Nachdem wir heute Morgen wieder unsere gesamten Vorräte (inkl. Bierchen im Vínbúðin – nur ein staatlicher Laden, wo es Alkohol > 4 % zu kaufen gibt) sind wir erst nach Þingvellir gefahren, um auf die Kaldadalsvegur 550 abzubiegen.

Es hat heute Morgen gestürmt – auf dem See Þingvallavatn waren die Schaumkronen allgegenwärtig. Wir sind eine Zeitlang durch den Nationalpank von Þingvellir, der den eigentlichen Bewuchs auf einem sehr alten Lavafeld zeigt. Nicht nur Moos und einzelne Gräser sondern Büsche, Nadelbäume und kleine schrumplige Birken.

Danach ging es auf die Kaldadalsvegur 550. Die Kaldadalsvegur ist mit 40 km die kürzeste Verbindung zwischen dem Süden und dem Norden. Auf diesem Weg ritt man früher aus Nord- und Westisland zum Althing in Þingvellir. Das Althing ist das Parlament Islands. Es folgt seit 1991 dem Einkammersystem. Das Althing geht bis ins Jahr 930 zurück und ist damit nach dem färöischen Løgting, dessen Ursprünge in das Jahr 900 zurückreichen, das zweitälteste bestehende Parlament der Welt bzw. das älteste eines unabhängigen Staats.

Die Reiseführer beschreiben diese Route als eher eintönig, was wir überhaupt nicht teilen können – vielleicht auch deshalb, weil in den letzten zwei Tagen ein wenig Schnee gefallen ist und nun alle Berge einen schönen „Zuckerüberzeug“ haben. Die Route führte uns auf 750 m Höhe und die Temperatur war mit 2 Grad schon eher frisch 🙄.

Auch haben wir auf diesen nur 40 km drei Gletscher gesehen:
– den Þórisjökull (Thórisjökull), der Gletscher und Tafelvulkan ist.  

– den Geitlandsjökull, der ein Seitengletscher des grossen Gletscherschildes Langjökull ist.

– und natürlich den Langjökull selber, zu dem wir hochgefahren sind und direkt am Gletscherrand gestanden haben. Alle 10 Jahre wurde ein Schild an dem Ort platziert, bis wohin sich der Gletscher in dem entsprechenden Jahr ausdehnte. Nun können alle Klimaaktivisten wieder losschreien. Ja – es ist Klimawandel – nur den hat es schon immer gegeben – es wird einmal kälter, dann ziehen sich die Gletscher zurück und dann wird es wieder kälter mit der gegenteiligen Folge.

Mit riesen Trucks werden Touristen auf den Gletscher und in einen Eis-Tunnel gefahren – auf den Sardinentransport haben wir aber wenig Lust.

Danach fuhren wir weiter Richtung Norden nach Húsafell, wo wir übernachten. Und natürlich durfte ein Foss (Wasserfall) – wenn auch ein namenloser – auch am heutigen Tag nicht fehlen.

04.09.2020: Heute haben wir die dritte und letzte der durchgehenden Hochlandrouten befahren