Heute Morgen war das Wetter wieder so, wie wir es uns wünschen – leicht bewölkt mit Sonnenschein.

Wir sind die 4 km vom Camping-Platz in die Stadt zu Fuss gegangen. Wir sind die Strasse entlang gelaufen und wollten diese nach ca. 1 km queren – es hatte einen schönen Fussgängerstreifen – aber etwas unpraktisch, wenn der Gärtner keinen Durchgang in der Hecke vorgesehen hat, um auf den Fussgängerstreifen zu gelangen.

Was uns immer anzieht sind die Fischerhäfen, so auch in Essaouira. Um 10.30 Uhr herrschte immer noch emsiges Treiben – es wurde Fisch gekauft und verkauft. Natürlich waren auch viele Touristen unterwegs und haben die Eindrücke (und Gerüche) aufgesogen.

 

Wir sind auf der alten Festungsmauer und den Festungsturm hoch, wo wir das Treiben im Hafen im Überblick hatten. Geplant waren 30 Minuten am Hafen – daraus sind dann fast eineinhalb lohnende Stunden geworden. Wie man auf den Fotos auch unschwer erkennen kann, haben es Norbert die grossen Seemöwen angetan.

Von der Hafenmauer aus hatten wir auch einen schönen Blick auf die Purpurinseln, die heute ein Naturreservat sind und nur mit Schiff und entsprechender Bewilligung besucht werden können. Der Name Purpurinseln kommt wohl von den sogenannten Purpurschnecken, die da leben oder lebten. Die Purpurschnecken wurden von den Phöniziern zum Färben genutzt. Aus über 10.000 Schnecken! konnte man etwa 1,5 Gramm des Farbstoffs gewinnen. Die Farbe Purpur war und ist die Farbe für die Kleidung (v.a. Umhang) von Kaisern und Könige.

Nach dem Hafen sind wir weiter in die Medina (Altstadt) geschlendert. Diese ist noch vollständig von einer Stadtmauer umgeben. Das spezielle an dieser Medina ist der Baustil – sie wurde durch die Portugiesen angelegt. Heute ist es sehr touristisch, die Läden und Souks sind fast endlos. Lederwaren, Kunst, Schmuck, Arganöl, Entarsienarbeiten und vieles mehr reihen sich aneinander. Dazwischen gibt es immer wieder kleine Restaurants.

 

 

 

 

Heute haben wir in Sachen Arganöl noch einen weiteren Schritt in der Herstellung gesehen, nämlich das Rauspressen des Öles mit Handmühlen.

 

 

Auch wenn es sehr touristisch ist, sind die Verkäufer viel weniger aggressiv als in Marrakesch, dafür gibt es viel mehr Bettler. Wir haben uns aber in Marokko noch nie unsicher gefühlt oder befürchten müssen, dass uns Taschendiebe bestehlen.

Die Stadt selber wirkt sehr sauber. Das erste Mal, dass wir gesehen haben, wie sowohl Strand wie auch Stadt gereinigt wird. Die Stadt ist sehr schön, auch wenn sie für uns nicht typisch Marokkanisch war. Die Einflüsse der Zeit der Portugiesen im 15./16. Jahrhundert sind allgegenwärtig und machen die Stadt noch spezieller.

Überall in der Stadt begegnet man Hinweise auf Jimi Hendrix, vielleicht auch deshalb, weil nach 1967 Essaouira das Ziel vieler Hippies war. Heute versammeln sich hier auch sehr viele Surfer.

Nach unserem Stadtbesuch sind wir gegen 15.00 Uhr weiter Richtung Carrefour gefahren mit dem einen Ziel, unsere Biervorräte wieder aufzustocken (wären fast auf dem Trockenen gesessen). Norbert will schon seit Anfang der Reise mind. zwei „Bluemestöckli“, die er er auch – wie die Langzeitcamper – am Morgen vor das Wohnmobil stellen kann. Dann fehlen nur noch die Gartenzwerge und das Langzeitcamper-Idyll ist perfekt. Konnte ihn fast nicht zurückhalten – aber wir haben uns dann für Bier entschieden – ist pflegeleichter 😉.

Anschliessend nahmen wir die Strasse zur Lagune El Oualidia unter die Räder. Wir sind erst die Küstenstrasse gefahren, welche sehr schön war aber löchrig „dass tätscht!“. Wir konnten teilweise mal gerade 30 km/h fahren, um all den Schlaglöchern auszuweichen. Wir staunten immer wieder, wie einheimische mit ihren Uraltautos über die Löcher brettern. Gut – irgendwann ist kein Stossdämpfer mehr da, da geht es vielleicht einfacher. Aber wir wollen ja Askja nicht in Einzelstücke zurücknehmen.

Trotzdem haben wir noch die eine oder anderes Strassenszene fotografiert.

 

Argannüsse, die darauf warten, weiterverarbeitet zu werden.

Aufgrund des Regens sind die Strassen in den Ortschaften kleinere Seen – aber das kümmert niemanden gross.

Flüsse sind ob dem Unwetter ganz rot gefärbt.

Auf jeden Fall haben wir die Strecke resp. die Strassenqualität überschätzt und sind so viel später als geplant in El Oualidia angekommen. Wir planten auf 17.30 Uhr – angekommen sind wir um 19.00 Uhr in der Dunkelheit. Heute haben wir zum ersten Mal auf den letzten Kilometern zum Campingplatz unsere vier grossen Scheinwerfer auf der Dachreling eingestzt – wir waren sehr froh darüber.

Und kaum waren wir auf dem Camping-Platz Laguna Park angekommen, hatte es in Strömen zu regnen begonnen. Mit dem Grillabend wurde nichts – dafür haben wir unseren Combi-Backofen angeworfen und das Fleisch darin gemacht, was auch ganz gut war (aber halt nicht, wie von Grillmeister Norbert).

Morgen geht es weiter nach El Jadida.

Hier noch die Bilder des Tages in einer Galerie

Donnerstag, 22.11.2018: Essaouira – Portugal in Marokko?

2 Gedanken zu „Donnerstag, 22.11.2018: Essaouira – Portugal in Marokko?

  • November 22, 2018 um 11:07 p.m. Uhr
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    Wieder ein super Blog, ich weiss dass ich mich oft wiederhole aber es ist einfach so und in Gedanken Reise ich mit es ist immer so toll beschrieben und fotografiert, als ob ich es live erleben würde , vielen Dank also eine gute erholsame Nacht wünsch ich euch und morgens einen schönen Regen ☔️ freien Tag. Küssli Mams ond gänd eu sorg!

    • November 23, 2018 um 7:36 a.m. Uhr
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      Hallo Mams

      besch eifach emmer die Schnellscht ond met u schöne Kommentär. Heute musst Du Dich wärmer anziehen und nimm Gummistiefel – es könnte wieder Regen. Wir haben gut geschlafen, auch wenn es geschüttet hat.

      Liebe Gruess ond Kuss❤️
      Claudia

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