Karte mit unserer aktuellen Route
Chiloé (in der Sprache der Huilliche „Möweninsel“) ist nach der Feuerland-Hauptinsel, die zur Hälfte zu Argentinien gehört, die zweitgrösste Insel Chiles. Die Hauptinsel des Chiloé-Archipels gehört zur Región de los Lagos und bildet dort mit mehreren vorgelagerten Inseln die Provinz Chiloé. Die Hauptstadt ist Castro. Die Insel Chiloé bietet viele schöne Sehenswürdigkeiten. Die Insel beeindruckt uns mit den wunderschönen Stränden, eindrucksvollen Felsklippen, mit Schindeln „verputzte“ Holzhäuser und mit den vielen alten Holzkirchen.
Bei Ankunft mit der Fähre in Castro, die von Chaitén knapp 6 Stunden braucht, hat es wie aus Kübeln geregnet. Daher beschlossen wir, auf der Carretera Panamericana, der Ruta 5, zum südlichstens Punkt, nach Quellón, resp. ins Dorf Punta de Lapa, fünf Kilometer von Quellón entfernt, zu fahren.



In Punta de Lapa endet oder beginnt die Panamericana am Hito Cero (Meilenstein 0). Wobei es zu beachten gibt, dass es in Südamerika zwei Steckenverläufe gibt. Die bekannteste Strecke ist die Panamericana Pacífico Longitudinal von Nordwest-Kolumbien nach Feuerland. Diese wiederum hat ab Santiago de Chile zwei Streckenverläufe: einen nach Quellón auf der chilenischen Insel Chiloé (Kolumbien–Lima–Santiago de Chile–Quellón resp. eben Punta de Lapa), wo sich die Carretera Austral Richtung Feuerland anschliesst, und einen nach Buenos Aires (Argentinien) und von dort nach Feuerland entlang der Atlantikküste (Santiago de Chile – Buenos Aires – Feuerland).
Am nächsten Tag war das Wetter trocken und die Sonne hat auch immer wieder hervorgegüxelt. Obschon wir nicht die Panamericana fahren, liessen wir es uns doch nicht nehmen, ein Foto von Askja am Hito Cero zu machen.






Danach fuhren wir weiter zur Muelle de las Almas. Die Muelle de las Almas (Steg oder Pier der Seelen) ist ein faszinierender und mystischer Ort auf der Insel Chiloé. Der Steg wurde vom Architekten Marcelo Orellana im Jahr 2007 entworfen – der 17 m lange geschwungene Steg befindet sich in der Nähe des Dorfes Cucao im Nationalpark Chiloé und bietet einen schönen Blick auf den Pazifischen Ozean. Der Muelle de las Almas ist ein Holzsteg, der scheinbar ins Nichts führt und über den Rand einer Klippe hinaus ragt. Der Ort ist von Legenden und Geschichten der indigenen Huilliche geprägt, die glauben, dass die Seelen der Verstorbenen hier auf den Bootsmann Tempilcahue warten, der sie ins Jenseits bringt. Nebst der Muelle de las Almas hat der selbe Architekt noch die Muelle del Tiempo (Steg der Zeit) und la Muelle de la Luz (Steg des Lichtes) errichtet.











Im 17. Jh. missionierten die Jesuiten die Ureinwohner der Insel, die Mapuche- (zu ihnen gehören auch die Huilliche) und Chono-Indianer, und bauten überall, wo es möglich war, Holzkirchen. Nachdem die Jesuiten 1767 von der Insel vertrieben worden waren, setzten die Franziskaner die Missionierungsarbeit fort. Die dauerhafte Christianisierung der Insel schlug fehl, aber 150 Holzkirchen blieben erhalten. Die alten und zum Teil restaurierten Holzkirchen wurden zum Wahrzeichen von Chiloés. Die Kirchen wurden ohne Nägel erbaut, stattdessen wurden Holzdübel eingesetzt. 16 von ihnen gehören heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Einige von diesen Kirchen haben wir auf der La Ruta de las Iglesias angeschaut.
- Chonchi
- Castro (Hauptstadt)
- Dalcahue
- San Juan (war wegen Arbeiten geschlossen)
- Tenaún
- Colo
- Aucar
Da wir in der Semana Santa (Karwoche) hier sind, stehen in vielen der Kirchen auch die Jesus- und Maria-Statuen, die an der Ostern-Prozession durch die Dörfer getragen wird.










Für die älteste und wohl bekannteste der Holzkirchen sind wir mit der Fähre auf die Isla Quinchao gefahren, um uns in Achao die Iglesia de Santa Maria anzusehen. Diese wurde von 1735 bis 1767 gebaut. Der 25 m hohe Turm ist vollständig aus dem Holz der Zypressen und Alercen errichtet – und ebenfalls ohne einen einzigen Nagel erstellt; und hält noch immer. Wie wir da waren haben die Schüler überdimensionierte Bücher aufgestellt, die sie im Rahmen des Literaturunterrichtes lesen und den Umschlag kreativ umsetzen mussten.








In der Hauptstadt Castro haben wir einen kleinen Spaziergang gemacht. Zum einen, um die Kathedrale zu besichtigen, aber natürlich auch die Palafitos, d.h. die bunten Stelzenhäuser. Leider war am späteren Nachmittag Ebbe und am darauffolgenden Tag hat es geregnet. Also weder Morgenlicht, noch Wasser und auch keine Spiegelung.



Die mit Schindeln verputzen Holzhäuser haben es uns angetan. V.a. ist interessant sind die vielen unterschiedlichen Arten, wie sich die Schindeln überlappen können.








Gestern haben wir einen schönen Übernachtungsplatz in Tenaún direkt an der Mole gefunden – inkl. Vögel.






Kurz bevor der Regen erneut einsetzte (und uns auch erhalten blieb), sind wir nach Aucar gefahren.


Dort gibt es eine „hochgelobte“ 560 m lange Fussgängerbrücke. Wir mussten schmunzeln: anstelle der Reparatur einer für die Stadt wichtige Touristen-Attraktion macht man Schilder hin, dass die Passerelle in einem schlechten Zustand sei und man Gedränge auf dem Weg vermeiden soll. Können wir nachvollziehen, denn immer wieder fehlen Planken oder sind in der Mitte gebrochen.


Morgen fahren wir wieder auf das Festland mit der Fähre von Chacao nach Pargua.