Karte mit unserer aktuellen Route

Nach unserer Antarktis-Tour müssen wir mit Blog-Schreiben erst wieder in die Gänge kommen. Irgendwo sind wir gedanklich immer noch über 66°33’47“ Süd und müssen unsere weitere Reise planen. Das grobe Ziel ist klar – immer Richtung Norden (wir arbeiten am Detail).

Wir haben einen letzten Rundgang durch Ushuaia gemacht und noch unsere zwei Lieblingswandbilder geknipst. Und da noch ein Nachtrag zu Ushuaia und die Erklärung der vielen Bilder und Souvenir von Häftlingen und Gefängnissen gemäss Wikipedia: Für die Stadtentwicklung war der 1902 begonnene Bau des Presidio bedeutsam. Dieses von Gefangenen selbstgebaute und 1920 fertiggestellte Gefängnis ersetzte jenes auf der Isla de los Estados. Die Sträflinge, überwiegend Gewaltverbrecher, aber auch politische Gefangene, bauten die Schmalspurbahn Ferrocarril Austral Fueguino, mit der heute Touristen durch den Nationalpark Tierra del Fuego fahren. Das Gefängnis wurde 1947 aufgelöst. In diesem Gebäude sind heute mehrere Museen untergebracht, die wir aber nicht angesehen hatten.

Gefangene haben in Ushuaia ihr eigenes Gefängnis gebaut.
Wir wissen nicht, ob es Königspinguine oder Kaiserpinguine sind – aber witzig sind sie auf jeden Fall

Nach Ushuaia sind wir weiter in den Nationalpark Tierra del Fuego (Feuerland) gefahren und haben dort eine kleine Wanderung unternommen. Hier endet auch die Ruta National Nr. 3.

Wir sind die Routa 3 bis ans Ende in Tierra del Fuego (Feuerland) gefahren
Voila – das Ende der Routa 3

Überall Flechten an den Bäumen

Unser Nachtplatz im Nationalpark

Die Brücken sahen nicht immer vertrauenserweckend aus

Abgestorbene und mit Flechten versetzte Lenga-Bäume (Südbuche oder auch Scheinbuche)

Am nächsten Tag sind wir weiter Richtung Beagle-Kanal zur Estancia Haberton auf der Y24 gefahren. Unterwegs sind uns die vielen selbstgebauten Häuser, oder eher Hütten, aufgefallen. Diese werden mit vielen unterschiedlichen Materialien gebaut und sehen so richtig zusammengewürfelt aus.

Häuser selbst gebaut mit allen möglichen verfügbaren Materialien entlang der Y24 auf dem Weg an den Beagle Kanal zur Estancia Haberton – vis-à-vis die südlichste Stadt von Chile, Port Williams. Allerdings nur mit dem Schiff erreichbar.
Port Williams auf der chilenischen Seite. Dieser Ort wird von Chile als südlichsten Punkt beansprucht

Auf der Estancia Haberton durften wir auf dem riesigen Farmgelände stehen. Als wir ankamen, trafen wir Brigitte, die mit uns 23 Tage auf der Antarktis-Reise verbrachten. Sie hat dort noch ein paar Tage verbracht – nach einem gemeinsamen Kaffee ging es für uns dann weiter. Am nächsten Tag sind wir zum südlichsten mit dem Auto erreichbaren Punkt der Erde, zur Estancia Moat gefahren. Auf dem Rückweg hat sich das Wetter schlagartig verschlechtert und es begann zu stürmen.

Imperial Shag (Imperial Kormoran)

Der südlichste, mit dem Auto erreichbare Punkt „Estancia Moat“ mit der Marine-Station.

Übernachtung auf dem Gelände der Estancia Haberton

Wir haben beschlossen, dass wir in den Nationalpark Torres del Paine fahren wollen, um ein paar Tage zu wandern. Da aber der Weg von Feuerland in einem Tag viel zu weit ist, haben wir nochmals auf Feuerland in Tolhuin auf dem Camping Hain übernachtet. Der Platz war auf jeden Fall sehr originell mit kreativer Verwertung von allen möglichen Gegenständen. Heute ist der Platz doch sehr runtergekommen. Da wir aber vor einem Sturm fliehen mussten, kam uns dieser Platz sehr entgegen.

In Tolhuin auf den Campingplatz „Camping Hain“vor dem Wind geflüchtet
Camping Hain war mal ein sicher spezieller Platz, witzig gestaltet. Heute verfällt er vollkommen

Am folgenden Tag hiess es, von Feuerland Abschied zu nehmen nach Patagonien auf der chilenischen Seite zu fahren. So sind wir früh morgens in Tolhuin los, die Grenze von Chile passiert (und wieder das leidige Thema, dass wir kein Fleisch und keine landwirtschaftlichen Erzeugnisse über die Grenze nehmen dürfen), auf die Fähre, die uns von Feuerland auf das Festland von Patagonien führt und dann in einem Ritt nach Punta Arenas, wo wir in Victor’s Place standen. Ein Platz, wo viele Chilenen ihre Wohnmobile abstellen und ideal fussläufig zur Innenstadt von Punta Arenas gelegen. Somit konnten wir uns Punta Arenas ansehen – für uns eine schöne Stadt, die lebt und nicht nur Ausgangspunkt für Schiffsreisen und Rucksacktouristen, wie Ushuaia, ist.

Unser Übernachtungsplatz „Victors’s Place“ in Puntas Arenas. Ein Platz, wo viele Chilenische Camperfreunde ihre Autos abstellen

Rundgang auf dem Zentralfriedhof von Punta Arenas mit alterwürdigen Grabgebäuden

Am Strand in Punta Arenas steht die Statue Luis Pardo («Piloto Pardo»), welcher am 25. August 1916 mit seinem Schiff Yelcho nach Elephant Island aufbrach, an Bord Ernest Shackleton, um die Crew der Endurance zu retten.

Ebenfalls steht ein Denkmal für die Besatzung der Goleta Ancud. Der Schoner Ancud war das Schiff, das 1843 von Chile geschickt wurde, um die Souveränität über die Magellanstrasse zu beanspruchen und Fuerte Bulnes, die erste chilenische Siedlung in der Meerenge, zu errichten.

Nach zwei Tagen Punta Arenas sind wir morgen zeitig los, da wir unbedingt wieder Gas tanken mussten. LPG-Tankstellen sind in Argentinien und Chile absolut selten. In Argentinien gibt es nur im Norden wenige Tankstellen und im südlichen Chile nur 2 LPG-Tankstellen. Nun sind wir wieder mit einem vollen Gastank unterwegs. Die letzte Nacht vor den Nationalpark Torres del Paine verbringen wir in Puerto Natales. Da wir noch einiges organisieren müssen, haben wir den Stellplatz Güino gewählt. Nicht schön, aber zweckmässig.

Die nächsten Tage werden wir im Nationalpark Torres del Paine verbringen, dies wird aber ein eigener Beitrag werden.

15.03. – 22.03.2025: Auf Wiedersehen Feuerland – hallo Chilenisches Patagonien: der Wind bleibt