Jekaterinburg, östlich des Urals, ist die viertgrösste Stadt Russlands und war auch bis 1991 eine geschlossene Stadt aufgrund der hier angesiedelten Industrie, von der niemand etwas wissen durfte. Sie wurde in 1991 von Swerdlows wieder in Jekaterinburg unbenannt. Sie hat eine sehr bewegte geschichtliche Vergangeneit.
Der erste Besuch galt „Kathedrale auf dem Blut“. Sie ist mit ihren goldenen Kuppeln von Weitem sichtbar. Sie steht an der Stelle, wo sich bis 1977 das Ipatjew-Haus befand, in dessen Keller in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 die Bolschewiki (radikalen Parteiflügel um Lenin) den letzten Zaren Nikolaus II. und seine Familie samt den fünf Kindern ermordeten. Dieser Ort ist mittlerweile ein Wallfahrtsort für Anhänger der russischen Monarchie. Die gesamte Familie wurde im Ipathew-Haus rund 78 Tage gefangen gehalten und in der besagten Nacht in den Keller gebeten unter dem Vorwand, dass man ein Foto der Zarenfamilie nachen wolle zum Beweis, dass es ihnen gut ginge. Empfangen wurden sie von einem Erschiessungskommando.


Sollte zeigen, wie die Zarenfamilie die Treppe runterstieg in der Meinung, es wird ein Foto gemacht. 









Die Körper wurden in einem Bergwerksschacht in einem 15 km entfernten Waldstück verscharrt, auf welchem heute ein Männerkloster namens Ganina Jama steht und für jedes Todesopfer der Zarenfamilie eine kleinere oder grössere Kapelle errichtet wurde (resp. noch wird). Das Kloster trägt den Namens des Eigentümers des Bergwerkschachtes.









Die Grube in denen die Leichname verscharrt wurden. 
Die 5 Kinder der Zarenfamilie, die ebenfalls erschossen wurden 
Die Frau des Zaren, die aus Darmstadt stammte 

Auf dem Weg zum neuen Monument sind wir an einem Gedenkplatz mit über 21’000 Gedenkinschriften vorbeigefahren. Dies sind die Namen von Personen, die in der Zeit von Stalin „einfach verschwanden“, weil sie z.B. etwas Falsches gesagt hatten und deshalb vom Geheimdienst (NKWD) abgeholt und dann auch umgebracht wurden. Es sollen fast genauso viele Russen zu dieser Zeit verschwunden und umgebracht wurden sein (rund 22 Mio.), wie im zweiten Weltkrieg gefallen sind. Eine erdrückend beeindruckende Zahl.
Am neuen Monument der Europa-Asien-Grenze (das nicht wirklich auf der eigentlichen Grenze, aber dafür nahe bei der Stadt liegt – das wie gestern schon erwähnt hatten) haben wir ein heute ein Gruppenföteli gemacht.





Ich sollte „Himbeerbonboneinwickelpapier“ sagen, damit der Mund nicht ganz geschlossen bleibt.
Nachdem wir heute zurück kamen, wurden wir von Journalisten belagert, die wohl auf die „Horde WoMo-Fahrer aus Europa“ aufmerksam wurden. Es wurden Interviews geführt und Fotos gemacht; wäre noch spannend zu sehen, was geschrieben wurde 🙄.
Heute war ein Opernbesuch geplant und zwar die Oper „Eugen Onegin“, die um 1878 von Pjotr Iljitsch Tschaikowski geschrieben (natürlich ideal, weil wir doch vorgestern im Tschaikowski-Museum waren). Sie basiert auf dem gleichnamigen Versroman Eugen Onegin von Alexander Puschkin. Es regnet wie aus Kübeln und machte uns so gar nicht an, aus dem warmen WoMo zu gehen. Aber – zu Hause zu bleiben wäre sehr schade gewesen. Die Inszenierung war wunderschön – der Regisseur hat sich zwar erlaubt, teilweise Bühnenbilder und Kleider aus der heutigen Zeit hineinzunehmen. Daneben wurde teilweise das Parkett mit den Zuschauern in die Aufführung integriert. Ein wahrlich gelungener Abend.



Der Chor kommt ins Publikum. 



Morgen steht wieder ein längerer Fahrtag von rund 360 km an – wir wollen früh losfahren und uns in der Gegend noch das eine oder andere ansehen.
Hallo ihr lieben,einen eindrücklichen zum Teil nachdenklichen Blog . Aber immer sehr informativ, gedanklich bin ich immer bei euch besonders wenn ich eure spannende Berichte und Fotos einziehen darf. Eine gute Nacht ond schlofed guet, könnt ihr am Abend abschalten ob so vielen Erlebnissen ? Es ganz es liebs Grüessli Mams
Hallo Mams, freut uns natürlich, wenn Du Spass hast und mit uns reist. Wir haben gut geschlafen und stehen nun schon am nächsten Ort in Tjumin. Wir kommen immer weiter nach Sibiren rein. Wir können gut abschalten und sonst muss ein Wodka nachhelfen .
Kuss