Karte mit unserer aktuellen Reiseroute
Nach unserer regen- und nebellreichen Fahrt über die RP 33 (teils Teer, aber meist Schotter, was angenehmer zu fahren ist als Teer mit vielen Schlaglöchern) sind wir in Cachí auf dem Camping Municipal angekommen.



Cachí, bedeutet in Quechua „Salz“. Schon Mitte des 17. Jahrhunderts standen hier die ersten Gebäude, der Ort wurde 1670 offiziell gegründet. Seine Blütezeit erlebte Cachí gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als Maultiere auf dem Weg zu den Minen in Bolivien und Chile in diesem Ort überwinterten. Aus dieser Zeit stammen die Äcker und Obsthaine. Heute sind Peperoncini in allen Varianten eine Spezialität. Daneben gibt es in Cachí viele Weinberge der Bodega Colomé, die wir am Mittwoch besucht haben. Uns hat der Ort sehr gut gefallen. Das Leben spielt sich rund um den grossen zentralen Plaza 9 de Julio, wo die Kirche Iglesia San José und das Archäologisches Museum stehen, beides koloniale Musterbauten. Cachí im Valles Calchaquíes, liegt auf 2’280 m. ü. M. und wird vom schneebedeckten Nevado de Cachi (6’720 m) überragt.





















Überall stehen Kandalaberkakteen (Cordones), die der Stadt und der ganzen Landschaft ein besonderes Bild geben. Das Holz dieser Kakteeen wird für Kunstarbeiten genutzt, die teilweise auch in der Kirche für den Altar zu sehen sind.


Wir sind von Cachi aus über die RN 40 – alles Schotter und teilweise nervendes Wellblech – nach Molinos gerollt. Unser Ziel war die Bodega Colomé von Donald Hess. Auf dem Camping Municipal haben wir eine windreiche Nacht verbracht. Molinos ist ein idealer Ausgangspunkt, um die 18 km auf der RP 53 nach Colomé zu fahren. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich, manchmal ziemlich eng, so dass wir hofften, es kommt nichts entgegen (unsere Hoffnung wurde nicht erfüllt, denn an der engsten Haarnadelkurve stand ein LKW mit Anhänger vor uns. Zum Glück hatte er für sich sofort eine Ausweichstelle gefunden).





Den Besuch „abseits vom Standardprogramm“ bei Colomé und später noch bei Amalaya, haben uns Urs und Lidwina Schürmann Weh von Schüwo ermöglicht. Herzlichen Dank! Die Bodega Colomé wurde 1831 von Nicolas Severo de Isasmendi y Echalar, dem spanischen Gouverneur von Salta, im Calchaquí-Tal gegründet. Bis heute ist sie das höchstgelegene Weingut Argentiniens und auch der Welt. Sie liegt in einem einzigartigen Naturparadies von unvergleichlicher Schönheit. Die Reben stehen in vier unterschiedlichen Höhenlagen zwischen 2‘300 und 3‘111 Meter ü.M. Je höher die Lagen, desto stärker sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Auf dem höchsten Weinberg, dem Altura Máxima Estate, in 3‘111 Metern können die Unterschiede bis zu 20 Grad Celsius betragen. 2001 hat Donald Hess das Weingut erworben und es zu einem einzigartigen Weinerlebnis ausgebaut. Die Ernte erfolgt ausschliesslich manuell, was auch aufgrund der Lagen nachvollziehbar ist. Seit 2005 stellt der französische Önologe Thibaut Delmotte die hohe Qualität der Weine sicher. Angebaut werden vorwiegend Torrontés, Sauvignon Blanc, Malbec, Pinot Noir, Cabernet Sauvignon, Syrah, daneben produziert Thibau Delmotte immer wieder kleine Mengen „Lote Especial“ von Tannat und Bonarda her. Die Flaggschiffe sind die Weine „Altura Máxima“, die ausschliesslich von den Reben Malbec, Pinot Noir oder Sauvignon Blanc aus den Weinbergen von 3‘111 m ü.M. gekeltert werden.
Wir probierten 6 Wine: Torronés als Weisswein, Auténtico Malbec, Syrah Especial, Colomé Estate Malbec, El Arenal und Altura Máxima Marlbec. Gemundet hat uns der Colomé Estate Malbec am besten.










