichen Hängen der Anden. Die Yungas sind eine tropische und subtropische Übergangsregion an den Osthängen der Anden.

Auf dem Weg in den Nebelwald – irgendwo im Nirgendwo eine grosse Christus Statue

Baum mit schönen Flechten und auch Parasiten im Nebelwald

Auf dem Weg Richtung Purmamarca sind wir durch die schöne Quebrada de Humahuaca (Humahuaca-Schlucht) gefahren. Durch diese Schlucht, welche vom Rio Grade de Jujuy geformt wurde, führt eine gut 160 km lange Strasse von San Salvador de Jujuy (1‘300 M.ü.M.) nach Humahuaca (3‘012 M.ü.M.). Wir waren ganz hin und weg von der wundervollen Landschaft mit unglaublich schönen Gesteinsformationen, Farben wie aus dem Bilderbuch und den filigranen, teilweise über 200 Jahre alten Kandelaber-Kakteen, den Cardones.

San Salvador de Jujuy – der Ausgangspunkt für die Quebrada de Humahuaca
Das Rathaus von San Salvador de Jujuy
Und hier die Mafalda im WM-Fieber
Durch die Quebrada de Humahuaca

Auf dem Weg nach Purmamarca
Passstrasse Cuesta de Lipán

Ehe wir uns im indigen geprägten Anden-Dorf Purmamarca einquartiert haben, schraubten wir uns noch weiter hoch mit Ziel Salinas Grandes (Grosse Salzwüsten). Die Passstrasse Cuesta de Lipán, die sich in engen Serpentinen über den Abra de Potrerillos bis zur Passhöhe Altos del Morado auf 4170 M.ü.M. schlängelt, ist schon ein Highlight. Die riesige Salzwüste selbst, liegt auf einer Höhe von rund 3‘450 Metern und ist über 200 qm2 gross. Sie besticht durch ihre endlose, schneeweisse Kruste mit faszinierenden sechseckigen Mustern. Die Salinas Grandes ist eine aktiv bewirtschaftete Salzwüste, wo nach wie vor Salz abgebaut wird und immer andere Bereiche für den Tourismus freigegeben werden.

Wir sind in den Salinas Grandes angekommen
Die Argentinien-Fahne und die Fahne der Indigenen Bevölkerung, oder wie sie sich selber nennen: los Origines (Ursprungsbevölkerung)
Die sechseckigen Muster

Die Verdunstungs- und Kristallisationsbecken (sogenannte Piletones) werden im Oktober und November, d.h. vor der Regenzeit, als flache Gruben direkt in die harte Salzkruste ausgehoben. Die Salzarbeiter (Salineros) graben die rechteckigen Becken in die harte Oberfläche der Salzwüste. Sie nutzen dazu Schaufeln, Spitzhacken oder Maschinen. Diese Becken sind etwa 2 bis 3 Meter lang, ca. 1 m breit und rund 30 cm tief. Die einsetzende Regenzeit von Dezember bis Februar füllt diese Becken auf natürliche Weise mit stark salzhaltigem Wasser und unterirdischer Sole. Das Wasser wird der extremen Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Über mehrere Monate hinweg verdunstet das Wasser und das reine Salz kristallisiert am Boden des Beckens aus. Dieses wird dann teils von Hand, teils mit Traktoren gewonnen. Das abgebaute Salz wird als Speisesalz, aber mehrheitlich für industrielle Zwecke, wie etwa der Papierherstellung genutzt.

Verdunstungs- und Kristallisationsbecken (Piletones)

… hier sind kleine Salzkristalle zu sehen

Hier wird das geerntete Salz zum Trocken aufgeschichtet

Es darf nur mit einer geführten Tour auf die Salzfläche gefahren werden. Im Normalfall sind es drei Fahrzeuge in einer Tour, angeführt von einem Guide auf dem Motorrad. Es werden verschiedene Punkte angefahren: u.a. dort, wo die Gruben zur Salzgewinnung ausgehoben sind und ein Ojo de Salar (Wasserauge). Der Guide gibt interessante Informationen zum Salar und macht natürlich auch die bekannten Touristen-Fotos, wenn man das will. Und wenn wir schon da sind, wollen wir das natürlich auch.

