Am 22.11. wurden wir von Marcelo pünktlich um 07.00 Uhr im Paraiso Suizo abgeholt, damit wir um 09.00 Uhr am Buqebus-Terminal am Hafen in Montevideo waren. Das Check-In-Prozedere war kurz und schmerzlos. Nur weshalb wir zwei Stunden früher da sein mussten, war für uns nicht verständlich. Egal – besser zu früh als zu spät. Um 12.00 Uhr (anstatt 11.00 Uhr), legte dann die Personen- und Autofähre ab Richtung Buenos Aires ab. Die angenehme Überfahrt dauerte rund 3 Stunden. Die Entgegennahme des Gepäcks gestaltete sich allerdings als ziemlich chatoisch, weil der Passagierfluss schlecht geführt wurde, so dass sich alle immer gegenseitig im Weg standen. Es war fast unmöglich an das aufgegebene Gepäck auf dem Förderband, geschweige denn anschliessend, mit dem Gepäck durch den Scanner zu gelangen. Egal – es dauerte viel länger als erwartet, aber es blieb ruhig und alle fügten sich dem, was noch kommen mag.

Fähre Francisco nach und von Buenos Aires
Abfertigungshalle von BuqeBus in Montevideo

Wir wurden am Ausgang von einem Taxi-Fahrer erwartet und direkt ins „Hotel“ Casa Joseph gebracht. Es war mal ein Hotel und heute werden die grossen, ehemaligen Suiten als Studio an Reisende vermietet. Das Hotel liegt im Stadtteil (Barrio) Palermo-Soho. Es ist ein sehr belebter und v.a. sicherer Teil, der es uns erlaubt, abends noch auf die Strasse zu gehen und eines der vielen schönen Restaurants aufzusuchen.

Blick von unserem Hotel-Dach
Der Pool auf dem Hoteldach

Buenos Aires (frühere Schreibweise Buenos Ayres) ist die Hauptstadt Argentiniens. Ihre Gründer benannten die Stadt nach der Heiligen Santa María del Buen Ayre (spanisch für Heilige Maria der Guten Luft). Daneben hat Buenos Aires noch weitere Beinamen, wie

„Paris Südamerikas“ (aufgrund der europäischen Architektur und Kultur), „La Reina del Plata“ (Die Königin des Silbers) und die umgangssprachliche Bezeichnung „Baires“. Der offizielle Name ist CABA (Ciudad Autónoma de Buenos Aires). Buenos Aires hat im Zentrum selber gut 3.5 Mio. Einwohner, im Grossraum sind es über 15 Mio. Buenos Aires ist in 48 Stadtteile, so genannte Barrios, gegliedert.

Wir haben 6 Tage und 5 Nächte in der Hauptstadt verbracht, wobei der erste Tag unsere Anreise war und am sechsten Tag musste wir schon um 07.00 Uhr wieder an der Fährstation sein. Die vier Tage, die uns für die Besichtigung blieben, haben wir sehr genossen. Wir hatten grosses Wetterglück und wollten die Zeit draussen verbringen. Auf Museeumsbesuche haben wir verzichtet.

Am ersten Abend haben wir uns die Umgebung unseres Hotels angesehen und blieben aber schon nach kurzer Strecke in einer einer einladenden Bar hängen. Die unkonventionelle Einrichtung und die Murals (Wandgemälde) haben uns imponiert – und das Bier mundete ebenfalls köstlich (schliesslich waren wir ja seit 07.00 Uhr unterwegs).

Schöne Heimelige Bar mit tollen Murals (Wandbildern)

Danach schlenderten wir weiter durch die Strassen bis zur Plaza Serrano, ehe wir uns ein Abendessen mit viel und v.a. gutem Fleisch und excellenten Wein gönnten.

Auf dem Weg zur Plaza Serrano

Messi und Maradona sind allgegenwärtig

Die Jungen üben für das Spiel am Samstag der La Boca Juniors gegen Tailleres (Cordoba) am Sonntag. Mit ihren Pauken und Tschinellen üben sie beeindruckende Choreos

Buenos Aires – die Stadt des Tango. Tango ist der Ausdruck von Leidenschaft und Schmerz!

