Karte mit unserer aktuellen Route
Nachdem wir in Mendoza die anstehenden Arbeiten inkl. Wäschewaschen (lassen) und Frischwasser auffüllen, sowie Vorräte aufstocken erledigt hatten, ging es am Sonntag weiter Richtung San Juan zum Pilgerort der Difunta Correa.

Die Difunta Correa ist in Argentinien eine Heilige des Volkes. Obwohl sie von der Kirche nicht anerkannt ist, pilgern allein am Osterwochenende jedes Jahr 50‘000 Menschen zu ihr in die Wüste in der Nähe von San Juan. Wir hatten die Geschichte schon mal geschrieben, aber weil sie so schön ist, nochmals an dieser Stelle.
Difunta Correa (die verstorbene Correa, eigentlich María Antonia Deolinda y Correa) begab sich 1841 mit ihrem Säugling in die Wüste, als in Argentinien Bürgerkrieg herrschte. Kurz nach ihrer Entbindung war ihr Mann von der Montonera, Freischärler im Bürgerkrieg gegen die unitarischen Regierungstruppen, verschleppt worden. In ihrer Verzweiflung wollte sie ihrem verschleppten Ehemann durch die Wüste folgen und zog los. Tage später fand eine Gruppe von Maultiertreibern die Correa tot in der Wüste. Das Kind hatte wie durch ein Wunder überlebt. Dank der Muttermilch war es nicht verdurstet.
Der Leichnam der Mutter wurde von den Gauchos bei einem nahen gelegenen Hügel begraben. Ihr Grab ist heute ein berühmter Wallfahrtsort in der Nähe von Vallecito in der Provinz San Juan.
Pilgern, feiern und Picknicken geht hier alles zusammen, was immer wieder die vielen Grillplätze zeigt, sei der Pilgerort oder der Schrein noch so klein. Für uns ist es beeindruckend, welch tiefe Gläubigkeit die Menschen hier haben, worum sie bitten, wofür sie dankbar sind und kleine Opfergaben bringen.


Der Pilgerort weist mind. 14 verschiedene Kapellen auf. Zum einen das Grab der Difunta Corea, wo die Menschen ihre Statue an Arm und im Gesicht berühren und küssen und dem Kind an ihrer Brust über den Kopf streichen. Dann gibt es Kapellen des Militärs, der Bräute, der Kinder, etc. Überall sind auch kleine Häuschen resp. Schreine von Familien als Opfergabe oder aus Dankbarkeit zu sehen.












Danach ging es weiter nach Bermejo, wo eines der Sanktuarien von San Expedito ist. Auf dem Weg staunten wir über die Elektrotrassen – ist ein Mast umgefallen, wird er liegen gelassen – er funktioniert ja noch.



San Expedito eigentlich Expedítus (lateinisch: „der Befreite, der Kampfbereite“) (gestorben 303 in Melitene/Provinz in der Türkei) war gemäss der Legende ein aus Armenien stammender römischer Centurio, der sich zum Christentum bekannte. Die Legende erzählt, dass am Tag, als er sich entschloss, Christ zu werden, der Teufel ihm in Gestalt einer Krähe mitteilte, er solle am nächsten Tag bekehrt werden, woraufhin San Expedito den Vogel mit einem Fuss zertrat und ausrief: „Ich werde heute Christ sein! Heute!“ Verehrt wird er v.a. in Chile, Argentinien und La Réunion.
San Expedito ist der Heilige der gerechten und dringenden Anliegen. Dargestellt wird er als römischer Legionär, der mit der Rechten ein Kreuz oder ein Banner mit der Aufschrift Hodie (lateinisch für „Heute“) hochhält und in der Linken eine Märtyrerpalme trägt.
Nach einigen Legenden, die unter anderem in Réunion erzählt werden, stammt der Name des Heiligen St. Expedit (oder eben San Expedito in Argentinien oder Chile) aus einem Missverständnis: Es wurde im 18. Jahrhundert ein Paket mit einer Heiligenstatue in ein Nonnenkloster geschickt. Das Paket war jedoch auf dem Transport beschädigt worden. Als Aufschrift war nur noch „Expedit“ (französisch expéditeur für „Absender“) zu lesen. Die gebildeten Nonnen verehrten fortan die Statue dieses Heiligen als den im Martyrologium Hieronymianum genannten St. Expedit. Wie auch immer – die Verehrung ist gross und er wird für alle möglichen Anliegen um Hilfe gebeten.





Bermejo, wo wir übernachteten, fehlt zwar noch das Geld für eine grosse Kirche, aber sie sind fleissig am Geld sammeln.