Und jetzt folgen wir unserem Guide auf die Salzfläche
…und nein, wir sind nicht die Einzigen

Die Bilder sind optische Täuschungen und entstehen durch eine Kombination aus der weiten, leuchtend weissen Salzfläche, der flachen Landschaft ohne Orientierungspunkte und einer fehlenden Tiefenwahrnehmung. Die Fotografen, oder in unserem Fall unser Guide, nutzen diese Effekte gezielt aus, indem sie die Kamera sehr tief an den Boden halten und Requisiten nah an das Objektiv stellen, während wir im Hintergrund die passenden Posen dazu einnehmen. Da die Aufnahmen alle mit dem Handy gemacht wurden, ist die Qualität nicht so super, aber für den Fun-Fact reicht es auf jeden Fall.

Et voilà – Claudia und Norbert haben Spass

Ojo de Salinas – Auge der Salzwüste

Und so wird das Foto gemacht: die optischen Täuschungen entstehen durch eine Kombination aus der weiten, leuchtend weissen Salzfläche, der flachen Landschaft ohne Orientierungspunkte und einer fehlenden Tiefenwahrnehmung.

Der Name Purmamarca stammt aus der Aymara-Sprache und bedeutet so viel wie „Dorf der unberührten Erde“ oder „Wüstenstadt“. Die traditionellen Lehmziegel-Architektur (Adobe) und seine spektakulären geologischen Formationen am Fusse des Cerro de los Siete Colores (Berg der sieben Farben) prägen dieses andine Dorf.

Purmamarca
Erster Blick in der Abenddämmerung auf den Cerro de los Siete Colores (Berg der sieben Farben)

Der Concor bewacht den Eingang zum Restaurant
Wunderschöne Kulisse

Auf dem Hauptlatz, dem Plaza 9 de Julio findet täglich ein grosser Kunsthandwerksmarkt statt. Nebst traditionellen andinen Webwaren, farbenfrohe Textilien, Keramik und Souvenirs wird auch ganz viel „Ramsch“ für die Touristen verkauft. Die Textilien hätten mich zwar sehr gereizt, aber es waren immer und überall dieselben Muster. Es stellte sich dann nach Rückfrage heraus, dass die Textilien mit der Maschine irgendwo zentral gewoben und dann von Hand (mit einer Nähmaschine) zusammengenäht wurden. Deshalb heisst es dann auch oft „von Hand“ hergestellt.

Auf dem Weg zum Rundwanderweg Paseo de los Colorados

Die Argentinier sind Patrioten und zeigen dies auch gerne. Wäre doch schön, wenn wir unser Stolz auch so über die Schweiz zeigen könnten. Die Argentinier waren ganz erstaunt, dass wir nicht auch die Schweizer Fahne für Fotos dabei haben.

Ein Kandelaber-Katus hoch auf dem Hügel

Auch in Purmamarca ein beeindruckender Friedhof

Der Paseo de los Colorados ist ein rund 3 Kilometer langer Rundweg, der uns durch die bunte Berglandschaft führte. Die Schichten der Berglandschaft leuchten je nach Sonnenstand in Rot-, Gelb-, Grün- und Violetttönen. Sie sind entstanden durch Jahrmillionen alte Meeres- und Fluss-Sedimente.

