Karte mit unserer aktuellen Route

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähm ich meinen Stock und Hut und tät das Reisen wählen! (Matthias Claudius). So oder ähnlich – wir haben nicht den Stock und Hut sondern den Tieflader gewählt – mind. für einen Teil der Reise.

Aber der Reihe nach: Am Sonntag haben wir unsere Reifen nach den langen Fahrten über die Schotterpisten mit unserem Kompressor wieder aufgepumpt. Diesen müssen wir an der Autobatterie anhängen und Starten den Motor, damit die Batterie nicht entladen wird. Später gingen wir ins Städtchen Cafayate. Unsere Eindrücke im letzten Blog. Uns fiel da auf, dass die Zentralverriegelung nicht mehr geht, was aber schon mal passiert ist. Am Montag wollten wir losfahren und oha lätz – alle Lampen waren im Tacho an – Auto im Notlauf und gesamte Bordelektronik ausgefallen (kein Blinker, kein Abblendlicht, keine Warnlampe, kein Warnblinker, keine Lüftung, einfach nichts!).

Ei ei – wo sind denn die Anzeigen wo, keine Total-KM, kein Dieselfüllstand, aber dafür andere schöne Lichtlein

Aber wir haben ja ein Diagnosegerät dabei – nur, das konnte sich nicht mehr mit der Motorsteuerung verbinden, weil der „CAN-Bus“ defekt sei. Hm – was machen wir: Salta ist 190 km entfernt, es geht durch eine sehr kurvige, enge Schlucht. Egal – wir wollte es versuchen. Nur dieser Versuch scheiterte kläglich 3 km ausserhalb Cafayate. Der Motor stirbt ab – rien ne va plus! Da Feiertag war, war es nicht so einfach, einen Mechaniker zu finden. Aber wir hatten Glück – Ramiro kam. Mit Hilfe von UY Storage kamen wir rasch auf die Ursache des „Toten Motors“ – die Verbindungen zur Autobatterie waren wohl aufgrund der Rüttelpisten locker. Ramiro hat diese wieder befestigt und meinte, dass wir weiterfahren können (allerdings Auto immer noch im Notlauf und ohne Bordelektronik).

Ramiro im Einsatz – nachdem die Batterie noch angeschlossen wurde, liest er nochmals die Fehler aus.

Nun gut – Ramiro fuhr nach Hause, seine Gäste warteten auf ihn am Feiertag – wir setzten unsere Reise fort. Genau 10 km, dann begann das Auto zu Ruckeln (es knallte uns fast die Zahnplombe raus) und Motor stirbt wieder ab. Das Fahrzeug liess sich wieder starten, aber wir entschieden uns, langsam wieder zum Camping-Platz in Cafayate zurückzurollen und einen Elektroniker zu suchen. Dieser hätte am Dienstag kommen sollen, was er aber nicht tat und vielleicht eh nicht die beste Idee gewesen wären, ganz nach dem Motto „Zu viele Köche verderben den Brei“.

