Heute Morgen mussten wir erst mal wieder entsorgen, was nicht ganz so einfach war, da sich ein Defender-Fanatiker wenige Zentimeter neben die Entsorgung gestellt hatte. Es war der junge Mann, der gestern schon ziemlich herzlich und offen war (das Gegenteil ist der Fall). Die zwei beiden Kollegen von ihm, mit eigenem Defender, haben ihn gestern als sehr launisch bezeichnet. Auf jeden Fall war da heute morgen dicke Luft – jeder hat auf den anderen reingeredet, als dann endlich alle endlich aufgestanden waren, zuletzt auch die Diva. Die ist dann um 10.00 Uhr aus dem Bett gekrochen – und wir haben aus Rücksicht so lange gewartet. Es ging dann aber gut – die beiden anderen haben ihn irgendwo mitgeschleift, damit er abgelenkt waren, während wir den Tank leerten.
Heute mussten wir mal wieder unsere Vorräte aufstocken – wir sind nach Guelmim gefahren, da es dort einen Marjane gibt. Ein grosser Supermarkt, voll und ganz in marokkanischer Hand, daher kein Alkohol. Egal – er ist sehr gut bestückt mit allem, was wir brauchten.
Die Landschaft war schön – aber der Weg dorthin hat allerdings etwas Nerven gekostet – die Fahrbahn war löchrig – teilweise musste man den Teer zwischen den Schlaglöchern suchen. Nicht einfach, wenn dann auch noch ein riesen LKW entgegen kommt.


Witzig waren die kleinen Shops entlang der Strasse, die Diesel und Benzin in Wasser- und sonstigen Flaschen verkaufen. Dieselpest gibt es wohl kostenlos dazu.

Irgendwann kam dann Guelmim (nach rund 140 km). Die Frauen fallen auch wieder durch wunderschöne Batik-Tücher auf.

Guelmim ist eine sehr pulsierende Stadt, nur die Jugendlichen sind recht aggressiv. Im alten Teil der Stadt ist uns ein etwa 14 Jähriger extra direkt vor das Auto gefahren. Blöd für ihn war, dass er seine Mutter dabei hatte, die ihm tüchtig die Leviten gelesen hat. Kurze Zeit später, an der Ausfahrtsstrasse zum Supermarkt, sind uns eine Horde Jugendliche aufgefallen, die schon mit den Mädchen dumm taten. Als wir am Rotlicht standen, kamen sie auf uns zu. Drei haben vor uns eine Barriere mit den Fahhrädern gebaut, die andern haben sich rechts und links am Auto abgestützt. Als wir grün hatten, sind sie nicht weg – irgendwann hat Norbert die Hupe gedrückt, worauf der eine versuchte, die Türe aufzureissen, als es nicht ging, hat er einige Male gegen die Scheibe gespuckt. die anderen haben dann versucht, Klappen abzureisen. Norbert ist dann langsam losgerollt – hupend – irgendwann sind dann die drei vorne auch weg – haben aber noch einige Schläge gegen das Auto verteilt.
Na – ja, nicht schön, aber eigentlich irgendwo auch verständlich: da kommen irgendwelche Ausländer mit teuren Autos und sie haben wenig und wissen, dass ihre Zukunft nicht besser wird.
Beim Einkaufszentrum dann eine grosse Tafel: Der Parkplatz wird nicht bewacht und es wird nicht gehaftet für Einbrücke und Beschädigungen. Super – so zum ersten Mal in Marokko gesehen – offensichtlich gibt es in Gulemim ein genrelles Problem mit der Sicherheit. Wir haben den Alarm angemacht und Norbert ist immer mal wieder raus, solange ich eingekauft hatte.
Danach – nix wie raus aus Gulemim. Wir sind Richtung Plage Blanche gefahren. Dieser ist bekannt wegen seinen grossen, weissen Sanddünen, direkt am Atlantik.
Vorher kamen wir an einem kleinen Oued (Fluss) vorbei.

Auf dem Weg sind uns zwei Aargauer mit tollen Off-Road-Fahrzeugen auf MAN- resp. Mercedes-LKW begegnet. Wir haben uns gefreut, zwei „eigene“ zu sehen – wusste da nicht, dass wir sie nochmals treffen würden.
Als wir zur Küste kamen., zog der Nebel auf – überhaupt haben wir wohl zu viel vom „Weissen Strand“ erwartet. Der Strand war überhaupt nicht wirklich weiss – eher gelb und grau und es war eine reine Müllhalde.



