Auch wenn Salta eine sehr schöne Stadt ist und auch Salta la Linda (die Schöne) genannt wird, wird es doch irgendwann etwas zu viel, weil unser WoMo so gar keine Anstalten macht, von Salta losfahren zu wollen.

Nichtsdestotrotz haben wir Salta immer mal wieder besucht und neue Ecken entdeckt. Unser Ausgangspunkt war immer der zentrale Platz «Plaza 9 de Julio». Der im 16. Jahrhundert angelegte Platz ist nach dem argentinischen Unabhängigkeitstag benannt und gleicht mit seinen alten Bäumen, Palmen, Orangen-Bäumen und Springbrunnen einer schattigen grünen Oase. Um den Platz finden sich die Kathedrale von Salta (Catedral Basílica de Salta), das Historische Rathaus (Cabildo de Salta), in dem heute das Museo Histórico del Norte untergebracht ist. Dann das MAAM (Museo de Arqueología de Alta Montaña) mit den perfekt erhaltenen Inka-Kindermumien. Mitten auf dem Platz ist die Reiterstatue zu Ehren von General Juan Antonio Álvarez de Arenales, einem Helden des Unabhängigkeitskampfe.

Am Platz der Unabhängigkeit 9. Juli
Die Kathedrale von Salta
Schöne Häuser im Kolonial-Stil
… und überall Bäume mit Orangen
Brunnen auf der Plaza 9 de Julio
Reiterstatue zu Ehren von General Juan Antonio Álvarez de Arenales, einem Helden des Unabhängigkeitskampfes

Das historische Rathaus von Salta, das Cabildo de Salta, ist das am besten erhaltene Kolonialgebäude am Hauptplatz Plaza 9 de Julio. Es beherbergt heute das Historische Museum des Nordens (Museo Histórico del Norte). Es zeigt typische weisse Arkadengänge und wurde 1937 zum Nationaldenkmal erklärt. Ab 1626 wurde das Rathaus als Sitz der spanischen Verwaltung genutzt. Die charakteristische Arkadengalerie wurde 1789 erbaut, der Turm folgte 1797.

Das historische Rathaus (dort, wo der Turm ist)
Im Historische Rathaus (Cabildo de Salta)
Alter Sitzungssaal
Hier wurde in historischer Zeit der Saft aus den Weintrauben „getreten“
Bild eines Bischofs
Wunderschöne Feuerranken im Innenhof

Die Kathedrale von Salta (Catedral Santuario Nuestro Señor y la Virgen del Milagro – unserem Herr und unserer Jungfrau vom Wunder) ist die Bischofskirche des Erzbistums Salta und Wallfahrtskirche. Der imposante Kirchenbau stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; das reich verzierte Gebäude steht seit 1941. Die jährliche Prozession am 15. September in Salta erinnert an die historischen Erdbeben (Terremoto de Salta) des Jahres 1692, bei denen das Aufstellen und Tragen der Christus- und Marienbilder die zerstörerischen Beben wunderbar stoppte. Die Bilder von Salta, ein lebensgrosser Gekreuzigter aus dem 16. Jahrhundert und ein Bild der Unbefleckten Empfängnis aus dem 17. Jahrhundert, welche die Stadt am 13. September 1692 vor den schlimmsten Folgen des schweren Erdbebens bewahrt haben soll, werden in der Kathedrale ausgestellt und seither in der Bischofskirche verehrt.

Die Kathedrale von Salta

Grab von General Martín Miguel de Güemes, Kämpfer im Unabhängigkeitskrieg

Im MAAM (Museo de Arqueología de Alta Montaña – Museum für Hochgebirgsarchäologie) sind drei aussergewöhnlich gut erhaltenen Mumien von drei Inka-Kinderopfern. Die drei als „Kinder vom Llullaillaco“ bekannten Mumien wurden im Jahr 1999 auf dem Gipfel des Vulkans Llullaillaco (auf 6’739 Metern Höhe) an der Grenze zwischen Argentinien und Chile entdeckt. Sie wurden wohl vor über 500 Jahren im Rahmen eines rituellen Inka-Opfers (der sogenannten Capacocha-Zeremonie) den Göttern dargebracht. Aufgrund der extremen Kälte, der Trockenheit und des geringen Sauerstoffgehalts auf dem Berg wurden die Körper natürlich tiefgefroren und perfekt konserviert. Die Kinder stammen allesamt aus begüterten Familien und mussten über körperliche Fitness verfügen, damit sie den langen Weg auf den Gipfel schafften. Untersuchungen (unter anderem von Gewebe- und Haaranalysen) ergaben, dass die Kinder im Jahr vor ihrem Tod eine besonders nahrhafte Diät (unter anderem mit Fleisch und Mais) erhielten. In ihren letzten Lebensmonaten wurden sie zudem systematisch mit Kokablättern und Alkohol (Chicha) ruhiggestellt, um sie auf den Opfertod vorzubereiten, den sie schliesslich friedlich schlafend in einer kleinen Steinkammer unter der Erde fanden. Bei den drei Kindern handelt es sich um «La Doncella (Die Jungfrau)»: Ein etwa 15-jähriges Mädchen, das aufwendig geflochtenes Haar und eine kunstvolle Tunika trägt. «El Niño (Der Junge)»: Ein etwa 7-jähriger Junge, der in sitzender Position mit angezogenen Knien gefunden wurde. El Niño war bei unserem Besuch ausgestellt (es herrscht Fotografierverbot, aber unsere Kamera löste trotzdem aus). «La Niña del Rayo (Das Blitzmädchen)»: Ein etwa 6-jähriges Mädchen, dessen Körper und Kleidung nach dem Begräbnis durch einen Blitzeinschlag teilweise verbrannt wurden. Aus ethischen und konservatorischen Gründen wird immer nur eine der drei Mumien gezeigt. Wenn man sieht, wie gut erhalten die Mumien sind, ist kaum vorstellbar, dass diese vor über 500 Jahren gestorben sein sollen.