Wir organisierten uns einen Tieflader, um sicher nach Salta zu kommen. Dieser kam am Dienstag um 17.00 Uhr in Cafayate an. Die Tieflader in Argentinien sind nicht vergleichbar mit den unseren – die Ladefläche selbst ist gut 1.40 m hoch, dann stehen wir mit 3.30 Meter Höhe drauf, ergo 4.70 m. José vom Tieflader meinte, damit kommen wir nicht durch Cafayate durch, ob wir bis ausserhalb Cafayate fahren könnten. Nun was, was am Montag ging, musste auch am Dienstag gehen. Mit einem ruckelnden Fahrzeug und schwitzend (vor Angst) sind wir aus der Ortschaft Cafayate gefahren. Das Verladen selbst war bereits nervenaufreibend – der Höllenritt Huckepack durch die engen Schluchten der RN68 noch viel mehr. Immer mal wieder schlugen tiefliegende Äste auf das Dach unseres Wohnmobils und liess unser Atem stocken, weil wir nicht wussten, ob PV-Anlage, Ventilator oder Klimaanlage intakt blieben. Als wir aus den Bergen kamen Richtung Pampa, hingen die Bäume noch tiefer. Unser Tieflader stoppte in einem Dorf und sagte, weiter könnte er uns nicht transportieren, da wir nun die Ortschaften mit tiefhängenden Ästen und Elektroleitungen kommen. Die Durchfahrtshöhe wäre max. 4 m und somit keine Chance für uns mit 4.70 m. Wir hätten riskiert, dass wir grosse Schäden am Wohnmobil hätten und dass wir ganze Dörfer ohne Strom versetzen, wenn wir die Leitungen runterreissen (und das am Tag, wo Argentinien gegen Ägypten spielte). Uns blieb nichts anderes übrig – wir wurden abgeladen und sind mit max. 40 km/h und im Notlauf die 120 km Richtung Salta gerollt – mit Rückendeckung des riesigen Tiefladers. 18 km vor der Mercedes-Garage, wo wir in der Nacht durch das Sicherheitspersonal erwartet wurden, entschied unser Tieflader-Fahrer, dass wir an der Tankstelle übernachten sollen, er würde uns dann morgen abholen, aufladen und zu Mercedes fahren. Das passte uns nun wirklich nicht – wir liessen ihn abfahren und haben uns entschieden, im Notlauf noch die restlichen Kilometer in der Nacht zu Mercedes zu fahren.

Und das Aufladen geht los – Norbert, der im Auto sass – fühle sich ob der starken Rückenlage gar nicht wohl

Und fast Abfahrbereit
Traumhafte Strecke im Abendlicht durch die Schluchten auf der RN68
Hoch zu Ross resp. LKW fahren wir
Der Genuss im Huckepack und aus dem Fenster aufgenommen

Am Folgetag wurde unser Fahrzeug geprüft, der defekte CAN-Bus wurde geflickt. Die nachfolgende Probefahrt zeigte keine Auffälligkeiten mehr. Wir sind dann wieder zu Neumann’s Place gefahren. Am kommenden Morgen sind wir aufgebrochen, um Gas zu tanken und einzukaufen, nur daraus wurde nichts. Nach gut zwei Kilometer ging die Motorwarnleuchte wieder an, es ruckelte und das Fahrzeug ist wieder stehen geblieben. Nach einigem Warten bei ausgeschaltetem Motor lief der Motor wieder. Dies haben wir noch fünfmal durchgespielt – Mercedes hatten wir schon informiert, dass wir wieder auf dem Weg seien. Und als wir schon glaubten, wir würden es nicht zu Mercedes schaffen, lief das Gefährt, als ob nie was gewesen wäre. Das sind die besten Fehler, so ein richtiges Peuteterli!

Und hier verbringen wir doch etwas Zeit

Unser Nachtplatz vor der letzten Probefahrt mit neuem Lichtlein (rote Batteriewarnlampe)

Nach Auslesen des Fehlerspeichers und einigem Suchen wurde festgestellt, dass das Ansaugstück am Turbolader undicht sei und fehlerhafte Menge Diesel eingespritzt wird. Dies wurde geflickt und der Dieselfilter (den wir als Ersatzteil dabeihatten) ersetzt. Das Problem ist, dass es für unsere 6-Zylinder-Motoren aus Europa keinerlei Ersatzteile gibt. Nach einer weiteren Nacht bei Mercedes auf dem Werksgelände wurde dann am Morgen die nächste Probefahrt gemacht. Das Ruckeln und Absterben trat nicht mehr auf, dafür gab es eine neue Warnlampe – das rote Batteriezeichen. Fehler wurde ausgelesen und es stellte sich ein Problem mit dem Alternator heraus. Da ein solcher Alternator von der Stärke in Südamerika auch nicht verfügbar ist, wurden alle Steckverbindungen geprüft und allenfalls befestigt. Danach verschwand die rote Batterie-Warnleuchte.

Nun – wirklich beruhigt sind wir nicht, irgendwann kam es uns vor wie „Jugend forscht“. Mit den Mechanikern durften wir nie sprechen, sondern mussten immer über unseren Kundendienstmann Alexis kommunizieren. Jetzt warten wir ab und hoffen, dass die Fehler nicht mehr auftreten.

