Von Paysandú sind wir gemütlich Richtung Montevideo gefahren. In Nuevo Berlín haben wir wir die Nacht beim Fussballfeld verbracht. Da wir keine Nacht ohne Strom mehr stehen können (unsere Batterien scheinen den Geist ganz aufgegeben zu haben), sind wir immer auf der Suche nach einem Platz mit Strom oder einen Ort, wo wir unseren Generator aufstellen können ohne alle anderen zu verärgern. Diesen fanden wir in Nuevo Berlín. Wir haben einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Das einzige, was an Deutschland erinnert, ist der Name. Auf unserem Weg durch die Stadt habe ich einen älteren Herrn gefragt, ob es noch Deutsche gibt. Seine Antwort: „Der Doktor ist noch Deutscher und evtl. der Pfarrer“ – wir sollen doch einfach mal klopfen (was wir nicht getan haben). Aber sonst spricht niemand mehr Deutsch.

Unser Stellplatz in Nuovo Berlin – das Einzige, was an Deutschland erinnert, ist der Name des Ortes.

Denkmal für Landarbeiter

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Colonia del Sacramento, das 1680 im Auftrag von Portugal gegründet wurde. Auf dem Weg nach Colonia hatte es gegossen wie aus Kübeln. An einer Stelle hatte es so tief Wasser auf der Fahrbahn, dass zwei PWs von der Strasse abkamen und im Graben standen.

Sturzbachartige Regenfälle

Colonia del Sacramento hat eine sehr schöne und gut erhaltene Altstadt, die uns sehr gut gefallen hat.

Colonia del Sacramento

Weiter ging es auf unserem Weg nach Montevideo nach Nueva Helvecia, das wirklich stark an die Schweiz erinnert: Häuser mit Schweizer Wappen, das Schweizer-Kreuz auf vielen Autos und der Käse. Wir fragten uns, weshalb das so ist, und in Wikipedia wurden wir fündig: Die 1828 gegründete Republik Uruguay wurde zu einem beliebten Auswanderungsziel für Schweizerinnen und Schweizer. So gründeten Deutschschweizer Bäuerinnen und Bauern 1862/63 die Kolonie Nueva Helvecia. Sie führten die Käseherstellung und weitere landwirtschaftliche Techniken ein.

Denkmal für die Gründer der Kolonie aus der Schweiz

Wir sind anschliessend nach Minas gefahren, wo wir bei einer Bäckerei, die Alfajores herstellt, übernachtet haben. Am nächsten Tagen besuchen wir die Reiterstatue von General José Gervasio Artigas; es war angeblich auch bis 2008 mit 18 m Höhe und 9 m Breite das grösste Reiterstandbild der Welt, ehe das Standbild von Dschingis Khan in der Mongolei gebaut wurde mit 30 m Höhe auf einem 10 m hohen Sockel (hatten wir uns 2019 auf unserer Reise entlang der Seidenstrasse angesehen).

Reiterstandbild von General José Gervasio Artigas – war bis 2008 mit 18 m Höhe und 9 m Breite
das grösste Reiterstandbild der Welt, ehe das von Dschingis Khan in der Mongolei gebaut wurde mit 30 m Höhe auf einem 10 m hohen Sockel.

Wir machten einen weiteren kleinen Abstecher nach Pueblo Edén, auch bekannt als Mataojo, wo die Zeit buchstäblich stehen geblieben ist. Das Dorf ist eine Mischung aus verschiedenen kulturellen Einflüssen, und die Nachkommen der ursprünglichen Gründer, welche das Pueblo 1917 gründeten, leben hier seit Generationen. In den letzten Jahren hat sich hier auch eine wachsende Gemeinschaft von Auswanderern niedergelassen, die Pueblo Edén zu ihrem Wohnsitz gemacht haben. Das Dorf zählt heute rund 250 Personen. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Im Restaurant „La Posta de Vaimaca“, das von einem Ehepaar betrieben wird, hatten wir hervorragendes Lammfleisch.

Pueblo Eden

Gemütliches Restaurant mit köstlichem Lamm aus eigener Haltung

Unsere letzte Station vor Montevideo war La Paloma und die Lagune de Rocha. Die Lagune ist ein Fischerdorf mit vielen Wasservögeln. Im Sommer soll es wohl noch Flamingos haben.

Am Hafen von La Paloma

Auf dem Weg zur Laguna de Rocha
Cocoi Heron (Cocoi-Reiher)
Hoffentlich verschluckt sich der Cocoi-Reiher nicht am Fisch

Nun sind wir wieder zurück im Paraiso Suizo, wo wir wieder viele Reisende treffen, die ihre Fahrzeuge hier unterstellen, auf Heimat-Urlaub in Deutschland oder der Schweiz gehen und im Juli/August wieder zurückkehren. Und natürlich sind auch wieder viele Vögel hier (nein, keine Wandervögel, sondern richtige Piepmatze).

Yellowhammer (Goldammer)
Red-crested Cardinal (Rotschopftangare)

Monk Parakeet (Mönchssittich)

Rufous-Tailed Emerald (Braunschwanz-Smaragdkolibri)

Wir werden Askja bei UY Storage einstellen und hoffen, dass Askja nach unserer Rückkehr eine neues auf Lithium-Batterien aufbauendes, einheitliches Stromsystem und eine neue Sonnenstore erhalten hat.

Ende Juli setzen wir unsere Reise durch Südamerika wieder fort.

17.05. – 27.05.2025: Wir sind zurück im Paraiso Suizo – Vorbereitung für unsere Schweiz-Ferien läuft

2 Gedanken zu „17.05. – 27.05.2025: Wir sind zurück im Paraiso Suizo – Vorbereitung für unsere Schweiz-Ferien läuft

  • Mai 29, 2025 um 5:59 a.m. Uhr
    Permalink

    Hola
    Vielen Dank, dass ihr uns virtuell auf eurer Reise mitgenommen habt. Mit den eindrücklichen Bildern und Erklärungen, konnten wir unsere Reise durch Argentinien und Chile nochmals erleben – auch wenn wir nur einen Bruchteil davon gesehen haben.
    Wir wünschen euch eine gute Heimreise und freuen uns euch wieder zu sehen.
    Liebe Grüsse
    Claudia & Dani

    • Mai 29, 2025 um 12:55 p.m. Uhr
      Permalink

      Grüezi Zäme 😉

      lieben Dank für den Kommentar – und wir freuen uns natürlich, wenn wir Euch virtuell dabei haben – mit Reiseerfahrung in Chile und Argentinien.

      Wir sind eben gut angekommen und jetzt ist Auspacken und Waschen angesagt. Ist aber schön, wieder zu Hause zu sein.
      Herzliche Grüsse
      Claudia und Norbert

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