Die aktuelle Karte unserer Reise
Ein weiterer Touristen-Hotspot ist sicher der Nationalpark Los Glaciares in Argentinien mit den Klassikern Perito-Moreno-Gletscher und dem Fitzroy.
Der Perito-Moreno-Gletscher ist gut von der Stadt El Calafate zu erreichen. Wir haben für unsere Erledigungen, die mal wieder anstanden wie Autowaschen (eher Ausgrabungsarbeiten), Wäschewaschen, Buchhaltung für unsere Stockwerkeigentümergemeinschaft und Blog schreiben, drei Nächte auf einem kleinen Campingplatz „Cabañas y Camping Calafate“ verbracht. Natürlich blieb auch Zeit, uns das Städtchen anzusehen, was ideal zu Fuss ging, da der Campingplatz sehr zentral liegt; allerdings ist El Calafate keine sehr schöne Stadt. Es waren recht viele Touristen da – neben uns – aber wohl weit weniger als in den Haupttouristenmonaten, die Ende Februar zu Ende gingen.

Am Sonntag, einem „vermeintlich wunderbar sonnigen Tag“, der aber dann eher bewölkt und regnerisch war, fuhren wir zeitig zum Perito-Moreno Gletscher und genossen den Gletscher und die Wettercapriolen.



Der Perito-Moreno-Gletscher, früher Bismarck-Gletscher oder Francisco-Gormáz-Gletscher genannt, ist einer der grössten Gletscher des Südlichen Patagonischen Eisfeldes. Ein Teil seines Ursprungs ist in der Region von Magallanes und der Chilenische Antarktis. Bekannt ist der Gletscher vor allem dadurch, dass seine im Lago Argentino endende Gletscherzunge den südlichen Arm des Sees absperrt und aufstaut, der sich dann periodisch entleert. Benannt wurde der Gletscher nach Perito Moreno, einem argentinischen Geografen, der insbesondere Patagonien im 19. Jahrhundert erforschte.
Am Montag sind wir nach El Chaltén gefahren in der Absicht, am nächsten Tag, der zwar nicht sehr sonnig aber trocken vorausgesagt war, eine Wanderung zu machen. El Chaltén bietet den unmittelbaren Zugang zu den Bergmassiven des Cerro Torre und des Fitz Roy. Fitz Roy heisst in der Sprache der Ureinwohner, der Tehuelche-Indianer, El Chaltén. Das bedeutet in ihrer Sprache Rauchender Berg, obwohl der Fitz Roy kein Vulkan ist. Die Bezeichnung leitet sich von den oft an der Spitze des Berges sichtbaren Wolken ab. Nur – es blieb bei der Absicht: wir stellten fest, dass an der Mittelachse mal wieder der Schraubenkopf einer Radmutter abgebrochen war, was wir schon einmal in Namibia hatten. Deshalb entschieden wir uns, die Wanderung nicht zu machen und erst das Thema Radmutter zu lösen, da wir ja auf die Carretera Austral in Chile wollen und das sind über 1‘500 m Sand-/Steinpiste mit Wellblech. Die erste geöffnete Gomeria (Reifenreparatur) in El Chaltén hat uns geraten, nach El Galafate zu fahren, da es dort eher Autoreparaturwerkstätten gibt, die das machen können. Nun gut – wir sind wieder die gut 240 im zurückgefahren, und haben dann Autowerkstätten abgeklappert mit dem Ergebnis, dass alle entweder keine Zeit, keinen Mechaniker oder keine Lust hatten. Die letzte hat uns mind. eine Empfehlung gegeben für einen „Dreher“ namens Pablo, der das sehr schnell erledigen könnte. Wir sind zu Pablo gefahren, der in einer kleinen Werkstatt Drehbank, Schweissgerät und sonstige kleine Maschinen hatte. Er hat sich unser Problem angeschaut, bestätigt, dass er das könne und wir sollen um 17.00 Uhr wieder kommen. Gesagt getan – der Koka-kauende Pablo schleppte zu unserer Angst sein Schweissgerät raus. Wir sagten ihm, dass er nicht schweissen könne, da sonst unsere Aufbaubatterien den Geist aufgeben würden. Er konnte aber unsere Ängste zerstreuen, weil er – so sagt er – punktsicher schweissen würde und er wisse, wie zu erden sei. Trotzdem haben wir unsere Aufbaubatterien mit dem neu eingebauten Trennschalter getrennt. Nach zwei Minuten hatte Pablo eine Schraube an die abgebrochenen Radmutter angeschweisst und weitere zwei Minuten später war die defekte Radmutter draussen. Wir hatten Reserveradmuttern dabei und waren 10 Minuten später wieder abgefahren. Wir waren absolut happy und mussten diesen Erfolg erst mal in der lokalen Brauerei in El Galafate feiern.



Da die Wetter App für Donnerstag einen Traumtag für El Chaltén vorausgesagt hatte, sind wir wieder zurückgefahren und haben uns einen Platz gesucht, der für Camper zugelassen ist. Die Anfahrt war allerdings etwas frustrierend mit Schnee und Schneeregen.


