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Der historische Name lautet São Salvador da Bahia de Todos os Santos (Heiliger Erlöser an der Allerheiligenbucht). Der Name geht auf den Tag der Ankunft der ersten Seefahrer zurück, den 1. November 1501. Salvador da Bahia wurde 1549 gegründet und war die erste Hauptstadt des kolonialen Brasiliens, ein wichtiges Zentrum für den Zuckerhandel und den afrikanischen Sklavenhandel. Nach dem Verlust des Hauptstadtstatus 1763 konzentrierte sich die Stadt auf ihre Rolle als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum im Nordosten Brasiliens. Die gut erhaltene historische Altstadt, das Pelourinho, ist heute ein UNESCO-Weltkulturerbe und ein Zeugnis der reichen afro-brasilianischen Kultur, die aus dieser turbulenten Vergangenheit hervorging

Salvador da Bahia ist bekannt für die farbenfrohe Kolonialarchitektur, lebendige Musikszene und beeindruckende Strände.

Eine steile Klippe unterteilt die Stadt in zwei Hälften: der Cidade Alta (Oberstadt) sowie der Cidade Baixa (Unterstadt).

Auch wenn Salvador als eine der gefährlichsten Städte Brasiliens gilt, wollten wir uns diese nicht entgehen lassen. Im Itapua Caravanpark, ca. 30 km ausserhalb des historischen Zentrums, haben wir einen gut bewachten Platz gefunden.

Das grosse Eisentor mit einem Weissbüschelaffen -Gemälde zum Campingplatz und der morgentliche Besuch (Pferd durchsucht Müll). Die Weissbüschelaffen waren überall in den Bäumen versteckt und wer etwas Essbares auf dem Tisch lies, das klein genug zum Greifen für sie war, wurde stipitzt. Der Affe ist ca. 20 cm gross.
Strand von Itapua (Strandteil von Salvador do Bahia)
Leuchtturm von Itapua – statt Sonnenuntergang hatten wir Sturm
Weissbüschelaffe auf dem Capingplatz in Itapua

Am ersten Tag hat uns Frank, ein Touristenführer, seine Stadt gezeigt. Er hat uns am Campingplatz abgeholt und wir sind nach einigen Informationen losgefahren. Wir sind entlang luxuriösen Gebäuden gefahren, gefolgt von Favelas, gleich daneben ein normales Wohnhaus resp. die Neustadt. Alles eng beieinander. In brasilianischen Städten sind Wohnhäuser und -blocks meistens mit Elektrozäunen gesichert, aber in Salvador sehen wir auch sehr viele Häuser und Wohnblocks, die mit Nato-Stacheldraht geschützt sind. Frank hat uns auch zu Punkten geführt, die wir alleine nicht besucht hätten, da wir die Sicherheitslage nicht kennen. Am Folgetag sind wir dann alleine nochmals in die historische Altstadt Pelourinho gefahren. In diesem Blog sind die Fotos beider Tage.

Im Glauben der Einwohner Salvadors mischen sich das Christentum und „schwarze Götter“ (Candomblé-Religion). Einen der wichtigsten ist die Kapelle von Yemania. Yemanja ist in den afro-brasilianischen Religion Candomblé die Göttin des Meeres und der Mutterschaft. Sie ist ein wichtiger Wassergeist. Ihr Fest, das am 2. Februar in Salvador de Bahia gefeiert wird, ist ein bedeutendes Ereignis, bei dem Tausende Menschen ihr in Weiss gekleidet Blumen und Opfergaben (wie Parfum) an den Strand bringen.

Die Kapelle vom Wassergeist Kapelle von Yemania
Der Wassergeist Kapelle von Yemania
Fotos am Strand rund um die Kapelle von Kapelle von Yemania

Danach ging es weiter zum Leuchtturm mit zwei Forts aus portugiesischer Zeit und einem schönen Sandstrand, der um 11 Uhr doch schon recht gut besucht war.

