Heute Morgen sind wir zum Siida – Sámi-Museum und Naturzentrum gegangen. Es zeigt die Geschichte und Kultur der Samen (Eigenbezeichnung: Sámi, veraltet Lappen) und der Natur im nördlichen finnischen Lappland. In Ineri haben die Samen auch ein eigenes Parlament.

Die Samenflagge ist unten im ersten Foto abgebildet. Die Gestaltung nimmt Bezug auf das Gedicht „Die Söhne der Sonne“ des Samí-Lyrikers Anders Fjellner (1795–1876), in dem die Sámi als Söhne und Töchter der Sonne beschrieben werden. Der Kreis symbolisiert die Rahmentrommel, wie sie im Schamanismus und der Musik der Sámi verwendet wird, sowie in der farblichen Zweiteilung. Die Farben Rot, Grün, Gelb und Blau sind die Farben der traditionellen samischen Tracht und symbolisieren verschiedene Elemente in ihrem Leben. Rot steht für das Wärme und Licht spendende Feuer sowie die Liebe, Grün für die Natur und Pflanzen ihrer Heimat Sápmi, die entscheidend zum Überleben beitragen. Gelb repräsentiert die Sonne, die für Langlebigkeit steht, und Blau steht für das Wasser, ohne das kein Leben möglich ist.

Das Freilichtmuseum war offen, das Innen-Museum aufgrund aufwändiger Um- und Erweiterungsarbeiten geschlossen.

Anschliessend fuhren wir zum Deutschen Soldatenfriedhof in Rovaniemi. Die Toten sind während des Zweiten Weltkriegs in Lappland (Finnland) gefallen. Der Eingang vom Parkplatz aus ist durch eine Steintafel gekennzeichnet, auf der Deutscher Soldatenfriedhof 1939–1944 steht. Die hier beerdigten 2’500 Deutschen Soldaten sind im Krieg gegen die Sowjetunion gefallen. Der Gruftbau ist eine Halle mit Turm und besteht aus roten Granitquadern. Im turmähnlichen Vorraum befindet sich eine Pietà aus Bronze: Mutter und Sohn – hier werden von den Besuchern Blumen und Kränze zum Gedenken niedergelegt. In der Vorhalle gibt es Totenverzeichnisse, in denen die Grablagen in der Haupthalle angegeben sind. In der Gruft der Haupthalle sind die Gefallenen in Sarkophage beigesetzt. Bei unserem Besuch war kurz vor uns wohl eine Reisegruppe da, welche einen gemeinsamen Kranz hingelegt hatte und Angehörige noch für ihre Familienmitglieder. Ein sehr beeindruckendes/bedrückendes Monument.

Und dann – extremer könnte der Szenenwechsel nicht sein – sind wir zum Santa Claus Village in Rovaniemi weiter gefahren. Im Weihnachtsmanndorf kann man täglich den Weihnachtsmann treffen sowie den magischen nördlichen Polarkreis überqueren. Dies haben wir heute gemacht – morgen werden wir den Weihnachtsmann besuchen, sofern dieser nicht aufgrund Covid-19 im Home Office arbeitet. Generell ist das Dorf ziemlich ausgestorben. In jedem Fall erwartet uns morgen sehr viel Kitsch.

Wir übernachten direkt im Dorf auf einem Parkplatz abseits dem Trubel (der wohl nur in den Wintermonaten herrscht).

Ein gutes Glas Rotwein zu Spaghetti Aglio & Olio ist genau das Richtige.
22.08.2021: Von den Samen zum Weihnachtsmann