Der nächste Tag verbrachten wir im Stadtteil SanTelmo und in La Boca.

San Telmo San Telmo ist das älteste Stadtviertel von Buenos Aires und bekannt für seine Häuser im Kolonialstil. Die alte Markthalle „La Feria de San Telmo“, die Antiquitätenläden, die Tangotänzer am Sonntag und die ganze Lebensfreude haben es uns sehr angetan. Die Geschichte von San Telmo reicht zurück bis ins 17. Jahrhundert. Damit zählt das Viertel zu den ältesten der Stadt. Hafenarbeiter, Aristokraten, europäische Einwanderer und Künstler haben das Viertel über die Jahrhunderte geprägt.

Im Stadtteil San Telmo in der Markthalle
Schweizer Raclette gibt es auch

Die Feria de San Telmo – der grosse Markt in alten schönen Markthallen

Wir lieben Empanadas (gefüllte Teigtiaschen)

Und hier ist die berühmte Comic-Figur Mafalda

Zeitvertreib mit dem Handy – chillig sitzt der Kleine im Stuhl

Auf dem Antiquitätenmarkt in San Telmo

Tangotänzer am Sonntag in San Telmo

Anschliessend fuhren wir nach La Boca, der Inbegriff für Fussball, Tango und bunte Wellblechhäuser. Das Barrio La Boca wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch die vielen europäischen und besonders italienischen Immigranten gegründet, die sich auf dem südamerikanischen Kontinent ein besseres Leben erhofften. Aufgrund der starken Armut lebten die Einwanderer in sogenannten „Conventillos“, einfache Wellblechhäuser, die mit Schiffslack farbenfroh bemalt wurden und bis heute das Stadtbild prägen. Eine Farbenpracht, die auch das Stadion eines der beliebtesten Fussballvereine in Argentinien nicht verschont hat. Das Estadio Alberto J. Amando, das durch seine pralinenschachtelartige Form auch unter dem Namen „La Bombonera“ bekannt, ist die Heimspielstätte von Boca Juniors. Weltspieler wie Diego Maradona liefen in diesem Stadion mit den blaugelben Klubfarben auf und sind heute überall, nebst Lionel Messi, an den Wänden der vielen Häuser aufgemalt. Der Legende nach verdankt Boca Juniors sein Blau und Gelb einem schwedischen Frachtschiff, das im Moment der Farbauswahl den Hafen von La Boca erreichte. Am Sonntag fand ein Fussballspiel Boca Juniors gegen Talleres (Córdoba), welches Boca Juniors 2:0 für sich entschied.

auf nach la Boca

Die Fussballfans für das Spiel am Abend

Überall riecht es nach köstlichem Fleisch

Eine Combo Messi – danach hat man sicher keinen Hunger mehr

Diego Maradona in seinen Lebensphasen
La Boca Juniors – der beliebte Fussballclub
Egal wo man hinschaut, die Fussballfans waren alle super aufgestellt und wollten von Norbert immer fotografiert werden.

Die zwei bis drei kleinen touristischen Straßen werden Caminito genannt und begeistern als eine Art Freiluftmuseum, in dem Einheimische ihre Kunstwerke präsentieren und teilweise Tango auf den Strassen tanzen oder mind. mit Touristen entsprechende Fotos schiessen.

Und wer will (und viel Geduld zum Anstehen hat), kann sich mit Messi und dem Siegerpokal ablichten lassen
Elegante Tangotänzerin verdient etwas Geld mit Touristen in Tango-Pose

Magnete mit unterschiedlichen Motiven.
Der Musiker ist lebendig ……  
Papst Franziskus
Maradona und
Messi – alle sind vertreten

Hier trinken wir keinen Alkohol – nur Bier, Fernet, Wein, …

Selbst die Hunde werden als Boca-Fans verkleidet

Grossartiges Gefährt
Die Fans am Üben, bevor der Auftrag am Abend die eigene Mannschaft Boca Juniors anheizen soll.