Am Strand von Barra

Diese Dame verkauft mit Hilfe des Megafons – viele kaufen vermutlich etwas bei ihr, um sie mit ihrer verstärkten schrillen Stimme loszuwerden
… und wer noch keinen Hut hat, hat hier ganz viele zur Auswahl
Box-Training

Im Staddteil Barra

Acai ist aktuell der absolute Rennern. Die Açaí-Beere ist die Freucht der Kohlpalme und wird für Eis, Fruchtsaft, etc. verwendet
Skulptur aus Recycling-Material

Der Leuchtturm von Barre

 

Anschliessend fuhren wir Richtung Altstadt Pelourinho in der Cidade Alta. Zuvor wollten wir uns aber noch die Kirche Nossa Senhora da Conceicao da Praia ansehen. Errichtet wurde die erste Kirche 1549. Die dritte und letzte Kirche wurde auf dem selben Platz zwischen 1739 und 1870. Speziell ist, dass die Kirche in Portugal vorgefertigt wurde, die nummerierten Einzelteile wurden mit Schiffen über den Atlantik transportiert und schliesslich in Brasilien zusammengesetzt. Die Kirche wurde 1549 erbaut. Der grösste Teil der Kirche ist im Barockstil. Besonders eindrücklich sind die Deckengemälde und die Balkone. Übrigens: Salavdor gilt als Stadt der Kirchen – es sind derer 76. Aber wir haben nicht alle besucht.

Kirche Nossa Senhora da Conceicao da Praia mit dem Aufzug Elevador Lacerda im Hintergrund
Cidade Alta (Oberstadt) sowie der Cidade Baixa (Unterstadt)
Eine von vielen Cachaça-Bars. Hier werden dem Zuckerrohrschnaps verschiedene Aromen begemischt. Uns schmeckt der Cachaça allerdings im Cocktail Caipirinha am besten

Danach ging es in die Altstadt Pelourinho. Mit dem Aufzug „Elevador Lacerda“ sind die 72 m in die Altstadt bequem und schnell zu überwinden. Vom Aufzug her gibt es einen tollen Blick auf den Marinestützpunkt. Gleich daneben ist das Monument der Stadt Salvador, welches umgangssprachlich als „Bunda“ bezeichnet wird. Die Skulptur erinnert wohl an den knackigen Po der Brasilianerinnen.

Der Aufzug Elevador Lacerda
Blick auf die Unterstadt

Die Stadt ist so unwahrscheinlich eindrücklich – zwei Tage reichen fast nicht für eine Besichtigung.

Auf dem Platz Praça Tomé de Sousa

Elegante Sitze zum Verweilen mit Sonnenspender
Der erste Gouverneur Brasiliens Tomé de Sousa, der von 1549 bis 1553 als erster Generalgouverneur der portugiesischen Kolonie Brasilien im Amt war. Er wurde mit der Etablierung eines zentralisierten Generalgouvernements beauftragt und gründete die Stadt Salvador in Bahia als erste Hauptstadt Brasiliens

Statue des ersten Bischofs Dom Pedro Fernandes Sardinha.
Er wurde 1552 zum Bischof von Salvador ernannt, starb aber schon 1556 einen grausamen Tod. Nach seiner Amtseinführung legte er sich schnell mit den Jesuiten an, u. a., weil er die Praxis missbilligte, indianische Musikinstrumente von christlich erzogenen Kindern benutzen zu lassen und native Melodien in christlichen Kulten einzusetzen. Aber gerade hier sahen die Jesuiten die Möglichkeit, Einheimische für den christlichen Glauben zu gewinnen. Sein Streit mit den Jesuiten endete mit seinem Tod am 16. Juli 1556. Er erlitt vor der Küste Alagoas Schiffbruch und wurde von den „Indios Caetés“ aufgegessen.
An der zentralen Praça da Sé befindet sich die Statue des Zumbi (=Stärke des Geistes) dos Palmares (1655-1695), Symbol des ersten Sklavenaufstandes im Salvador des 17. Jh. Die Kolonialgeschichte ist in der Stadt durchaus präsent. Die 2,2 m hohe Bronze-Statue wurde 2008 errichtet.
Die beiden sogenannten Schrägaufzug (Plano Inclinado Gonçalves) verbinden Ober- und Unterstadt

Drei übergrosse „Foliões“ (Jecken, Narren) vor dem Karneval-Museum
Ehemalige Uni der Medizin, heute ein Museum

Wir haben uns als erstes das Museum in der ehemaligen Bischofs-Residenz angesehen, das uns von der Einrichtung aber auch von der Aussicht auf die Stadt beeindruckt hat.

