Am 20.05. sind wir über die Grenze von Uruguay nach Argentinien gefahren. Der „Border-Run“ verlief sehr entspannt.

Als erstes besuchten wir den Palast von Justo José de Urquiza (bekannt als Palacio San José); dieser befindet sich in der argentinischen Provinz Entre Ríos. Es war die private Residenz von General Justo José de Urquiza, in welcher er 20 Jahre lebte. Justo José de Urquiza (geboren 18. Oktober 1801, gestorben 11. April 1870). Er war Mitglied der argentinischen Oligarchie und vom 5. März 1854 bis zum 5. März 1860 der erste verfassungsmässige und dritte Präsident von Argentinien. Am 11. April 1870 wurde er in seinem Palast ermordet; es wird davon ausgegangen, dass der Auftrag für die Ermordung von seinem Schwiegersohn kam.













Das ganze Gelände ist schön angelegt, inkl. künstlichem Teich, der durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem für den Garten und auch die Residenz immer auf dem selben Wasserstand gehalten wurde.












Danach fuhren wir weiter Richtung Mar Chiquita. Da die Strassen in Argentinien immer wieder schlechte und unberechenbare Abschnitte haben (Schlaglöcher und Spurrillen wechseln sich ab), kamen wir nicht ganz so weit wie erhofft. Aber 7×24 h Tank-Stellen sind immer wieder eine sichere Adresse, um eine nicht ganz so ruhige, aber sichere Nacht zu verbringen. Am Folgetag ging es dann zum Mar Chiquita in den Ort Miramar de Ansenuza.
Die Laguna Mar Chiquita (auch Mar de Ansenuza genannt) ist der grösste Salzsee Argentiniens und der fünftgrösste abflusslose See der Welt. Die beeindruckende Naturlandschaft ist ein international anerkanntes Schutzgebiet. Es sind wären hier wohl hunderte von unterschiedlichen Vogelarten zu sehen inkl. grosse Kolonien von Flamingos, wenn sie dann noch da wären und aufgrund der Jahreszeit nicht weitergezogen sind. Je nach Wasserstand bedeckt der See eine Fläche von bis zu 6‘000 Quadratkilometern.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Miramar de Ansenuza zu einem beliebten und gut besuchten Kurort, dem auch viele Europäer einen Besuch abstatteten. In den 1950ern zählte der kleine Ort 109 Hotels, darunter das vom Deutsch-Österreichischen Ehepaar Pahle erbaute und geführte 5-Sterne Gran Hotel Viena, das heute in Ruinen liegt. Einen Einbruch erlitt die florierende Tourismusindustrie durch eine Überschwemmung 1976. Starke Niederschläge liessen das Wasser der Lagune über die Ufer treten, weite Teile des Ortes wurden geflutet.
Sieben Jahre stand Miramar unter Wasser, die Menschen verloren ihre Häuser und ihre Arbeit. 1984 begann der Pegel allmählich wieder zu sinken. Anfang der 1990er Jahre beschloss die Stadtverwaltung, die überschwemmten Gebiete zu sprengen und eine neue Uferpromenade aufzubauen. Alles schien auf einem guten Weg zu sein, als der Pegel im Jahr 2003 erneut anstieg. Die Überschwemmung war nicht so stark wie in 1976, doch mussten die Menschen erneut evakuiert werden. Seither schützt ein Damm den Ort vor weiteren Überschwemmungen, die Küstenpromenade wurde weiter ausgebaut.
Wir machten einen ausgiebigen Spaziergang am Meer entlang und durch den Ort Miramar de Ansenuzua, genossen das schöne Wetter und die Ferienstimmung im Ort, auch wenn hier die meisten Geschäfte geschlossen sind, weil wir uns auf der Südhalbkugel im Winter befinden.















Noch etwas zum Gran Hotel Viena: Es ranken sich viele Gerüchte um dieses Hotel, dass es ein Nazi-Versteck gewesen sei und sich Adolf Hitler angeblich ebenfalls im Hotel Viena aufgehalten habe. Die Familie Pahlke wies ausdrücklich darauf hin, dass sie die nationalsozialistische Ideologie nicht unterstützten. Doch – Gerüchte sind nicht tot zu kriegen. Der mondäne, abgeschiedene Bau und die Tatsache, dass dort Deutsch gesprochen wurde und viele Mitarbeitende aus Deutschland stammten, nährten nach dem Zweiten Weltkrieg diese Spekulationen.



Wir stehen auf dem Camping Sam. Wir sind gestern kurz vor Dunkelheit angekommen und wollten nichts mehr suchen. Auf diesem Platz findet allerdings ein Treffen des Clubs „Mujeres Rodanteras Argentinas“ (Argentinische Frauen auf Rädern, d.h. Wohnmobile, umgebaute Autos mit Schlafplätzen, etc). Erst wollte man uns abweisen, da man eben diese Wohnmobilistinnen, deren 100 an der Zahl, erwartet und alle Duschen und Toiletten nur für Frauen reserviert sind. Ein Mann wollte man da nicht in diesen Sanitärräumen haben. Da wir glaubhaft machen konnten, dass wir alles im Auto haben, durften wir – nach Rücksprache mit dem Vereins-Vorstand – eine Nacht bleiben. Am Morgen kam die Präsidentin des Clubs und meinte, dass wir natürlich auch noch eine weitere Nacht bleiben dürfen.


Sali zäme
Ich kann mich an diese Überschwemmungen nicht mehr erinnern. Vermutlich hat es in Europa dieses Schicksal auch niemand interessiert.
Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass es für Jose Manuel eine Ehre gewesen wäre, neben Claudia zu sitzen
Eigentlich einem Traum für Norbert auf diesem Campingplatz zu verweilen.
Ich wünsche eine gute Weiterreise und freue mich auf den nächsten Blog
Dani
Lieber Dani
Glaube auch, dass diese aregion nirgends auf dem Radar der Europäischen News ist.
Hihi, Danke für die Blumen mit der Ehre.
Norbert war ein Armer, eine gewisse Stutenbissigkeit war schon da, Norbert hat es vorgezogen, sich nicht zu stark zu zeigen .
Liebe Grüsse
Ihr Lieben, wunderschön zu sehen, dass ihr wieder unterwegs seid ❤️ tolle Fotos – danke. Ich wünsche euch eine fantastische Zeit mit herrlichen Eindrücken und gutes, sicheres vorankommen.
Alles Liebe, Brigitte
Liebe Brigitte, herzlichen Dank für Deine Zeilen, die wir mit Freude lesen.
Wir sind sehr gespannt auf die Puna und hoffen, ganz viele schöne Fotos mitnehmen zu können.
Herzliche Grüsse, Claudia und Norbert