Kunsthandwerksmarkt auf dem Plaza 9 de Julio

… und wieder eine Nähmaschine für Mams

Auf dem Weg von Purmamarca sind wir nach Tilcara gefahren, wo wir uns Pucará de Tilcara angesehen haben. Das Pucará de Tilcara ist eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Argentiniens. Es handelt sich um ein Wehrdorf (Pucará bedeutet „Festung“ auf Quechua), das strategisch auf einem 80 m hohen Hügel in der Schlucht Quebrada de Humahuaca thront. Pucará de Tilcara diente dem Volk von Tilcara im 13. Jahrhundert als Wohnort, Verteidigungsanlage und religiöses Zentrum. Später wurde dieser Ort von den Inkas erweitert und ihr Imperium eingegliedert. Es ist eine schöne und interessante Anlage bis auf die Pyramide am höchsten Punkt, die diesen Ort total verschandelt: die Pyramide ist ein Denkmal für die Archäologen Ambrosetti und Debenedetti. Für dieses absolut grössenwahnsinnige Schandobjekt wurden sogar Steine der alten Kultur der Tilcaras verwendet. Bei der Abfahrt haben wir noch einen Halt am Friedhof eingelegt. Die Friedhöfe sind hier in den Anden sehr häufig an die steilen Hänge gebaut und wirken ganz besonders malerisch.

Auch Tilcara hat schöne bunte Felsen, die einer Cassata-Glace ähneln
Pucará de Tilcara – die protzige Pyramide schon von weitem Sichtbar

Pucará de Tilcara

Der Tren Solar de la Quebrada ist der erste ökologische und solarbetriebene Zug Lateinamerikas. Er fährt auf einer 42 Kilometer langen Strecke durch die Quebrada de Humahuaca und verbindet die Dörfer Volcán, Tumbaya, Purmamarca und Maimará bis nach Tilcara
Blick auf Häuser im Adobe-Stil

Diese Stellen machen Pucará de Tilcara so sehenswert

Eine alte Kandelaber-Kaktee, wo nur noch das Gerippe steht. Das Holz ist sehr hart und wird für verschiedene Arten von Möbel aber auch Alltagsgegenstände genutzt
Es ist keine Blüte sondern ein Blick in den „Arm“ einer dürren Kandelaber-Kaktee.

Malerisch gelegene Friedhöfe

 

Die schöne weisse Kirche „Iglesia de San Francisco de Paula y de la Santa Cruz“ in Uquía. Leider keine Innenaufnahmen, da nicht fotografiert werden durfte

Die nächsten beiden Tage verbrachten wir in Humahuaca in der Provinz Jujuy, wo wir in einem kleinen Gästehaus logiert haben. Es war sauber, aber sehr spartanisch und kalt. Dafür fussläufig ins Stadtzentrum. Humahuaca liegt auf knapp 3‘000 M.ü.M. und ist das namensgebende Zentrum der Quebrada de Humahuaca. Wir haben die entspannte Atmosphäre in der überschaubaren Kleinstadt genossen.

Unser Gästehaus in Humahuaca
Auf dem Weg in den Stadtmittelpunkt

General Güemes ist auch hier allgegenwärtig
Die Schule aus der Zeit, als der Ort noch zu Bolivien gehörte
Wunderschöne Wandmalereien

Die Kathedrale von Humahuaca
La abuela – schönes Wandbild einer Grossmutter, das hier der Name für das Restaurant „La Abuela“ ist

Wieder ein Mural (Wandbild)
Die Leute sind sehr gläubig
Die freiwillige Feuerwehr

Der Heilige San Francisco Solano kommt immer um 12.00 Uhr aus einer kleinen Tür im Turm des Rathauses (Cabildo de Humahuaca) um die Menschenmenge auf dem Platz zu segnen.

Das Rathaus mit dem Turm
Der heilige San Francisco Solano kommt immer um 12.00 Uhr aus der Tür und segnet die Leute auf dem Platz

Das „Monumento a los Héroes de la Independencia in Humahuaca“ ist ein grosses Denkmal von 1950. Es zeigt eine neun Meter hohe Statue eines Indigenen und ehrt die Nordarmee sowie Kämpfer des Unabhängigkeitskrieges. Von der Aussichtsplattform her hat man eine schöne Sicht auf die Stadt Humahuaca.

„Monumento a los Héroes de la Independencia in Humahuaca“

Der Stadtkern ist ein Netz aus kopfsteingepflasterten Gassen, Kunsthandwerksmärkten und Restaurants, in denen regionale Spezialitäten wie Locro oder Lama-Fleisch und auch unser Favorit „Empanadas“ serviert werden.

