Vor unserer Tour über den Anti-Atlas nach Tafraoute wollten wir noch der Empfehlung des Reiseführers, die Oase Tiout zu besuchen, folgen. Da soll es nebst einer schönen Oase auch eine Arganöl-Kooperative Taitmatine geben. Die Gründung und der Betrieb dieser Kooperativen – meist reine Frauen Kooperativen – werden durch verschiedene europäische Staaten finanziell erheblich unterstützt (als nachhaltige Entwicklungshilfe).  Hier würde man den Frauen beim Klopfen der Argankerne,  beim Rösten der Samenkerne und Extrahieren des Arganöls zusehen können. „Wenn das Wörtchen wenn nicht wär“ trifft hier wohl zu: erst wollte man uns schon gar nicht reinlassen – wissen die Götter weshalb. Irgendwann kam dann eine Dame, die uns rein liess. Und – voilà – überall grosse Schilder, keine Fotos. Vier – fünf Damen waren dabei, die Argankerne zu klopfen. Wir sind hingelaufen, um uns das anzusehen – wir wurden argwöhnisch beobachtet, dass wir ja kein Foto vom Raum machen. Es wurde toleriert, dass ein Arbeitsplatz fotografiert werden durfte – der natürlich leer war.

Anschliessend sind wir weiter gelaufen zur Rösterei: Wums – wurde die Türe zugemacht. Selbes Spiel bei der Extraktion (alles war Besucher- und Rundgangsgerecht angeschrieben und sicher gedacht, dass es angesehen werden darf. Bei der der Abfühlung war die Tür von vornerein geschlossen. Irgendwann haben wir eine der Arbeiterinnen gefragt, wo der Shop wäre, da uns eine Fläschen Argan-Öl wirklich interessiert hätte. Diese Frau musste im oberen Stockwerk nach einer weiteren Person sucehn, die wohl etwas französisch konnte und uns den Shop aufgeschlossen hat. Es war fast nichts mehr da – und irgendwie war uns dann auch die Lust vergangen. Die Frage, wie die Herstellung von Argan-Öl funktioniert, wurde nicht beantwortet, sondern auf die Halle verwiesen und sonst war die „Verkäuferin“ damit beschäftigt, auf dem Natel rumzutippen.

So sind wir weiter weiter durch das Dorf Tiout Richtung Oase gefahren, die sehr schön ist. Norbert hat eine schöne Pista via Kasbah zurück auf die Hauptstrasse gefunden.

Danach fuhren wir über die R109, eine wunderschöne und kurvenreiche Strecke, hoch auf rund 1’800 m. Die Landschaft änderte sich stetig zwischen sehr fruchtbar mit Feldern, Halbwüste mit Arganbäumen (oft mit Ziegen)  bis sehr karg, wo wir uns fragten, was die Schafe, Dromedare und Ziegen, die dort weideten, zu fressen finden.

Auf dem Weg haben wir noch ein Paar Fotos von Arganbäumen, ihren Blättern und Stacheln sowie die Früchte gemacht. Ich habe eine Früchte geöffnet und die erste Nuss herausgenommen. Diese muss dann nochmals geknackt werden, damit die Mandel rauskommt.

Auffällig war, dass die Menschen in den Bergen, d.h. v.a. die Frauen, trotz der kargen Landschaft versuchen, den Boden zu bestellen. Bewundernswert, wie sie alles daran setzen, sich in dieser Gegend behaupten und ernähren zu können.

Auf dem einen Pass kamen wir in den Ort Igherm – wohl eine Bergbau-Stadt. Dort sahen wir eine schöne Eisenstatue am Strassenrand, die eine Berberfrau darstellt. Der Ort ist von aussen her betrachtet sehr malerisch.

Danach sind wir über viele Kurven Richtung Tafraoute gefahren – wir haben viel länger gebraucht, als gedacht. Mussten wir doch so oft anhalten für Fotos.

