Heute Morgen haben wir an einer Führung in der Lava-Höhle Viðgelmir teilgenommen. Die Gruppe war mit 4 Erwachsenen und dem fünfjährigen Jan-Felix sehr überschaubar. Die Lavahöhle Viðgelmir liegt im Lavagebiet Hallmundarhraun in der Nähe von Husafell. Mit einer Gesamtganglänge von 1’585 Metern und einem Volumen von 148’000 Kubikmeter zählt sie zu einer der grössten Höhlen Islands. Sie entstand – ebenso wie die beiden Wasserfälle Barnafossar und Hraunfossar, die wir auch besucht haben, durch eine gewaltige Eruption im zehnten Jahrhundert. Erstmals Erwähnung fand die Höhle in einer Dokumentation aus dem Jahre 1398. Bei Ausgrabungen 1993 stiessen Forscher schliesslich auf Knochen und Schmuck, die vermutlich aus dem Zeitalter der Wikinger stammen.

Waren wir erst skeptisch, ob wir die Besichtigung machen sollten, waren wir danach sehr froh und begeistert. Unser Guide war aus Südengland und hat Geologie studiert, was seine Ausführungen noch spannender machten, da er uns viele weitere Fragen zur Vulkanik und der Geologie in Island beantworten konnten.

Unser Guide (der den Helm vergessen hatte und sich furchtbar darüber ärgerte)

 

In der Höhle ist deutlich der Lavafluss zu sehen und wie er erkaltete.

Oxidierendes Lava-Gestein (deshalb die Farbe rot)

Eis-Stalagmiten
Zwei Stalagmiten 😉

Das einzige, das in der Höhe überlegt, sind Bakterien, die an den Wänden und der Decke glitzern.

 

Ebenso sind die Stalaktiten aus Lava (sie nennen sie hier Bleistifte) toll erkennbar, wie diese aus dem Lava herauskommen. 

Die Stalagmiten (sie werden Kerzen genannt) sind ebenso schön anzusehen, auch wenn diese manchmal etwas „obszön“ aussehen. Hier sind treffen die Stalaktiten direkt unten auf die Stalagmiten.

Anschliessend fuhren wir zu den beiden Wasserfällen Hraunfossar und Barnafossar.

Beim Hraunfossar strömt auf einer Länge von ca. 700 Meter in über hundert kleinen Wasserfällen schäumend und sprudelnd Wasser aus dem schwarzen Gestein des ca. 1’000 Jahre alten Lavafeldes Hallmundarhraun.

Der Grund liegt etwas weiter flussaufwärts: Der vom Langjökull-Gletscher (den haben wir am 04.09.2020 besucht und fotografiert) gespeiste Fluss namens Hvitá gräbt sich sein Flussbett entlang der Grenze des Lavastromes Gráhraun, der dort zum Stehen gekommen ist. Ein kleiner Seitenarm versickert in der porösen Lava und fliesst unterirdisch auf einer etwas tiefer gelegenen, wasserundurchlässigen Basaltschicht weiter. Ca. ein Kilometer flussabwärts kommt das Wasser in Form von unzähligen kleinen Wasserfällen und Rinnsalen wieder zu Tage.

Der Barnafossar hat eine Höhe von 9 m und einer Breite von 11 m. Der Name Barnafoss geht auf eine alte Sage zurück. Als die Bewohner des Hofes Hraunsás zur Weihnachtsmesse fuhren, liessen sie zwei Kinder zurück. Als sie zurückkehrten, waren die Kinder verschwunden, aber ihre Spur führte zum Fluss. Sie sollen von einem natürlichen Steinbogen abgestürzt, in den Fluss Hvítá gefallen und ertrunken sein. Daraufhin liess die Mutter den Steinbogen zerstören, damit sich eine ähnliche Tragödie nicht mehr ereignen kann.

Und weiter ging die Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft mit vielen Höfen, die oft auch ihre eigene Kirche haben.

Danach fuhren wir nach Reykholt. Im Namen des Ortes steckt wie in vielen isländischen Namen das Wort reykur („Rauch“). Das erklärt sich durch das Vorhandensein einer Vielzahl von heissen Quellen in diesem Tal. Es handelt sich hier um ein sogenanntes Niedrigtemperaturgebiet. Man kann die im Boden messbar vorhandene Hitze keinem der aktiven Vulkansysteme der Gegend zuordnen. Sie steigt durch Spalten im Boden auf. 