Anden-Kartoffeln – es wird davon ausgegangen, dass es in den Anden über 3’800 verschiedene Sorten gibt
Andine Kartoffeln, Mais, Kefen und Avocados (hinten)
Gut sortierte Fleisch-Theke auf dem Markt

Und wieder viele schöne (und weniger schöne) Handwerktskunst

Spannend ist auch, dass Humahuaca der Hauptort des andinen Karnevals ist, bei dem indigene Riten mit spanischen Einflüssen verschmelzen. Dies hätten wir gerne erlebt.

Figuren aus der andinen Fasnacht
Im andinen Karnevals verschmelzen indigene Riten mit spanischen Einflüssen

Der Höhepunkt von Humahuaca ist die „Serranía de Hornocal“ (Berg der 14 Farben), das gut 25 km ausserhalb vom Ort liegt. Die gigantische, zackige Bergkette leuchtet in spektakulären Mineralienfarben. Der Parkplatz liegt auf 4‘350 M.ü.M. – der beste Fotopunkt ist allerdings ca. 1 km vom Parkplatz entfernt auf 4‘200 M.ü.M. Wenn wir nicht so hoch wären und die Luft doch recht dünn, wäre das ein Klacks gewesen zu laufen. Aber wir sind ganz schön ausser Atem gekommen – doch es lohnte sich.

Und hier sind wir am Serranía de Hornocal“ (Berg der 14 Farben)
Und die Vicuña waren auch schon da (und vertrage die Höhe wohl leichter)
Einfach nur wow – Serranía de Hornocal

Der Parkplatz ist auf 4’350 M.ü.M. – dier besten Fotopunkt aber ca. 1 km entfernt und 150 m tiefer gelegen, die dann wieder hochgekeucht werden müssen

Wirkt goldgelb, die Passtrasse von 4300m nach unten auf 3000m

Auf dem Weg zurück nach Salta haben wir noch das Weingut Yanay (in Quechua „mein Geliebter“ oder „meine Geliebte“) in der Quebrada de Humahuaca besucht. Die Reben sind wunderbar zwischen den hohen Bergen und der Wüste mit Cardones eingebettet. Der Weinbau folgt einem biologischen und naturnahen Ansatz. Bei der Bewirtschaftung wird die ursprüngliche Natur streng respektiert; so wurden beispielsweise alle heimischen Cardón-Kakteen zwischen den Rebstöcken stehen gelassen.  Im Keller wird mit einer Mischung aus Edelstahltanks, Betoneiern, Amphoren und gebrauchten Holzfässern experimentiert, um die pure Identität der Höhenlagen einzufangen. Sehr gerne hätten wir uns das angesehen, aber leider konnte uns die Winemakerin aus Zeitgründen nur eine kurze Verkostung anbieten, was aber auch schon spannend war.

Auf dem Weingut Yanay

Und nun sind wir zurück in Salta, wo das Warten und Hoffen, die Reise fortsetzen zu können, weitergeht.

09.07. – 13.07.2026: Nebelwald, Purmamarca und Humahuaca – wunderbare Orte versüssen das Warten (und das Warten geht weiter)!

2 Gedanken zu „09.07. – 13.07.2026: Nebelwald, Purmamarca und Humahuaca – wunderbare Orte versüssen das Warten (und das Warten geht weiter)!

  • August 1, 2026 um 5:49 p.m. Uhr
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    Einfach fantastisch dieser Bloc, ich habe ihn nochmals intensiv bewundert , ihr habt die Zeit , während die Askja gestreikt hat sehr sehr gut genutzt , da kam die Natur wieder zur Geltung mit ihren Farben mir fehlen die Worte , es ist einfach WUNDERSCHÖN . Wünsche euch viel Glück für eine baldige Weiterfahrt mit eurer Askja , bin in Gedanken bei euch , herzliche Grüsse eure Mams Ruth , eine feste Umarmung .

    • August 2, 2026 um 12:33 a.m. Uhr
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      Danke Mams – ja, auch ohne Askja haben wir die Zeit genossen. Argentinien ist so vielseitig und einfach wunderschön.

      Hab dich fest lieb, Kuss

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