Karte mit unserer aktuellen Reiseroute
Nach zwei Tagen in Mendoza sind wir weitergerollt und zwar auf der RN 40. Die Ruta Nacional 40 ist mit 5’301 km die längste Nationalstrasse Argentiniens und gleichzeitig eine der längsten Fernstrassen der Welt; sie ist neben der Panamericana die bekannteste Fernstrasse auf dem südamerikanischen Kontinent und wird gerne mit der Route 66 in USA verglichen.





Auch hier gibt es wieder unzählige Schreine für Difunta Correa und Gauchito Gil. Ein Schrein oder viel mehr Schreine haben uns sehr beeindruckt. Bei einem kamen wir ins Gespräch mit dem Mann, der die verschiedenen Gebetsstätten pflegt. Er war selbst LKW-Fahrer.



Nach Neuquén sehen wir immer wieder kleinere und grössere Erdgas-Fracking-Anlagen. In der Provinz Neuquén befinden sich die zweitgrössten Schiefergasreserven der Welt. Schätzungen zufolge könnte das riesige Vorkommen Vaca Muerta (deutsch: tote Kuh) den Eigenbedarf des Landes für 150 Jahre decken und gleichzeitig zu einer wichtigen Devisenquelle werden. Um das Gas aus dem Gestein zu lösen, muss der Untergrund aufgebrochen werden. Vor dem Fracking wird daher zunächst bis zu fünf Kilometer in die Tiefe gebohrt, dann horizontal in die gasführende Gesteinsschicht. Anschließend wird in die horizontale Bohrung mit einem enormen Druck von bis zu 1000 bar, ein Gemisch aus Wasser, Quarzsand oder Keramikkügelchen und diversen Chemikalien gepresst.






Unterwegs haben wir auch die ersten Nandus gesehen, wenn auch noch in grosser Entfernung. Es ist ein flugunfähiger Vogel aus der Gattung der Nandus. Er gehört zu den Laufvögeln und ist in Südamerika beheimatet. Die Nandus ähneln den Straussen Afrikas so sehr, dass sie in älterer Literatur auch als „südamerikanische Strausse“ bezeichnet wurden. Es gibt jedoch einige auffällige Unterschiede, z.B. die Grösse. Der Nandu ist sehr viel kleiner als ein Strauss; er wird er bei einer Höhe von 1,4 m doch nur halb so gross wie ein Strauss.


Unser Ziel war der See Huechulafquen im Nationalpark Lanin – unser erster Eindruck von Patagonien und schon hat es uns gepackt – wir freuen uns schon auf viele weitere Tage.
Die Anfahrt war etwas mühsam, da es viel Wellblech-Piste gab – aber das Ziel war einmalig. Dort haben wir auch Simone und ihren Mann Guillermo mit Sohn Kay getroffen. Seit 12 Jahren lebt Simone, die aus Bern stammt, mit ihrem Mann in der Nähe von Missiones in Argentinien. Wir planen, die drei im zweiten Halbjahr zu besuchen.











Wir fuhren weiter auf der RN 40, in diesem Abschnitt wird sie auch «Ruta de los Siete Lagos» (Strasse der Sieben Seen) genannt. Der Abschnitt beginnt in San Martin de los Andes und führt über 184 KM nach San Carlos de Bariloche. Da es schon später wurde, haben wir uns auf einem idyllischen kostenlosen Platz hingestellt, gut 40 km vor Villa Angostura, direkt am Fluss Pichi Traful.





Danach ging es weiter nach San Carlos de Bariloche – oder wie es unser Garmin-Navi ausspricht: Barilosché (so richtig schön französisch). San Carlos de Bariloche (häufig nur: Bariloche) ist eine Stadt in der argentinischen Region Patagonien. Sie liegt am Nahuel Huapi, einem grossen Gletschersee inmitten der Anden. Bariloche ist für seine alpenländische Architektur nach Schweizer Vorbild und seine Schokolade bekannt, die in vielen Geschäften entlang der Hauptstrasse Calle Mitre verkauft wird. Der Name Bariloche stammt aus dem Mapudungun (der Sprache der Mapuche). Dort bedeutet das Wort Vuriloche „Menschen hinter dem Berg“ (furi = „hinter“, che = „Menschen“). Der Vuriloche-Pass wurde von den Mapuche benutzt, um die Anden zu überqueren, und wurde vor den Europäern lange Zeit geheim gehalten.
Wir sind auf dem RV Park in Bariloche gestanden. Es ist ein Platz mit Blick auf den Nahuel Huapi und was uns wichtiger war, der Platz war sicher. Immer wieder haben wir von aufgebrochenen Autos oder aufgeschlagenen Fensterscheiben gelesen bei internationalen Reisenden, die sich irgendwo hingestellt haben in der Meinung, dass es sicher ist, nur weil viele argentinische Fahrzeuge und Wohmobile schon dastehen.

Wir haben uns die Stadt angesehen, doch die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Es waren nicht die vielen Touristen, die halt einfach zur Hauptferienzeit da sind, sondern der Rummelplatz mit Massentourismus und Billigläden. Was wir aber spannend fanden, waren die unzähligen Schokoladen-Geschäfte, die selbst Schoggi herstellen. Bei Rapanui haben wir uns ein paar Alfajores gekauft, ein für Argentinien und Chile typisches Gebäck.














Unterwegs sehen wir immer wieder die Tafel «Las Malvinas son Argentinas» (Die Falkland Inseln sind Argentinisch): Seit fast 200 Jahren streiten sich Argentinien und Grossbritannien um die Falklandinseln. Im April 1982 gipfelte der Konflikt in einem kurzen Krieg, als Argentinien das britische Überseegebiet angriff und besetzte. Nach etwas mehr als zwei Monaten mussten sich die Besatzer geschlagen geben, doch den Besitzanspruch hat Argentinien nicht aufgegeben.

Nach Bariloche sind wir in den Nationalpark Los Alerces (Patagonische Zypresse) gefahren. Heute hätten wir eine Wanderung geplant, doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Hier können wir zum ersten Mal auch den starken Wind spüren, der von den Einheimischen als «La Escoba de Dios» (der Besen Gottes) genannt wird. So nutzen wir den Tag mit kleineren Arbeiten, Spaziergängen und Blog schreiben.

