Museum im ehemaligen Palacio Episcopal (Palast des Erzbischofs)

Blick aus dem zweiten Stock der ehemaligen Bischofs-Residenz

… mit Blick auf den Marinestützpunkt und das Monument der Stadt Salvador, umgangssprachlich Bunda genannt
Blick auf den Mercado Modelo (gelbes Gebäude), in dem rund 240 Handwerksläden (Souvenirs, die sich immer wiederholen) und zwei Restaurants untergebracht sind

Danach sind wir weiter zur Kathedrale geschlendert – auf dem Weg gibt es immer wieder unzählige Fotomotive.

Acarajé (aus Bohnenmousse). Die frittierten Fleisch- und Gemüsebällchen werden mit verschiedenen Zutaten gefüllt.
Einmalige Eindrücke der bunten Häuser im Kolonialstil
Cacau-Frucht

Der Sklaven-Schmuck, Penca De Balangandan. Viele Sklaven erhielten von ihren Besitzern ein Armband und mit jedem Jahr der Sklavenschaft bekamen sie einen Anhänger. Nach 25 Jahren konnten sie dieses Penca De Balangandan gegen ihre Freiheit eintauschen.
Die afro-brasiliansiche Kultur ist allgegenwärt: in Bildern, in Wandgemälden, etc.
Eine Sambaschule

Eine Baiana vor einem Souvenir-Laden.
Die Baianas stehen für die Stadt, die traditionelle Kleidung und die Geschmäcker von Bahia. Man trifft sie an öffentlichen Orten an, zum Beispiel auf grossen Plätzen, Straßen und Märkten. Bei kulturellen und religiösen Veranstaltungen repräsentieren sie Bahia und ihre afrikanischen Wurzeln.

Bunte Verkaufsstände, die Essen und Getränke anbieten
Der Platz Terreiro de Jesus mit Capoeira-Tänzern im Hintergrund. Capoeira ist ein Kampftanz mit Musikbegleitung, häufig mit Trommeln.

Die Basilika-Kathedrale von Salvador gilt als eine der bedeutendsten Kirchen in Bahia. Das Bauwerk im Barockstil aus dem 17. Jahrhundert war das vierte Gotteshaus, das die Jesuiten zwischen 1652 und 1672 in der Hauptstadt Bahias errichteten.

Die Kathedrale von Salvador

Zwei Türen: die Haupttüre (blaue Türe) kann so offen gelassen werden und die zweite Türe wird geschlossen, damit die Kerzen nicht durch den Windzug erlischen
Reliquien-Büsten von Heiligen und Märtyrerinnen
Wunderschöne Deckenmalerrei, reich mit Gold verzirrt. Inmitten der Schriftzug IHS. IHS hat verschiedene Bedeutungen: abgeleitet von den ersten drei griechischen Buchstaben seines Namens (ΙΗΣΟΥΣ). Als Abkürzung für lateinische Phrasen wie „Iesus Hominum Salvator“ (Jesus, der Retter der Menschen) oder bei den Jesuiten als „Iesum Habemus Socium“ (Wir haben Jesus als Gefährten). Im Falle der Kathedrale ist es auf die Jesuiten zurückzuführen

Weiter gehen wir über den Platz Largo Cruzeiro de Sao Francisco und gelangen zu der blattvergoldeten Igreja de Sao Francisco aus dem Jahr 1789 sowie dem angrenzenden Kloster und dem sehenswerten Kreuzgang. Diese hätten wir sehr gerne besucht. Sie gilt als die reichste Kirche. Leider kann diese im Moment nicht mehr besucht werden, da am 5. Februar 2025 Teile des Dachs einstürzten und eine Touristin tötete. Besonders schön ist auch die Igreja da Terceira Ordem de Sao Francisco mit ihren reich verzierten Fassaden im brasilianischen Barock.

