Meine Nerven – ich dachte schon, wir erleben es nicht mehr. Aber schon vorneweg: es lief besser als erwartet – aber länger als erhofft 🙄.

Gemäss Empfehlung der Reiseleitung sollten wir für die 210 km rund 3 Stunden einrechnen, d.h. Abfahrt um 07.00 Uhr. Da wir aber auf der sicheren Seite sein wollten, fuhren wir „schon“ um 06.30 Uhr los. Die Rausfahrt aus Riga verlief flott – wir haben 100 km sehr schnell geschafft. Doch dann kam eine Riesen-Baustelle von rund 30 km und mind. 7 Ampeln. Wir schafften eine Punktlandung auf den vereinbarten Zeitpunkt um 10.00 Uhr – dank der früheren Abfahrt. Um 10.30 Uhr war dann der letzte Teilnehmende auch noch da – mit so einer Baustelle konnte wirklich niemand rechnen.

Die Strassen waren fast endlos und einfach nur gerade, aber durch weite Grasflächen mit tollen Birkenwälder und schönen Örtchen. Wenn man Glück hat, würde man wohl noch Elche sehen.

Wir sind über Estland, nicht Lettland (Hauptstadt Riga) nach Russland eingereist, weil dies aufgrund weniger befahrenen Strecke einfacher sei (möchte nicht wissen, wie es bei einer grösseren Zollstation ist 🤫). Vom Treffpunkt sind wir um 10.30 Uhr schön im Konvoi die letzten Kilometer zur Grenze gefahren.

Angekommen am Zoll in Estland mussten wir erst mal unsere Pässe zeigen und Euro 4.50 bezahlen. Dort wurden wir angewiesen, auf einem sehr grossen Parkplatz zu wenden und abzuwarten, bis unsere Autonummer angezeigt wird – was aber nie passierte, worauf wir dann halt so weiterfuhren. War wohl OK – die Schranke ging auf.

Und dann ging das Warten los – die Esten wollten uns fast nicht ausreisen lassen. Wir standen gut zwei Stunden da und warteten, bis der Zöllner kam. Er prüfte jedes einzelne Fahrzeug, öffnete innen und aussen jedes Kästchen, leuchte in die Motorhaube, in jede Ritze. Aber – immer schön lächeln, ja nicht grimmig dreinschauen, sonst will er noch mehr prüfen.

Dann endlich – kam der russische Zoll (in den Reiseunterlagen steht, es kann von 1 – 10 Stunden dauern). Also – Geduld und warten. Als erstens ging es in ein kleines Zollhäuschen, die Pässe und Fahrzeugpapiere sehen wollte – kein Problem. Dann mussten wir weiterfahren bis zur nächsten Warteschlange – wo wir dann wieder fast 1.5 Stunden warten durften. Und wieder ein Häuschen, wo wir die Pässe und Fahrzeugpapiere zeigen durften und wir als Gegenleistung neue Formulare bekamen zum Ausfüllen.

Dann hiess es, weiterfahren auf das Zollgelände, wo die Autos kontrolliert werden. Wir haben aber die Mittagspause erwischt, so lief von 11.30 – 13.00 Uhr wenig bis nichts. Danach – man kann es erraten – neues Zollhäuschen, wieder Papiere zeigen und diesmal wurde auch das Visum und Einreiseformulare abgestempelt. Dann wieder warten – bis wir dran kamen, mit der Durchsuchung des Autos. 

Erst mit Spiegel unter dem Auto, dann mit Taschenlampe und Spürhund am und im Auto. Geschafft – nein, doch nicht. Nochmals ein Formular, das abzustempeln war. Doof nur, dass just diese Dame in unserem Zollhäuschen kein Papier mehr im Drucker hatte. Als dies dann beschafft wurde, ging der Toner aus. Also – schön warten, immer lächeln, selbst die Charme-Offensive von Paul (ein Reiseteilnehmer) half nichts – wir mussten warten, warten – nondedie WARTEN!

Aber dann endlich – alles Material war im Drucker drin, sie konnte prüfen, stempeln und wir durften losfahren, bis zum nächsten Punkt – der Tankestelle auf russischer Seite, wo auch die Haftpflicht-Versicherungen gekauft werden konnte. Super – wir wurden von Sacha erwartet, die uns damit half. Pass und Fahrzeugpapiere waren benötigt – NUR – wo war der Fahrzeugschein. Sch…. – muss wohl bei der netten Dame ohne Papier und Toner liegen. Toll – ich fuhr wieder zurück zum Zoll, Norbert wartete, stellte mich mit den Lastwagen, die ausreisen wollten, in die Schlange und wollte schon mich am Einreisehäuschen bemerkbar machen, als ein Kollege kam und mir meinen Fahrzeugausweis brachte. Hatte genau die besagte Dame vergessen, mir zu übergeben. Aber egal – ich hatte die Papiere wieder. Aber – ich stand nun auf der Einreisespur. War dann frech – scherte aus, stelle den Warnblinker und fuhr auf der zweiten Spur rückwärts, bis ich über eine Lücke auf die Ausreisespur kam und wieder zu Norbert zurückfahren konnte. So – Ende gut alles gut.