Die Fans sind super gut drauf!
Wunderschöner Jacaranda-Baum
Alte Hafenkräne und ein beeindruckendes Wandgemälde wo die Technik „Silberblick“ angewendet wurde. Der Effekt dieser Technik ist, dass dem Betrachter das Gefühl vermittelt wird, die dargestellte Person würde ihn direkt anblicken und bei Bewegung sogar mit dem Blick folgen. Eines der ersten Werke, bei denen diese Technik angewendet wurde, ist ist die Mona Lisa von Leonardo da Vinci.

Brücke Nicolás Avellaneda (im Hintergrund) und Puente Transbordador (graube Brücke im Vordergrund)
Die Konstruktion ist eine der wenigen Schwebefähren, die es weltweit gibt. Eine an der Brückenkonstruktion hängende Plattform, auf der die Fahrzeuge und Passanten standen, wurde über den Fluss hin und her gezogen.

In La Boca begegnet uns die Comic Figur Mafalda fast auf Schritt und Tritt als Kleidungsstück, Skulptur, etc. Der Erschaffer von Mafalda ist Quino (Joaquín Salvador Lavado Tejón). Mafalda lebt in Buenos Aires, ist gerade mal sechs Jahre alt und hat voluminöse schwarze Haare, die sie mit einer grossen Schleife bändigt. Meist trägt sie ein geknöpftes Kleid sowie Riemchenschuhe mit weissen Söckchen. Sie hinterfragt mit scharfem Witz gesellschaftliche und politische Probleme, Themen wie Krieg, Ungleichheit und Autorität und hat eine starke Abneigung gegen Suppe, aber eine Vorliebe für die Beatles.

… und wieder Mafalda
Mafalda in Action

Am Montag sind wir zeitig zum Friedhof La Recoleta (Cementerio de la Recoleta) gefahren; er liegt im gleichnamigen Stadtteil Recoleta, einem der teuersten Wohn- und Geschäftsviertel der Hauptstadt. La Recoleta wurde Ruhestätte zahlreicher wohlhabender und prominenter Einwohner. Hier wurden argentinische Präsidenten bestattet, Profisportler, Wissenschaftler und Schauspieler; zu den bekanntesten zählt die zweite Ehefrau von Juan Perón, Eva Perón (hierzu später noch mehr). Auf dem Friedhof befinden sich zahlreiche aufwendig gestaltete Marmormausoleen, die mit Statuen in den unterschiedlichsten Architekturstilen wie Art Deco, Jugendstil, Barock und Neugotik verziert sind. Die meisten Materialien, die zwischen 1880 und 1930 für den Bau der Gräber verwendet wurden, wurden aus Paris und Mailand importiert.

Friedhof La Recoleta (Cementerio de la Recoleta)

Am Ende des Ganges gibt es eine Kneipe – das Bier-Haus 7030 – aber das ist ausserhalb des Friedhofs 😉

Am Grab von Eva „Evita“ Perón, zweite Ehefrau von Juan Perón

Danach haben wir mit einem Hop-on/Hop-Off-Bus (man kann jederzeit in den Bus steigen um weiterzufahren, oder den Bus verlassen, um etwas näher anzusehen) eine Stadtbesichtigung gemacht, um noch mehr über das zu erfahren, was wir schon gesehen resp. um zu sehen, was wir noch nicht besucht hatten.

Hop-on/Hop-Off-Bus

Am Abend sind wir an den Puerto Madero gefahren. Es ist der ehemalige Hafen, der nach dem 2. Weltkrieg, als der Handel komplett eingebrochen ist, ganz zerfallen war. Ab 1990 wurde das Hafengebiet modernisiert. Alte Lagerhäuser wurden in Lofts, Büros, private Hochschulen, Hotels und Restaurants umgewandelt. Alle Strassen in Puerto Madero sind nach Frauen benannt. Die neuste Verbindung zwischen Puerto Madero und der Innenstadt ist die Puente de la Mujer (Frauenbrücke) von 2001, eine seltene Schrägseil-Drehbrücke, die von Santiago Calatrava entworfen wurde. Wir waren begeistert vom Puerto Madero.

