Karte mit unserer aktuellen Route

Bevor wir Argentinien verlassen, wollten wir noch den eher unbekannten Nationalpark Parque Nacional El Palmar besuchen, der am Rio Uruguay liegt; da wir eine Jahrespass für alle argentinischen Nationalparks haben, können wir uns auch einfach mal auf einen unbekannten Park einlassen. Er ist mit 85 km2 ein eher kleiner Park. Der Nationalpark wurde 1966 eingerichtet, um die charakteristischen Haine mit Beständen der Yatay-Palmen zu schützen. Seit Oktober 1990 sind drei Gebiete des Parks unter absolutem Schutz vor menschlichen Aktivitäten, wie Nutzung, Ackerbau oder Jagd gestellt. Bestände dieser Pflanze sind in den letzten Jahren in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet ausserhalb des Parks durch Landwirtschaft und Viehzucht nahezu vollständig verschwunden. Und was wir erhofften zu sehen, waren Capybaras (oder in Deutsch auch Wasserschweine genannt). Das Capybara ist eine Säugetierart aus der Familie der Meerschweinchen. Sie sind in Südamerika beheimatet und bewohnen hauptsächlich feuchte Gebiete wie Graslandschaften, Sümpfe, Flussufer und Wälder. Der Name Wasserschwein ist sehr irreführend; das Capybara ist ein Nager und aktuell das grösste Nagetier auf der Welt. Der Park ist sehr schön angelegt mit vielen kurzen und längeren Wanderungen.

Wegen diesen Monokulturen von Eukaliptus wurde der Parque Nacional El Palmar gegründet zum Schutze der ….
…. Yatay-Palmen
Wieder ein dekorativer Caracara
Unsere ersten Capybaras – es sollen noch einige mehr werden

Monk Parakeet (Mönchssittich)
Schildkröten
Crimson Mantled Woodpecker (Rotmantelspecht)
Southern Screamer (Halsband-Wehrvogel)

Auf dem Weg zur Grenze haben wir in verschiedenen Fischerclubs und einer Tankstelle übernachtet. Tankstellen bieten ganz passable, auf jeden Fall sichere Plätze zum nächtigen an. Es war zwar diesmal sehr laut – aber mit entsprechender Müdigkeit kommt auch der Schlaf.

Camping Piedras Coloradas in Colón

Manchmal müssen Tankstellen reichen
Camping Club Pesca in Concordia

Am nächsten Tag reisten wir über einen kleinen Grenzübergang – Salto Grande – nach Uruguay ein. Die Pass- und Zoll-Abfertigung der beiden Länder Argentinien und Uruguay ist in einem Gebäude und dadurch sehr angenehm und entspannt. Wir gingen davon aus, dass der Zoll noch unser Auto sehen wollte, wie dies immer in Chile der Fall war. Aber nichts dergleichen – keine Frage was wir mitführen, keine Kontrolle nichts – einfach ein nettes „Buen Viaje – Gute Reise“.

Danach ging es über die Staumaurer von Salto Grande. Salto Grande ist ein gemeinsames Wasserkraftwerk von Argentinien und Uruguay, das sich nördlich von der uruguayischen Stadt Salto und der argentinischen Stadt Concordia befindet. Der Río Uruguay wird an der Stelle zum Stausee „Embalse Salto Grande“ aufgestaut. Dieser liegt auf der Grenze zwischen Uruguay und Argentinien. Sein Speicherinhalt beträgt 5 Milliarden Kubikmeter und seine Wasseroberfläche 783 km². Der Bau wurde 1974 begonnen, und ab 1979 wurde Elektrizität produziert. Wir haben auf der Seite von Uruguay eine Führung gemacht, die uns bis in das Kraftwerk führte.

Über den Staudamm nach Uruguay

Stromerzeugung in grossem Stil
Schleusentor (total 7)
Turbine, die 12 m hoch ist

Nach zwei grossen Tagesetappen haben wir zwei Tage in Paysandú im Club de Pescadores verbracht. Eine schöne Anlage, die in privater Hand ist. Paysandú ist eine interessante und lebhafte Stadt. Der Name setz sich zusammen aus dem Guaraní-Wort „Pay“ für Vater und dem Nachnamen des Jesuitenpaters Policarpo Sandú, der 1722 eine Mission gründete. Paysandú spielte in der Verteidigung der Unabhängigkeit und der Konstitution von Uruguay durch General Leandro Gómez eine wichtige Rolle. Er übernahm die Führung in der Verteidigung Paysandús im Kampf gegen die Revolution von Venancio Flores inne. Mit rund 1‘000 Landarbeitern wehrte er sich gegen Flores und seine 15‘000 brasilianische Soldaten und ihren Kanonen.  Er wurde 1865 gemeinsam mit weiteren Verteidigern der Stadt erschossen. Die Stadt trägt heute den Beinamen „La Heroica“ (Die Heldenhafte). Paysandú hat eine sehenswerte Kirche mit dem Namen „Nuestra Señora del Rosario y San Benito de Palermo“. Darin wäre noch eine schöne Orgel des deutschen Orgelbauers Oscar Walcker, zu sehen. Leider war die Kirche bei unserem Besuch geschlossen. Besonders sehenswert fanden wir auch der alte Friedhof mit vielen Grabbauten aus italienischem Marmor. Es soll auch viele Freimaurer-Symbole an den Grabmalen haben, wir haben allerdings nur das eine gesehen resp. erkannt, das „Auge“ auf dem Kopfschmuck des Engels vor dem Monumento a Perpetuidad (Monument der Ewigkeit). Auf unserem Spaziergang durch die Stadt sahen wir nicht nur viele unterschiedliche Gebäude sondern trafen auch vor einem Gymnasium eine Gruppe Schüler, die um ein Foto mit ihrem Lehrer baten. Es war eine witzige Begegnung. Die Junges wollten erst Englisch reden, haben aber dann doch Spanisch vorgezogen.

Freiluft-Fitness-Center
Rollerblader links, Fussgänger rechts
Es wurde viel Geld in die Uferpromenade investiert
Altes Hafengelände

José Gervasio Artigas war ein uruguayischer General und Politiker. Er ist in Uruguay ein Nationalheld und wird auch als „Vater der Unabhängigkeit Uruguays“ bezeichnet.

Auch die Fussball-Shirts müssen mal gewaschen werden
Kirche von Don Bosco
War mal ein Hydrant

Die munteren Schüler

General Leandro Gómez
Die Kirche „Nuestra Señora del Rosario y San Benito de Palermo“
Alter Friedhof

Deutlich sichtbar das Freimaurer-Symbol „Auge“
Interessante Frucht mit Kerne eines Baums auf dem Friedhofgelände

Unser Stellplatz im Club Pescadores

Und morgen geht es weiter – Zwischenhalt Nuevo Berlin.

11.05. – 16.05.2025: Der Kreis für den ersten Teil Südamerika schliesst sich langsam – von Argentinien zurück nach Uruguay