Karte mit unserer aktuellen Route
Die Überfahrt von Chiloé auf das Festland von Chile funktionierte perfekt – wir kamen an und konnten gleich auf die Fähre fahren. Auf dem Weg sahen wir den ersten Pfeiler des ewigen Bauprojektes „Puente de Chacao“. Die Planung für die 2.75 km lange Brücke begann 1967. Nach dem Putsch 1973, bei welche Pinochet an die Macht kam, wurde alles gestoppt und 2005 wieder aufgenommen, aber unter dem neuen Namen „Puente Bicentenario de Chiloé“ (Brücke zur Zweihundertjahrfeier von Chiloé resp. Chilien). Die Vorstellung war, dass die Brücke 2010 eröffnet werden könnte. Mit drei Pfeilern und 2.75 km Länge hätte es die drittlängste Hängebrücke der Welt werden sollen. Mit dem erneuten Machtwechsel wurde das Bauvorhaben wieder gestoppt und wegen zu hohen Kosten ganz eingestellt. 2018 hat der Präsident Sebastián Piñera die Fortsetzung des Bauprojektes in Auftrag gegeben mit geplanter Fertigstellung 2028. Der heute Präsident Gabriel Boric lässt den Bau fortsetzen. Ob die Fertigstellung rechtzeitig oder überhaupt klappt, wissen wohl nur die Götter – weit sind die Baurbeiten noch nicht fortgeschritten – aber das Projekt ist beeindruckend, aber definitiv nicht zur Freude der heutigen Fährbetreiber.


Nachdem wir in Puerto Montt mal wieder unseren Gastank füllen konnten, was in Südamerika ein richtiges Problem ist, da LPG nur noch in wenigen Ländern und da an noch weniger Stellen erhältlich ist (und wir sicher waren, dass wir unser Gasverlust-Problem endgültig gelöst hatten) sind wir weiter gerollt bis kurz vor Osomo, wo wir bei der Cerveceria Märzen von Armin Schmidt ein deftiges Abendessen mit selbstgebrautem Bier geniessen und gleich auf dem Gelände der Brauerei die Nacht verbringen konnten.



Das ganze Gebiet ab Puerto Montt wird Chilenische Schweiz oder auch der kleine Süden Chiles genannt. Hier wird viel Ackerbau betrieben, es hat tiefblauen Seen, eindrückliche schneebedeckte Vulkankegel und riesige Aukarien, die wir noch näher besichtigen werden.


Anschliessend ging es Richtung Valdivia, wo wir den lokalen Fischmarkt besuchten. Da haben uns nicht nur die vielen Fische und sonstige Produkte begeistert, sondern auch die Tiere, die auch noch ihren Teil von den Resten haben wollten. In der Brauerei Kunstmann haben wir einen kurzen Besuch abgestattet und unsere Biervorräte wieder aufgestockt.

















Am nächsten Tag ging es entlang der „Siete Lagos“ (Sieben Seen) mit Blicke auf verschiedene schneebedeckte Vulkane. Das Wetter war an diesen Tagen ziemlich unbeständig und es hat immer mal wieder geregnet, so dass wir uns den Blick teilweise in unserem geistigen Auge vorstellen mussten.


Unser Besuch im Nationalpark Conguillío war für uns ein einmaliges Erlebnis und einer der schönsten Nationalparks im südlichen Chile oder nördlichen Patagonien (Frage der Betrachtung). Es ist eine Vulkanlandschaft mit immer wieder Blick auf den majestätischen Llaima-Vulkan, stahlblaue Seen, Regenwälder und vor allem die besonderen Araukarien, welche zu den Koniferen gehören. Die bunt gefärbten Herbstblätter haben der schwarzen Vulkanlandschaft eine besonders schöne Note verliehen. Der Weg durch den Park war einmalig, wenn auch einige Stellen der Piste sehr eng waren und mit der Hoffnung verbunden, dass keiner entgegenkommt.










