Wir haben in Zagora wunderbar geschlafen – selbst der Muezzin hörten wir nicht (evtl. hat er aus Rücksicht auf die  Zeitumstellung nicht gerufen). Der Muezzin-Ruf hier ist übrigens recht melodisch – war gestern Abend sehr angenehm anzuhören.

Weil der Morgen sehr schön und der Himmel strahlen blau war (am Nachmittag sollte es schlechter werden) hat Norbert noch ein Foto vom Platz „Oasis Palmier“ gemacht mit Suchspiel: Findet Askja!

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit gutem, frischen Fladenbrot sind wir früh (für unsere Verhältnisse) losgelaufen. Mussten ja auch nichts einpacken für die Weiterfahrt und konnten alles stehen und liegen lassen. Wir sind schon um 09.00 Uhr los, entlang den Oasen-Gärten. Der Weg war abwechslungsreich und über die Brücke über die Draa gelangten wir zum Sitz der Provinz-Regierung. Wir wollten das bekannte Schild sehen „52 Tage von Zagora nach Timbuktu“. Timbuktu ist eine Oasienstadt in Mali. „52 Tage bis Timbuktu“ ist das letztes Zeugnis einer Zeit als Zagora im Draa-Tal eine wichtige Durchgangsstation für Karawanen zwischen Marokko und der Süd-Sahara war (im 16 Jahrhundert).

Dort kam einer der „fleissigen“ Ladenbesitzer, ein Berber, auf uns zu und bot sich an, uns beide zu fotografieren. Natürich wurden wir dann in sein Geschäft eingeladen, wo er uns die beiden älteren Ausführungen dieses Schildes zeigte. Dieses war original vis-à-vis des Gebäudes der Provinz-Regierung. Nur – weil da immer Touristen aus  Marokko und dem Ausland angereist kamen, um das berühmte Schild zu fotografieren und dadurch die Strasse blockierten, wurde dieses abgerissen und ein neues an der heutigen Stelle, wo es weniger stört, aufgebaut.

Daneben haben wir uns noch für einen kleinen Berber-Schmuck überzeugen (hört sich schöner an als überreden) lassen. Es zeigt den Buchstaben „z“ im Alphabet der Berber.

Dieser Buchstabe findet sich auch in den Wörtern „Amazigh“ und „Imazighen“ (= Plural von „Amazigh“) und steht demnach für „freier Mensch“. Es ist auch das selbe Zeichen in der Flagge (die Kabyle)  der Berber. Die drei Farben stehen für das Land der Berber (wobei als Land nicht ein Staat zu verstehen ist, sondern das Gebiet aller Berber); dieses Land grenzt oben im Norden an ein Meer (deshalb blau. die Farbe Grün ist Mittelland mit den Bergen und Wäldern und unten, im Süden, die Wüste, deshalb Gelb. Die Farbe Rot, in dem der Buchstabe „z“ gehalten ist steht für die Farbe des Lebens als auch für den Widerstand.

Nach einem Foto mit ihm (oh je – wie doof sehe ich denn aus – Danke Norbert 😤) sind wir weitergezogen durch Zagora um zu sehen, wo wir morgen unsere Vorräte aufstocken können.

Wir sind an der Schule entlanggekommen, die wiederum mit schönen Bildern und wichtigen Botschaften an die Schulkinder begeisterte.

Es gibt viele Mikro-Supermärkte, aber wirklich begeistert hat uns eine kleine Markthalle, wo es verschiedene Metzger, Früchte-, Dattel und Gewürzhändler hat. Dort werden wir morgen mit dem Auto halt machen und mit Verschiedenem, sicher auch mit feinen Datteln, eindecken.

Nachdem wir gehört hatten, dass sich der Souk Richtung Flughafen befindet und heute nicht mehr den Charakter hatte, wie früher sondern eher ein „Jahrmarkt“ sein soll, haben wir uns entschieden, nicht dahin zu fahren, sonder mehr Zeit in Zagora zu verbringen.

Wir wollten den Weg zurück durch Oasen-Gärten in Stadtnähe abkürzen. Da wir wohl etwas verloren rumgestanden sind, kam aus irgendeinem Tor ein Mann, der wissen wollte, wo wir hinwollen. Wir haben ihm erklärt, dass wir zum Fluss gehen möchten und da hatte er kurzerhand entschieden, uns vorzulaufen. Wir hätten diesen Weg nicht gefunden – er ist mit uns in den Gärten durch die kleinsten Öffnungen durchgewandert und plötzlich waren wir am Fluss, der Draa.

Wir sind dann zurück auf den Camping-Platz gelaufen und haben heute doch 7.8 km zurückgelegt – für den Fuss von Norbert doch sehr beachtlich.

Da haben wir noch entsorgt und wieder Frischwasser gebunkert.

Zum Abendessen haben wir uns für „Take-Away über d’Gass“ entschieden. Wir haben feine Rindsspiessli vom Grill mit Pommes direkt an das Auto geliefert bekommen, zubereitet in der Zeltküche des Camping-Platzes. Es war lecker. Bestellt hatten wir für 19.00 Uhr – geliefert wurde es um 18.00 Uhr. Eventuell haben sie die Uhren noch nicht umgestellt 😉. Somit sind wir heute mit dem Bericht auch früher dran – was doch die Zeitumstellung und die geschenkte Stunde alles bewirkt.

Im Moment macht uns einzig noch eine Fehlermeldung im Auto etwas sorgen. Die Motorenkontrolleuchte ist an. Es kann verschiedene Gründe haben – nur wissen wir im Moment nicht, wie wir dies beheben können. Empfehlung ist, Fehler auslesen – nur ohne Diagnosegerät unmöglich. Wir hoffen im Moment noch auf die „Selbstheilung“ – und sonst müssen wir eine lokale Werkstatt morgen in Zagora aufsuchen, da wir sonst riskieren, dass der Motor in das Notfallprogramm wechselt, was eine Sahara-Piste unmöglich machen würde. Hoffen wir nicht – wir wollen uns ja morgen mit Martina und Christoph treffen. „Daumen drücken“ und hoffen. Wir schicken mal ein Stossgebeet in den Himmel und hoffen, dass es ankommt!

Sonntag, 28.10.2018: Ein Tag in Zagora – und was eine geschenkte Stunde bewirkt

4 Gedanken zu „Sonntag, 28.10.2018: Ein Tag in Zagora – und was eine geschenkte Stunde bewirkt

  • Oktober 29, 2018 um 6:30 a.m. Uhr
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    Hoi ihr Beiden. Wir drücken die Daumen zur Selbstheilung des Motors☘
    Grüessli Adi

    • Oktober 29, 2018 um 8:35 p.m. Uhr
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      Hihi – nein – Selbstheilung funktioniert nicht. Aber es kommt sicher gut.

  • Oktober 29, 2018 um 9:57 a.m. Uhr
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    Das sind wieder aufschlussreiche interessante Bilder und Berichte teils sogar lustig, vielen Dank . was tut Askja haben unsere Fernbehandlungen geholfen, hoffe es, wünsche euch einen schönen Tag ohne negative Zwischenfälle, es liebs Grüessli Mams, bin froh,dass es Norbert gut geht mit dem Fuss

    • Oktober 29, 2018 um 8:34 p.m. Uhr
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      Hallo Mams – Askja will nicht so richtig, aber es kommt schon wieder. Scheint nicht so schlimm zu sein – eine von sechs Vorglühkerzen will nicht so. Wir werden mal eine Mercedesgarage in Agadir oder Marakkesch aufsuchen müssen. Kusssss

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