Karte mit unserer aktuellen Route
Nach dem Gran Chaco sind wir nach Asunción, der Hautstadt von Paraguay, gerollt. Da die Transchaco-Strasse in einem sehr guten Zustand ist, konnten wir die 470 km trotz später Abfahrt in Filadelfia noch am gleichen Tag fahren und sind abends gut im Hotel Westfalenhof angekommen, wo wir auf dem Parkplatz sicher stehen können.


Asunción steht für Mariä Himmelfahrt. Der volle Name lautet La Muy Noble y Leal Ciudad de Nuestra Señora Santa Maria de la Asunción oder in Deutsch „Die edle und treue Stadt Nuestra Señora Santa Maria de la Asunción“. Es ist die grösste Stadt von Paraguay mit rund 500‘000 Einwohnern, inkl. Ballungsraum sind es deren 1‘900‘000 Einwohner. Sie wird auch als die „Mutter aller Städte“ bezeichnet, da sie eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte Südamerikas ist. Und was wir nicht wussten, die drittegefährlichste Stadt in Südamerika, hinter Buenos Aires und Santiago de Chile. Die sehr hohe Präsenz von Polizei und Militär gab uns aber das Gefühl der Sicherheit. Das Wetter war heute leicht regnerisch, d.h. es hat immer mal wieder genieselt, was aber für eine Stadtbesichtigung ideal war.
Begonnen haben wir unseren Stadtrundgang am Panteón de los Héroes und Oratorio de la Virgen de la Asunción (Heldengrabmal) an der Calle Independencia. Das Pantéon wurde 1863 zu Ehren der Schutzpatronin Virgen de la Asunción, die den Rang „Marschall des Heeres“ hat, erbaut. Am Tag unsererer Besichtigung fand gleichzeitig eine Veranstaltung zur Ehrung der Senioren statt, wo v.a. die Damen fröhliche Tänze aufgeführt hatten.









Nächster Besichtigungspunkt war die Estación Central del Ferrocarril, der ehemalige Hauptbahnhof, der 1861 eingeweiht wurde und bis zur endültigen Einstellung des Zugbetriebes im 2009 in Betrieb war. Auf dem Weg haben wir wieder einige Eindrücke mitgenommen.


















Danach sind wir zur Catedral Metropolitana gelaufen. Die Grundsteinlegung war im 17. Jahrhundert. Der schlichte Aufbau wurde im 19. Jahrhundert ergänzt. Leider war die Kathedrale geschlossen, so dass wir den Altar nicht sehen konnten, der sowohl Zeuge der Franziskaner als auch der Jesuiten war, die das Land zu verschiedenen Zeiten christianisierten. Sehr verwundert hat uns die Favela, die unmittelbar neben der Kathedrale und der katholischen Universität ist.







Am Ausgang der Plaza Independencia (je nachdem auch als Plaza de Armas, Plaza Juan de Salazar und Plaza del Congreso bekannt) befindet sich El Cabildo, das heutige Kulturzentrum der Republik Paraguay. Auf diesem Platz und auf den Strassen vor dem Kongress lieferten sich im März 1999 Anhänger des Präsidenten Raúl Cubas, seine Gegner und die Polizei regelrecht Strassenschlachten. Um die „Sicherheit zu regulieren“ (sehr sarkastische Formulierung), setzte der Präsident auch Militär gegen die Demonstranten ein. Panzer patrouillierten durch die Strassen, von Dächern schossen Scharfschützen auf Regierungsgegner; es kam je nach Schätzung über 10 Personen ums Leben.









Nicht weit entfernt liegt der Palacio de López, der Sitz des Präsidenten. Der heutige Regierungspalast wurde von Francisco Solano López als Wohnsitz errichtet, daher auch sein Name. Palacio de López war ein ehemaliger Präsident von Paraguay. Der aktuelle Präsident Santiago Peña Palacios (Jahrgang 1979) ist seit August 2023 im Amt.







Die heutige Uferpromenade, die Costanera, wurde teilweise aufgewertet, die alten Hafenkräne wurde restauriert und die Umgebung sicherer gemacht. Das alte Hafengebäude, wo auch die Immigranten ankamen, wurde restauriert und wird heute für Veranstaltungen genutzt.









Wir haben nicht alle sehenswerten Punkte besichtigt, da uns oft einige Gegenden zu gefährlich waren, d.h. sie waren am Samstagnachmittag menschenleer und die Polizei zog auch ab, nachdem die Geschäfte geschlossen hatten.
Die letzte Besichtigung war das „Contramonumento“. Es ist eine eindrückliche Skulptur des Künstlers Carlos Colombino aus dem Jahr 1995, die sich in der Plaza de los Desaparecidos befindet. Es ist eine symbolische Arbeit, die den Widerstand gegen die Diktatur von Alfredo Stroessner darstellt, indem sie aus Fragmenten der zerstörten Statue Stroessners gefertigt wurde. Die Skulptur repräsentiert die Beerdigung der Tyrannei und die Befreiung des Landes durch die Zerstörung der Symbole der Unterdrückung.

Widerstands gegen die Diktatur von Alfredo Stroessner
Bevor wir wieder zurück zum Hotel gefahren sind, genossen wir noch einen Kaffee im Manzana de la Riviera (weiteres Kulturgebäude) bei bester Aussicht auf den Präsidenten-Palast.





Und heute sind wir nur gut 9 km aus der Stadt heraus nach Luque gefahren, wo wir uns in den Garten der Quinta Tiffany stellen dürfen.
Eine Veranstaltung zur Ehrung der Senioren – das sollte man bei uns auch einführen.
Genau – war sehr schön.
Liebe Grüsse
Claudia