Danach waren noch 95 km nach Pskov zu fahren, wo wir heute auf einem schönen Stellplatz stehen. Zwischen den Schlaglöchern mussten wir zeitweilig den Teer und somit die „Strasse“ suchen – aber das wird wohl in den nächsten Wochen zum Standard.

Dann ging es zum Essen –  Norbert und ich haben so richtig Hunger. Wir haben ja heute nur ein Müsli, aber dafür mit frischen Erd- und Blaubeeren gehabt.

Das Essen war in einem typisch russischen Lokal: es war köstlich und der Chef persönlich hatte uns mit jeweils passenden Trinksprüchen in die Wodka-Kunst von Russland eingeführt: der Wodka für die, die im Haus wohnen, der zweite Wodka für die, die ins Haus kommen (Gäste) und der dritte Wodka für diejenigen, die nicht mehr im Haus wohnen (die Verstorbenen). Und nicht vergessen – immer schön ganz austrinken. Zum Glück hatte ich Wasser bei mir am Tisch und so hatte ich schön immer ein volles Glas 😉. Sa sdorowje!

17.5.2019: Uff – geschafft, wir sind in Russland

8 Gedanken zu „17.5.2019: Uff – geschafft, wir sind in Russland

  • Mai 17, 2019 um 8:47 p.m. Uhr
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    Da sdorowje……das war ein struber Tag. Aber die erste gröbere Hürde habt ihr genommen jetzt wünsche ich euch eine gute Nacht und schlaft gut

    • Mai 18, 2019 um 4:52 a.m. Uhr
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      Genau – das brauchten wir – aber es war OK, die nächsten Grenzen würden wohl nicht einfacher . Kussss

  • Mai 17, 2019 um 9:10 p.m. Uhr
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    Ui nei ach ihr Armen! Meine Nerven liegen schon nach deinem Bericht blank! Geschweige ich wäre dort gewesen! Hilfe!
    Und s Tüpfli ufem i… zurück fahren!
    Ui nei!
    Ich hätte glaub den Schnaps OHNE Wasser getrunken! Mehr als ein Gläsli

    Jetzt habe ich Askjas Gspändli gesehen. Immerhin von hinten. sind grad es paari.
    Seid ihr ab jetzt jeden Tag mit allen zusammen? Spannend!

    • Mai 18, 2019 um 4:52 a.m. Uhr
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      Geschafft ist geschafft, nur nie sich anmerken lassen, dass es einem langsam aber sicher auf den Senkel geht.

      Es kommen dann mal noch mehr Fotos von den Gspöndlis von Askja. Wir sind zwar jeden Tag zusammen, sehen uns aber nur, wenn wir das auch wollen, ansonsten zu den Meetings am Abend, wo es die Infos für den nächsten Tag gibt. Liebe Grüsse

  • Mai 18, 2019 um 7:15 a.m. Uhr
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    Glückwunsch, Ihr habt die Einreise geschafft; Geduld, und vielleicht erwartet man in Russland heute noch die Mentalität der Entdecker,…
    die Straßen: wieder wie in Deutschland: Schlaglöcher, Staus und Ampeln… und in dem Restaurant sehe ich schönes Geschirr mit alten Dekoren, ich wünsche Euch viele schöne Erlebnisse und gutes Essen….
    Euch ein schönes sonniges Wochenende und gute Fahrt… Gruß Hildegard

    • Mai 18, 2019 um 7:43 p.m. Uhr
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      Hallo liebe Hildegard – ja, Geduld war wirklich gefragt – bei uns haben sie nichts entdeckt :-).

      Das Restaurant war sehr gut und originell, es muss wohl ein Russe sein, der auch gute Beziehungen zu Europa hat, auf jeden Fall waren die technischen Geräte und Armaturen aus Europa und vom Feinsten.

      Liebe Grüsse und bis bald, Claudia und Norbert

  • Mai 22, 2019 um 8:41 a.m. Uhr
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    Kulinarisch sieht das ja sehr lecker aus. Der Trick mit der Wasserflache , respect…. Wünsch Euch noch eine gute Reise und bin gespannt über die Eindrücke später aus China.

    • Mai 22, 2019 um 2:44 p.m. Uhr
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      Hallo Franz das Essen in Russland ist sehr gut und der Wodka wird sehr gepflegt genossen – es gibt 1001 Trinksprüche die immer wieder ein neues Glas Wodka rechtfertigen. Wir kommen am 19.7. nach China – mal sehen wie uns der lokale Schnaps schmeckt – in der Nase ist der Maotai nicht ganz so überzeugend. Aber wir lassen uns gerne überraschen. Bis dahin haben wir noch einige Erlebnisse in Russland und der Mongolei vor uns.

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