In der Ranger-Station haben wir uns nach einer Wanderung erkundigt. Wir wollten nicht zur Laguna de los Tres wandern, diese wäre zwar mit 10 km je Weg nicht kürzer gewesen, als die Wanderung, die wir dann empfohlen bekamen, aber die letzten 2 km wären noch 500 Höhenmeter auf Schotter hochzulaufen gewesen, was wir nicht wollten. Uns wurde eine sehr schöne Rundwanderung empfohlen. Gemäss Ranger mas o menos 20 km und insgesamt rund 800 Höhenmeter. Hörte sich gut an – aber es waren dann 33 km (un poco mas), 800 Höhenmeter und da die Temperaturen sehr tief lagen (- 2 Grad), waren die ersten 6 km und die letzten 6 km vereist. Es war hart aber es war wunderbar. Die tollen Aussichten auf den Fitz Roy und den Cerro Torre in der Herbststimmung einfach einmalig.






Aguja Egger und Standhardt, im Hintergrund
Aguja Saint Exupery,
Aguja Poincenot und Cerro Fith Roy



Unser nächstes Ziel ist die Carretera Austral in Chile. Um diese zu erreichen, waren wir erstmal wieder ein gutes Stück auf der RN 40 unterwegs. Die Ruta Nacional 40 ist mit 5‘301 km die längste Nationalstrasse Argentiniens und gleichzeitig eine der längsten Fernstrassen der Welt. Meist ist diese asphaltiert, doch es gibt auch ungeteerte Strecken, so beispielsweise diejenige zwischen Tres Lagos und Gobernador Gregores. Sie war nicht nur ungeteert, sondern matschig vom Schneefall vor ein paar Tagen. Unser geputztes Auto sieht nun wieder wie „artgerecht gehalten“ aus. Dicke Dreck- und Schlammklumpen überall. Für uns war die Strecke ja fahrbar. Wir haben unterwegs eine Motorradfahrer getroffen, die nach dem xten Sturz beschlossen haben, umzudrehen.
Am nächsten Tag sind wir in das Minidorf Bajo Caracoles das knapp 30 Einwohner zählt gefahren. Dort gibt es nochmals Diesel (wie vertrauenswürdig die Qualität auch mmer ist – aber unser Auto schnurrte freudig weiter, auch nach dem Tanken), ein kleines Restaurant und Informationen für die Rute Provinical 41, die wir letztendlich nach Chile fahren wollten.



Da wir hörten, dass die Strasse befahrbar ist, sind wir die weiteren 15 km auf der RN 40 gefahren und dann auf die RP 41 abgebogen. Es war wieder eine Schotterpiste mit viel Wellblech aber mit Luftablassen ging es. Für uns ist es wohl bis heute eine der schönsten Strassen, die wir je gefahren sind. Vor uns Blick auf die Anden, wunderbare Wiesen, Bäche, Seen – einmalig. Die Nacht verbrachten wir irgendwo im Nirgendwo mit Blick auf den Lago Ghio.



Heute ging dann die Strecke auf der RP 41 weiter mit vielen Fotostopps zur Argentinischen/Chilenischen Grenze am Passo Rodolfo Roballos. Ein abgelegener Grenzübergang, wo die ganzen Arbeitsabläufe noch händisch und mit wenig Computerunterstützung gemacht werden. Dafür aber mit dicken Büchern, die sorgfältig von den Grenzbeamten mit Hand ausgefüllt werden.










Ab der Grenze Chiles wird die RP 41 zur X-83 und führt durch den sehr schönen Nationalpark Patagonia.


Die Nacht verbringen wir auf dem Parkplatz des Casa Piedra Campings, da in einem Nationalpark nicht einfach irgendwo frei in der Natur gestanden werden darf. Doch der Platz ist sehr schön, v.a. die ganze Anlage für alle, welche mit dem Zelt reisen.



Und morgen geht es dann weiter auf die Carretera Austral.
Liebe Claudia lieber Norbert- sehr schöne Bilder von den Gletschern mit schwarzem Hintergrund. Ja und Herbstlaub.!…. hier blühen Schlüsselblumen…. ich wünsche Euch weiterhin viele schöne Erlebnisse… viele Grüße Hildegard
Liebe Hildegard,
danke für Deinen Kommentar. Ja – es war sehr schön und die Herbstfarben geben allem nochmals eine besondere Note.
Liebe Grüsse und weiterhin gute Besserung
Claudia und Norbert
Liebe Weltenbummler
welch schöne Bilder! Und auch Wetterglück.
Weiterhin eine schöne und erlebnisreiche Zeit.
Liebe Grüsse
Giovanni
Lieber Giovanni
vielen Dank – ja, wir hatten wirklich bis anhin enfach Wetterglück. Im Moment schlägt es etwas um – es wird regnischer. Aber die Schönheit der Landschaft bleibt. Herzliche Grüsse von der Carretera Austral, aktuell in Coyhaique.
Liebe Grüsse
Claudia und Norbert