Nach zwei schönen und erholsamen Tagen auf dem Camping-Platz „Borj Biramane“ in Icht sind wir über die P1308 ab Assa in die Nähe von Tan-Tan am Rande der Westsahara gefahren. Dort standen wir auf einem genialen Platz: Kasar de Tafnidilt.

Letzte Nacht hatten wir keinen Internet-Empfang, resp. nur so schwach, dass wir keine grösseren Texte oder Bilder hätten hochladen können. Deshalb kommt heute ein Bericht für zwei Tage. Da es letzte Nacht (und auch diese Nacht) sehr stark stürmt haben wir auch kurzerhand beschlossen, die Küche der Camping-Plätze zu geniessen.

Die Strecke war wieder ein riesiges Highlight mit tollen Pflanzen, Dörfern und niedliche Tiere am Strassenrand, wie wilde Esel (erkennbar, dass ihnen nicht die Beine zusammengebunden wurden oder keinen Strick um den Hals hatten), Dromedare oder eben auch wieder Ziegen.

Auf dem Weg kamen wir an verschiedenen Brunnen vorbei, die von den Nomaden genutzt werden. Den einen hier mussten wir genau unter die Lupe nehmen.

Erstaunlich, wie schnell kleine Pflanzen aus dem Boden spriessen, wenn es mal kurz geregnet hat.

Die Gegend erinnert uns immer wieder an unsere Reise nach Botswana oder Zambia: diese tolle Steppenlandschaft. Das einzige was hier fehlt sind die Gazellen, Giraffen, oder andere Tiere. Aber egal – auch ohne diese Tiere ist die Landschaft – sei es Wüste, Steppe oder Berge einmalig und eine Reise wert.

Wir sahen auch neue Verkehrssignale – bis anhin kannten wir Achtung Dromedare oder Achtung Kühe – nun kam aber noch Achtung Ziegen hinzu 🙄.

Je weiter wir Richtung Westsahara kamen, umso dunkelhäutier wurde der Menschenschlag. Besonders auffällig war auch die Bekleidung der Berber-Frauen: Ihre Kleider waren prachtvolle verarbeitete Tüchter mit Batik-Kunst – machte sofort wieder Lust, dies auch zu machen. Hatten wir doch als Kinder fast alle T-Shirts damit verschönert.

Unterwegs kamen wir auch an verschiedenen Nomaden-Behausungen vorbei.

Der gestrige Übernachtungsplatz im Kasar wurde beschrieben als toller 4×4-Platz, schwierig für normale Wohnmobile zu erreichen, da sehr ruppige Piste, teilweise mit weichen und tiefen Sandpassagen. Und was sahen wir direkt bei der Ankunft: ein Joghurt-Becher von Bürstner. Wir dachten, uns trifft der Schlag. Gut – er hatte fast keinen Überhang und war eher klein – aber trotzdem – wie kam der hierher. Egal – er war da und hatte gleich mal etwa 4 Plätze belegt.

Nach dem Einrichten haben wir es uns im WoMo gemütlich gemacht, etwas gelesen und waren um 20.30 Uhr zum Essen. Wir hatten etwa Tajine 10 – diesmal mit Rindsbällchen und Nüdeli. War gut aber nicht umwerfend.

Heute Morgen sind wir nach einer weiteren Erkundung des Kasars losgefahren. Da es gestern geregnet und gewindet hatte, wurde die Besichtigung des Kasars auf heute verschoben.

Beim Kasar ist noch eine altes Fort der Franzosen aus der Kolonialzeit, da musste sofort Askja neben dem Fort als Fotomotiv hinhalten.

So – und nun wieder zum Joghurt-Becher von Bürster, der da schon oben waren, bevor wir kamen: kaum kam auf dem Weg zur Hauptstrasse die erste höhere Sandfläche, hing er fest. Wir sind um ihn rumgefahren und haben ihn dann gefragt, ob wir helfen sollen. Er war mit einem Bürsteli und zwei Gummimatten beschäftigt, sein Ding wieder ans Laufen zubringen. Er meinte aber, dass er nur ganz schnell alles wegputzen müsste, dann ginge es schon. Wir haben ein zweites Mal gefragt, ob er wirklich keine Hilfe braucht – und zum weiten Mal ein nein. Jä nu – dänn söll er halt sälber luege. Wir haben dann auch nach einer halben Stunde zurückfahren und vom höchsten Punkt auf der Hauptstrasse zurückblickend dieses WoMo immer noch im Stillstand gesehen. Aber eben – wir haben unsere Hilfe angeboten und hätten auch die Seilwinde eingesetzt.

Danach sind wir nach Tan-Tan gefahren und haben uns noch etwas mit Milch, Fleisch und Gemüse, sowie Bananen, Nektarinen und den Früchten des Feigenkaktus (natürlich schon geschält).

Nein – wir haben heute kein Dromedar gekauft (Betonung auf heute) – aber wir haben heute Abend mind. einen Teil von diesem oder einem anderen Dromedar auf dem Teller gehabt als Tajine – war lecker 😋 .

