Nach einer doch recht stürmischen Nacht – wir wurden leicht mehr als in den Schlaf geschaukelt – ging es weiter. Wir sind heute mit einem tollen Fladenbrot verwöhnt werden, das wir selten so gut hatten.
Auf Empfehlung von Luc, dem Eigentümer von „Le Roi de Bédouin“ sind wir noch eine Piste gefahren, die oberhalb des Camping-Platzes entlang führte. Die Aussicht auf ein riesiges Plateau war gigantisch.
Anschliessend sind wir nach Laayoun oder El-Aioun gefahren. El-Aioun, ist die größte Stadt im von Marokko verwalteten Territorium Westsahara. Laut Verfassung der exilierten sahraischen Unabhängigkeitsbewegung Frente Polisario soll El Aaiún Hauptstadt der Demokratischen Arabischen Republik Sahara werden. Davon ist Marokko wohl noch ziemlich weit entfernt. Aufgrund der Anstrengungen der Marokkanischen Regierungen mit Strassenbau. Subventionierung von Gütern, Bau von riesigen Kongressanlagen ist der König wohl eher bestrebt, soviel Marokkaner und Ausländer wie möglich nach Laayoun zu holen und dies klar im Königreich Marokko zu belassen.


Laayoun hat aus der spanischen Kolonialzeit eine schöne Kirche, die aber heute natürlich nicht mehr im Einsatz ist. Überhaupt hat Laayoun eine sehr schöne Bauten – aber auch sehr viel Polizei und Militär, die einem auf Schritt und Tritt beobachten. Fotografieren ist zwar nicht verboten – ausser dort, wo die Ghettos sind und die Viertel von Regierungsleuten – aber es wird genau beobachtet.


Wir sind erst eine schöne Nebenstrasse entlang des Meeres von Laayoune nach Tarfaya gefahren. So konnten wir der Baustelle, die sich fast 100 km weit zwischen Tharfaya und Laayoune an der Nationalstrasse entlangzieht, ausweichen. Nur auf die gleiche Idee waren auch unzählige Lastwagenfahrer gekommen. Gemäss Reiseführer hätte diese Strasse praktisch unbefahren sein sollen. Jä nu – war nicht so – aber trotzdem schön.
An einer Stelle sind wir von der Strasse ab und quer über die Landschaft zum Strand gefahren. Ging super mit unserem 6×6.


Kurz vor Tarfaya liegt ein altes Schiffswrack einer kanarischen Reederei. Es gab in Tarfaya einen Hafen, von dem aus eine Fährverbindung zu den Kanarischen Inseln bestand. Allerdings verunglückte das Fährschiff Assalama 2008. Das Wrack liegt heute vor der Küste und seit dem gibt es keine direkte Verbindung.

In Tarfaya war der Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry als Pilot in den zwanziger Jahren stationiert und hatte hier begonnen, seine ersten Bücher zu schreiben. Der Kleine Prinz entstand erst später. In Tarfaya gibt es ein kleines Museum und ein Denkmal, bei welchem man aber genau wissen muss, wem es gewidmet ist, da nichts angeschrieben steht.


Wir müssen jedes Mal schmunzeln. In Marokko fährt man am Tag ohne Licht – das sorgt immer wieder für Lichthupen oder Handzeigen, dass wir dies ausschalten sollen. Werden wir aber nicht tun – denn gerade bei sandiger Landschaft werden wir sicher besser gesehen.
Überhaupt sind auch heute wieder tolle Fahrzeuge und Ladungstechniken aufgefallen. Auch die zugeklebten Fenster geben immer wieder zur Vermutung Anlass, dass nicht der Fahrer sondern eine höhere Macht lenkt.


Etwas weiter auf dem Weg kamen wir wieder an einem Flusstal resp. Flusslauf vorbei, wo es Flamingo gab. Leider sehr weit weg – aber es ist offensichtlich, dass sie in der Gruppe unterwegs sind.


Die vielen ziemlich einfachen und ärmlichen Fischerhütten sind uns immer wieder ins Auge gestochen. Wir fragten uns, wer diesen Fisch kauft, damit die Fischer ein Auskommen haben.



Die Sanddünen sind an vielen Orten direkt an resp. sogar immer wieder über die Strasse. Sandverwehungen oder „Sablements“ sind hier sehr häufig – werden auch auf unterschiedliche Art und Weise angezeigt, resp. davor gewarnt. Es sind ständig Bagger unterwegs die versuchen, diese Wanderdünen zu bändigen.



Gegen Abend sind wir in El Ouatia (Tan-Tan Plage) angekommen und haben uns auf dem Campingplatz „Atlantic“ installiert. Schon sind die ersten Camper da, die wohl den Winter in Marokko verbringen wollen. Diese haben sich entsprechend häuslich eingerichtet mit Teppich, Pflänzchen und allem möglichen.

Morgen geht es weiter Richtung Plage Blanche und Sidi Ifni.
Hier noch die Bilder des Tages in einer Galerie:


















Guten Abend ihrLieben heute habt ihr wirklich verschiedene Gegensätze erlebt ,ist wieder absolut spannend und wieder mega tolle Fotos,ist es bei euch kühl. Auf dem einen Foto wo Du Claudia am Wasser stehst, höhre ich jemand sagen: Gäll du frürsch, leg en Jagge a ! Eine gute Nacht ohne schütteln wünsch ich euch von Herzen
Danke Mams – das stimmt. Kuss ond en schöne Tag
Hallo, herzlichen Dank für euren Reisebericht und die Fotos von El Aaiun etc. Habe Ende der 60iger Jahre zweieinhalb Jahre an der Playa von El Aaiun gewohnt und meine älteste Tochter wurde in der Kirche „Franz von Assisi“ getauft. Ist jetzt 50 Jahre her , aber die Sahara berührt mich immer noch sehr , obwohl ich nie mehr da war. Viele Grüße Karin Wagenbach
Liebe Karin, es freut uns, dass Dir unser Bericht gefallen hat. Herzliche Grüsse aus China.