Karte mit unserer aktuellen Reiseroute

Am 7. Februar sind wir zeitig vom Nationalpark Los Alerces losgefahren durch wunderschöne Landschaften, die uns häufig an Utah in USA erinnert haben, ausser dass es hier immer wieder kleine Schreine gibt. In Los Altares machten wir halt auf dem Gemeinde-Camping-Platz. Wir sind immer froh, wenn wir da weder Toilette noch Dusche benützen müssen.

Wunderschöne Landschaften und Gesteinsformationen auf dem Weg an die Ostküste

Und immer wieder kleine Schreine
Das Weingut Los Altares mit einem neuen Rebberg

Unser Traumplatz 😉 in Los Altares

 

Die gibt oder gab es mal hier

Am nächsten Tag haben wir gegen 15.00 Uhr die Ostküste erreicht und sind weiter nach Punta Tombo gefahren zu einer Kolonie mit Magellan-Pinguinen. Die Anfahrt war auf einer gut 24 km langen, sehr schlechten Ripio (Schotterpiste) mit viel Wellblech.

Guanakos überall – sie begleiten uns während der Fahrt, auf der Strasse und einfach überall
Immer wieder stolze Pferde

Da wir eher spät waren, waren keine Touristenbusse mehr da. Trotzdem hat uns Punta Tombo nicht so beeindruckt, da alles sehr auf Massentourismus ausgelegt war.

Magellan-Pinguine

… ja – es ist meine Partnerin

… die Mutter soll endlich rauswürgen, was sie für uns gefangen hat

Da wir am späteren Abend die ganzen 24 km auf schlechter Piste wieder zurückfahren mussen – es ist nicht erlaubt, im Nationalpark zu übernachten – haben wir uns in der Nähe (nur knapp 3 km vom Eingang entfernt, einen Schlafplatz gesucht, der Blick- und Windgeschützt ist. Kein Traumplatz aber es war ruhig (iOverlander als „RP42 – Close to entrance to Punta Tombo | Wild Camping“ vermerkt).

Unser windgeschützter Platz in der Nähe vom Eingang zu Punto Tombo

Am nächsten Tag haben wir uns für die Routa Provincial 1 entschieden. Eine schöne Strasse, allerdings nur Schotter und Wellblech, die durch schönes Landwirtschaftsgebiet und immer wieder der Küste entlang führt, bis nach Camarones. Damit wir am nächsten Tag als erste die nächste Magellan-Pinguin-Kolonie von Cabo Dos Bahías besuchen konnten, haben wir uns in Puerto Piojo auf eine traumhaften Platz mit Blick auf das Meer gestellt (von denen gibt es ganz viele). Gemäss WetterApp war in der Nacht und am frühen Morgen nur wenig Wind und keine Böen. Gegen 3 Uhr rüttelte und schüttelte es an unserem Wohnmobil. Blick auf die WetterApp versprach nichts Gutes: Wind hatte auf 60 km/h aufgefrischt mit Böen von gut 100 km/h. Wir entschieden uns, den Platz zu verlassen und uns irgendwie in den Windschatten zu stellen. Der Vorteil von dieser Nachtübung war, dass wir dann wirklich schon kurz vor 08.00 Uhr beim Eingangstor von der Pinguin-Kolonie standen. Wir waren und blieben die einzigen – wer sonst besucht Pinguine mit 70 km/h Wind und über 110 in den Böen. Aber diese Kolonie war super – am frühen Morgen waren noch alle Pinguine da und machten sich bereit für den Fischfang. Leider windete es wie gesagt sehr stark, was auch einen nicht zwingend positiven Einfluss auf das Fotografieren hatte (ein grosses Objektiv lässt sich selbst mit Stativ nur schwer halten). Aber es war trotzdem sehr schön. Interessant für uns war, dass bei beiden Pinguin-Kolonien viele Guanakos sind, die sich die grossen Bereiche, die unter Naturschutz stehen, teilen.

Und das ist die Routa Provincial 1 – einfach über 100 km Schotter, Wellblech und schöne Landschaften

Elegant crested tinamou (Perlsteisshuhn oder Perltinamu)

Nighthawk (Nachtfalke)
Wirkt skurril – ist ein Guanako-Skelet an einem Busch. Das Guanako hat die Kurve nicht gekriegt.
Vogel ?

Vorsicht – Guanakos

Der Schreihals ruft seine Partnerin

Mara (Patagonischer Hase)

Es war sehr sehr windig

Guanakos

Nandu (Rhea)- man beachte die Ohren, welche nur ein Loch sind

Irgendwie mussten die vielen Kilometer Schotterpiste dazu geführt haben, dass unsere Sonnenstore sich etwas ausrollte und bei der nächsten Windböe das Gestänge gebrochen ist. Zum Glück ist der Schaden überschaubar. Wir waren auf dem Weg zu seiner kleinen Bucht, als es passierte – wir haben uns vor ein Haus gestellt, was sich als Bar herausstellte. Claudia ging rein, um nach einer Leiter zu fragen, weil wir unsere nicht rausräumen wollten (ist nicht so schnell im Zugriff). Nicolay, der junge Barbesitzer, war froh um Abwechslung, brachte uns die Leiter und hat diese gehalten, während wir alles abschraubten und abschnitten. Nun haben wir zwar keine Sonnenstore mehr, aber die wird eh überbewertet (so reden wir es uns mind. ein). Nachdem wir fertig waren mit der Demontage haben wir uns von Nicolay mit köstlichen Prawns an Knoblauch resp. Curry-Sauce verwöhnen lassen.

Unser WoMo ohne Sonnenstore
Das Ergebnis der Demontage
Gemütliche Bar von Nikolay
Unser Retter in der Not: Nikolay – er ist nicht nur sehr hilfsbereit sondern auch ein extrem guter Koch

Nun stehen wir auf dem Gemeinde-Camping-Platz von Camerones. Heute haben wir das kleine Städtchen, das leider schon viel bessere Zeiten hatte, kurz auskundschaftet.

Gut windgeschützt auf dem Municipal Campground

Strassenmalerei in Camarones

Für diese Nacht hoffen wir uns, dass wir nicht Mitten in der Nacht die Flucht aufgrund starkem Wind ergreifen müssen. Wir haben uns sicherheitshalber gut in den Windschatten gestellt. Und Morgen geht es weiter südlich nach Puerto Deseado.

07.02. – 11.02.2025: Einmal quer durch Argentinien an die Ostküste, tolle Landschaften, viele Pinguine – UND eine Sonnenstore wird definitiv überschätzt