Am Puerto Madero

Beeindruckende Skyline mit der filigranen Puente de la Mujer.

Am Dienstag sind wir erst zum Argentinischen Nationalkongress gefahren, den wir uns nur von aussen angesehen haben. Dieser Kongresspalast wurde nach einer zehnjährigen Bauphase im Jahr 1906 eröffnet. Der im griechisch-römischen Stil erbaute Sitz des Nationalkongresses weist Ähnlichkeiten zu anderen bekannten Gebäuden weltweit auf. So lässt sich von der Vortreppe aus die Ähnlichkeit zum Kapitol in Washington erkennen. Die Bronzefiguren an den vier Ecken des Gebäudes symbolisieren Sieg und Frieden. Der Plaza del Congreso mit seinen Jacaranda-Bäumen, die im November schön lila/blau blühen, lädt zum Verweilen und Flanieren ein und ist auch Nachtplatz für die recht vielen obdachlosen Menschen in der Stadt, da hier auch Wassersprenger laufen, wo sie die die morgendliche Toilette machen und ihre Wäsche waschen können.

Der Nationalkongress oder Kongresspalast.
Das Wappen Argentiniens, es symbolisiert die Einigkeit und Freiheit der Nation mit sich schüttelnden Händen für die Provinzen, der phrygischen Mütze auf einer Lanze (Freiheit und Macht) und der aufgehenden Sonne (Mai-Revolution). Es wird von Lorbeerzweigen umrahmt, die den Sieg darstellen. Die weiteren Wappen stellen die 23 Provinzen Argentiniens dar.

Park Plaza del Congreso vor dem Nationalkongress
Diese beiden Damen haben im Park Plaza del Congreso ihre Hunde (alle konnten gut laufen) spazieren gefahren und immer wieder auf den Grünflächen aus dem Wagen genommen und auf die Wiese gesetzt.
Die Plastik „Der Denker“ des Bildhauers Auguste Rodin, das Original steht in Paris.

Einer von vielen alten Liften in den schönen Artdeco-Häusern
Verkauf von Tickets für die Vielzahl von Tango-Shows
Don Quichote

Nachher ging es zum Obelisken, der sich am Ende der Avenida 9 de Julio auf der Plaza de la Républica befindet. Der Obelisk ist gut 67 Meter hoch und gilt als das Wahrzeichen von Buenos Aires. Inschriften auf allen vier Seiten zeugen von den wichtigsten Ereignisse der Stadt Buenos Aires: erste Stadtgründung (1536) und zweite Gründung durch Juan de Garay (1580), Hissen der argentinischen Flagge (1812), Ernennung zur Hauptstadt (1880), 400-jähriges Stadtjubiläum (1936).

Der Obelisk befindet sich am Ende der Avenida 9 de Julio auf der Plaza de la Républica.

Avenida 9 de Julio – eine der vielen grossen Strassen (total 8-spurig)
Mural von Evita Perón an der Fassade des Ministeriums für öffentliche Arbeiten an der Avenida 9 Julio

In der Confiteria La Ideal, eines der berühmten Kaffees, haben wir uns einen köstlichen Capucino genehmigt, ehe wir zum Teatro Colón gelaufen sind, wo wir eine Führung gebucht hatten.

Confiteria La Ideal

Das Teatro Colón ist berühmt für seine phänomenale Akustik und seine einmalige Architektur; es gilt zusammen mit der Mailänder Scala, der Pariser Opéra Garnier und dem Royal Opera House in London als eines der besten Opernhäuser der Welt. Das Orchester und die Stimmen der Sänger müssen dank der brillianten Akustik nicht verstärkt werden. Das heutige Teatro Colón wurde von 1889 bis 1908 gebaut und am 25. Mai 1908 mit der Oper Aida eröffnet. Das Theater hat 2500 Sitz- und 1000 Stehplätze.

Teatro Colón
Auch die Aussenfassade des Teatro Colón ist sehr beeindruckend

Der Präsidentenpalast „Casa Rosada“ aus dem 19. Jahrhundert am Plaza de Mayo war unser nächstes Ziel. Es ist der Regierungssitz der Präsidenten Argentiniens.