Am nächsten Morgen losgefahren, trat Ruckeln in alter Manier wieder auf. Nur – diesmal wollten wir nicht mehr zu Mercedes und haben ab morgen Dienstag eine neue Werkstatt, die sich wohl besser in Elektronik auskennen. Wir bleiben gespannt und hoffnungsvoll.

Dafür hatten wir ein entspanntes Wochenende mit köstlichem Asado vom Grillmeister Frank und einem Besuch auf einem privaten Rodeo (weil dort Pauline im Andalusier-Gestüt, das der Besitzer hält, zureitet). Bei diesem Rodeo geht es darum, dass immer drei Reiter mit ihren typischen Criollos-Pferden, je drei Rinder in einen abgetrennten Bereich treiben sollten. Dafür hatten sie 60 Sekunden Zeit. Kurz bevor die Zeit startete, wurde ihnen die Nummern der drei Rinder genannt, die sie in den anderen Bereich bringen mussten. Die Regeln waren streng, u.a. durfte kein Pferd nach der Übung Blut haben von den Sporen, die Reiter durften keine Schimpf- oder Fluchworte benutzen, etc. Es war spannend zuzusehen.

Und immer zwischen den Mercedesbesuchen und am Wochenende bei Neumann’s Place in Salta
Yummie – ein köstliches Asado kurz vor dem Schmausen
Der Grillmeister Frank in ganzer Grösse ….
Tatkräftig unterstützt von Norbert, der die Handgriffe schon beherrscht

Es sieht nicht nur köstlich aus, es ist auch genau so (aber nichts für Vegis oder Veganer). 7 Personen haben 3.4 kg Filet und 12 Würste schnabuliert

Und das Rodeo – volle Konzentration von Reiter und Pferd.

Creamed-backed Woodpecker (Weissmantel-Specht) im Garten von Neumann’s Place

Und diese Woche ist nun ganz im Zeichen, Askja wieder zu reparieren, damit wir die Reise beruhigt fortsetzen können.

16.06. – 22.06.2026: Nicht wie erwartet – die etwas andere Reise auf der RN68 nach Salta

10 Gedanken zu „16.06. – 22.06.2026: Nicht wie erwartet – die etwas andere Reise auf der RN68 nach Salta

  • Juni 27, 2026 um 9:58 a.m. Uhr
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    Hallo ihr lieben,
    Da schau‘ ich wieder mal in eure Seite rein und dann so eine Story…
    Ich bewundere eure Ausdauer. Seid ihr noch gar kein Bisschen reisemüde? Bei mir habe ich festgestellt, dass ich nicht mehr mit gleicher Freude reise. Irgendwie setzt mir die neue Situation zu: vielerorts ist man nicht mehr willkommen, man steht selber neben einem Camper, der sich nicht zu benehmen weiss, oder aber es ist schon im Juni viel zu heiss…
    Nun – wir werden sehen was der Herbst bringt.
    Ich drück euch die Daumen, dass euer Auto endlich die fachmännische Reparatur kriegt, die es braucht und wünsche euch eine gute und schöne Weiterreise.
    Herzliche Grüsse
    Rita & Philipp

    • Juni 28, 2026 um 11:51 a.m. Uhr
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      Hallo Ihr Lieben

      danke für Euren Bericht. Nein – wir sind nicht reisemüde, im Gegenteil. Im Moment etwas genervt ob der Probleme, die sich weiter verschlechtern. Aber wir haben gestern darüber diskutiert, das hält uns nicht vom Reisen ab. In den Ländern, wo wir waren, hat es nicht so viele Touris und wenn schon, dann sind es auch solche, die wegen der Natur hir sind und sich gut benehmen.

      Und hoffentlich kommt bei Dir die Reiselust wieder.