Tongefäss aus der Inka-Kultur
Die Llullaillaco-Kinder: Die extrem kalten Bedingungen hielten drei Inka-Kinder über 500 Jahre lang perfekt instand. Aus Konservierungsgründen wird immer nur ein Kind ausgestellt. La Doncella, El Niño oder La Niña del Rayo. Im Bild ist der Junge, El Niño

Das Gelände auf dem die Kirche und das Kloster San Francisco (Basílica Menor y Convento de San Francisco en Salta) steht, wurde den Franziskanern bereits im Jahr 1582 bei der Stadtgründung von Salta zugewiesen. Das heutige Kirchengebäude ist das dritte an dieser Stelle, da die Vorgängerbauten durch Erdbeben und Brände zerstört wurden. Der Grundstein für die heutige Basilika wurde 1759 gelegt. Ihre endgültige, prachtvolle Gestalt erhielt sie allerdings erst nach umfangreichen italienisch geprägten Umbauten im 19. Jahrhundert. Das Kloster ist eng mit der argentinischen Unabhängigkeit verknüpft. Nach der historischen Schlacht von Salta (1813) fand hier das Begräbnis der gefallenen Soldaten in Anwesenheit des Generals Manuel Belgrano statt. Auch die Schweiz war am Bau beteiligt: der Glockenturm wurde 1877 vom Schweizer Architekten Francisco Righetti (Geboren in Breno TI, gestorben in Argentinien) fertiggestellt. Mit einer Höhe von 54 Metern gilt er als der höchste Campanile Südamerikas.

Kirche und Kloster San Francisco

Die Kirche «Iglesia de la Viña (offizieller Name: Parroquia Nuestra Señora de la Candelaria de la Viña)» ist ein wunderschöner, farbenprächtiger Bau. Sie ist besonders bekannt für ihren weithin sichtbaren, freistehenden Glockenturm und ihre zuckerbäckerstil-artige hellblau-rosa Fassade. Leider war die Kirche aufgrund Renovationsarbeiten geschlossen.

Iglesia Nuestra Senora de La Candelaria de La Vina – war leider geschlossen aufgrund Renovationsarbeiten

 «Nuevo Carmelo de San Bernardo» (heute bekannt als Convento de San Bernardo) ist ein historisches Karmelitinnen Kloster. Es gehört zu den ältesten und bedeutendsten Sakralbauten der Stadt.  Das Kloster wurde im späten 16. Jahrhundert als Einsiedelei errichtet. Nach der Zerstörung durch das Erdbeben 1692 und Wiederaufbau diente der Ort auch als Krankenhaus. Im Jahre 1846 wurde der Komplex in ein Kloster umgewandelt (Nuevo Carmelo de San Bernardo). Der Eingang der Kirche besitzt eine kunstvolle Holztür aus Johannisbrotbaumholz, die im Jahr 1762 von indigener Hand gefertigt wurde. Die Kirche und das Kloster sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Nuevo Carmelo de San Bernardo ist ein historisches Karmeliterinnenkloster mit der kunstvollen Holztür aus Johannisbrotbaumholz

Am Tag, als Argentinien gegen Ägypten den Achtelfinal spielte haben wir das Santuario de la Inmaculada Madre del Divino Corazón Eucarístico de Jesús, auch als Virgen del Cerro (Jungfrau des Berges) bekannt, besucht. Es ist ein bekannter katholischer Wallfahrtsort auf einem Hügel. Der Ort geht auf angebliche Marienerscheinungen zurück, die 1990 von der Seherin María Livia Galliano gemeldet wurden. Als wir am Nachmittag den steinigen und steilen 2.5 km langen steilen Aufstieg in Angriff genommen haben, waren wir auf dem Weg und auch oben im Wallfahrtsort allein. Zu diesem Zeitpunkt war Argentinien 2 Tore im Rückstand und kurz vor dem Ausscheiden. Als wir oben angekommen waren und endlich auch wieder Handy-Empfang hatten, hörten wir unten aus der Stadt lautes Hupkonzert und sahen, dass Argentinien in der Verlängerung drei Tore geschossen und 3:2 das Spiel gewonnen hatte. Auf dem Rückweg kamen und duzende von Argentiniern entgegen mit Argentinien-Fahnen, T-Shirts, Hüten, etc. Es machte uns fast den Anschein, dass die Fans während des Spiels ein Gelübde abgelegt hatten, dass sie den anstrengenden Weg zur Kirche machen, wenn Argentinien gewinnt. Wir wurden von vielen schon ziemlich ausser Puste gefragt, wie weit es denn noch zur Kirche sei. Ohne Fleiss – kein Preis!