Für uns kam nun die Zeit, Chile wieder zu verlassen und Richtung Argentinien zu fahren, da wir am 28.5. wieder für einige Wochen in die Schweiz zurückfliegen wollen. Und von Chile nach Montevideo in Uruguay, von wo unser Flug geht, sind es doch noch fast 2‘000 km.
Den Grenzübergang auf 2‘553 m ü.M., den wir wählten, ist der Paso Peheunche, der in Chile über die Ruta CH115 führt.
Die letzte Nacht vor der Grenze haben wir im Parque Natural Tricahue im Camping Refugio Tricahue verbracht. Dieser schöne Platz unten am Fluss gehört einem Belgier, der selbst Bier braut. Den Abend verbrachten wir bei Pizza und Bier am Lagerfeuer. Helene und Marco betreuen den Platz. Sie investieren sehr viel Arbeit und Herzblut – für uns einer der schönsten Plätze in Chile.





Am Folgetag ging es auf den Paso Pehuenche. Die gesamte Fahrt zum Pass und wieder herunter ist ein tolles Naturerlebnis und lohnt sich auf jeden Fall. Die Ausreise aus Chile war (entgegen den Einreisen) sehr entspannt, einzig unsicher waren wir, dass wir das TIP (Temporary Import Permit) für unser Auto wieder bekommen haben mit dem Hinweis, dass dies für die Ausreise sei. Nur – auf der chilenischen Seite wollte dieses Dokument niemand mehr. Hm – ob wir etwas falsch gemacht haben? Nach gut 40 km Fahrt kamen wir zur argentinischen Grenzstation. Und siehe da – wir wurden da das Chilenische Tip los – Der Zollbeamte hat es nochmals gestempelt, wir haben nochmals abfotografiert, damit wir immer einen Beweis haben, und weg war das TIP. Der Beamte der Gesundheitsbehörde nahm es bei der Inspektion unseres Fahrzeuges auf Lebensmittel oder Drogen sehr genau. Er wollte die Garage sehen, das Gasfach, jedes Schränklein im Innenbereich geöffnet haben, Toilette und Dusche inspiziert und natürlich den Kühlschrank. Erstaunt waren wir, als er unseren Anrührkaffee geschüttelt, gekuckt und nochmals geschüttelt und nochmals genau inspiziert hatte. Er suchte wohl Drogen, was er auf meine Frage aber nur mit einem gezwungen Lachen kommentierte. Ergebnis nach seiner Inspektion: todo bien – alles gut!





Unser nächster Platz für zwei Nächste ist Mendoza – wir müssen mal wieder aufgelaufene Arbeiten erledigen und v.a. Wäsche waschen.
Sali zäme
Ich freue mich immer wieder euren Blog zu lesen. Vielen Dank. Schöne Erinnerungen an unsere Ferien in Südamerika und eine gute Ergänzung zu unserer Reisen, wo wir nur einen Bruchteil davon gesehen hatten.
Da seid ihr gerade noch rechtzeitig über den Pass gefahren.
Gute Weiterreise
Dani
Lieber Dani
Immer schön, von euch zu lesen. Ich denke, der Pass wird noch etwa zwei Wochen befahrbar sein – aber es ist offensichtlich, dass der Winter kommt.
Liebe Grüsse
Claudia und Norbert
Liebe Claudia lieber Norbert! Sehr schöne Bilder- das die Geier auch in der Markthalle mit fressen- tolle Eindrücke- ich wünsche Euch weiterhin gute Fahrt…. Hildegard
Liebe Hildegard,
Danke – ja, die Geier haben gleich ihren Anspruch angemeldet.
Liebe Grüsse
Claudia und Norbert
Hallo ihr zwei lieben,
Zu behaupten, dass ich euren Blog schon ganz gelesen habe wäre gelogen (ihr wisst ja wie viel Arbeit nach einer Reise immer zu Hause wartet), aber ich möchte euch wenigstens schnell dafür danken. Es ist doch erstaunlich wie viele „Welten“ es auf unserer Erde gibt; unglaublich was ihr so alles gesehen und erlebt habt, und die Fotos sind top – wie immer.
Ich wünsche euch weiterhin ganz viel Schönes und eine gute Zeit dann daheim. Im Verborgenen werde ich immer mal wieder eure Spuren verfolgen.
Mit herzlichen Grüssen
Rita & Philipp
Hallo Ihr Lieben
wir können uns sehr gut vorstellen, was alles an Arbeiten auf Euch wartet – muss ein und hält auf keinen Fall vom Reisen ab. Danke für die Rückmeldung – es ist wirklich eine ganz andere und wunderbarer Teil unserer Erde.
Euch gutes Ankommen und hoffentlich Vorbereiten einer nächsten Reise.
Liebe Grüsse
Claudia und Norbert