Nach einer eher kühlen Nacht (Bettsocken wären hilfreich gewesen Mams 😘) sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück losgefahren. Erst nochmals einen Blick auf unsere Aussicht vom Tizi N’test und unseren Nachtplatz bei Morgenlicht.


Die Strecke hatte einige ziemlich ausgewaschene Stellen und war an mehreren Stellen ramponiert von den letzten Steinschlägen, ausgelöst durch Regen. Die „Sicherheitsvorkehrungen à la Marrocaine“ haben uns immer wieder beeindruckt. Aber – es funktioniert – weshalb also mehr Schutzvorkehrungen, wird total überbewertet!


Auch die Felsvorsprünge, die bereits sehr entschärft wurden, waren an einigen Stellen immer noch etwas Nervenkitzel 🙄. Diese waren wohl noch vor ein oder zwei Jahren für höhere Fahrzeuge beinahe unpassierbar. Nur – Marokko investiert enorm viel Arbeit und Geld, um solche Strassen zu unterhalten resp. zu verbessern. Die R203 galt mal als eine der gefährlichsten Strassen der Welt (gemäss einer jährlich geführten Liste) – aber trotz den Entschärfungen ist sie immer noch sehr schön und spannend, zu befahren.

Die Landschaft war einmal mehr beeindruckend und die tollen Anbaugebiete für Früchte und Gemüse begeisterten uns.


Wir kamen heute immer mehr in die Gegend der Argan-Bäume. Diese ähneln sehr stark den Oliven-Bäumen, allerdings sind die Blätter unterschiedlich, es hat Stacheln an den Ästen. Die Früchte wird auch für die Gewinnung von Öl verwendet. Allerdings ist die Ölgewinnung in der klassischen Art enorm aufwendig, ganz im Gegensatz zur Oliven-Öl-Gewinnung: Das Fruchtfleisch muss entfernt werden. Die harten Kerne werden danach mit Hilfe von zwei Steinen aufgeklopft. Die darin enthaltenen Samenplättchen werden entfernt und angeröstet. Anschließend werden die „Mandeln“ von Hand in einer Stein- oder Metallmühle zermahlen. Unter Zugabe von abgekochtem Wasser wird dann das gewonnene Mandel-Mus zu einem Brei, der so lange gerührt und geknetet wird, bis das Öl in einem kleinen Rinnsal aus der Masse austritt. Heute wird dieses Öl v.a. in Frauen-Kooperativen gewonnen. Es wird für die Herstellung von Speiseöl, Kosmetika und Heilsalben verwendet. Das Öl ist sehr gesund, weshalb es nun auch in Europa seinen Hype hat (da kostet ein Liter ca. 80 Franken, hier rund 20 Franken). Es wird gesagt, dass eine Frau rund 1.5 Tage für einen Liter Öl arbeiten muss – natürlich bekommt sie aber von den 20 Franken pro Liter nur einen Bruchteil. Heute gibt es natürlich auch die maschinelle Gewinnung des Argan-Öls, das übrigens sehr nussig schmeckt.
In der Gegend von Taroudannt (im Souss-Thal) haben wir neue Erkenntnisse gewonnen: Hier wachsen die Ziegen auf den Bäumen – wir mussten unser gesamtes Wissen über die Herkunft von Zicklein revidieren 😉. Hihi – nein, so ist es natürlich nicht – aber die Ziegen geniessen hier die Blätter der Argan-Bäume ganz besonders. Wir haben von Christoph und Martina den Tipp erhalten, dass das Ziegenfleisch dadurch wohl einen ganz besonders aromatischen Geschmack bekommt. Das wollen wir morgen austesten, resp. wir wollen morgen versuchen, Ziege zu kaufen, die sich von Arganbaum-Blättern ernährt hat.



Auf dem Weg nach Taroudannt haben wir in einer Stadt rund 8 km vorher Halt gemacht, weil wir hofften, im Marroc Telecom-Shop eine 10 GB-Internet-Karte zu erhalten, um unser Datenvolumen aufzuladen (sonst können wir keine Blogs mehr erstellen). Der ganze Ort war aber ein Flopp: die Damen im Laden sprachen nur wenig Französisch und wollten uns immer ein Handy verkaufen, eine Bettlerin, die in den Laden kam, wollte nicht von uns lassen, bis die Verkäuferin ihr triefend freundlich gesagt hat, sie solle nun den Laden verlassen. Der angebliche Supermakt vis-à-vis, der die Karte hätte führen sollen, hatte alles aber keine Internet-Karten. Zurück im Auto, kam dann ein Bettler zu unserem Wagen und presste Hände, Stirn, Nase und Mund gegen die Scheibe und fixierte uns. Er liess sich nicht abhalten, so zu verharren – selbst als Norbert die Hupe gedrückt hat. Na dann – einfach losfahren und den Ort hinter uns lassen.
Kurz vor Taroudannt haben wir eine Dromedar-Herde entdeckt – ansonsten sieht man Ziegen- und Schafsherden mit Hirte.