Nach einer kurzen Besichtigung des Weingutes ging es in James Turrell-Museum, das Donald Hess für und zusammen mit dem Lichtkünstler James Turrell auf dem Weingut Colomé gebaut hatte. James Turrell (geb. 1943) gilt als einer der bedeutendsten Lichtkünstler der Gegenwart. Turrell arbeitet nicht mit Licht, um Dinge zu beleuchten, sondern nutzt Licht selbst als greifbares künstlerisches Material. Seine Installationen manipulieren das menschliche Auge. Seine Arbeiten erzeugen oft Illusionen von Tiefe, schwebenden Formen oder Leerräumen. Im Museum auf Colomé konnten wir uns durch die verschiedenen Werke verzaubern lassen. Fotografieren war in diesem Museum nicht erlaubt.


Zum Abschluss wurden wir mit einem köstlichen Essen mit Weinbegleitung verwöhnt. Da wir vor dem Eingangstor zur Bodega einen schönen Platz gefunden haben, blieb uns noch genügend Zeit, das wunderschöne Anwesen zu geniessen.











Am Donnerstag fuhren wir die RN 40 nach Cafayate. Die RN40 war strassenmässig definitiv nicht die besten 140 km, da eine Wellblech-Strecke die andere ablöste, aber landschaftlich war es ein Erlebnis.













Für die nächsten vier Nächste stehen wir auf dem Campingplatz Luz y Fuerza, wo wir unser WoMo sicher stehen lassen können.

Am Freitag besuchten wir die Bodega Lavaque. Wir hatten am Reitturnier Francisco „Pancho“ Lavaque und seine Frau Bettina Romero, ehemalige Bürgermeisterin von Salta und Tochter des Ex-Gouverneurs Romero der Region Salta, kennen gelernt. Pancho hat uns zum Besuch auf seinem Weingut eingeladen, das nur 900 m vom Camping-Platz Luz y Fuerza liegt. Das Weingut wird von Pancho in der 5. Generation geführt. Interessant für uns war die Geschichte, die fast mit Panchos Vater geendet hätte: 1870 beginnt die Familie Lavaque, Immigranten aus dem Libanon, ihre Weinbautradition in den Calchaquí-Tälern. Sie haben in Cafayate und in der Umgebung grosse Weinbauflächen, wo Torrontés, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Malbec, Tannat, Criolla Chica (historische, rote Rebsorte aus Südamerika) angebaut werden. Zum Weingut gehört auch ein schönes Hotel in einer wunderbaren Landschaft mit der Cordillera (Bergkette) der Anden im Hintergrund.






Der Vater von Pancho hätte um im Jahr 2000 ein Haar das Weingut in den Boden gefahren. Er hat den Familienbesitz an ein grosses Weinkonglomerat verkauft. Als 2003 Pancho als 5. Generation seinen Abschluss als Winzer und Önologe in USA abgeschlossen hatte, kam er mit vielen Pänen und Träumen zurück nach Cafayate. Er kaufte das Weingut zurück und verfolge beharrlich seine Pläne. Er setzt auf Qualität und Identität, auf Ökologie und Nachhaltigkeit. Der Erfolg und der Absatz inkl. Export nach USA, England, Holland, Italien und Brasilien, gibt ihm Recht. Trotzdem hält er an seinem Grundsatz fest: weniger produzieren ist besser, Qualität vor Quantität.