Präsidentenpalast „Casa Rosada“ aus dem 19. Jahrhundert am Plaza de Mayo

Das Wappen Argentiniens, es symbolisiert die Einigkeit und Freiheit der Nation mit sich schüttelnden Händen für die Provinzen, der phrygischen Mütze auf einer Lanze (Freiheit und Macht) und der aufgehenden Sonne (Mai-Revolution). Es wird von Lorbeerzweigen umrahmt, die den Sieg darstellen
Die Steine unter der Statue des General Belgrano auf der Plaza de Mayo sollen an die Covid-Opfer in Argentinien erinnern und wurden von deren Angehörigen dahingelegt.

Vom Balkon der Casa Rosada (Präsidentenpalast) richtete unter anderem Evita Perón ihre leidenschaftlichen Reden ans Volk.María Eva Duarte de Perón war Schauspielerin, Radiomoderatorin und seit 1945 die zweite Frau des Argentinischen Präsidenten Juan Perón. Die Primera Dama (First Lady) war sozial sehr engagiert. Eva Perón war 1952 unbestreitbar die zweitmächtigste Person in Argentinien, sie war die weltbekannte First Lady und von die Arbeiterbevölkerung vergötterte „Evita“. Dabei hatte sie in Peróns Regierung nicht einmal ein offizielles Amt inne. Das Musical von Andrew Lloyd Webber „Evita“ erzählt die Geschichte der argentinischen Präsidentengattin Eva Perón (1919 – 1952), ihre leidenschaftlichen Reden an das einfache Volk spiegeln sich im Lied „Don’t Cry for me Argentina“ wider.

Ebenfalls auf dem Plaza de Mayo findet sich am Boden ein eher unscheinbarer weisser Kreis mit weiss gemalten Kopftüchern, das Symobl der Frauen, die Kinder durch die Militärjunta verloren haben.

Das weisse Kopftuch als Symbol der Madres de Plaza de Mayo

Die Madres de Plaza de Mayo (Mütter des Platzes der Mairevolution) ist eine Organisation argentinischer Frauen, deren Kinder unter der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 unter zunächst ungeklärten Umständen „verschwanden“ (Desaparecidos). Seit dem 30.04.1977 demonstrieren die Mades de Plaza de Mayo gegen das spurlose Verschwinden von Ihren Töchtern und Söhnen. Später kamen auch die Abuelas de Plaza de Mayo (Grossmüter des Platzes der Mairevolution), die für ihre Enkelkinder kämpften. Die Gefangenen wurden von der Miltärjunta gefoltert, unter Drogen gesetzt, erschossen oder über dem Rio Plata aus einem Flugzeug abgeworfen. Den Frauen, die schwanger waren, wurde nach der Entbindung im Gefängnis das Kind weggenommen und regimetreuen Familien übergeben (deshalb die Abuelas de la Plaza de Mayo). Die Mütter wurden getötet. Die Madres und die Abuelas de Plaza de Mayo marschierten jeden Donnerstag im Kreis auf dem Platz, weil Kundgebungen währen der Militärdiktatur im Stehen verboten waren. Es wird davon ausgegangen, dass rund 30‘000 Personen in der Zeit der Miltärjunta verschwunden sind. Noch heute treffen sich die Frauen am selben Ort um gegen das Vergessen ihrer Kinder und Engkelkinder zu kämpfen.

Die Madres de Plaza de Mayo (Frauen mit weissen Kopftüchern) ist eine Organisation argentinischer Frauen, deren Kinder unter der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 unter zunächst ungeklärten Umständen „verschwanden“ (Desaparecidos).

In La Boca, der Stadtteil in welchem besonders viele Menschen entführt wurden, hat der Künstler Lucas Quinto eine ganze Serie an „Murals“ zum Moto „Ni olvida, ni perdon“ (Kein Vergessen, kein Vergeben) anlässlich des internationale Tages der Frauenrechte 2022 gemalt.

