Karte mit unserer aktuellen Route
Highlights: 31. Hochzeitstag in Villa Vil, Eintauchen in die traumhafte Puna-Landschaft, Pietra Pomez, Laguna Carachi Pampa, Antofagasta de la Sierra
In Chilecito haben wir Kilometerstand 200‘000 mit Askja erreicht. Wir lassen nochmals kurz revue passieren, wohin sie uns schon – mit mehr oder weniger Kopfzerbrechen, aber insgesamt gut und zuverlässig – gebracht hat. In Chilecito auf 1‘080 Meter ü.M. haben wir noch unsere Vorräte für die Reise durch die Puna aufgefüllt, da es da nur noch ganz wenige und sehr kleine Ortschaften gibt.

Auf der Ruta 40 ging es auf die weitere Tagesetappe. Die Ruta 40 (Ruta Nacional 40) ist mit 5‘224 Kilometern die längste Fernstrasse Argentiniens und eine der längsten der Welt. Sie verläuft im Westen des Landes, parallel zu den Anden, und reicht vom Cabo Vírgenes in Patagonien bis nach La Quiaca an der bolivianischen Grenze. Unterwegs haben wir Kilometer 4‘000 passiert.



Unser erster Schlafplatz zur Gewöhnung an die Höhe war in Villa Vil auf 2‘300 Meter ü.M. Dort bietet Nathalie auf ihrem Grundstück Platz für Reisende und kocht auch, wenn gewünscht. Dieses Angebot haben wir sehr gerne angenommen, war doch am 27.05. unser 31. Hochzeitstag. Wir haben köstliche Empanadas genossen, begleitet von einem lokalen Wein (Traube unbekannt, gemäss Nathalie aber Organico), der eher an einen Madeira erinnerte.



Am nächsten Tag machten wir einen grossen Sprung über einen Pass von 4‘000 Meter Höhe direkt in die Puna. Als Puna wird eine baumfreie, raue Hochwüste der Anden im nordwestlichen Landesteil von Argentinien bezeichnet, die zwischen 3‘500 und 5‘000 Meter ü.M. liegt.











Die Puna bildet geografisch eine Einheit mit dem Altiplano in Bolivien und der chilenischen Atacama-Wüste. Das Wort Puna kommt aus der Quechua-Sprache und bedeutet „hohes Land“ oder manchmal auch als „unbewohntes Land“ übersetzt, was aufgrund der Kargheit und hoher Höhe nicht weiter verwundert. Die Puna zeigt sich durch Vulkane, Lagunen, bizarre Felsformationen, Sanddünen, Steinwüsten, riesige Salzseen (sogenannte Salare), Grassteppen (beispielsweise mit dem Ichu-Gras) und kleine Polsterpflanzen aus.
In Argentinien umfasst die Hochebene Puna vor allem die Provinzen Jujuy, Salta und Catamarca (wo sich auch der gleichnamige Departamento, Verwaltungseinheit, Antofagasta de la Sierra befindet, wo wir heute übernachten).
Zur Tierwelt gehören Lamas, Alpakas, Guanako, Vikunjas, die alle in die Familie der Kamale (sogenannte Neuweltkamele, im Gegensatz zu Altweltkamele Dromedar oder das uns bekannte Kamel mit zwei Höcker). Guanakos und Vikunjas sind die wildlebenden Stammformen der Andenkamele. Lamas stammen vom Guanako ab und Alpakas höchstwahrscheinlich von den Vikunjas (wobei so sicher sind sich die Forscher da noch nicht). Neben diesen Andenkamelen gibt es die Andenflamingos, Andenkondore und andere mehr.
Bis heute glauben die Bewohner der Puna an die Göttin Mama Pacha, eine Art Mutter Erde. In der bildlichen Darstellung unterscheidet sie sich nicht stark von der Heiligen Jungfrau Maria. Diese starke Verbundenheit zur Mutter Erde ist auch der Grund, weshalb in vielen Gebieten nicht gecampt werden darf, ausser auf ausdrückliche Erlaubnis der Indigenen Bevölkerung, Gewisse Berge dürfen weder bestiegen, noch darf man sich diesen zu weit nähern.
Puna hat auch noch eine medizinische Bedeutung und bedeutet umgangssprachlich für die Höhenkrankheit in den Anden, welche sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Von dieser blieben wir allerdings bis jetzt verschont.




