Am 08.08. morgens hat uns die Sonne angelacht – was für ein schöner Start in einen neuen erlebnisreichen Tag.

Unser Nachtplatz in Pakgil

Den wunderbaren Pakgil Canyon sind wir nur sehr langsam zurückgefahren, da wir immer wieder anhalten und die tolle Landschaft fotografieren „mussten“. Den Blick auf den Gletscher Mýrdalsjökull war fabelhaft. Der Gletscher ist 596 km², damit gut halb so gross, wie der Kanton Aargau. All die Gletscherflüsse, die bemooste Lavalandschaften – unbeschreiblich.

Unübersichgtliche Kuppe
Gugguseli – ich bin hier – die Kuppe ist wirklich unübersichtlich

Ein isländischer Enzian

Wir sind an einem riesigen Lavafeld entlanggefahren. In den Jahren 1783 und 1784 ergoss sich die Eldhraun (isl. Feuerlava) der Laki-Eruption im. Heute ist dieses Lavafeld mit schönen aber fragilen Moos-Polstern überwachsen. Da es immer wieder Naturignoranten gibt, die wild über die Lavafelder stapfen und alles, was über Jahrhunderte gewachsen ist, zerstören, werden immer mehr Stellen für Touristen geschlossen und nur noch vereinzelte Pfade freigegeben.

Anschliessend sind wir zur Schlucht Fjaðrárgljúfur gefahren, wo wir eine kurze Wanderung gemacht haben. Der Canyon ist an einigen Stellen bis zu 100 Meter tief und hat eine Länge von etwa zwei Kilometern. Entstanden ist die Schlucht durch die Kraft des fliessenden Wassers, das sich von den Gletschern kommend einen Weg durch das Gestein bahnte.

Zum Abschluss fuhren wir in den Skaftafell-Nationalpark. Auf dem Weg boten sich uns immer wieder fantastische Blicke auf den grössten Gletscher Islands, den Vatnajökull. Er bedeckt rund fünf Mal die Fläche vom Kanton Aargau.

Im Skaftafell-Nationalpark herrscht wegen Corona ziemliches Chaos. Der Zugang zum Camping-Platz wurde behelfsmässig blockiert, resp. es steht so ein Jüngelchen vor seinem Ranger-Auto und sagt mit geschwellter Brust, dass hier geschlossen sei und wegen Corona eine strickte 100-Camper-Politik gäbe. Auf meine Frage, was dies nun für uns hiesse, meinte er,  wir müssten erst eine Camping-Bewilligung im Visitor-Center kaufen, was ein rechtes Stück Fussmarsch entfernt ist. Gesagt getan kam ich zu den (un)netten Damen, die sich hinter zusätzlichen Tischen verbarrikadierten, um ja 2 m Abstand zu wahren. Es resultierte in rund 5 m mit dem Ergebnis, dass man sich gegenseitig gar nicht hörte. Egal – irgendwann hatte ich die Camping-Bewilligung für unsere Fahgrzeuge. Aber nein – noch nicht fertig mit der Registrierung: ich musste noch unsere beiden Autos Online registrieren. Dafür gab es ein PC im Gebäude. Auf meine Frage, wo ich denn Wohnmobil auswählen könnte, meinte sie, dass sei nicht wichtig – ich soll einfach kleines Auto währen (na ja – mit 7.50 m sind wir nicht so klein – aber egal). Und dann wollten sie noch die Autokennzeichen! Meines war kein Problem, aber das von Hildegard kannte ich nicht. Also – erneute Frage an die selbige Damen. Auch das war kein Problem – einfach zweimal die selbe Autonummer eingeben . Sie meinte – ja, es sei komisch – aber wegen Corona sei das so. Corona lässt den Amtsschimmel ganz gewaltig wiehern. Nun sei es denn so.

Nachdem wir unsere WoMos geparkt hatten, machten wir uns auf eine weitere rund 7 km lange Rund-Wanderung zum Svartifoss, ein weiterer schöner Wasserfall und eine der Hauptattraktionen des Skaftafell-Nationalparks. Der Stórilækur (großer Bach) stürzt über eine Felskante, die von Basaltsäulen wie Orgelpfeifen eingerahmt wird. Der Svartifoss (mit dem Fluss Stórilækur) ist 12 m hoch.

