Karte mit unserer aktuellen Route
Mit unserem Mietwagen haben wir uns den Nebelwald, die Salzwüste, die Region um Purmamarca und Humahuaca mit den bunten Berge Serranía de Hornocal (Berg der 14 Farben), besucht. In der Region von Purmamarca bewegen wir uns auch wieder in der Puna.
Der Regenwald in der argentinischen Provinz Salta ist Teil der Yungas (auch Nebelwald genannt), einer sehr artenreichen Bergregenwaldregion an den östlichen Hängen der Anden. Die Yungas sind eine tropische und subtropische Übergangsregion an den Osthängen der Anden.




Auf dem Weg Richtung Purmamarca sind wir durch die schöne Quebrada de Humahuaca (Humahuaca-Schlucht) gefahren. Durch diese Schlucht, welche vom Rio Grade de Jujuy geformt wurde, führt eine gut 160 km lange Strasse von San Salvador de Jujuy (1‘300 M.ü.M.) nach Humahuaca (3‘012 M.ü.M.). Wir waren ganz hin und weg von der wundervollen Landschaft mit unglaublich schönen Gesteinsformationen, Farben wie aus dem Bilderbuch und den filigranen, teilweise über 200 Jahre alten Kandelaber-Kakteen, den Cardones.







Ehe wir uns im indigen geprägten Anden-Dorf Purmamarca einquartiert haben, schraubten wir uns noch weiter hoch mit Ziel Salinas Grandes (Grosse Salzwüsten). Die Passstrasse Cuesta de Lipán, die sich in engen Serpentinen über den Abra de Potrerillos bis zur Passhöhe Altos del Morado auf 4170 M.ü.M. schlängelt, ist schon ein Highlight. Die riesige Salzwüste selbst, liegt auf einer Höhe von rund 3‘450 Metern und ist über 200 qm2 gross. Sie besticht durch ihre endlose, schneeweisse Kruste mit faszinierenden sechseckigen Mustern. Die Salinas Grandes ist eine aktiv bewirtschaftete Salzwüste, wo nach wie vor Salz abgebaut wird und immer andere Bereiche für den Tourismus freigegeben werden.



Die Verdunstungs- und Kristallisationsbecken (sogenannte Piletones) werden im Oktober und November, d.h. vor der Regenzeit, als flache Gruben direkt in die harte Salzkruste ausgehoben. Die Salzarbeiter (Salineros) graben die rechteckigen Becken in die harte Oberfläche der Salzwüste. Sie nutzen dazu Schaufeln, Spitzhacken oder Maschinen. Diese Becken sind etwa 2 bis 3 Meter lang, ca. 1 m breit und rund 30 cm tief. Die einsetzende Regenzeit von Dezember bis Februar füllt diese Becken auf natürliche Weise mit stark salzhaltigem Wasser und unterirdischer Sole. Das Wasser wird der extremen Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Über mehrere Monate hinweg verdunstet das Wasser und das reine Salz kristallisiert am Boden des Beckens aus. Dieses wird dann teils von Hand, teils mit Traktoren gewonnen. Das abgebaute Salz wird als Speisesalz, aber mehrheitlich für industrielle Zwecke, wie etwa der Papierherstellung genutzt.






Es darf nur mit einer geführten Tour auf die Salzfläche gefahren werden. Im Normalfall sind es drei Fahrzeuge in einer Tour, angeführt von einem Guide auf dem Motorrad. Es werden verschiedene Punkte angefahren: u.a. dort, wo die Gruben zur Salzgewinnung ausgehoben sind und ein Ojo de Salar (Wasserauge). Der Guide gibt interessante Informationen zum Salar und macht natürlich auch die bekannten Touristen-Fotos, wenn man das will. Und wenn wir schon da sind, wollen wir das natürlich auch.



Die Bilder sind optische Täuschungen und entstehen durch eine Kombination aus der weiten, leuchtend weissen Salzfläche, der flachen Landschaft ohne Orientierungspunkte und einer fehlenden Tiefenwahrnehmung. Die Fotografen, oder in unserem Fall unser Guide, nutzen diese Effekte gezielt aus, indem sie die Kamera sehr tief an den Boden halten und Requisiten nah an das Objektiv stellen, während wir im Hintergrund die passenden Posen dazu einnehmen. Da die Aufnahmen alle mit dem Handy gemacht wurden, ist die Qualität nicht so super, aber für den Fun-Fact reicht es auf jeden Fall.





Der Name Purmamarca stammt aus der Aymara-Sprache und bedeutet so viel wie „Dorf der unberührten Erde“ oder „Wüstenstadt“. Die traditionellen Lehmziegel-Architektur (Adobe) und seine spektakulären geologischen Formationen am Fusse des Cerro de los Siete Colores (Berg der sieben Farben) prägen dieses andine Dorf.





Auf dem Hauptlatz, dem Plaza 9 de Julio findet täglich ein grosser Kunsthandwerksmarkt statt. Nebst traditionellen andinen Webwaren, farbenfrohe Textilien, Keramik und Souvenirs wird auch ganz viel „Ramsch“ für die Touristen verkauft. Die Textilien hätten mich zwar sehr gereizt, aber es waren immer und überall dieselben Muster. Es stellte sich dann nach Rückfrage heraus, dass die Textilien mit der Maschine irgendwo zentral gewoben und dann von Hand (mit einer Nähmaschine) zusammengenäht wurden. Deshalb heisst es dann auch oft „von Hand“ hergestellt.







