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Nach Salvador ging es in den Nationalpark Chapada Diamantina, allerdings mit einer Übernachtung auf einer belebten Tankstelle kurz vor dem Nationalpark.

Lauschige Nacht an einer 24h-Tankstelle irgendwo im Nirgendwo. Der Chef persönlich stellte sicher, dass wir so stehen, dass die Mitarbeiter uns in der Nacht „bewachen“ und nichts passieren kann – einfach toll!

Die Strassen wurden immer schlechter mit unzähligen Schlaglöchern und Unmengen an riesigen LKWs von über 30 m Länge, die auch an den unübersichtlichsten Stellen überholen.

Der Nationalpark Chapada Diamantina befindet sich rund 400 km westlich von Salvador de Bahia, der Hauptstadt des Bundesstaates Bahia. Aufgrund der Funde von Diamanten und anderen wertvollen Rohstoffen, wurde die Region im 18. Jahrhundert erschlossen und bevölkert. Davon zeugen heute noch die erhalten gebliebenen Kolonialstädtchen der portugiesischen Kolonialherren, wie Lençóis, Andaraí, Igatu und Mucugê.

Die zunehmende Verwüstung und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen hat dazu geführt, dass zum Schutz dieser einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft im Jahre 1985 der Nationalpark Chapada Diamantina gegründet wurde. Geschützt werden Tafelberge, Höhlen, Schluchten, Flüsse und Wasserfälle sowie eine üppige Vegetation.

Als Ausgangsort haben wir uns für Lençóis entschieden. Das Zentrum besteht weiterhin aus engen pflastersteinbesetzten Gässchen, welche von kleinen Restaurants, Bars, Geschäften und traditionellen Häusern in den verschiedensten Farben gesäumt sind. Wirkt die Stadt bis ca. 17.00 Uhr eher verschlafen, werden ab 17.30 Uhr von den Restaurants und Kneipen die Tische auf die Gassen gestellt und es kann nach Herzenslust getrunken und gegessen werden.

Bevor wir auf den Campingplatz Pousada Lumiar Campground gefahren sind, haben wir eine kurze Wanderung auf den Tafelberg Morro do Pai Inacio unternommen. Der Weg vom Parkplatz auf den Tafelberg ist nur etwa 600 m lang, aber doch recht steil. Umso grandioser ist vom Tafelberg oben die Aussicht über die umliegenden Berge und die tiefen Canyons mit den steilen Felswänden.

Tafelberg Morro do Pai Inacio – auch auf einer noch so kleinen Plattform wachsen verschiedene Pflanzen
Überall kleine Wasserpools
Wunderschöne Pflanzenwelt in der kargen Landschaft

Mit Blick auf die befahrene BA-850 mit Schlaglöchern, LKWs und fehlenden Pannenstreifen

Das Gipfelkreuz – wir haben es geschafft (OK – waren nur 100 Höhenmeter aber es war steil)

Was uns im Nationalpark stört ist die Pflicht, einen professionellen Guide zu nehmen, sobald man einen Wasserfall oder eine Höhle besuchen will. Den Besuch von Höhlen würden wir verstehen, aber doch nicht einen Wasserfall. Wir haben uns dann entschieden, auf einen Guide und die Wasserfälle sowie Höhlen zu verzichten, sondern noch eine andere Wanderung zum Ribeirão do Meio zu unternehmen und einfach die Zeit in Lençóis zu geniessen.

In den Gassen von Lençóis

… der tägliche Markt

Das süsse Leben
… ohne Worte

… ab 17.30 tanzt der Bär

… wir lieben Caipirinha
… mit geschmolzenem Käse – ist aber kein Fondue

Direkt neben der Kirche war unser Campingplatz
Der Campingplatz Pousada Lumiar Campground

An einem Zufluss des Rio Lençois befindet sich die beliebte Badestelle Ribeirão do Meio mit mehreren Pools und einer natürlichen Rutsche über einen Felsen. Von Lençois aus kann die rund 4 km entfernte Badestelle in ca. einer Stunde erreicht werden. Von vielen wird der Weg als gemütlicher Spaziergang beschrieben und einige Brasilianer laufen diesen auch mit Flip-Flops und Badetuch über der Schulter und ein Bier in der Hand – aber vermutlich liegt es einfach an unserem Alter. Ein grösser Teil ging erst mal über Stock und Stein runter, dann ist es tatsächlich ein schöner Spaziergang und danach geht es über ein trockenes Bachbett runter zur Badestelle. Wir beiden waren auf jeden Fall froh um unsere guten Schuhe. Schön war es aber auf jeden Fall, auch wenn wir nicht die Badehose angezogen haben. Wir haben es einfach genossen, den Leuten zuzusehen, die sich im kühlen Nass vergnügt und die natürliche Rutsche, die doch ziemlich viele Bumps (Autsch) hatte, probierten.

Termiten
Auf dem Weg zur Badestelle Ribeirão do Meio (wir haben aber nicht gebadet)

… die „Brühe“ hatte uns definitiv vom Baden abgehalten

sogenannte Wassermühlen

Eine natürliche Rutschbahn – aua kann ich da nur sagen

Gralha-picaça (Kappenblaurabe)

Heute Sonntag sassen wir gemütlich an unseren Computern, als wir plötzlich eine Blaskapellen, begleitet von lauten Sirenen, hörten. Das ganze Spektake fand direkt vor unserer Pousada statt. Es war ein schöner Umzug mit Musik, Bruderschaften, sämtlichen Blaulichtorganisationen (deshalb die Sirenen, ganz zum Frust der Blaskapelle), sämtliche Sportvereine, Schulkindern, weiteren Vereinen, etc. Es war ein farbenfrohes Spektakel. Was wir überhaupt nicht realisiert haben, war der Grund für diesen Umzug: heute, am 7. September ist der „Independência do Brasil“ (Tag der Unabhängigkeit). An diesem Tag im Jahr 1822 wurde die Unabhängigkeit des Kaiserreichs Brasiliens von der portugiesischen Kolonialmacht erklärt. 

Beflaggung für den Nationalfeiertag
Die Offiziellen
Bruderschaften

Studenten

Minenarbeiter
Indigene
Schüler
Musiker
Militärpolizei
Feuerwehr
… und viele mehr

Baianas

05.09. – 07.09.2025: Im Nationalpark Chapada Diamantina mit Nationalfeiertag