Santuario de la Inmaculada Madre del Divino Corazón Eucarístico de Jesús (Wallfahrtsort der Unbefleckten Mutter des Göttlichen Eucharistischen Herzens Jesu)

Rosenkränze aus Dankbarkeit für oder als Hoffnung auf ein Wunder

Moderne Beichtstühle im Santuario
Blick auf Salta vom Santuario aus

Überhaupt hat die Fussball-WM Salta und Argentinien während fast 6 Wochen komplett dominiert. Leider hat es dann am Schluss nicht zum erneuten Weltmeister gereicht.

Unser hier glaubte man noch fest an den Sieg der Fussball-WM

Messi immer und überall, auch als Mate-Botschafter
Messi in allen Forman und Variationen.

Und natürlich dürfen auch ein paar Strasseneindrücke von in und um Salta nicht fehlen. Uns hat Salta als Stadt und die Umgebung von Salta sehr gut gefallen (nur gerade über sechs Wochen müssten es nun doch nicht sein).

Schöne Häuser im Kolonial-Stil
Schöne kleine Geschäfte
Schöner Kolonialstil
Spiel mit der Spiegelung
Auch die argentinischen Kinder wollen bespasst werden

Schönes Geschäft – hier haben wir unsere dicken Hoodies gekauft, weil es so rotze kalt war
Eindrücke von Salta

und überall gluschtige Orangen-Bäume

Unser Ausflug rund um Salta

Und wie schon der Film von Ben Stiller hiess „Flirting with Disaster – Ein Unheil kommt selten allein“, hat sich Claudia auch noch den zweiten unteren Backenzahn ausgebissen resp. entlang der alten Füllung abgebissen. Aber hier hatte ich Glück im Unglück. Ich hatte umgehend einen Termin bei einem Zahnarzt erhalten, der uns Frank Neumann empfohlen hat. Maximilian hatte den Zahn perfekt geflickt und mir eine Krone eingesetzt. Tadellose Arbeit. Nun ist sie wieder bissig wie vorher (hat Claudia selber geschrieben).

 

04.07. – 30.07.2026: Und immer wieder Salta la Linda (der Salta-Koller stellt sich langsam ein)

6 Gedanken zu „04.07. – 30.07.2026: Und immer wieder Salta la Linda (der Salta-Koller stellt sich langsam ein)

  • Juli 27, 2026 um 10:18 a.m. Uhr
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    Liebe Claudia, lieber Norbert! Schön wieder Bilder von Euch (also den schönen historischen Gebäuden…) zu sehen, von den Kindermumien kenne ich Berichte aus dem TV… tolll das Ihr das so sehen konntet… liebe Grüsse Hildegard

    • Juli 27, 2026 um 11:08 a.m. Uhr
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      Liebe Hildeard, danke für Deine Kommentar. Die Gebäude sind viel fotogener als wir ;-). Das Museum mit den Kindermumien war sehr interessant und für einmal auch perfekte Erklärungen in Englisch und nicht nur Spanisch. Liebe Grüsse, Claudia und Norbert

  • Juli 28, 2026 um 8:41 p.m. Uhr
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    Sali zäme
    Schöne Eindrücke der Stadt.
    Schön, dass claudia wieder bissig ist. Das braucht sie vielleicht auch um die letzten Probleme mit Askja zu lösen.
    Ich wünsche euch weiterhin alles Gute, viel Geduld und Nerven

    • Juli 29, 2026 um 12:48 a.m. Uhr
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      Danke Ihr Lieben, ja -Nerven und Geduld sind ziemlich gefordert . Geniesst Erschmatt

  • August 3, 2026 um 3:30 p.m. Uhr
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    Hi Ihr zwei :-), es war mir eine freude, euch kennengelernt zu haben beim Frank! Gratulation zu dieser wunderschönen Dokumentation auf eurer Homepage. Weiter so und allzeit gute Fahrt. Liebe Grüße, Andreas

    • August 4, 2026 um 1:57 a.m. Uhr
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      Lieber Andreas, wir haben uns auch sehr gefreut, dich kennen zu lernen.

      Geniesse noch die Zeit in Salta. Es wäre sehr schön, wenn sich unsere Wege mal wieder kreuzen.

      Herzliche Grüsse

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