Wir durften die Top-Linie „Lavaque Gran Altura“ probieren, die alle über 1‘870 m ü.M. angebaut werden. Als besonderes Highlight wurde uns der Blend Tannat/Malbec „Felix“ angeboten, der uns ganz besonders gefallen hat. Dieser Wein ist eine Hommage an den Ur-Ur-Grossvater und Gründer vom Weingut Lavaque.







Am Samstag genossen wir das dritte Weingut und zwar Amalaya. Dieses ist, wie auch Colomé, im Besitz von Donald Hess resp. der Hess Group AG. Seit 2010 ist dieses Weingut als Amalaya auf dem Weinmarkt aktiv. Diese Bodega liegt ca. 3 km ausserhalb Cafayate. Die Bodega Amalaya ist wie auch die anderen beiden Colomé und Lavaque im Calchaquí-Tal. Die Weine werden in Höhenlagen von bis zu 1‘800 Metern produziert. Der Name „Amalaya“ bedeutet in der Quechua-Sprache „Hoffnung auf ein Wunder“ – passend zu den extremen, trockenen Bedingungen der Region. Dieses Weingut war für uns ein ganz spezielles Erlebnis. Pedro Aquino, der Geschäftsführer vor Ort, und Augusto, Sommelier, haben uns wie Freunde behandelt. Wir haben als Apéro einen köstlichen Amalaya Single Vineyard Riesling und Amalaya Single Vineyard Torrontes genossen. Die Weinprobe umfasste den Blanco de Corte (Torrontes und Riesling), den uns bekannten Malbec, den Corte de Origen (85% Malbec, 10% Cabernet Sauvignon, and 5% Tannat, ein Teil des Weines lagterte 10 Monate im Holzfass) und den Corte Unico (90 % Malbec, Rest Tannat und Cabernet Sauvignon. Der Wein lagerte 12 Monate im französischen Eichenfass). Unsere Favoriten waren der Amalaya Single Vineyard Riesling und der Corte Unico. Das anschliessende Essen war eine perfekte Abrundung dieses Besuches. Uns hat dieses Weingut sehr gut gefallen, da es modern ist, aber eine schöne Gemütlichkeit und höchste Professionalität ausstrahlt.










Und natürlich durfte der Besuch Cafayate, das auf 1‘683 Meter liegt, nicht fehlen. Wir finden den Ort schön gemacht und gut erhalten. Und natürlich dreht sich alles um Wein, was es aber auch interessant macht und weshalb wir ja auch hier sind. Wie in den meisten südamerikanischen Städtchen konzentriert sich das Leben rund um die Plaza, hier die Plaza 20 de Febrero, dem Hauptplatz, wo auch die fünfschiffige Kathedrale Neustra Señora del Rosario steht. Aktuell sind gefühlt in allen Restaurants mind. zwei Fernseher aufgestellt, damit niemand die Fussball-WM verpasst. Ein lustiges Treiben, das uns gut gefällt.















Somit haben wir unsere Genussreise im Calchaquí-Tal abgeschlossen und fahren zufrieden nach Salta zurück.
Liebe Claudia. Lieber Norbert, sehr schöne Bilder von den Weingütern….und die Kakteen….tolle Landschaft….weiterhin viel Spass… Hildegard
Danke liebe Hildegard
Zum Glück könnt ihr in der Nähe vom Weingut campen und müsst nach der Degustation nicht mehr fahren. Prost.
Toll Bilder. Ich bin total begeistert von dieser Region.
Liebe Grüsse aus Ulu bei 32 Grad
Dani
Lieber Dani
das stimmt – wäre nicht gut gewesen, wenn wir bei einer Promillevorgabe von 0,0 noch gefahren wären :-). Danke für Deine Rückmeldung – die Gegend ist wirklich wunderschön. Du könntest uns gerne ein paar Grad Wärme senden, hier ist es in der Nacht doch eher kühl, um nicht zu sagen sehr kalt.
Herzliche Grüsse
Claudia und Norbert