Wir hatten gestern ab ca. 20.00 Uhr Wind von rund 50 km/h, in den Böen bis 90 km/h. Deshalb haben wir unser WoMo perfekt in den Wind ausgerichtet – also kein Problem. Aber – wäre kein Problem gewesen, hätte nicht plötzlich gegen zwei Uhr morgens der Wind um 90° gedreht. Somit standen wir mitten im Wind und die Nachtruhe, die eh schon aufgrund des Windes arg gelitten, war dahin. Es galt: Aufstehen und Auto mit der Schnauze wieder in den Wind drehen.

Heute Morgen hatte der Wind überhaupt nicht nachgegeben, ganz im Gegenteil. So beschränkten wir unser Besichtigungsprogramm in diesem Fjord auf die Kirche Saurbæjarkirkja am Rauðisandur. Die Kirche wurde 1963 in Reykhólar erbaut und 1982 nach Saurbær am hellen Sandstrand transportiert. Das kleine Gotteshaus ist elf Meter lang und 5,5 Meter breit. Der Vorgängerbau wurde Mitte des 20 Jahrhunderts durch einen Sturm zerstört. Es ist eine sehr minimalistisch gehaltener Bau aus schwarzem Holz und weissen Fenstern.

Danach machten wir uns Richtung Ísafjörður über die Bíldudalsvegur. Es ist eine Hauptstrasse von rund 65 km auf reinen Pisten, welche über verschiedene Pässe bis 550 m von Patreksfjörður nach Ísafjörður führt.

 

Unterwegs kamen wir an unzähligen namenlosen Wasserfällen vorbei. Einer hat uns deshalb besonders beeindruckt, weil der Bauer die Wasserkraft nutzt, selber Strom zu produzieren, was sein gutes Recht ist, denn der Wasserfall ist auf seinem Grund und Boden.

Am Ende des Reykjaförður, einem kleinen Seitenfjord des Arnarfjörður, liegt das Bad Reykjafjarðarlaug direkt an der Strasse – und trotzdem im Nichts. Das grosse Betonbecken (16 x 10 Meter) wurde im Jahr 1975 gebaut.

Da es immer noch sehr windig war, kämpften wir ziemlich mit den Böen. Da es die ganze Nacht geregnet hatte, war die ganze Strecke total verschlammt und auch rutschig. Nach der Hälfte der Strecke kam noch Schnee dazu, der als Schneematsch liegen blieb.

In Bíldudalur machten wir einen kurzen Zwischenhalt. Der Ort  lebt vor allem vom Fischfang und die Fischer sind spezialisiert auf  den Fang und Verarbeitung von Krabben.  Die Fabrik liegt direkt hinter der Kirche und gibt mit der dampfenden Trocknungsanlage der Kirche einen besonderen Ausdruck.

Leider fehlte uns bei diesem Wetter, die Lust auszusteigen und so sind nur wenige fotografisch festgehaltene Eindrücke der eigentlich wunderschönen Strecke entstanden.

 

Inzwischen ist der Herbst eingekehrt mit seinen wunderschönen Farben.

Kurz vor Ende der Strecke haben wir uns noch den Wasserfall Dynjandi angesehen. Er ist 100 m hoch und breit aufgefächert. 

 

 

 

11.09.2020: Stürmische Nacht – heute Schlamm und Schneematsch