Kirche Igreja da Ordem Terceira de São Francisco, sie liegt direkt neben der Kirche Igreja de São Francisco de Assis

Und immer wieder begeistert uns der afrikanische Einfluss und die bunten Häuser im Kolonialstil.

Im Laden mit afro-brasilianischen Musikinstrumenten

Eine weitere Kirche, die wir besuchten – ich sagte ja schon, Salvador hat 76 Kirchen – war die Sklaven-Kirche „Igreja de Nossa Senhora do Rosário dos Pretos“ ist die Kirche Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz der Schwarzen in Salvador da Bahia, Brasilien. Sie wurde zwischen 1870 – 1890 erbaut und war eine zentrale Kirche für die afro-brasilianische Bevölkerung während der Kolonialzeit und wird heute für Messen genutzt, die traditionelle afrikanische Musik und Instrumente einbeziehen.

Blick auf die Kirche der Sklaven (Igreja de Nossa Senhora do Rosário dos Pretos, Kirche Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz der Schwarzen)
In der Kirche Igreja de Nossa Senhora do Rosário dos Pretos (Kirche Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz der Schwarzen)

Die stationen des Kreuzweges mit afro-brasilianischen Anlitzen

Auch das Jesuskind ist schwarz
Trommeln statt einer Orgel

Unser Spaziergang führte uns noch weiter durch die kleinen Gassen, ehe wir dann mit Frank zur Kirche Igreja de Nosso Senhor do Bonfim (Unser Herr vom guten Tod) gefahren.

Und weiter geht es durch die Altstadt von Salvador

Die Kirche ist für die Brasilianer von besonderer Bedeutung. Sie verdankt ihre Entstehung und ihren Namen dem Gelübde eines Seefahrers, der versprach eine Kirche zu stiften, falls seine Reise durch die stürmische See ein gutes Ende nehmen würde. Nun findet hier jährlich im Januar das berühmte Fest der Seefahrer statt, an dem der hochverehrte Senhor do Bonfim gefeiert wird. Heute ist die Kirche die bedeutendste Wallfahrtskirche von Salvador und Gotteshaus für Katholiken ebenso wie für Anhänger der Candomblé-Religion (Religion mit Wurzeln und ihre Wiege in Westafrika).

Die Basilika Nosso Senhor do Bonfim (deutsch Unser Herr vom guten Tod)
Weihwasser direkt ab Hahn

Wunschbänder, die überall angebracht werden
Das andere Fotoshooting – mit einem Brautkleid, um den Babybauch zu zeigen
Festung Nossa Senhora de Monte Serrat

Der Abschluss des Tages mit unserem Touristenführer Frank war im Markt Feira de São Joaquim, wo wir uns noch mit frischen Orangen eingedeckt haben.

Markt Feira de São Joaquim

Salvador ist zusammenfassend eine einmalig schöne Stadt mit der allgegenwärtigen afro-brasilianischen Kultur. Wir waren froh, dass wir uns vom Ruf als gefährlichste Stadt Brasiliens nicht haben abschrecken lassen.

 

02.09. – 04.09.2025: Salvador do Bahia – eine Stadt voller Lebensfreude

2 Gedanken zu „02.09. – 04.09.2025: Salvador do Bahia – eine Stadt voller Lebensfreude

  • September 8, 2025 um 3:00 p.m. Uhr
    Permalink

    Vielen Dank für den spannenden , vielseitigen Blog , schön dass ihr so angenehm überrascht wurden von dem wunderschönen Brasilien das ja als gefährlich dargestellt wurde , es ist immer gut wenn man sich persönlich ein Bild machen kann . wünsche euch weiterhin solche schöne Eindrücke und Erlebnisse . Herzliche Grüsse eure Mams .

    • September 8, 2025 um 11:35 p.m. Uhr
      Permalink

      Hallo Mams,

      sehr gerne. Es ist wirklich ein wunderbares Land und Salvador hat uns sehr gefallen.

      Liebe Grüsse
      Claudia und Norbert

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