In den letzten zwei Tagen mussten ziemliche Strecken bewältigt werden – ist aber auch verständlich, wir wollen ja bis zum Anfang der Seidenstrasse in China. Und trotzdem haben wir jeden Tag etwas erlebt. Der Blog gestern blieb aus, das wir den 72. Geburtstag von Wolfgang gebührend feiern mussten resp. durften.

Gestern haben Norbert und ich wir vor Abfahrt in Novosibirsk vom Direktor des Russisch-Deutschen Hauses Schokolade geschenkt bekommen – er fand es so toll, dass wir alle da waren. Apropos Russisch-Deutschs Haus – wir hatten direkt vor unserem Fenster einen Weihnachtsbaum stehen.

Die Fahrt führte uns durch schöne Gebiete mit riesigen Feldern, Äcker – und ganz viel Natur. Wir haben auch zwei Abstecher in kleine Dörfer gemacht.

Wir haben in Mariinsk kurz vor Ankunft auf dem Stellplatz die Gedenkstädte für den ehemaligen Gulag besichtigt. Das ursprüngliche Gefängnis wurde 1929 – 1960 zu einem Haftort des Gulag-Netzes (Zwangsarbeitslager) von mehr als 400 Lagern, wo insgesamt 2.5 Mio. Menschen „gehalten“ wurden. Besonders berührend war ein Teil der Erschiessungswand. Häftlinge, die nicht mehr arbeiten konnten oder krank waren, wurden kurzerhand erschossen. Auf der einen Seite stimmt diese Gedenkstädte nachdenklich, weil deutlich wird, wieviele Leute hier unendliches Leid erlitten haben, auf der anderen Seite ist es für unseren Geschmack etwas kitschig aufgemacht. Z.B. wissen wir nicht, weshalb unter den Bäumen Gartenzwerge stehen oder drei Plastik-Störche hingestellt werden müssen.

Danach sind wir zum Stellplatz gefahren. Den späteren Nachtmittag/Nacht verbrachten wir auf dem schönen Gelände eines Ferienanlage. Am Abend kam der Verkehrspolizist Vitali Zakanov zu uns und hat geduldig alle Fragen zur russischen Polizei, Polizeikontrollen, etc. beantwortet.

Und danach wurde der 72. Geburtstag von Wolfgang gebührend gefeiert – und später am Lagerfeuer ausgiebig besungen.

Heute sind wir weiter nach Krasnojarsk gefahren und haben das eine oder andere Bild auf dem Weg gemacht. Wir sind auch an einem riesigen Kohlebergwerk vorbeigefahren.

Der heutige Tag ist der Nationalfeiertag in Russland, wobei wir wenig bemerkt haben, ausser dass ein Grossteil der Menschen frei hatte. Bei seiner Einführung im Jahr 1994 hieß der Feiertag noch “Tag der Unterzeichnung der Deklaration der Unabhängigkeit”€. Da mit der Unterzeichnung das Ende des sowjetischen Reiches besiegelt war, führte dies dazu, dass viele Menschen ihn nicht als Feiertag annahmen. 1997 schlug Boris Jelzin den aktuellen Namen „Tag Russlands“ vor, der 2002 erstmals offiziell galt.

Wir sind am frühen Nachmittag bereits in Krasnojarsk angekommen und direkt in den Nationalpark Stolby gefahren. Stolby bedeutet Säulen – und das ist auch das besondere an diesem Nationalpark: die rötlichen Granitfelsen. Wasser, Wind und Frost schufen die bizarren Felsformationen, die wie Säulen bis zu 100 m in die Höhe ragen.

Der heutige Stellplatz ist auf dem Parkplatz des Hotels „Sibirskiy Safari Club“ und liegt direkt am Fluss „Enisey“. Morgen geht es auf die Stadtrundfahrt.

11./12.6.2019: Von Novosibirsk nach Mariinsk (430 km) und weiter nach Krasnojarsk (365 km)

4 Gedanken zu „11./12.6.2019: Von Novosibirsk nach Mariinsk (430 km) und weiter nach Krasnojarsk (365 km)

  • Juni 12, 2019 um 10:36 p.m. Uhr
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    Liebe Claudia, lieber Norbert,
    da seit Ihr bereits über 1 Monat unterwegs, prima, dass man das so schön mit-„sehen“ kann,
    das mit der Karte ist schon optisch recht praktisch, man sieht wie weit Ihr schon gefahren seid, südlich „unter“ Euch liegen bereits Indien, Nepal und im Norden „über“ Euch sind Spitzbergen und Franz-Josef-Land bereits passiert worden,… toll,… Alles Gute! Hildegard

    • Juni 13, 2019 um 1:40 a.m. Uhr
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      Liebe Hildegard, genau – wir freuen uns, dass Du „mitschaust“. Wir sind schon sehr wet aber eigentlich noch nirgends, wenn man sich die riesen Dimensionen vorstellt. Ganz liebe Grüsse und bis bald, Claudia un Norbert

  • Juni 13, 2019 um 6:23 a.m. Uhr
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    Ein intressanter Blog mit total verschiedenen Eindrücken , ja die Zeit vergeht wie im Flug besonders wenn man die Reise miterleben darf und die Bestätigung an Hand von den Bilder und Berichten bekommt , dass es Euch gut geht , wünsche Euch wieder einen Erlebnisreichen Tag . Liebs Grüessli Mams

    • Juni 13, 2019 um 3:23 p.m. Uhr
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      Hallo Mams, das stimmt – jetzt sind wir schon 5 Wochen unterwegs. Uns geht es sehr gut. Kuss, Claudia und Nurbert

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