Der Künstler Lucas Quinto eine ganze Serie an „Murals“ zum Moto „Ni olvida, ni perdon“ (Kein Vergessen, kein Vergeben) anlässlich des internationale Tages der Frauenrechte 2022. gemalt.
Künstler Lucas Quinto
Künstler Lucas Quinto

Die Catedral Metropolitana, der hl. Dreifaltigkeit geweiht, steht in unmittelbarer Nähe des Präsidentenpalastes. Die Kathedrale hatte ihren ersten Vorgängerbau im 16. Jahrhundert und wurde seitdem mehrmals neu errichtet. Das derzeitige Kirchengebäude ist eine Mischung verschiedener Architekturstile. Das Kirchenschiff und die Kuppel stammen aus dem 18. und die Fassade aus dem 19. Jahrhundert. Der Innenraum beinhaltet wertvolle Statuen und ein Altarretabel (Altarraufsatz) aus dem 18. Jahrhundert sowie eine reiche Dekoration im Neorenaissance- und Neobarock-Stil.

Catedral Metropolitana
In der Catedral Metropolitana

Auch der einfache Kirchenbesucher erhält eine Statue

Die Kathedrale war Sitz des Erzbischofs Jorge Mario Bergoglio, der am 13. März 2013 zum 266. Bischof von Rom und damit zum Papst Franziskus ernannt wurde.

Eines von vielen schönen ArtDeco-Gebäude, direkt an der Plaza de Mayo

Am Abend haben wir uns VIP-Ticket für das Abendessen und Tango-Show im „Café de los Angelitos“ geleistet. Wir wurden von einem Chauffeur im Hotel abgeholt und ins Café geführt, wo wir hervorragend gegessen und auf besten Plätzen eine traumhaft schöne Tango-Vorführung genossen haben.  Der Tango Argentino unterscheidet sich stark vom Tango, wie er bei uns getanzt wird.

Tango-Show im „Café de los Angelitos“

Wir geniessen einen tollen Blick auf die Bühne und das Orchester oberhalb der Bühne
So schnell füllt sich der Saal, wenn Reisegruppen einfallen.
Von hier aus lässt es sich geniessen, Essen, Wein und Show waren wunderbar

Der Tango Argentino ist ein leidenschaftlicher, improvisierter Paartanz aus Buenos Aires, der sich durch enge Umarmung, Körperführung und die Interpretation der Musik auszeichnet, im Gegensatz zum standardisierten europäischen Turniertanz. Er entstand im 20. Jahrhundert in den Arbeitervierteln der Stadt und ist mehr als nur ein Tanz – er ist Ausdruck von Kultur, Melancholie und Emotionen, bei dem der Führende die Partnerin durch subtile Signale leitet, um eine einzigartige, gemeinsame Geschichte zu erzählen. Der Tango wurde anfänglich vor allem von Männern getanzt. Dies ist v.a. der Tatsache geschultet, dass in den Hafenstädten des Rio Plata über 6 Millionen Einwanderer, hauptsächlich Männer, ihr Glück nach einem besseren Leben suchten.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit Flanieren durch die Strassen von Buenos Aires. Begonnen haben wir den Tag auf dem Aussichtspunkt der Galería Güemes. Die Galerie wurde 1915 erbaut und war der erste Wolkenkratzer der Stadt. Das 16-stöckige Gebäude ist heute ein durchschnittliches Einkaufszentrum in einem prächtigen Jugendstilgebäude. Es wird gesagt, dass der Schriftsteller des kleinen Prinzen, Antoine de Saint-Exupery, einst in einer Wohnung im Obergeschoss dieses Gebäudes lebte. Mit einem antiken Aufzug gelangt man in den 16. Stock, von wo eine Wendeltreppe noch zwei Etagen höher zum Aussichtspunkt führt, der einen grandiosen Blick auf den Stadtteil Retiro und den Rio Plata bietet.