      Liebe Grüsse, Dir und Philipp
      Claudia und Norbert

  • Juni 28, 2026 um 9:51 a.m. Uhr
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    Oh nein, das klingt ja sehr unschön. Ich leide mit euch.
    Ihr habt bestimmt schon alles geprüft und ausprobiert. Aber bitte erlaube mir diese Bemerkung.
    Ich bin zwar kein Automechaniker sondern eher ein IT Heini. Aus eurem Blog konnte ich nicht klar lesen, ob ihr mal alle Batterien angehängt habt, 15 Minuten warteten und dann wieder alle angehängt habt. Somit starten alle Computer neu und Abhängigkeiten zu den Sensoren werden gelöscht. Quasi ein reset. Oder Reboot tut immer gut.
    Ich wünsche euch viel Nerven
    Liebe Grüsse
    Dani

    • Juni 28, 2026 um 11:49 a.m. Uhr
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      Guten Morgen lieber Dani

      nein – nicht so gut und es wird immer schlimmer. Gestern sind wir zum zweite Mal auf dem Tieflader zu Mercedes gefahren. Jetzt ist nicht nur die Elektronik ein Problem, wobei diese inzwischen im Griff zu sein schien. Auf der gestrigen Probefahrt gab es ein fürchterliches Krachen und dann Malmgeräusch. Im Moment wird davon ausgegangen, dass entweder beide Hinterachsen oder deren Differenziale im Eimer sind. Auf jeden Fall stehen wir wieder bei Mercedes, nur die können wohl wenig machen, da es ja ein Oberaigner-Umbau ist. Wir werden sehen und Optionen prüfen.

      Aber danke für den Hinweis, ja – die Batterie wurde komplett abgehängt gewartet, was nichts geholfen hat. Die Batterie war aber definitiv futsch und wurde ersetzt. Das hat schon einiges behoben, aber nicht alles betr. Elektronik.

      Liebe Grüsse
      Claudia

  • Juni 29, 2026 um 10:21 a.m. Uhr
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    Liebe Claudia, lieber Norbert- Euer Bericht… liest sich nicht gut…. ich wünsche Euch gute Nerven und ganz viel Glück…ich hoffe Eure Gespräche und Telefonkonferenz werden erfolgreich…. liebe Grüsse Hildegard

    • Juni 30, 2026 um 5:16 a.m. Uhr
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      Herzlichen Dank liebe Hildegard und vielen Dank, dass du gestern das Gespräch mit Holger organisiert hast. Es war für uns sehr aufschlussreich und wichtig.

      Liebe Grüsse
      Claudia und Norbert

  • Juni 30, 2026 um 6:52 a.m. Uhr
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    Oh nein. So ein Ärger.
    Normalerweise hilft Bepanthen bei einer Wunde. Aber da würde auch eine ganze Tube nichts bewirken.
    Ich wünsche viel Geduld und Nerven.
    Lass es mich wissen, wenn ich für euch was tun kann.
    Liebe Grüsse
    Dani

    • Juni 30, 2026 um 10:34 a.m. Uhr
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      Nein, hier ist grosses Geschütz notwendig, das es evtl nicht oder nicht in nützlicher Frist gibt. Morgen wissen wir hoffentlich mehr.

      Aber lieben Dank
      Claudia

  • Juni 30, 2026 um 1:37 p.m. Uhr
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    Liebe Claudia
    auch ich wünsche euch, dass die Probleme möglichst zügig behoben werden können. Zum Glück seid ihr in einer grösseren Stadt und habt einen Grillmaster zur Hand.
    Ich drück euch die Daumen.
    Liebe Grüsse
    Giovanni

    • Juli 3, 2026 um 12:59 p.m. Uhr
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      Lieber Giovanni

      danke herzlich – im Moment ist das Licht am Ende des Tunnels noch immer der nahende Schnellzug. Aber wir hoffmen, dass es bald ein Lichtblick gibt – verschiedene Stellen suchen nach den Problemen. Es sind aktuell mechanische an der 2. Hinterachse und Motorprobleme, aber primär elektronische. Keine der Teile, weder mechanische noch elektronische gibt es, die müssen wir einfliegen.

      Herzliche Grüsse
      Claudia

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