Unser erstes Highlight in der Puna war der Campo de Piedra Pómez (zu Deutsch Bimssteinfeld) auf 3‘100 Metern Höhe. Es ist eine einzigartige, surreale Vulkanlandschaft, die aus weissem, porösem Bimsstein und bizarren Felsformationen inmitten von schwarzen Lavafeldern und Sanddünen liegt. Die Anfahrt ist nur mit 4×4 erlaubt und führt durch sandige Passagen und durch Lavafelder mit spitzen Steinen. Wir sind erst gegen Abend ankommen. Der Ranger liess uns direkt auf dem Parkplatz des Campo de Piedra Pómez übernachten. So konnten wir diese Traumlandschaft bei Sonnenuntergang und Sonnenaufgang ganz allein geniessen. Die Temperaturen variieren enorm; tagsüber war es oft bis 20 Grad, in der Nacht sank die Temperatur auf – 5 bis – 8 Grad.







Am nächsten Tag fuhren wir weiter auf Schotterstrasse rund um den Vulkan Carachi Pampa zur Laguna Carachi Pampa. Der Vulkan Carachi Pampa zeichnet sich durch seine tiefschwarze Farbe aus, da er einst Basaltlava speite. Die Landschaft ist einmalig – wir konnten uns fast nicht satt sehen.




Unser nächstes Ziel war die Laguna Carachi Pampa, die von einer Indigenen Gemeinschaft unterhalten wird. Die Lagune wird umgeben von schneeweissen Salzkrusten, dem schwarzen Vulkankegel vom Volcán Carachi Pampa und Polsterpflanzen. Das Wasser schimmert tiefblau. Zu unserer Überraschung sahen wir noch immer viele Andenflamingos, die nicht für den Winter weggeflogen sind; sie suchen im salzhaltigen Wasser nach Nahrung. Wir durften auch hier an der Lagune für die Nacht stehen. Am Abend und am Morgen wurden wir von halbwilden Eseln und Lamas besucht.










Heute ging es nach Antofagasta de la Sierra, der Verwaltungssitz der Region Catamarca; der Ort liegt auf 3‘400 Meter.






Auf der Anfahrt hat uns ein grosses Lavafeld begeistert, das von den beiden Vulkanen Antofagasta de la Sierra und Alumbrera stammt. Die kleinen Büsche, der Sand und die basaltschwarze Lava sind ein einmaliges Fotoobjekt. Kurz vor der Stadt haben wir noch einen Blick auf die Lagune Antofagasta de la Sierra geworfen.



In Antofagasta mussten wir dringend noch unseren Dieseltank auffüllen und ein paar Dinge besorgen. Zu unserem grossen Erstaunen gab es in dem kleinen Allerleiladen alles, was gebraucht wird. Auch wenn es in der Auslage nicht zu finden ist, wird alles von der Verkäuferin aus dem Lager geholt. Nach Rückfrage bei der lokalen Polizei dürfen wir auf einem Platz hinter der Sporthalle übernachten.




Am Abend haben wir noch einen kleinen Rundgang durch den Ort gemacht. Es ist ein kleiner netter Ort mit rund 1‘200 Einwohner. Für uns ist es der bisher am stärksten indigen geprägte Ort.



Morgen geht es weiter nach Antofalla, immer nur noch auf Schotterstrassen, mit und ohne Wellblech.
Herzlichen Glückwunsch zum Hochzeitstag. Es spricht sehr für euch. Und ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit.
200000km mit Askja unterwegs. Eine gewaltige Leistung für Fahrzeug und Crew und dabei unvergessliche Momente erlebt. Schön, dass ich euch dabei virtuell begleiten kann.
Sehr schöne Bilder von einer sehr speziellen Gegend. Mein Lieblingsfoto hat den Untertitel „Es ist -8 Grad“
Und
Vielen Dank Norbert für das freischalten der Karte. So kann ich euch besser folgen.
Liebe Grüsse aus Ulu
Dani
Danke lieber Dani für die Glückwünsche. Ja, die Kälte und der Wind in der Nacht sind etwas heftig. Aber jä nu – wir werden durch grandiose Landschaften mehr als entschädigt.
Norbert lässt danken, er hat die Karte ganz vergessen. Liebe Grüsse
Herzlichen Glückwunsch nachträglich zu eurem Jubiläum und viele Jahre mehr!! Alles gute und eine tolle Weiterreise!
Liebe Grüsse Maria und Bernhard
Hallo ihr lieben, herzlichen Dank für eure lieben Wünsche. Auch euch eine wunderbare und erlebnisreiche Zeit mit vielen unvergesslichen Begegnungen