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Von Bella Vista sind wir mit der Fähre nach Argentinien über den Rio Paraná übergesetzt. Danach haben wir uns noch zwei Jesuiten-Missionen in der Provinz Missiones/Argentinien angesehen.






Auf die Jesuiten-Missionen als solches gehen wir nicht mehr weiter ein, das haben wir im letzten Blog entsprechend beschrieben.

Besucht haben wir zwei Jesuiten-Missionen: San Ignacio Miní und Santa Ana. San Ignacio Miní ist eine der bekanntesten und am besten erhaltenen Ruinen in Argentinien. Seit 1696 wurde diese Mission am heutigen Standort gegründet. In der Blütezeit von San Ignacio Miní um 1730 wohnten hier etwa 4.000 Personen (2 – 4 Jesuiten und gut 4‘000 Guaraní). Rund um die Mission ist ein beeindruckender Regenwald.






Die Mission Nuestra Señora de Santa Ana ist weniger gut erhalten, auf Restauration wird ganz verzichtet. Einzig der Erhalt der Ruinen steht im Vordergrund. Die Mission Nuestra Señora de Santa Ana wurde 1633 an diesem Ort gegründet. Uns hat diese besonders gut gefallen, weil sich hier der Regenwald in der zerstörten und verlassenen Mission nach und nach wieder ausgebreitet hat. Dadurch wirken die verbliebenen Ruinen besonders mystisch.








Und dann wollten wir uns das „Neue 7 Weltwunder der Natur“, die Iguazú-Wasserfälle (in Spanisch Cataratas del Iguazú) nicht entgehen lassen. Am 11.11.2011 wurden diese Wasserfälle in die Liste der 7 Weltwunder der Natur aufgenommen. In Puerto Iguazú haben wir in Tierra Roja, eine riesen Event-Anlage, einen guten Platz gefunden, um a) die sindflutarigen Regenfälle und Tropengewitter (wir glaubten teilweise, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt) am Mittwoch und Samstag auszusitzen und b) von hier aus per Taxiservice die Iguazú-Wasserfälle auf der argentinischen und auf der brasilianischen Seite zu besuchen.



Die Iguazú-Wasserfälle, die vom Rio Iguazú (Iguazú leitet sich vom Guaraní-Wort Yguasu = „grosses Wasser“ ab) gespiesen werden, bestehen aus 20 grösseren sowie 255 kleineren Wasserfällen auf einer Ausdehnung von 2,7 Kilometern. Einige sind bis zu 82 Meter, der Groateil ist 64 Meter hoch. Besonders beeindruckend ist der Teufelsschlund (Garganta del Diablo); eine U-förmige, 150 Meter breite und 700 Meter lange Schlucht.
In Argentinien war für uns der Eintritt mit unserer Jahreskarte für die Nationalparks „kostenlos“. Mit dem „Green Train“ werden die Besucher u.a. zur Haltestelle für den Teufelsschlund gefahren. Auf dem Rückweg haben wir uns die Fälle auf zwei unterschiedlichen Wanderungen angesehen, den Circuito Superiro und den Curcuito Inferior. Beide Wege bieten spektakuläre Sichten auf die Wasserfälle.




















Überall sahen wir Warnschilder betr. Kapuziner-Affen und Nasenbären. Speisen sollte Mensch in den dafür vorgesehenen „Käfigen“, um nicht in einem aussichtslosen Kampf sein Essen vor den Affen und Nasenbären retten zu müssen. Als wir da waren, hat sich eine Gruppe Touristen entschieden, entgegen aller Empfehlungen ausserhalb zu essen. Nachdem sie alles schön auf dem Tisch ausgebreitet und den Autoschlüssel ebenfalls auf dem Tisch plaziert hatten, kam ein Kapuziner-Affe angerast und hat sich am Schlüssel vergriffen und floh damit wieder auf die Bäume. Wie die Gruppe ohne Autoschlüssel nach Hause kam entzieht sich unseren Kenntnissen.