Hier wollte der König ein riesen Urlaubsparadies bauen, welches zu seinem Programm gehört, Millionen von Urlaubsgästen nach Marokko zu holen. Die Initiative im Plage Blanche wurde aber gestoppt – übrig geblieben sind die ersten gebauten Bungalows.

Wir haben uns überlegt, am Strand zu bleiben und zu übernachten (manchmal vom Militär erlaubt, manchmal nicht) – aber es war nicht so „anmächelig“ und wir entschieden uns, wieder 40 km zurückzufahren und im Fort Bou-Jerif zu übernachten. Zum Camp führte ab der Teerstrasse eine 9 km lange Piste. Der Weg war einfach traumhaft – er hatte für den ganzen Tag entschädigt, der heute nicht ganz so super gestartet war – aber es kommt ja drauf an, wie er endet😉.
Die Strecke ist gesäumt von wunderbaren Kakteen und Euphorbien, teilweise blühend – einfach ein Augenschmauss.



Ein Nomade war auch mit seinem Esel zum Wasserholen – sie müssen teilweise sehr lange Wege auf sich nehmen, um Wasser zu bekommen.

Hier hatte es auch wieder diese dicken riesigen schwarzen Käfer – und oh la la, zwei erwischt beim Sicherstellen des Nachwuchs.

Auch hier gibt es wieder Bienenstöcke (inkl. Zeltbehausung des Imkers im zweiten Bild) – aufgrund der Kakteen auch klar, was die Bienen für Nahrung haben. Ah ja – wir haben im hohen Atlas Honig gekauft. Dieser schmeckt übrigens köstlich.


Das Fort El Bou Jerif ist ein Traum. UND – wir haben auch unsere beiden Aargauer-Abenteuer aus Döttingen wieder getroffen. Zwei coole Ehepaare, Anfang/Mitte 60. Der eine, Josef, stand vor Dreck – wir wussten auch von Leo schon weshalb. Josef und Regine sind mit ihrem MAN eine riesige lange Sandpiste von Tan-Tan her gefahren. wobei Sandpiste hochgegriffen sei – die Piste war mal da, mal weg. Durch eine kurze Ablenkung ist Josef eingesunken. Es kamen zwar einige Marokkaner helfen – aber durch falsches Material und falsches Schaufeln ist er immer mehr eingesunken, da der Boden nicht nur Sandig, sondern v.a. lehmig war. Irgendwann stand das Fahrzeug rund 1 m tief im Sand und so schräg, dass sie nicht wussten, wie sie ohne Bagger oder Kran rauskommen. Die Polizei hatte sich zwar die ganze Nacht bewacht, doch am Morgen, als klar war, dass da schweres Gerät ran müsste, war die Polizei weg. Stattdessen kamen plötzlich 15 Personen mit Schaufeln und Fahrzeug aus dem Nichts und hätten ihre Hilfe angeboten (selbstverständlich gegen Bezahlung). Mit vereinten Kräften, viel Steinen und Wille sind dann Josef und Regine freigekommen. Trotzdem dem ganzen Ungemach sind die beiden total aufgestellt – chapeau.


So – und nach einigem Erzählen und Diskutieren mit den vier Aargauern haben wir noch Fotos vom Camp gemacht, den Apéro genossen und nun geht es zum Essen. Ratet was es gibt: Jawohl Tajine – mit Dromedar-Fleisch.


Morgen geht es weiter nach Sidi-Ifni via einer schönen Piste ab Fort Bou-Jerif.
Die Bilder des Tages in einer Galerie:






















Das war ein aufregender Tag , nicht war ? Aber mit solchen Situationen muss man umgehen können, habt ihr gut gemacht und jetzt seid ihr an einem sicheren Platz , ? Hoffe es . Wünsche eine ruhige Nacht Ohne SCHLANGEN !! Es ganz es liebs Grüessli Mams
Hallo Mams, ja – das gehört dazu und es nützt auch nicht, sich zu ärgern. Wobei ein kurzer Moment schon . Wir hatten eine ruhige Nacht, auch heute morgen leider keine Schlangen . Liebe Grüsse ❤️❤️
Waw!
Herzlichen Dank für das Teilen der Eindrücke und den wunderschönen Bilder. Reise in Gedanken mit euch.
Lieber Gruss
Jahn
Hallo lieber Jahn, schön von Dir zu lesen und zu wissen, dass Du mit uns reist.
Liebe Grüsse
Claudia