Auf der weiteren Fahrt nach Tan-Tan-Plage, entlang der Atlantiküste sind uns auch immer wieder die geschmackvollen Ortseingänge und Ortsdurchfahren ins Auge gestochen. Manchmal haben einem die zerfledderten Palmen etwas Leid getan – aber der Wind ist unbarmherzig.

Oh ja – wir sind in einem muslimischen Land – aber für uns Touris können die nächsten Weihnachten kommen.

Tan-Tan-Plage hat nicht viel zu bieten als einen grossen industriellen Hafen und einige Parkanlagen.

Wir sind weiter in die Westsahara, entlang der Atlantik-Küste gefahren. Diese ist anfänglich eine riesige Steilküste – es hat viele kleine Häuser, in denen Fischer wohnen und mit ihren langen Angelrouten von den Klippen aus fischen.

Je weiter wir in die Westsahara vorrückten, umso häufig die Kontrollen durch die Polizei. Immer nett – aber immer darauf bedacht, dass wir Pässe und Fiche (Detailblatt mit Angaben zum Fahrzeug und uns) bereit hatten.

Die Strecke nach Laayoune führte uns an die Khnifiss-Lagune – ein Naturschutzgebiet. Wir überlegten uns noch, ob wir dort übernachten möchten – es war zwar offiziell verboten – aber inoffiziell lässt es sich mit ein paar Dirhams lösen. Da es noch früh im Tag waren, entschieden wir uns zur Weiterfahrt.

Sind Flamingos – wer ganz genau hinsieht.

Nach der Lagune kam der Salzabbau von Sebka Dehira. Ein riesiges Gebiet, in dem Salz gewonnen wird.

Auf der Weg nach Laayoune kommen die Sanddünen ganz nahe an – resp. über die Strasse. So mussten wir aufpassen, dass Sandverwehungen nicht die Strasse total verdeckten und einem so leicht ins Schleudern bringen.

Kurz vor dem Ziel sind wir über 10 Kilometer an einem gigantischen Windpark mit mehreren hundert Windrädern vorbeigefahren.

Gegen 18.30 Uhr sind wir dann auf dem 4×4-Platz Le Roi Bédouin in der Nähe von Laayoune angekommen. Vorher mussten wir erst mal die Zufahrt finden, da diese aufgrund Bauarbeiten fast nicht ersichtlich ist. Der Weg ist eine rund 4.5 km lange sehr steinige Piste – aber das Ziel lohnt sich. Der Platz ist der absolute Hammer.

Zurück zum Dromedar-Kopf von heute Nachmittag: wir wissen nicht, ob es von diesem oder einem anderen Tier ist – aber die Tajine mit Dromedar-Fleisch, Sesam, Honig und Datteln schmeckt köstlich – vermutlich auch, weil das ganze Ambiente hier so schön ist.

Und nun nehmen wir noch einen „Whisky Berber“ und machen uns bettfertig.

Hier noch die Bilder der beiden Tage als Galerie:

 

 

Montag/Dienstag, 12./13.11.2018: Von Icht in die Westsahara in zwei Tagen

6 Gedanken zu „Montag/Dienstag, 12./13.11.2018: Von Icht in die Westsahara in zwei Tagen

  • November 13, 2018 um 10:24 p.m. Uhr
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    Ganz herzlichen Dank für das tolle Bettmümpfeli. Ihr habt ja wieder zwei erlebnissreiche Tage erlebt, habe den Bericht und die Fotos so richtig verschlungen. Vielen Dank und eine gute Nacht und morgens viel Sonne. Ganz es liebs Grüessli Mams

    • November 14, 2018 um 7:13 a.m. Uhr
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      Hallo Mams, gäll – wie heisst es im Lied: „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett …“ – Bei Dir ist es bald: ohne „Bettmümpfeli hüpft die Mams nie ins Bett“ – gibt es dann aber nicht, wenn wir in Wohlen sind, gäll!

      Kuss und danke – die Sonne gügslet schon
      ❤️❤️❤️❤️❤️❤️
      Claudia

      • November 14, 2018 um 8:07 a.m. Uhr
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        Ja aber dann haben wir ja fast Blickkontakt und ihr seid wieder in der Nähe aber jetzt auf eurer Reise ist das herrlich, wünsche euch einen schönen Tag Küsschen Mams

        • November 14, 2018 um 6:25 p.m. Uhr
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          Stimmt – dann müssen wir nicht mehr schreiben und können vorbeihüpfen 🙂 ❤️❤️

          • November 14, 2018 um 6:39 p.m. Uhr
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            Genau und zu Älplermaccarone vorbei kommen hihi oder was ihr auch Lust habt ,ich freue mich jetzt schon . Aber vorläufig freue ich mich immer noch aufs Bettmümpfeli liebe Grüessli Mams

          • November 14, 2018 um 8:27 p.m. Uhr
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            Oh ja – freue mich schon riesig, dich zu sehen – mit oder ohne Äplermacronen – wobei die immer ein Festessen sind bei Dir. Kussss

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