In Taroudannt haben wir einen „Air Camping“ bei der Stadtmauer gefunden, und zwar unmittelbar beim Tor „Bab Lakhmiss“. So konnten wir in 5 Minuten durch die Stadtmauer marschieren und uns den Ort ansehen.


Der Ort ist sehr lohnend und bietet viele Foto-Gelegenheiten.


Ich hatte mich schon lange auf die Früchte vom Feigenkaktus gefreut – wir hatten diese schon mal und ich war begeistert. Schon nach einigen Metern wurden diese wieder verkauft und natürlich konnte ich nicht widerstehen, zwei Früchte zu kaufen (2 Rappen). Sie schmeckten herrlich frisch und saftig. Morgen muss ich nochmals mit einer Tüte hin, da diese direkt aufgeschnitten werden. Gut – ich könnte es auch selber tun, nur wäre ich wohl Tage beschäftigt, die kleinen Stacheln aus meinen Fingern zu pulen.


Nein – sie sind nicht sauer – es ist die Sonne, die blendet.
Auf unserem Weg kamen wir bei einem Handwerker vorbei, der der Keramik-Platten herstellt. Er hat uns die Produktion erklärt und erlaubte uns auch, die Maschine resp. seine Werkstatt zu fotografieren.


Auf dem Hauptplatz „Place El Alouine“ haben wir uns in ein Café gesetzt und dem Treiben zugesehen. Mit dem Tele auf der Kamera hat Norbert auch noch einige schöne Schnappschüsse machen können.




Der Schuhputzer, der seinen Dienst angeboten hat, haben wir gleich engagiert und Norbert’s Küenzle-Schuhe putzen lassen. Der junge Mann hat sicher 20 Minuten die Schuhe geputzt und poliert – eine super Arbeit, die wir auch gerne gut entlöhnt haben.

Wir sind dann weiter durch die Gassen geschlendert. Die Leute waren sehr freundlich und aufgeschlossen. Die Verkaufsstände waren ein einziges Gemüse-Eldorado: Avocado, Granatäpfel, Auberginen, Kräuter – und alles für wenig Geld (für unsere Verhältnisse). Für 40 Rappen habe ich 2 Gurken, 3 Bananen und einen Bund frischen Pfefferminz gekauft.


Interessanterweise haben wir auch die Filiale von Kreativ-Hagenbuch entdeckt – wussten wir gar nicht. Aber Nati und Nico Hagenbuch sind auf Expansionskurs – hier in Taroudannt 🤓.

Zum Schluss mussten wir noch Brot kaufen – auch das wird überall bei den kleinen Läden angeboten und hält sich prima bis zum nächsten Tag.
Um 17.00 Uhr gingen wir zurück, genossen – ich traue es fast nicht zu sagen – einen Apéro bei wunderbarer Sonne. Und um 18.00 Uhr stand Grillmeister Norbert wieder im Einsatz und hat „Falsche Filet“ aus Rind zubereitet. Dazu gab es Tomatensalat mit Zwiebeln – wird eine lebhafte luftige Nacht werden.
Morgen fahren wir weiter Richtung Richtung Süden in den Anti-Atlas.
Hier noch die Bilder vom Tag in einer Galerie




















































Dieser Block ist ja wieder so spannend , es ist unglaublich was wir durch euch alles erleben dürfen und ich geniesse es , das ist ein richtiges mega Bettmümpfeli. Wünsche euch wieder eine ruhige gute Nacht und morgen einen guten Start in den neuen spannenden Tag und viel Glück viele Küsse Mams
Danke Mams – wir haben gestern mit dem Apéro auf Dich gewartet. Es kam zwar eine Frau mit einem Eseli geritten, war aber nicht Mams :-).
Wir werden weiter versuchen, gute kalorienarme Bettmümpfeli zu schreiben.
Kussssss
Meine Lieben, herzlichen Dank für den Bericht.
1. Aso die strassensteinmännchenleitplanken sehen nicht sehr robust aus.
2. Geisdebäum habe ich noch nie gesehen. Hab bis jetzt auch gedacht, dass die nicht an Bäumen wachsen!
Und undere Filiale habt ihr auch noch gefunden. Wollte euch morgen überraschen. Das geht jetzt halt nicht mehr. Bleibe ich halt hier.
Ruth hat sicher heute gestrickt und das paket ist bereits per Express unterwegs an Hoffmanns Marokko!
Freue mich schon auf den morgigen Bericht! Sooo lässig! Vielen Dank! Und natürlich die vielen, vielen tollen Fotos!
Guet Nacht zäme und heb dini Füess chli meh zum Norbert übere!
Hallo Nathi,
gäll, da war einiges drin – und die Filiale, tja – wir waren schneller. Werden sehen, was wir heute erleben und Norbert fötelet.
Hihi, die kalten Füsse findet Norbert nicht so toll – Bettsocken sind die bessere Lösung.
Ganz liebe Grüsse
Claudia