Gestern sind wir von unserem Nachtplatz Atlavik am See Lagarfljot bei strahlendem Sonnenschein zum Staudamm und Kraftwerk Kárahnjúkar gefahren. Es ist aufgrund der Leistung eines der grössten Karftwerke Europas und wurde im 2007 in Betrieb genommen. Das Kraftwerk ist bis heute sehr umstritten a) es wurden 57 km2 Weideland von Schafen und Rentieren überflutet und b) die Wirschaftlichkeit ist sehr fraglich. Beeindruckend ist der Canyon, der früher viel Wasser führte und heute als Abfluss des Stausees dient, wenn es entlastet werden muss.

Danach fuhren wir auf die F910 die uns zum Vulkan Askja führt. Diese Strasse darf nur von 4×4-Fahrzeugen befahren werden, da nebst Lava-Feldern auch mind. 4 Furten (Flüsse) zu durchqueren sind, die im Moment aufgrund der Regenfälle ziemlich Wasser führen.
Vorher sind wir noch zu geothermischen Pool Laugarvellir gefahren. Dieser natürliche Pool hat eine Wassertemperatur von rund 39 – 40° und einen kleinen Wasserfall. Er ist sehr schön gelegen – aber wir sind nicht reingesprungen.

Danach ging es weiter auf der F910 – bis zur Askja waren 120 km zu fahren. Die Piste hat einiges von unseren beiden Fahrzeugen abverlangt: es war steinig, es hatte viel Wellblech, es galt grosse Lavafelder zu überqueren, einige grosse Sandfelder warteten auf uns und wir mussten 4 Furten von ca. 40 – 50 cm Tiefe überqueren. Für uns war es kein Problem, aber für den VW Syncro von Hildegard waren v.a. die Furten eine Herausforderung. Aber alle Autos kamen gut am Ziel an.
Die Fahrt war traumhaft – für uns sind diese riesigen Vulkangebiete mit Lavafeldern der Inbegriff von Island. Aber es wurde sehr spät, bis wir auf dem Askja-Campingplatz angekommen sind. Campingplatz ist im Hochland ein sehr hochgegriffenes Wort: eine grosse Steinfläche, ein Häuschen mit Toilette, Duschen, die häuft ausser Betrieb sind – aber die Lage ist wunderbar idyllisch und es hatte nur wenige weitere Camper.

Heute Morgen sind wir bei strahlendem Sonnenschein zur Askja (Isl. Schachtel – Name ist durch die Form gegeben) gefahren – mussten wir doch unserem WoMo zeigen, woher sein Name kam. Die Anfahrt und der Fussweg zur Askja war einfach unbeschreiblich. Der Weg führte zu den zwei direkt nebeneinander liegenden Seen: Den Calderasee Öskjuvatn (mit 220 m einer der tiefsten Seen Islands) und der mit Viti-Krater-See (Isl. Hölle). Die Wassertemperatur im Viti-Krater-See beträgt 28 – 30°. Der Weg in den Krater zum Hot-Pool ist ziemlich rutschig und steil – wir haben auch hier auf ein Bad verzichtet.

Am Nachmittag haben wir den Weg zum Tafelvulkan Herðubreið (Isl. die Breitschultrige) unter die Räder genommen. Von der F910 sind wir auf die F88 abgebogen; auch dies war wieder eine F-Strasse, d.h. nur für offradfähige 4×4-Fahrzeuge. Und auch hier war für uns die Durchschnittsgeschwindigkeit 15 Km/h. Unterwegs haben wir uns immer wieder Zeit genommen, die traumhafte Lava-Landschaft zu fotografieren oder die Drohne steigen zu lassen.

Gegen 17.00 Uhr kamen wir an der Herðubreið an, wo wir sofort wieder die Wanderschuhe gebunden und losgelaufen sind. Die Lava-Formationen ist hier bekannt als „Stricklava“, d.h. eine besondere Musterung.

Der Campingplatz ist wunderbar gelegen und ein perfekter Ausgangspunkt zum Wandern.
Morgen wollen wir Richtung Berghütte Sigurðarskáli, welche ganz in der Nähe einer sehr grössen Eishöhle liegt, welche auch zum Gletschergebiet es Vatnajökull gehört.