Das Pantanal ist das grösste Binnenland-Feuchtgebiet der Welt, das sich über Brasilien, Bolivien und Paraguay erstreckt. Charakteristisch für das Gebiet sind die riesigen saisonalen Überschwemmungen, die eine einzigartige Landschaft aus Flüssen, Seen und Lagunen schaffen. Die Bezeichnung Pantanal stammt vom portugiesischen Wort pântano zu deutsch „Sumpf“ ab und ist halb so gross wie die Bundesrepublik Deutschland. Bis zu sechs Monate im Jahr steht das Gebiet völlig unter Wasser und dient als wichtiger Rückzugsort für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Das Pantanal befindet sich in einer Flussniederung mit zahlreichen Süsswasserseen, die von zahlreichen Flüssen gespeist und vom Río Paraguay, dem das Gebiet speisenden und entwässernden Hauptfluss, durchflossen wird.
Das Pantanal ist der Lebensraum von mehr als 1‘700 Pflanzenarten, 240 Fischarten, sowie rund 60 Amphibien- und 100 Reptilienarten. Es ist auch der Lebensraum von etwa 650 Vogelarten, darunter zahlreiche verschiedenen Papageienarten.Etwa 35 Millionen Kaimane bevölkern das Pantanal, eine höhere Konzentration von ihnen gibt es nirgendwo auf der Welt. Und natürlich gibt es viele Säugetiere, so der Jaguar, den wir unbedingt sehen wollten, Cabybaras (Wasserschweine), Riesenotter, Schwarze Brüllaffen, Kapuzineraffen, Pampashirsche, Tapirs und vieles mehr.
Um ins nördliche Pantanal zu gelangen, müssen wir eine 147 km lange Wellblech-Piste von Poconé nach Porto Jofre fahren. Diese führt über 127 Brücken. Früher waren diese Brücken alle aus Holz und wohl sehr abenteuerlich, heute sind noch rund 20 Brücken aus Holz. Theoretisch gibt es eine Gewichtsbegrenzung von 5 Tonnen, doch daran hält sich niemand, so fahren schwerst beladene Baustellenfahrzeuge über die Brücken. Viele Reisende bereuen es, dass immer weniger Brücken aus Holz sind, doch wir sind nicht unglücklich, denn so ganz sicher scheinen diese Holzkonstruktionen nicht zu sein und es stürzt auch immer mal wieder eine Brücke ein, dann ist Porto Jofre nicht mehr erreichbar. Auf dem Weg nach Porto Jofre über die Transpantaneira, d.h. die MT-060, haben wir schon sehr viel Schönes gesehen, auch den Jabiru-Storch, das Wahrzeichen des Pantanals. Wir sind gespannt, was wir dann in den nächsten Tagen alles entdecken.





























Für die Erkundung des nördlichen Pantanals haben wir uns für die Jaguar-Lodge in Porto Jofre entschieden. Wir haben gelesen, dass sie auch gute Touren mit erfahrenen Guides und toll ausgerüsteten Booten mit starkem Motor anbieten. In der Jaguar-Lodge haben wir 4 Nächte verbracht, ausgezeichnetes Essen genossen, wurden von Brüllaffen rechtzeitig um 5 Uhr gewecht und erlebten drei einmalige Tagestouren erlebt. Ein guter Entscheid – und der Caipirinha war köstlich.









Von Porto Jofre aus mussten wir jeweils gut 30 – 45 Minuten in die Flusslandschaft reinfahren, wo sich die Tiere aufhalten. Dabei war es eben wichtig, einen starken Motor zu haben, damit die Strecke in sehr kurzer Zeit zurückgelegt werden kann. Dabei kam es nicht selten vor, dass sich das Boot durch „Aguape“ durchkämpfen musste. Aguape ist Wasserpflanze, auch als Wassersalat bezeichnet, die in grossen Teppichen auf den in den Süsswassergebieten herumschwimmt und Schadstoffe aus dem Wasser filtern kann.
Die Erlebnisse der drei Tage zeigen wir thematisch:
Die Landschaften des nördlichen Pantanals









Die verfressenen Riesen-Otter


Unscheinbare Nasenfledermäuse, Brüllaffen, Kapuziner-Äffchen und ein Aguti








Kaimane um jede Ecke, Cabybaras (Wasserschweine) und schwimmende Tapire







Vielfältige Vogelwelt








































































Et voilà – die majestätigen Jaguare

Ousado – der Jaguar mit dem Sender



Ousado, wie der männliche Jaguar von den Wissenschaftler genannt wird, erlitt im Jahr 2020 bei den verheerenden Waldbränden im Pantanal, die einen Grossteil seines Lebensraumes zerstörten, Verbrennungen dritten Grades an seinen Pfoten. Viele weitere Tiere wurde verletzt oder sogar getötet. In der Jaguar-Lodge wurden die Gäste-Bungalows ausgeräumt und es wurde ein Minispital und Zufluchtsort für einige der verletzten Tiere geschaft, die von den Guides und Freiwilligen gefunden wurden. Man geht davon aus, dass über 17 Millionen Tiere bei diesen Bränden ums Leben kamen.
Ousado wurde in sehr schlechtem Zustand und total abgemagert von einem Fischer auf einer Sandbank gefunden. Er informierte den Besitzer der Jaguar-Lodge, der Tierärzte informierte, die in sediert, auf ein Boot verladen und dann von Porto Jofre per Helikopter in eine speziellen Einrichtung in Pflege genommen. Seine verbrannten Pfoten wurden über viele Wochen behandelt. Am Ende konnte er – mit Sender markiert – wieder vollständig genesen in die Freiheit entlassen werden und zwar auf der selben Sandbank, wo er auch gefunden wurde . Mit Hilfe des Senders wollten die Tierärzte sicher gehen, dass sich Ousado wieder normal seinem Jagdinstinkt nachgeht, was der Fall ist. Es war geplant, dass der Sender nach 400 Tage sich automatisch öffnet und vom Tier abfällt. Leider ging der Sender kaputt und hängt heute noch um den Hals von Ousado.
Nun stehen wir für ein paar Tage an der Pousada Portal Paraiso und schreiben unsere Blogs, resp. was sonst noch liegen geblieben ist, weil wir einfach so viel erlebt haben und dadurch keine Zeit hatten. Die Pousada ist sehr schön mit vielen Rindern, Pferden, unterschiedliche Aras und Papageien, die in den Bäumen hängen, Jaribus, etc. Und – es ist heiss, 40 Grad am Tag und in der Nacht nicht kühler als 28 Grad.
Liebe Claudia lieber Norbert- das sind ja tolle Bilder/Eindrücke- der Jaguar…aber auch die vielen schönen Vögel…. geht das noch zu toppen???? Liebe Grüße Hildegard
Danke liebe Hildegard – es war wirklich einmalig.
Liebe Grüsse
Während eurer Reise habt ihr ein riesen Wissen über die Tierwelt erlangt. Und alles in unterschiedlichen Sprachen. Ihr könntet glatt im Wetten dass auftreten.
Toller Blog
Liebe Grüsse
Dani
Lieber Dani,
Vielen Dank – und für das Wissen gibt es Apps.
Euch gutes Vorbereiten für die nächste schöne Reise.
Liebe Grüsse
Claudia