Der Paseo de los Colorados ist ein rund 3 Kilometer langer Rundweg, der uns durch die bunte Berglandschaft führte. Die Schichten der Berglandschaft leuchten je nach Sonnenstand in Rot-, Gelb-, Grün- und Violetttönen. Sie sind entstanden durch Jahrmillionen alte Meeres- und Fluss-Sedimente.





Auf dem Weg von Purmamarca sind wir nach Tilcara gefahren, wo wir uns Pucará de Tilcara angesehen haben. Das Pucará de Tilcara ist eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Argentiniens. Es handelt sich um ein Wehrdorf (Pucará bedeutet „Festung“ auf Quechua), das strategisch auf einem 80 m hohen Hügel in der Schlucht Quebrada de Humahuaca thront. Pucará de Tilcara diente dem Volk von Tilcara im 13. Jahrhundert als Wohnort, Verteidigungsanlage und religiöses Zentrum. Später wurde dieser Ort von den Inkas erweitert und ihr Imperium eingegliedert. Es ist eine schöne und interessante Anlage bis auf die Pyramide am höchsten Punkt, die diesen Ort total verschandelt: die Pyramide ist ein Denkmal für die Archäologen Ambrosetti und Debenedetti. Für dieses absolut grössenwahnsinnige Schandobjekt wurden sogar Steine der alten Kultur der Tilcaras verwendet. Bei der Abfahrt haben wir noch einen Halt am Friedhof eingelegt. Die Friedhöfe sind hier in den Anden sehr häufig an die steilen Hänge gebaut und wirken ganz besonders malerisch.
















Die nächsten beiden Tage verbrachten wir in Humahuaca in der Provinz Jujuy, wo wir in einem kleinen Gästehaus logiert haben. Es war sauber, aber sehr spartanisch und kalt. Dafür fussläufig ins Stadtzentrum. Humahuaca liegt auf knapp 3‘000 M.ü.M. und ist das namensgebende Zentrum der Quebrada de Humahuaca. Wir haben die entspannte Atmosphäre in der überschaubaren Kleinstadt genossen.














Der Heilige San Francisco Solano kommt immer um 12.00 Uhr aus einer kleinen Tür im Turm des Rathauses (Cabildo de Humahuaca) um die Menschenmenge auf dem Platz zu segnen.



Das „Monumento a los Héroes de la Independencia in Humahuaca“ ist ein grosses Denkmal von 1950. Es zeigt eine neun Meter hohe Statue eines Indigenen und ehrt die Nordarmee sowie Kämpfer des Unabhängigkeitskrieges. Von der Aussichtsplattform her hat man eine schöne Sicht auf die Stadt Humahuaca.


Der Stadtkern ist ein Netz aus kopfsteingepflasterten Gassen, Kunsthandwerksmärkten und Restaurants, in denen regionale Spezialitäten wie Locro oder Lama-Fleisch und auch unser Favorit „Empanadas“ serviert werden.






Spannend ist auch, dass Humahuaca der Hauptort des andinen Karnevals ist, bei dem indigene Riten mit spanischen Einflüssen verschmelzen. Dies hätten wir gerne erlebt.


Der Höhepunkt von Humahuaca ist die „Serranía de Hornocal“ (Berg der 14 Farben), das gut 25 km ausserhalb vom Ort liegt. Die gigantische, zackige Bergkette leuchtet in spektakulären Mineralienfarben. Der Parkplatz liegt auf 4‘350 M.ü.M. – der beste Fotopunkt ist allerdings ca. 1 km vom Parkplatz entfernt auf 4‘200 M.ü.M. Wenn wir nicht so hoch wären und die Luft doch recht dünn, wäre das ein Klacks gewesen zu laufen. Aber wir sind ganz schön ausser Atem gekommen – doch es lohnte sich.







Auf dem Weg zurück nach Salta haben wir noch das Weingut Yanay (in Quechua „mein Geliebter“ oder „meine Geliebte“) in der Quebrada de Humahuaca besucht. Die Reben sind wunderbar zwischen den hohen Bergen und der Wüste mit Cardones eingebettet. Der Weinbau folgt einem biologischen und naturnahen Ansatz. Bei der Bewirtschaftung wird die ursprüngliche Natur streng respektiert; so wurden beispielsweise alle heimischen Cardón-Kakteen zwischen den Rebstöcken stehen gelassen. Im Keller wird mit einer Mischung aus Edelstahltanks, Betoneiern, Amphoren und gebrauchten Holzfässern experimentiert, um die pure Identität der Höhenlagen einzufangen. Sehr gerne hätten wir uns das angesehen, aber leider konnte uns die Winemakerin aus Zeitgründen nur eine kurze Verkostung anbieten, was aber auch schon spannend war.


Und nun sind wir zurück in Salta, wo das Warten und Hoffen, die Reise fortsetzen zu können, weitergeht.
Einfach fantastisch dieser Bloc, ich habe ihn nochmals intensiv bewundert , ihr habt die Zeit , während die Askja gestreikt hat sehr sehr gut genutzt , da kam die Natur wieder zur Geltung mit ihren Farben mir fehlen die Worte , es ist einfach WUNDERSCHÖN . Wünsche euch viel Glück für eine baldige Weiterfahrt mit eurer Askja , bin in Gedanken bei euch , herzliche Grüsse eure Mams Ruth , eine feste Umarmung .
Danke Mams – ja, auch ohne Askja haben wir die Zeit genossen. Argentinien ist so vielseitig und einfach wunderschön.
Hab dich fest lieb, Kuss