Nach den beiden Pilgerorten ging es zu den Dynosauriern oder vielmehr zum Parque Provincial de Ischigualasto in der Provinz San Juan und zum Parque National Talampaya in der Provinz Rioja.






Das Naturreservat Ischigualasto wird wegen seiner extremen Trockenheit auch Valle de la Luna (Mondtal) genannt. In der Cacán heisst „Ischigualasto“ so viel wie „Land ohne Leben“. Es liegt in unmittelbarer Nähe des Nationalparks Talampaya und wurde gemeinsam mit diesem 2000 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Geologisch gesehen gehören das Naturreservat und der Nationalpark Talampaya zur Ischigualasto-Formation, die sich durch gut erhaltene, etwa 230 Millionen Jahre alte Fossilien auszeichnet. Unter anderem entstammen dieser Formation einige der ältesten bekannten Dinosaurierfunde. Es existieren viele von der Erosion geschaffene skulpturartige, kuriose Gesteinsformationen, die oft an bekannte Objekte erinnern, wie „El Submarino“ (U-Boot), „Cancha de Bochas“ (Bocciabahn), „El Hongo“ (Pilz). Der Park wird mit dem eigenen Auto befahren, allerdings muss immer ein Parkranger dabei sein, damit niemand auf Abwege kommt.















Die Talampaya-Formation besteht aus einer Vielzahl von rötlich-braunen Gesteinen. Die Wände und der Flusskanon von Talampaya wurden durch Wind- und Wassereinwirkung geformt, wodurch eigenartige Formen entstanden sind. In dieser Landschaft finden sich Sammelgruben, Überreste von indigenen Wohnstätten und antike Petroglyphen. Der Name „Talampaya“ hat seinen Ursprung in der Sprache Cacán und wird als „trockener Fluss des Talabaums“ interpretiert. In Talampaya werden nur geführte Touren zu Fuss, mit dem Fahrrad oder – wie wir es gemacht haben – mit einem 4×4 Bus angeboten.














Nach zwei Tagen wunderschöner Natur ging es über die in diesem Gebiet einmalig schöne Ruta 40 weiter nach Chilecito, wo sich die zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1904) von der deutschen Seilbahnfirma Adolf Bleichert & Co. gebauten Materialseilbahn Chilecito-La Mejicana befindet. Sie war mit einer Länge von 35 km lange Zeit die längste Seilbahn der Welt und auch die Seilbahn mit der am höchsten gelegene Bergstation (4‘600 m Höhe). Benötigt wurde die Seilbahn zum Erzabbau in der Mine La Mejicana in der Sierra de Famatina. Sie wurde im Jahr 1926 ausser Betrieb genommen und ist heute Teil der Denkmäler und historischen Stätten von Argentinien. Ein eigenes Museum „Museo de Cable Carril“ zeigt die Geschichte der Seilbahn.





Ehe es dann in den nächsten Tagen langsam Richtung Uruguay geht, haben wir noch den eher touristischen aber nicht minder interessanten Ort „Valle General Belgrano“ besucht. Die Stadt, nach dem argentinischen General Manuel Belgrano genannt ist, wird grossteils von Nachkommen deutscher, österreichischerer, schweizerischer und norditalienischer Einwanderer bewohnt. Im Zentrum findet man viele Gebäude und Wohnhäuser, die der alpinen Architektur nachempfunden sind. Auch die ehemaligen Besatzungsmitglieder des am 17. Dezember 1939 im Zweiten Weltkrieg vor Montevideo versenkten Kriegsschiffes Admiral Graf Spee haben hier ihre zweite Heimat gefunden. Valle General Belgrano gilt als „alpine Enklave“ in Argentinien. Besonders beliebt sind die Feste: das Bierfest (Fiesta de la Cerveza), das dem Münchner Oktoberfest nachempfunden ist, das Fest der Wiener Torten (Fiesta de la Masa Vienesa) und das Schokoladenfest.





In den nächsten Tagen fahren wir Richtung Uruguay.
Vielen Dank für den spannenden Bloc , hier treffen ja wieder verschiedene Welten zusammen und immer wieder staune ich über die Wunder der Natur wie zum Beispiel über die Gesteinsformationen . Einfach überwältigend , wünsche Euch noch eine gute Fahrt und bis bald genauer gesagt : in 17 Tagen , freue mich riesig , euch wieder mal in die Arme zu schliessen. Herzliche Grüsse eure Mams .
Hallo Mams,
immer gerne – ja – es ist sehr beeindruckend, was in diesem sehr grossen Land Argentinien alles zu sehen und zu bestaunen gibt.
Wir freuen uns auch auf unsere Rückkehr und auf Dich.
Liebe Grüsse und dicke Umarmung
Claudia