 

Vielerorts gab es Feigenkakteen-Haine, so weit das Auge reicht. Vermutlich eine gute Kombination für Schutz der Ortschaft von Eindringlingen und gleichzeitig für die Gewinnung der Feigen-Kakteen.

Auf unserer Strecke in den vergangenen Wochen kamen wir immer wider an Friedhofanlagen vorbei, die ganz anders aussehen als bei uns. Meist ist es eine eher unscheinbare Einfriedung und noch unscheinbarere, hochstehende kleine Steine. Die einzelnen Gräber sind meist nicht geschmückt. Es sind wohl Berber-Friedhöfe. Wenige haben einen kleinen Grabstein mit zwei Daten drauf: das eine gemäss unserer Zeitzählung und das andere nach Islamischer Zeitrechnung. Der islamische Kalender beginnt mit Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina. Nach christlicher Zeitrechnung war das im Jahr 622.

Irgendwo dachte ich, ich hätte Erika am Strassenrand gesehen – das war aber etwas anderes, ähnelte unserem Erika doch sehr.

Durch das Tal der Ammeln (benannt nach einem Berberstamm) sind wir weiter nach Tafraoute gefahren, wo wir gegen 17.30 Uhr  angekommen sind und uns auf dem Camping-Platz Tazka eingerichtet haben. Wir sind anschliessend kurz in den Ort gelaufen, um das Abendlicht auszunutzen.

Heute Abend gab es Meeresfrüchte-Spaghetti, alles in unserer Grillpfanne. Ist ein kleines Prachtsstück, was sich da alles machen lässt.

Morgen wollen wir uns die „Blauen Stein“ von Tafraoute ansehen. Diese wurden vom belgischen Künstler Jean Vérame gestaltet, der im Jahr 1984 unweit der Straße südlich von Agard-Oudad riesige, von der Erosion rundgeschliffene Granitblöcke mit leuchtend bunten Farben angemalt hat.

Danach geht es weiter Richtung Tiznit.

Hier noch die Bilder des Tages in eiern Galerie:

 

Freitag, 9.11.2018: Von Taroudant nach Tafraoute über die R109 und R106

4 Gedanken zu „Freitag, 9.11.2018: Von Taroudant nach Tafraoute über die R109 und R106

  • November 9, 2018 um 9:56 p.m. Uhr
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    Vielen Dank für das super Bettmümpfeli das ihr gesendet habt , das wundert mich auch was die Ziegen und Dromedare aus dem Boden gewinnen können . Diese Tiere sind natürlich äusserst genügsam. Ihr habt wieder einen spannenden Tag erlebt und festgehalten, dafür dank ich euch von Herzen und wünsche euch eine gute und erholsame Nacht. Küsschen Mams. Bin bei euch ! Morgens eine gute Weiterfahrt!

    • November 10, 2018 um 6:58 a.m. Uhr
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      Hallo liebe Mams, immer gerne. Gäll – ist schon fraglich, was die Viecher noch finden. Aber irgendwas wird s sein. Schön, dass Du dabei bist – Kuss und en tolle Tag.
      ❤️

  • November 10, 2018 um 8:48 a.m. Uhr
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    Hallo Claudia, Hallo Norbert,
    schön, dass Ihr die Dromedare und Ziegen photographiet habt, ja die Ziegen können jeden Baum abfressen, das mussten schon manche „Freizeit-Ziegenhalter“ erfahren. Gute Weiterfahrt! – freue mich Euch am Sonntag Abend zu hören!

    • November 10, 2018 um 6:05 p.m. Uhr
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      Liebe Hildegard, heute Abend gibt es auch noch ein paar Pickeldinger und Blümelche, wie Norbert sagt. Ja – die Ziegen sind echt beeindruckend, v.a. die Argan-Bäume haben Stacheln ohne Ende. Danke – wir haben jeden Tag tolle neue Strecken.

      Bis morgen Abend – freuen uns auch, Dich zu hören.
      Liebe Grüsse
      Norbert und Claudia

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