Und heute war Island so authentisch, wie schon häufig: es regnet ☔️. Aber bei durchschnittlich 12 Regentagen in den guten Reisemonaten Juni – September (da regnet es monatlich nur 12 Tage 😉) scheint es, dass wir diese nun mal gleich Anfang des Monates einziehen. Na ja – wenn es danach schön ist, ist das OK.

Aber das Wetter hat uns nicht davon abgehalten, zwei schöne Gletscherlagunen zu besuchen – die Sonne muss sich jeder dazu denken. Wobei auch bei diesem Wetter all diese Orte ihren besonderen Reiz haben.

Die erste Gletscherlagune war eine kleinere, touristisch weniger überlaufene (in Corona-Zeiten ist zwar nichts sehr stark überlaufen): Fjallsárlón ist ein Gletschersee am südlichen Ende des isländischen Gletschers Vatnajökull. Es treiben einige sehr grosse Eisschollen darin und vom Gletscher hört und sieht man immer wieder Abbrüche von Eisschollen. Mit Zodiac-Booten werden für rund CHF 60.00  Ausflüge (45 Minuten Dauer) zum Gletscher angeboten (darauf haben wir verzichtet). 

Anschliessend fuhren wir zur viel grösseren Jökulsárlón. Das besondere ist, dass die Lagune von schwarzem Sandstrand gesäumt wird, auf welcher auch immer wieder Eisbrocken malerisch liegen. Im 2014 sahen wir diese in der Sonne, wodurch sie wie grosse Kristalle aussehen. Beim heutigen Besuch zeigen sie sich ebenfalls reizvoll und wirken durch ihre bizarren Formen. Zwischen den Eisschollen stecken immer wieder Seehunde ihre Nase aus dem Wasser, ehe sie zum nächsten Tauchfang ansetzen. Die besondere touristische Attraktion sind Amphibien-Fahrzeuge, die mit Touris ins Wasser fahren (ich bin auch ein Boot).

Nach diesen beiden Lagunen-Besuche haben wir beschlossen, direkt nach Höfn zu fahren, wo wir die Nacht verbringen.

08.08./09.08.2020: Island so authentisch und vom Feinsten: Vulkane, Wasserfälle, Gletscher, Gletscherlagunen und – Dauerregen am Sonntag 😉

4 Gedanken zu „08.08./09.08.2020: Island so authentisch und vom Feinsten: Vulkane, Wasserfälle, Gletscher, Gletscherlagunen und – Dauerregen am Sonntag 😉

  • August 10, 2020 um 9:04 a.m. Uhr
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    Vielen Dank für diesen einmaligen Blog muss einfach nur staunen und finde keine Worte, bin überwältigt von diesem Naturwunder das ihr erlebt und uns teilhaben lässt. Wünsche euch weiter eine unfallfreie Fahrt , freue mich auf weitere spannende Blogs von euch Küsschen Mams

    • August 10, 2020 um 9:40 a.m. Uhr
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      Danke Mams, schön, dass du mit uns fährst. Liebs Grüessli und

  • August 10, 2020 um 12:39 p.m. Uhr
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    Hallo ihr lieben! WOW, die Fotos und Berichte werden mit jedem Tag schöner und faszinierender!!! Wir „schmelzen“ hier in der Schweiz gerade, bitte schickt uns doch etwas kühle Luft aus Island 🙂

    Liebi Grüess vo allne und wiiterhin ganz veli schöni Reisemoment,
    Michi

    • August 10, 2020 um 10:06 p.m. Uhr
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      Hallo Ihr Lieben, also – wenn es nicht gerade regnet, ist es wunderbar. Na ja – auch so, aber halt weniger feucht. Gerne schicken wir Euch kühle Luft – aber bitte schickt uns etwas wärmere zurück. Es gab noch keinen Tag ohne Alde in der Nacht – und sie ist top – säuselt ganz sanft vor sich hin. Der neue Venti wirkt wunder. Überhaupt ist alles prima – wir führen uns wohl in Askja. In den nächsten Tagen sollte sie dann da hinkommen, woher ihr Name kommt . Liebe Grüsse Euch allen – händ’s guet ond ächli chüeler 😉

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