Dieser Ort ist aber auch eng mit dem Namen des Goden Snorri Sturluson (1179–1241) verbunden, der einer der grössten Dichter und bedeutendsten Politiker im mittelalterlichen Island war. 

Reykholt war Pfarrsitz seit dem Mittelalter. Die noch erhaltene ältere Holzkirche stammt aus den Jahren 1886 – 1887, die neue Kirche wurde 1996 geweiht.

Die alte Kirche wurde in einem aufwändigen Verfahren angehoben und einige Meter verschoben.

Wunderschönes Harmonium

Schönes Harmonium

Besichtigt haben wir auch das wieder aufgebaute Snorralaug (Snorris Bad), wo sich der Dichter und Politiker Snorri mit den Leuten zum Baden in der heissen Quelle getroffen hatte, die im Genehm waren, resp. wo er Lobbyieren musste.

Gewächshaus, das aus der Quelle von Snorri (Snorralaug) gespiesen wird.

Der Deildartunguhver (isl. „deila“ teilen, „tunga“ Landzunge, „hver“ heisse Quelle) ist eine Einheit heisser Quellen. Er besteht aus einer Anzahl von Springquellen, die aus ein und demselben Hügel hervorsprudeln. Es handelt sich um die wasserreichsten heissen Quellen Europas. Sie haben einen Ausstoss von 180 Liter/Sek. an 100 Grad heissem Wasser. Pipelines führen das Wasser bis in das etwa 60 km entfernte Akranes und in das 30 km entfernte Borgarnes. Ausserdem werden zahlreiche Weiler und Höfe damit versorgt. In der Gegend werden Gewächshäuser mit Tomatenpflanzungen, Salate, Gurken und Kräuter von der Quelle mit heissem Dampf gespiesen. Direkt beim Parkplatz Deildartunguhver gibt es ein kleines Kaffee, wo wir in der Sonne bei angenehmen Temperaturen einen Kaffee genossen und aus deren Gewächshaus schöne Tomaten gekauft haben.

Heute stehen wir auf dem Camping-Platz in Borgarnes, direkt am Meer mit wunderbarer Aussicht. Wir haben noch einen Abendspaziergang durch Borgarnes genossen und ein paar Eindrücke festgehalten.

Interessante Schaukel – nur wenn man die Mitte findet, bleibt diese auch schön waagrecht und sonst wird es kippelig 🙄

Wilkommen im Kindergarten von Borgarnes

05.09.2020: In der Lava-Höhle Viðgelmir und weitere interessante Sehenswürdigkeiten

4 Gedanken zu „05.09.2020: In der Lava-Höhle Viðgelmir und weitere interessante Sehenswürdigkeiten

  • September 6, 2020 um 8:14 a.m. Uhr
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    Liebe Claudia, lieber Norbert, jetzt seit Ihr im Westen, ein Gebiet was ich noch nicht kenne (das macht Neugierig da nochmal hin zu fahren… ) die Lavahöhle, toll, und wieder viele tolle Berichte und Bilder, ich wünsche Euch noch viele schöne Erlebnisse, viele Grüße Hildegard

    • September 6, 2020 um 6:06 p.m. Uhr
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      Liebe Hildegard, ja heute sind wir auf der Halbinsel Snaefelsness. Ja die Höhlentour war sehr interessant. Ja Westfjorde sind sicher eine weitere Reise wert. Liebe Grüsse

  • September 6, 2020 um 4:30 p.m. Uhr
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    Immer wieder eine andere Art von Island und immer wieder spannend , dass ihr die geführte Lava-Höhle mitgemacht habt war sehr wichtig sonst hättet ihr eine Sehenswürdigkeit von besonderer Art verpasst , ist sehr intressant , aber die zwei Stalagmiten kommen mir sehr bekannt vor hihi . Vielen Dank Claudia für das heutige Telefon, schön dass alles so super läuft und Norbert heute einen RÜEBLIKUCHEN geniessen konnte , es ganz es liebs Grüessli

    • September 6, 2020 um 6:08 p.m. Uhr
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      Hallo Mams, Danke. Ja heute haben wir wieder einen schönen Tag, wenn auch mit wenig Fotoelementen. Aber machen heute einen Miniblog. En schöne Obig und

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