Wer glaubt, dass am Sonntag die Strassen leerer sind, liegt hier in China ganz falsch. Wir mussten heute die „Road Between Grassland and the Sky“ fahren – und das mit tausenden Chinesen, die am Wochenende das selbe Ziel hatten. Erst fuhren wir gemütlich die ersten paar Kilometer zur Zufahrtsstrasse.

Kleiner Einschub: Musste deshalb, weil jede Route, die in China mit dem eigenen Fahrzeug gefahren werden will, genau bei der Zentralregierung in Peking beantragt werden muss und ein Abweichen gibt es nur in sehr sehr engen Grenzen. D.h. wenn diese Route vor einem halben Jahr beantragt und bewilligt wurde, ist diese zu befahren sonst hält einem die Polizei ziemlich schnell auf und hilft einem auf dem „richtigen Weg“, was aber nicht so angenehm ist. Abweichung heisst, dass entweder die beantragte Autobahn oder die direkt parallel verlaufende Landstrasse befahren werden darf. Konvoi fahren wir nicht – aber andere Routenwahl auch nicht.

Wir haben heute nur schon für die Anfahrt von rund 3.5 km über 2 Stunden gebraucht (die gesamte Panoramastrasse von 75 km dauerte acht Stunden). Die Chinesen können weder Kolonne fahren noch stehen, immer wird links und rechts überholt und dann nicht schlecht gestaunt, wenn plötzlich ein viel grösseres Auto wie Bus oder LKW vor einem steht. Dann wird nicht etwa zurückgefahren (sie können nur schlecht rückwärts fahren), sondern gewartet. Irgendwann wird sich ja schon eine Lösung finden.

Nachdem wir uns endlich die Abfahrt erkämpft hatten (es brauchte das eine oder Male das Aussteigen von Claudia, die den Verkehr aufgehalten hat) und auf die „Strasse zwischen Himmel und Grass“ erreicht hatten, dachten wir, es würde besser. Aber es wurde nicht. Egal – willkommen in China! Wir haben uns über die riesigen Restaurantparks, Vergnügungsangebote und vieles mehr gefreut (und machmal auch etwas gewundert).

Die Landschaft ist wirklich sehr schön: wunderbare Graslandschaft, Berg- und Talgebiete mit Dörfen, tollen Plateaus und ganz ganz viele Windräder. Diese werden aber nicht als störend sondern als tolle Attraktion wahrgenommen.

Die Route war spannend – landschaftlich und verkehrstechnisch. Bei uns gab es keinen Schaden, im Gegensatz zu einigen anderen aus der Gruppe aufgrund von unvorsichtigen Überholmanöver der einheimischen Bevölkerung.

Kurz vor fünf Uhr sind wir dann mit einigen anderen Mitreisenden eingekehrt. Wir haben zwar nichts verstanden, aber Bildli und Handzeichen funktionieren meist.

Kurz vor unserem Stellplatz in Guyuan sind wir durch einen Ort gefahren, wo es noch eine katholische Kirche gibt – eher ein seltenes Bild in einem Land ohne Konfessionen.

Und hier noch einige Schnappschüsse vor der Ankunft auf unserem Stellplatz.

Heute Nacht stehen wir in Guyuan. , einem kleinen Dorf, das v.a. vom Gemüseanbau lebt. Der Grossteil der Gruppe steht auf einem Teerplatz direkt an der Durchfahrtsstrasse, dafür mit Waschgelegenheit für die WoMos. Einige (wir auch 😉) haben aber entschieden, in eine Nebenstrasse zu fahren, da es hier ruhiger ist.

Morgen fahren wir weiter nach Chengde, wo wir zwei Nächte stehen werden. Also – auf die nächsten 275 im – aber mehrheitlich Autobahn.

21.7.2019: Auf der Strasse zwischen Himmel und Gras von Zhangbei nach Guyuan