Die Nasenbären hatten wir erst nicht gesehen, obwohl wir gerne solche sehen wollten. Dieses Verlangen schlug dann am Abend, nachdem wir den Teufelsschlund nochmals besuchte hatten, ins pure Gegenteil um. Überall waren diese kleinen frechen Kerle, haben den Leuten das Essen aus der Hand gerissen – speziell beliebt war jede Art von Snacktüten – und sind zwischen den Beinen rumgerandt. Es kam leichte Histerie auf.



Die Brasilianische Seite ist ebenfalls sehr gut organisiert – im Ticketpreis ist der Transport zum Ausgangspunkt des Hauptweges an die Fälle enthalten. Die Wasserfälle sind gut 11 km vom Eingang entfernt – mit dem Doppeldecker-Bus wird man bequem zum Hotel Belmond das Cataratas gefahren. Der Panoramaweg ist sehr gut ausgebaut und auf den 1.5 Kilometern gibt es mehrere Aussichtspunkte. Einmal mehr wundern wir uns (um nicht zu sagen ärgern) über die unablässige Selfie-Mania der Brasilianer. Nicht, dass es mit einem Selfie gemacht wäre; nein – es müssen unzählige in immer neuer Pose und neu sortierter Haarpracht sein. Und um ganz sicher zu sein, dass alles so wie erwartet ist, wird das Selfie noch an Ort und Stelle geprüft und womöglich noch per WhatsApp verschickt. Kein Wunder, gibt es Punkte, wo man gut und gerne bis zu einer halben Stunde ansteht, um auch ein Selfie machen zu können. Zum Glück ist Norbert gross und konnte auch ohne Anstehen die gewünschten Fotos schiessen.




Der Panoramaweg lässt sich bis auf die letzte Station, Blick an die Teufelsschlucht, trockenen Fusses laufen. Ein zusätzlicher Steg von gut 600 m führt dann an den Garganta del Diablo – aufgrund der stakren Gischt bleibt dann aber kein Fetzen trocken. Trotz Ponjo waren wir patschnass. Aber es hat sich gelohnt und die Sonne liess unsere Kleider auch rasch wieder trocknen.
Würde man die beiden Seiten mit einem Theaterstück vergleichen, so könnte man sagen, dass man in Argentinien Teil des Theaterstücks ist, da man quasi auf den Fälle entlang wandert, während man in Brasilien von der Loge aus die Fälle bewundern kann.
Zum Abschluss des Besuches der Iguazú-Wasserfälle haben wir noch den gegenüberliegenden Vogelpark (Parque das Aves Iguazú) besucht. Obschon wir es vorziehen, Vögel in der freien Natur zu geniessen – besonders im Pantanal kamen wir ganz besonders auf unsere Rechnung, haben wir diesen Vogelpark besucht. Im Parque das Aves, der in den bestehenden Regenwald eingebettet ist, wird sehr viel zum Erhalt von Vogelarten getan, die vom Aussterben bedroht sind. Es ist eine top gepflegte Anlage, ein Rundweg führt durch die tropische Pflanzenwelt, an Tiergehegen vorbei und insbesondere durch grosse Volieren hindurch. In diesen begehbaren Volieren steht man direkt zwischen den Vögeln und es lassen sich auch die eine oder andere gelungene Aufnahme machen. Neben Vögeln gibt es eine grosse Anzahl an Schmetterlingen zu bestauen. Alles in allem ein lohnender Besuch und ein schöner Abschluss unseres Iguazú-Erlebnisses.




























Diese Selfie-Mania gab es auch in Japan. Echt nervend.
In Japan laufen die Asiaten filmend durch die Tempel und vergessen dabei nach links oder rechts zu schauen. Es macht nachdenklich, welche Datenmengen dabei produziert werden.
Vielen Dank für die tollen Bilder.
Dieses Gebahren ist wirklich nervig und ich frage mich, wer das alles anschauen soll. Denn das wirklich schöne Objekt, Tempel, Wasserfall, Tier, etc rückt in den Hintergrund.
Liebe Grüsse