Galería Güemes

Dieser antike Aufzug brachte uns in den 16. Stock.
Einmaliger Blick auf den Stadtteil Retiro und den Rio Plata

Und natürlich darf auch hier das Denkmal für die Gefallenen im Malvinas (Falklands)-Krieg nicht fehlen
Interessante Skulpur

Mural von Lionel Messi
Schöne Bruchbude, die aber noch bewohnt ist.
Mafalda mit Ihren Freunden

Anschliessend sind wir auf der Calle (Strasse) Defensa nochmals nach San Telmo gelaufen. An der Defensa liegt auch das Convento Santo Domingo, die Rosenkranzbasilika. Vor der Dominikanerkirche aus dem 18. Jahrhundert an der Avenida Belgrano befindet sich das Mausoleum des Generals Manuel Belgrano. Bei einer Schlacht 1807 wurde das Kloster Santo Domingo durch viele Kanonenkugeln stark beschädigt. Holzklötze erinnern in der Fassade an die entfernten Kanonenkugeln.

Mausoleum des Generals Manuel Belgrano vor dem Convento Santo Domingo
Hier sind noch die Einschusslöcher der Kanonenkugeln zu sehen
Schön gestaltete Dominikanerkirche

Natürlich durfte der Besuch in der wohl berühmtesten Buchhandlung in Buenos Aires nicht fehlen. El Ateneo Grand Splendid ist in einem ehemaligen prachtvollen Theater untergebracht. Die ursprüngliche Architektur, inklusive Bühne, Logen und Fresken, wurden beibehalten hat. Auf der ehemaligen Bühne befindet sich heute ein Kaffee.

El Ateneo Grand Splendid – die wohl berühmteste Buchhandlung in Buenos Aires

Am Donnerstag wurden wir dann bereits um 05.30 Uhr vom Taxi abgeholt und zur Fährstation gefahren. Um die Mittagszeit kamen wir wieder gut im Paraiso Suizo an, wo wir Askja für die Lagerung bei UY Storage fertig gemacht haben. Nun steht unser WoMo bei UY Storage und wird wieder fit für die nächste Reiseetappe gemacht.

Inzwischen sind wir in Wohlen, wurden bei unserer Rückkehr mit Geschenken von unseren Nachbarn, einer schöne Amaryllis und einem feinen Abendessen, was könntes es anderes sein als unser Wunschessen Älplermagronen, von Mams verwöhnt.

Mit so einer schönen Begrüssung und köstlichen Lauchquiches von Marianne und Benno …
… und Geschenken von Heidi und Rolf, Adi und Conny und natürlich Mams kommen wir sehr gerne wieder nach Hause.

Seit langer Zeit haben wir mal wieder den Weihnachtsmarkt in Bremgarten besucht, um uns weihnachtlich einzustimmen, nachdem wir vom Sommer gekommen sind.

Unser Besuch mit Mams am Weihnachtsmarkt und der erste Glühwein im 2025.

Es gibt alles was das Herz begehrt …

Nun geniessen wir einige Wochen mit Familie und Freunden, ehe wir dann den dritten Teil unserer Südamerika-Reise starten. Bis dahin – hasta luego, händ Eu Sorg!

22.11. – 06.12.2025: Pulsierendes Buenos Aires – gemütliches Wohlen, weihnachtliches Bremgarten. Forsetzung folgt!

2 Gedanken zu „22.11. – 06.12.2025: Pulsierendes Buenos Aires – gemütliches Wohlen, weihnachtliches Bremgarten. Forsetzung folgt!

  • Dezember 13, 2025 um 10:51 a.m. Uhr
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    Herzlich Willkommen Zuhause und vielen Dank für euren Blog. Ich freute mich jeweils eure News zu lesen. Interessant, aufschlussreich und inspirierend.
    Ich wünsche euch eine erholsame Zeit in der Schweiz und freue mich darauf, wenn ihr wieder weg seid. (Nur wegen dem Blog lesen)
    Frohe Festtage
    Dani

    • Dezember 13, 2025 um 2:36 p.m. Uhr
      Permalink

      Danke lieber Dani. Wir hoffen, dass wir Dich auch im neuen Jahr wieder mit unseren Blogs auf die Reise mitnehmen dürfen.
      Herzliche Grüsse und Euch auch wunderschöne Festtage, Claudia und Norbert

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